{"identifier":"b4d23dd9-93f9-4b6e-a881-53baa2321522","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"<span>Naturwerk-Klettersitz KS17:&nbsp;<\/span><span>Ab auf die B\u00e4ume!<\/span>","subTitle":"Wenn J\u00e4ger mit traditionellen Jagdtechniken bei der Abschusserf\u00fcllung an ihre Grenzen sto\u00dfen, k\u00f6nnen Klettersitze eine Trendumkehr bewirken. Sie erm\u00f6glichen es, auch innerhalb von Baumbest\u00e4nden komfortabel zu jagen.","teaserText":null,"uriPathSegment":"ab-auf-die-baeume","dateTime":null,"images":[],"categories":[{"identifier":"5980b1c9-d48d-4bd2-a98c-51174e187aa7","title":"Unter J\u00e4gern"}],"categories2":[],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"c3793930-b454-4d14-b6dd-1a310d9292ad","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/9083fc5623ca5da9eb464a1cb7e6c525eaf14459\/processed__T5A3151-1024x1536.jpg","caption":""}},{"identifier":"9ebad73a-9407-4031-b188-b5778741fb93","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p>Klettersitze stammen aus den USA, wo Bogen- und Vorderladersch\u00fctzen gezwungen sind, m\u00f6glichst nah an das Wild heranzukommen. Die Idee dabei ist einfach: Man sucht sich einen Wildwechsel und einen passenden Baum und ist ruckzuck aus Wind und Sicht sowie in optimaler Schussposition. Der deutsche Hersteller Naturwerk hat mit dem Klettersitz KS17 sein eigenes Modell auf den Markt gebracht. Vom Kuratorium f\u00fcr Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) wurde es mit dem Testzeichen \u201eSicher &amp; Funktional\u201c ausgezeichnet.&nbsp;<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Einsatzgebiet von Klettersitzen<\/strong><\/p><p>Es gibt im Grunde drei Einsatzgebiete f\u00fcr den Klettersitz im Revier. Bedingt durch den Waldumbau mit naturnaher Forstwirtschaft, fehlen oft Kahlschl\u00e4ge, an denen sich die Errichtung von fixen Ansitzeinrichtungen lohnen w\u00fcrde, was immer mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Gleichzeitig versperrt dem J\u00e4ger vom Boden aus die fl\u00e4chige Verj\u00fcngung oder die sonstige Bodenvegetation schlichtweg die Sicht. Mit dem Klettersitz gelingt es, sich dar\u00fcber hinaus zu erheben, und man kann selbst kleine Lichtungen im Wald bejagen, die oft nur f\u00fcr sehr kurze Zeitr\u00e4ume nutzbar sind. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Kalamit\u00e4tsfl\u00e4chen, wo pl\u00f6tzlich riesige Freifl\u00e4chen entstehen. Auch hier ist es nicht m\u00f6glich, an jeder potenziell Jagderfolg versprechenden Stelle einen Hochsitz zu errichten. Mit dem Klettersitz allerdings kann man spontan auf Windverh\u00e4ltnisse oder Wildkonzentrationen reagieren. Und drittens kennt das erfahrene Schalenwild in scharf bejagten Gebieten die etablierten Ansitzeinrichtungen l\u00e4ngst und weicht diesen gro\u00dfr\u00e4umig aus, womit der angestrebte Jagderfolg ausbleibt. Auch hier kann der Klettersitz neue Dynamik in den Revieralltag bringen.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Wie ein Rucksack<\/strong><\/p><p>Der Naturwerk-Klettersitz l\u00e4sst sich wie ein Rucksack bis zum Einsatzort tragen. Dort sucht man sich einen passenden Baumstamm mit 20 bis 50 Zentimeter Durchmesser, auf den man damit klettern kann. Nat\u00fcrlich muss dieser Stamm weitgehend astfrei sein, was in der Praxis eine nicht unerhebliche Herausforderung darstellt. Im Einsatzgebiet im Mittelgebirge wachsen vorwiegend Fichten, die je nach Waldstruktur h\u00e4ufig auch im unteren Stammbereich stark beastet sind. Neben dem direkten Hindernis f\u00fcr den Klettersitz schr\u00e4nken sie auch die Sicht im Inneren des Waldes ein. Zu hoch in die Kronen klettern zu wollen, hat damit keinen Sinn. L\u00e4rchen sind in der Regel astrein, aber in der Minderzahl und wachsen nicht immer dort, wo aus jagdlicher Sicht die g\u00fcnstigste Position w\u00e4re. Handelt es sich nur um wenige d\u00fcnne Tot\u00e4ste entlang des Stammes, k\u00f6nnen die auch w\u00e4hrend des Kletterns mit einer Hands\u00e4ge entfernt werden.