Samstag, 03. Juli 2010

BOKU geht das Geld aus

Die Universität für Bodenkultur Wien ist die einzige Universität Österreichs, die sich umfassend mit den wesentlichen Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen befasst. Doch nun wird das Geld knapp. Laut Finanzministerium wird es für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode bestenfalls ein nominell stagnierendes Budget geben. Daher werden zwischen 2013 bis 2015 etwa 33 Millionen Euro für die Bedeckung des laufenden Betriebes der BOKU unter der Maßgabe der vollen Umsetzung der Leistungsvereinbarungsvorhaben fehlen. Die nötige Einsparung von Euro 11 Mio. im Jahr 2013 wäre z.B. durch die Freisetzung von mehr als der Hälfte des kündbaren Personals (inklusive der Lehrbeauftragten!) zu erzielen, wobei die Kosten dieser Maßnahme dann noch nicht bedeckt wären! Auch die Stornierung aller Leistungsvereinbarungsvorhaben würde eine Lücke hinterlassen, die nicht geschlossen werden kann. Der Betrieb der BOKU wäre unter diesen Umständen ab 2013 nicht mehr möglich.

Mögliche Konsequenzen wären die Einstellung von Studien und die massive Einschränkung der Forschung. Dies wäre aufgrund der Alleinstellung der BOKU eine weitreichende Entscheidung für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Österreich. Die BOKU garantiert derzeit die wissenschaftliche Basis der land- und forstwirtschaftlichen Primärproduktion – umfassend in Hinblick auf die gesamte Wertschöpfungskette. Stichworte: nachwachsende Rohstoffe, Lebensmittelproduktion und -sicherheit sowie alternative Energien, Klimawandel, Abfallwirtschaft, Hochwasserschutz, alpine Naturgefahren, Biotechnologie, Tourismus, Umwelt. Auch die Folgen für die wissenschaftliche Entwicklungszusammenarbeit wären desaströs. Wenn massiv bundesfinanziertes Personal abgebaut werden müsste, würden die Forschungsleistungen und die Zahl der über Drittmittel finanzierten WissenschaftlerInnen dramatisch sinken. Dies hätte auch eine massive Auswirkung auf die Lehre – eine ruinöse Abwärtsspirale.

Die BOKU ist mit ihren Kompetenzfeldern hervorragend aufgestellt, um durch wissenschaftliche Forschung zur Lösung vieler der großen Herausforderungen unserer Zeit auf hohem Niveau beizutragen. Es wäre daher unverantwortlich, die erfolgreiche Forschung und Lehre in den Kompetenzbereichen der BOKU herunterzufahren und jungen Menschen, die sich für eine gesicherte Zukunft Österreichs engagieren wollen, nicht die bestmöglichste universitäre Ausbildung anbieten zu können. Die BOKU wird daher jedenfalls an ihren Kernkompetenzen festhalten und laufende strategische Maßnahmen, wie die Besetzung von offenen Professuren sicherstellen.