{"identifier":"dbf48129-c2c9-4911-b065-306c4a909ff9","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Leben am Rand","subTitle":"Jeder J\u00e4ger wei\u00df, dass ein Ansitz am Waldrand lohnt. Ob Reh oder Hase, streichender Schnepf oder schn\u00fcrender Fuchs \u2013 an R\u00e4ndern ist Leben.","teaserText":null,"uriPathSegment":"leben-am-rand","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/cdb0718a2ea1b22360b570b06d8940ada56d49a3\/App_Rand-1024x968.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"f8d5afdb-10f3-49d1-be7a-d7a413677c92","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p>Mehr als ein Drittel der \u00f6sterreichischen Waldfl\u00e4che wird von Freifl\u00e4chen wie Bl\u00f6\u00dfen, L\u00fccken und Lichtungen oder Kahlschl\u00e4gen unterbrochen \u2013 derzeit sind auch viele Windwurffl\u00e4chen dabei. Zusammen bilden sie vor\u00fcbergehende oder zeitweilige Randlinien im Wald. Dazu kommen permanente Waldr\u00e4nder, also jene Zonen, wo der Wald an Offenland grenzt. Unsere W\u00e4lder sind demnach keine gro\u00dfen in sich geschlossenen \u00d6kosysteme, R\u00e4nder und Randlinien sind ein wesentliches Element davon. Konkret hei\u00dft das: Auf rund der H\u00e4lfte der gesamten \u00f6sterreichischen Waldfl\u00e4che gibt es Einwirkungen von Freifl\u00e4chen oder benachbartem Offenland. Das betrifft vor allem den Lichteinfall sowie Wind, Sonne und Feuchtigkeit \u2013 das Klima am Waldrand unterscheidet sich deutlich vom Waldinnenklima. Gut zu beobachten ist das an der Bodenvegetation, aber auch an lichtliebenden Insekten, Ameisen, V\u00f6geln und Wildtieren. R\u00e4nder sind beliebte und artenreiche \u201eLebenslinien\u201c \u2013 in der Diskussion um Wald und Wild, aber auch in der Verantwortung um die Artenvielfalt sind sie dennoch nur ein Randthema. De facto sind Einfluss und Auswirkung von Randlinien viel weitreichender, als den meisten bewusst ist.<br>&nbsp;<\/p><p><strong>Rehe und R\u00e4nder<\/strong><\/p><p>Jeder Kahlschlag oder Aufhieb im Wald ist ebenso wie ein K\u00e4ferloch oder eine Windwurffl\u00e4che mit Randlinien und mehr \u00c4sungsangebot f\u00fcr Reh, Hirsch und Gams verbunden. Wo mehr Licht am Boden hinkommt, werden Gr\u00e4ser und Kr\u00e4uter, Zwergstr\u00e4ucher und Stauden gef\u00f6rdert. Mehr \u00c4sung sollte zu h\u00f6heren Wildbretgewichten f\u00fchren. K\u00f6rpergewicht und Fettreserven sind wiederum die \u201eW\u00e4hrung\u201c, wenn es um Fortpflanzung und \u00dcberleben geht.<\/p><p>Tats\u00e4chlich zeigen die Auswertungen der Wildbretgewichte von Gamsjahrlingen ebenso wie von einj\u00e4hrigem Rehwild in den Bundesl\u00e4ndern Salzburg und Steiermark, dass mit zunehmender Randliniendichte (Meter pro Hektar Wald) das Gewicht der Einj\u00e4hrigen zunimmt. Der Effekt ist bei Freifl\u00e4chen im Wald st\u00e4rker als dort, wo der Wald an Wiesen oder Weiden grenzt. Untersuchungen im Osten und S\u00fcdosten der Steiermark untermauern das Ergebnis. Hier stellte sich heraus, dass die Dichte der Randlinien zwischen Wald und Offenland signifikant mit dem K\u00f6rpergewicht von Kitzen und einj\u00e4hrigen Rehen zusammenh\u00e4ngt. Je mehr Waldr\u00e4nder es gibt, desto besser ist der Lebensraum f\u00fcr diese Wildart. Und um hier noch eins draufzusetzen: Auswertungen im selben Gebiet ergeben, dass sich die Randliniendichte im Umkreis von einem Kilometer rund um die Probefl\u00e4chen des Wildeinflussmonitorings (WEM) positiv auf die Stammzahl in der Verj\u00fcngung ebenso wie auf die Zahl der Baum-arten auswirkt. Der positive Effekt der Randlinien ist st\u00e4rker als der negative Effekt der relativen Rehwilddichte. F\u00fcr die verbissempfindliche Tanne in der Verj\u00fcngung zeigen die Auswertungen, dass der Einfluss der Rehwilddichte bei gleichbleibend niedriger Randliniendichte zunimmt \u2013 die Stammzahl verringert sich stark. Ist die Randliniendichte hoch, kann die Rehwilddichte in einem weiten Bereich schwanken, ohne dass es Effekte auf die Stammzahl der Tanne gibt.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"c08bd39f-2df8-4680-aa77-55b04045114f","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/e16279131a2e57a75d31a2a4d13a8475c1961c5e\/Bilder_1200x616_Zeiler_02-1024x526.jpg","caption":"<p>Ideal aufgebauter Waldrand. Vorgelagert ist ein Krautsaum, der vor allem in Niederwildrevieren von hohem Wert f\u00fcr Hase, Fasan und Rebhuhn ist. Danach folgt ein Strauchg\u00fcrtel, der so wie hier vor dem eigentlichen Trauf oder auch unterhalb der Traufb\u00e4ume liegt. Das ist der \u201eMantel\u201c, der das Waldinnenklima sch\u00fctzt. Dahinter folgt nun der eigentliche Trauf, der aus den Randb\u00e4umen des angrenzenden Waldes besteht.<\/p>"}}]}