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"059934fe-a7fa-47ba-a71c-d7f93f22d431","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/5c9468717d188f3f56511d13b1478390e2a4090e\/Bilder_1200x616-Klettersitz_02-1024x526.jpg","caption":""}},{"identifier":"21c1569a-bfe7-40b9-98b2-0a4f371ca55f","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Unterwegs als Baumsteiger<\/strong><\/p><p>Das Kletterprinzip ist einfach. Der Klettersitz besteht aus zwei Plattformen, die zum Stamm hin mit einer gezahnten Rundung ausgestattet sind, \u00e4hnlich dem B\u00fcgel eines Tellereisens. Um den Stamm wird jeweils ein Stahlseil gelegt und auf den Durchmesser des Baumstammes angepasst. Sind beide Gestelle montiert, wird wechselweise einmal die obere Plattform nach oben gehoben und durch Zur\u00fccklehnen mit dem Gewicht des J\u00e4gers am Stamm festgezurrt. Dann folgt die untere Plattform, die wiederum durch den Druck von oben am Baum klemmt. Auf diese Weise und mit etwas \u00dcbung gelingt es relativ einfach, einige Meter nach oben zu \u00fcberwinden. Vom Hersteller wird empfohlen, einen Baum mit dickborkiger Rinde zu verwenden. Dabei geht es nicht nur um die Haftung. An St\u00e4mmen feinrindiger Stangenh\u00f6lzer sind die Abdr\u00fccke der gezahnten Plattformen selbst au\u00dferhalb der Saftzeit deutlich zu sehen, was sich auf die Vitalit\u00e4t des Baumes auswirken k\u00f6nnte.<\/p><p>Wichtig ist, die beiden Plattformen mit dem mitgelieferten Gurt zu verbinden, sonst kann es passieren, dass die untere nach unten saust und man hilflos am Baum h\u00e4ngt. Abst\u00fcrzen kann man nicht, wenn wie vorgeschrieben ein Klettergurt samt Seilsicherung am Baumstamm verwendet wird. Bei gro\u00dfen H\u00f6hen ist das auf jeden Fall wichtig \u2013 auch f\u00fcr die eigene Psyche. Oft reichen aber bereits zwei oder drei Meter Kletterh\u00f6he, um sich eine gute \u00dcbersicht zu verschaffen. In dem Bereich wird in der Praxis wohl mancher darauf verzichten.<\/p><p>Des Weiteren sollte der gew\u00e4hlte Baumstamm keinen zu breiten Stammfu\u00df besitzen und wenig abholzig sein. Nimmt der Stammdurchmesser beim Klettern nach oben rasch ab, passt die vorgew\u00e4hlte L\u00e4nge des Stahlseils zur Klemmung nicht mehr und der Sitz h\u00e4ngt schlaff am Baum.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Anschlagen au\u00dfer Sicht<\/strong><\/p><p>Vom Ankommen am ausgew\u00e4hlten Stammfu\u00df bis zum Erklimmen der gew\u00fcnschten Kletterh\u00f6he dauert es mit etwas \u00dcbung beim Hantieren mit dem Naturwerk-Klettersitz gut f\u00fcnf Minuten. Danach sitzt man recht bequem und genie\u00dft den ungewohnten \u00dcberblick \u00fcber die Waldvegetation, die sich im Ansitzbereich befindet. Die Waffe und sonstige Jagdausr\u00fcstung lassen sich beim Klettern auf der Sitzfl\u00e4che deponieren. Alternativ kann sie auch von der finalen Sitzposition aus mit einem Seil nach oben gezogen werden. Da man sich zwar grunds\u00e4tzlich au\u00dfer Sicht und Wind f\u00fcr das Wild befindet, stehen die Chancen f\u00fcr Anlauf gut. Ungetarnt befindet man sich dennoch quasi am Pr\u00e4sentierteller und muss nat\u00fcrlich absolut still und m\u00f6glichst bewegungslos agieren. Kommt Wild in Anblick, l\u00e4sst sich die Waffe an der flexiblen Gewehrauflage stabil und sicher in Anschlag bringen. \u00c4hnlich komfortabel wie auf einem guten Hochsitz sind gezielte Sch\u00fcsse auf mittlere oder sogar gr\u00f6\u00dfere Entfernung m\u00f6glich.&nbsp;<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Grenzen des Einsatzes<\/strong><\/p><p>Der Naturwerk-Klettersitz wiegt inklusive Zubeh\u00f6r 12,9 kg und damit so viel wie ein schwaches Reh. Dieses Gewicht muss man mit sich zum Ansitzort schleppen und gegebenenfalls mitsamt den erbeuteten St\u00fccken wieder zur\u00fcck. Das bedeutet nat\u00fcrlich einen deutlichen Mehraufwand im Vergleich zur Nutzung einer station\u00e4ren Reviereinrichtung. Des Weiteren ist es bei bestem Willen nicht m\u00f6glich, die beiden Aluplattformen mit dem Stahlseil und den Klettergurten ger\u00e4uschlos am Stamm zu montieren und damit nach oben zu klettern. In Revieren mit ausreichend Zivilisationsl\u00e4rm im Hintergrund mag das keine Rolle spielen, in ruhigen Gebirgsw\u00e4ldern mit \u00fcberempfindlichem Schalenwild hingegen schon. Ein Morgenansitz scheidet deshalb mehr oder wenig aus, es sei denn, der Sitz wurde davor schon am Stamm montiert, was aber der Idee des Spontaneinsatzes widerspricht. Locker stehende Stangenh\u00f6lzer im Revier vorausgesetzt, ist der Naturwerk-Klettersitz KS17 um 439,- Euro bestimmt eine lohnende Investition. Aktiven \u201e\u00d6ko\u201c-J\u00e4gern erschlie\u00dfen sich g\u00e4nzlich neue M\u00f6glichkeiten, des Schalenwildes in bislang unbejagbaren Gebieten habhaft zu werden.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Stefan Maurer<\/em><\/p>"}}]}