{"identifier":"9a3c0b41-3b56-474e-a7bf-fbd14e40eed1","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Rohrhirsche","subTitle":"Am Westufer des Neusiedler Sees war mit dem Rohrhirsch ein eigener Rotwildschlag beheimatet. Gering von Gewicht und hell im Geweih, war er leicht zu erkennen. Von Ungarn kommend, breitet sich mittlerweile auch st\u00e4rkeres Rotwild im Burgenland aus.","teaserText":null,"uriPathSegment":"rohrhirsche","dateTime":null,"images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"95596036-d5ee-4122-8f8a-fb68adad403c","title":"Rotwild"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"18f61fac-47c3-4dc1-ba00-fa5f570db400","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/db8777a727821c0acf8091cdcd1a72e44763840d\/Bilder_1200x616_Rohrhirsche_01-1024x526.jpg","caption":""}},{"identifier":"07877704-c489-4a44-a37a-4268715ca852","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p>Der Neusiedler See liegt in einer durch tektonische Einbr\u00fcche entstandenen Wanne und erstreckt sich auf einer Fl\u00e4che von rund 32.000 Hektar, wovon 24.400 Hektar in \u00d6sterreich und 7.6oo Hektar in Ungarn liegen. Mit einer Wassertiefe von einem Meter und einem Wasservolumen von drei Millionen Kubikmetern ist er nach dem Bodensee der zweitgr\u00f6\u00dfte See \u00d6sterreichs. Sein Wasserhaushalt wird durch Niederschl\u00e4ge und Verduns-tung gesteuert, einziger oberirdischer Zufluss ist die Wulka am Westufer. Unterirdische Quellen spielen eine untergeordnete Rolle.&nbsp;<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Zwei Nationalparks<\/strong><\/p><p>Die Einzigartigkeit der Landschaft mit ihrer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt f\u00fchrte bereits im Jahr 1991 zur Gr\u00fcndung des \u201eFert\u00f6-Hans\u00e1g Nemzeti Park\u201c mit rund 20.000 Hektar in Ungarn und im Jahr 1993 des Nationalparks \u201eNeusiedler See-Seewinkel\u201c mit rund 10.000 Hektar in \u00d6sterreich. Die Gesamtfl\u00e4che von rund 30.000 Hektar beinhaltet auch Streufl\u00e4chen in Ungarn und \u00d6sterreich. Im \u00f6sterreichischen Teil gilt die sogenannte \u201eNaturzone\u201c mit rund 5.000 Hektar als Ruhegebiet mit Jagd- und Fischereiverbot, in der nach au\u00dfen angrenzenden \u201eBewahrungszone\u201c ist eine Jagdaus\u00fcbung nach dem burgenl\u00e4ndischen Jagdgesetz m\u00f6glich. Notwendige Eingriffe in der Naturzone werden \u00fcber Managementpl\u00e4ne geregelt. Im ungarischen Teil besteht zwar eine Jagdm\u00f6glichkeit, doch sind im Kernbereich weite Gebiete so stark versumpft, dass eine Bejagung ausgeschlossen ist.&nbsp;<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong>Der Rohrwald&nbsp;<\/strong><\/p><p>Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es nur am S\u00fcd- und Westufer des Sees zusammenh\u00e4ngende Schilffl\u00e4chen, der Rest war nur von Schilf ges\u00e4umt, das Ostufer war weitgehend schilffrei. Durch Errichtung des 30 Kilometer langen Einserkanals auf ungarischer Seite Anfang des 20. Jahrhunderts zur Ableitung des \u00fcbersch\u00fcssigen Seewassers in die Moson-Donau, durch N\u00e4hrstoffeintrag aus der Landwirtschaft und Einstellung des Weidebetriebs ist die Schilffl\u00e4che zur zweitgr\u00f6\u00dften in Euro-pa nach dem Donaudelta angewachsen. Schilf weist eine hohe Wuchsgeschwindigkeit auf, es kann von April bis Juni bis zwei Meter hoch werden und in tiefem Wasser vier Meter erreichen. Seine Blattfl\u00e4che ist sechsmal so gro\u00df wie die von ihm eingenommene Bodenfl\u00e4che.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"7fad1781-c756-4237-add8-bab5014827b4","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/571f4dc450982fd8b67e00ae766827ea1d683811\/Bilder_1200x616_Rohrhirsche_02-1024x526.jpg","caption":"<p>Bei Schilfbr\u00e4nden und Hochwasser wechselten Rohrhirsche ins Leithagebirge. Die hellstangigen Hirsche waren in den Nachkriegsjahren eine seltene und begehrte Beute der burgenl\u00e4ndischen J\u00e4ger.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"4df7a361-1ffa-476f-aca5-65952cd305ce","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Der Rohrhirsch&nbsp;<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Als rotwildtaugliche Einst\u00e4nde eignen sich nur die gr\u00f6\u00dferen zusammenh\u00e4ngenden Schilffl\u00e4chen bei der Wulkaeinm\u00fcndung am Westufer und im grenz\u00fcberschreitenden Nationalpark am S\u00fcd- und Ostufer. Am Westufer entwickelte sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rotwildpopulation mit einigen Hundert St\u00fcck, die bei Naturereignissen wie gro\u00dffl\u00e4chigen Schilfbr\u00e4nden oder Hochwasserstand des Sees ins Leithagebirge auswechselten, nach dem Schadensereigniss meistens wieder zur\u00fcckkehrten. Hier war auch die Heimat des sogenannten Rohrhirsches mit seinen lichten Stangen, einem Geweihgewicht bis maximal sieben Kilo und gedrungenem K\u00f6rperbau. Die typische lichte Geweihf\u00e4rbung ist auf fehlende Pflanzens\u00e4fte beim Fegen zur\u00fcckzuf\u00fchren.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Population des Rotwildes war irgendwann so sehr angewachsen, dass in den angrenzenden Feldern und Weing\u00e4rten namhafte Sch\u00e4den entstanden und im Jahr 1972 in der Gemeinde Oggau an der Grenze zwischen Esterhazy'schen Schilfrevieren und Oggauer Feldern ein 6,3 Kilometer langer Zaun von den Oggauer Grundeigent\u00fcmern errichtet wurde.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Eine nachhaltige Schadensminderung wurde damit nicht erreicht, da nat\u00fcrliche und k\u00fcnstliche L\u00f6cher im Zaun dem Rotwild immer das Auswechseln auf die Felder erm\u00f6glichten. Die Population musste schlie\u00dflich durch rigorose Reduktionsabsch\u00fcsse so weit reduziert werden, dass heute kaum noch Rotwild, jedoch namhaft Schwarzwild vorkommt.<\/p>"}},{"identifier":"a24741e0-3bbc-4626-87d7-9ae538272cca","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/85735cd8c3e89926356b7d955164c98eb534e1f4\/Header_06-2026_Rohrhirsche-1024x526.jpg","caption":"<p>Durch die Ruhe in der Naturzone des Nationalparks, die gute \u00c4sung, ganzj\u00e4hrig Wasser und die offene Landschaft in der angrenzenden&nbsp;Bewahrungszone findet das urspr\u00fcngliche Steppentier Rotwild ideale Lebensbedingungen.&nbsp;<\/p>"}}]}