Erste Hauptversammlung des Jagdschutzvereins nach Coronapause

Nach zweijähriger Pause fand dieses Jahr wieder eine Hauptversammlung des Gesamtvereins statt. Delegierte und Gäste trafen sich am 28. Mai im Veranstaltungszentrum Vasoldsberg in Premstätten östlich von Graz.

Begrüßt wurden die zahlreich erschienenen Teilnehmer der Hauptversammlung des Steirischen Jagdschutzvereins von Josef Adler, dem Obmann des Zweigvereins Graz-Umgebung Ost. Dieser zeigte sich hoch erfreut, das Publikum mit dreijähriger Verspätung in seinem Heimatlebensraum begrüßen zu können. Umrahmt wurde die Feier von den Jagdhornbläsern aus Hausmannstätten und Eggersdorf. Beim Totengedenken gedachte man symbolisch für die in den letzten drei Jahren verstorbenen Mitglieder Meisterführer August Szabo und Jägerpfarrer Franz Raggam.
Bezirksjägermeister Harald Schönbacher stellte den Jagdbezirk Graz-Umgebung in einer Präsentation dar. Dieser ist einer der wildartenreichsten Bezirke der Steiermark, inklusive Wolf, Biber und Fischotter. Gleichzeitig ist der Großraum Graz der am schnellsten wachsende Ballungsraum Österreichs, wodurch es zu enormen Belastungen der Wildlebensräume kommt.
Auch Franz Meran ging in seinem Bericht als Präsident des Jagdschutzvereins auf die aktuellen Geschehnisse ein: „Das waren wirklich drei hochdramatische Jahre. Wir sind eine Generation, die lange sehr gut gelebt hat, die jetzt aber auf die Realität zurückgeholt wird.“ Neben all den anderen Begleiterscheinungen haben die Anticoronamaßnahmen ja vor allem die persönliche Kommunikation verunmöglicht, wie Meran weiter erklärte: „Die Vereine leben von den Treffen, den Begegnungen, dem Austausch. Das war uns jetzt jahrelang mehr oder weniger untersagt.“ Dank der Umstrukturierung des Jagdschutzvereins sei aber zumindest auf Ebene der Zweigvereine das nach außen hin sichtbare Vereinsleben weitergeführt worden. Hinter verschlossenen Türen sei nämlich auch in der Landesgeschäftsstelle beziehungsweise den Gremien des Gesamtvereins intensiv gearbeitet worden. In den letzten Jahren galt es nämlich, zahlreiche Hürden zu überwinden, verteidigte Meran den eingeschlagenen Weg, gab aber auch seinem Bedauern darüber Ausdruck, dass nicht alle satzungsgemäßen Aufgaben wunschgerecht erfüllt werden konnten. „Was mir abgegangen ist, ist der Schutz der Lebensräume der Wildtiere, doch dazu kommen wir nicht, weil wir mit so vielen bürokratischen und administrativen Hürden zu kämpfen haben.“ Doch das soll sich jetzt, da alles wieder in geregelten Bahnen läuft, alsbald ändern. „Wir haben ja auch einen NGO-Status zu verteidigen, weil das bleibt man ja nicht auf ewig. Schließlich geht dieses Mandat ja auch weit über die Steiermark hinaus“, gab der Präsident sich zuversichtlich.
Hauptkassierin Julia Raggam gab schließlich Einblick in die Finanzen. Das jährliche Budget liegt demnach momentan bei rund € 270.000,- pro Jahr. Der Mitgliedsbeitrag in Höhe von € 18,- kann trotz Teuerungswelle vorerst somit gleichbleiben. 
Es war auch wieder eine Neuwahl des Vorstandes und der Kassaprüfer vonnöten. Der Wahlvorschlag setzte sich wie folgt zusammen: Präsident: Franz Meran; Vizepräsidenten: DI Willibald-Jürgen Acham, DI Anton Fürst, Ing. Franz Kesselstatt; weitere Vorstandsmitglieder in alphabetischer Reihenfolge: Mag. Markus Böhmer; DI(FH) Gerhard Fuchs MBA; Rjg. Christopher Gruber; Karl Haidic, Prof. DI Dr. Wolfgang Hintsteiner, Ing. Franz Hohenberg; FD DI Andreas Holzinger, Mag. Dieter Hutter, Günther Macher, Herbert Pojer, DI Cornelia Rössler, Mag. Johann-Peter Trumler und Roland Wachter. Die Wahl fand offen statt, der Wahlvorschlag wurde einstimmig angenommen.
Den Reigen der Grußworte der Ehrengäste eröffnete Florian Czerny – selbst Delegierter zum Jagdschutzverein und Gemeindevertreter von Vasoldsberg. Als Vertreter des Landeshauptmannes kam NAbg. Mag. Ernst Gödl zu Wort. Im Anschluss bat Franz Meran Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau um ein kurzes Grußwort. Dieser ging auf die anstehende Jägerschaftswahl ein und legte ein klares Bekenntnis ab: „Die politische Heimat der steirischen Jagd liegt fest in den Reihen des Jagdschutzvereins.“ Im Anschluss begründete der Landesjägermeister, warum die Jagdkarte verteuert wurde: „Wir wollten heraus aus der Verteidigungsstrategie.“ Nun gibt es die finanziellen Mittel, um sich aktiv und gestaltend in alle die Jagd betreffenden Prozesse einzubringen. 
In den drei Jahren Coronapause hat sich auch bei den Ehrungen ein Rückstau eingestellt. Dieser wurde in feierlichem Rahmen abgearbeitet. Zahlreichen verdienten Jägerinnen und Jägern konnten Silberne und Goldene Verdienstzeichen überreicht werden.