Mittwoch, 05. Mai 2010

Ergebnisse des Wildeinflussmonitoring (WEM)

Das Österreichische Wildeinflussmonitoring (WEM) nach bundeseinheitlichen Richtlinien wurde entwickelt, um den Einfluss des Wildes auf die Waldverjüngung durch Verbiss und Verfegen von Jungpflanzen und dessen Entwicklung in den Bezirken laufend beobachten zu können. In der ersten Erhebungsperiode (2004-06) finanzierte der Bund die Erhebung von 40 Probeflächen je Bezirk zu 60 %, 40 % der Kosten trugen die Länder. In Periode 2 (2007-09) musste die Finanzierung von den Ländern alleine getragen werden, weshalb Oberösterreich und Vorarlberg, die Verbissmonitoring mit Vergleichszäunen durchführen, sich nicht mehr am WEM beteiligten.

Betrachtet man ganz Österreich, weist nach den Ergebnissen des aktuellen WEM etwa ein Drittel der Verjüngung keinen oder geringen Wildeinfluss auf. Auf etwa zwei Dritteln der Fläche wird die Verjüngung durch Verbiss mittel oder stark beeinflusst. Auf dem Großteil dieser Flächen sind die Ziel- und Mischbaumarten der natürlichen Waldgesellschaften zumindest unterhalb von 30 cm Pflanzenhöe noch vorhanden und könnten bei Reduktion des Wildeinflusses erhalten werden.

Der Vergleich von Bundesländern ist wegen der unterschiedlichen Ausstattung mit Waldgesellschaften und der unterschiedlichen Wildeinflussempfindlichkeit derselben eigentlich nur innerhalb der gleichen Waldgesellschaften sinnvoll. Im subalpinen Fichtenwald sind die Flächen mit geringem Wildeinfluss von 56% auf 47%, also etwa um ein Zehntel zurückgegangen. In Kärnten betrug die Verschlechterung 4%, Salzburg 4% (stärkerer Wildeinfluss), Steiermark 16% und Tirol 8%. In allen Ländern sind aber auch Ziel- und Mischbaumarten verschwunden. Mit geringem Wildeinfluss auf fast der Hälfte der Fläche ist diese Waldgesellschaft am wenigsten durch Verbiss belastet.

Der Fichten-Tannen-Buchenwald wird viel stärker von Verbiss beeinflusst als der subalpine Fichtenwald. Der Anteil mit geringem Wildeinfluss liegt bei den meisten Ländern zwischen etwa einem Fünftel und einem Drittel. Mit Ausnahme der Steiermark haben sich die Ergebnisse für den Anteil der Flächen mit geringem Wildeinfluss verbessert: In Kärnten um 3%, Niederösterreich 11%, Salzburg 9% und Tirol 14%. Die Verschlechterung in der Steiermark beträgt 11%. In allen Ländern sind aber auch Ziel- und Mischbaumarten verschwunden.

Das Wildeinflussniveau im Buchenwald variierte in der zweiten Periode länderweise zwischen einem und fast zwei Drittel für den geringen Wildeinfluss. In dieser Waldgesellschaft haben sich in allen Ländern Verbesserungen ergeben, im Durchschnitt auf 5% der Flächen.

Die Eichenwälder sind am stärksten von Verbiss betroffen, der Flächenanteil mit geringem Wildeinfluss liegt bei nur etwa 10%. Fehlen oder Verlust von Zielbaumarten betrifft fast immer die Eiche, nicht aber die Hainbuche. In dieser Waldgesellschaft haben sich beim geringen Wildeinfluss Kärnten um 9% und Niederösterreich um 2% verbessert, Burgenland um 5% und Steiermark um 1% verschlechtert.

Die gesamte Auswertung des Wildeinflussmonitoring finden Sie hier:

Auswertung WEM