{"identifier":"10b6ac9e-5de4-47f5-95f3-ba0288627b8c","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Blindflug","subTitle":"Wildbiologische Splitter","teaserText":null,"uriPathSegment":"blindflug","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/9807c9e55839b8761aca4b62b43a1d2f3ce27e75\/Bilder_1200x616_Reiner-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"35871666-0e38-4099-abd7-6a714ecba768","title":"Wildbiologische Splitter"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"cd483d8a-0949-42c4-a7ec-5ba4c3e82c29","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Brieftauben gelten als wahre Navigationsk\u00fcnstler. Bei gutem Wetter nutzen sie die Sonne, markante Landschaftsmerkmale und vermutlich auch Ger\u00fcche, um ihren Heimatschlag zu finden. Doch was passiert, wenn dichter Nebel oder eine geschlossene Wolkendecke jede Sichtorientierung unm\u00f6glich macht? Genau das untersuchte eine aktuelle Studie. Die Forschenden trainierten Brieftauben auf einer rund 19 Kilometer langen Flugstrecke und setzten sie anschlie\u00dfend bei unterschiedlichen Wetterbedingungen frei. Gleichzeitig griffen sie in ein System ein, das m\u00f6glicherweise f\u00fcr die Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes verantwortlich ist. Das Ergebnis war \u00fcberraschend eindeutig: Bei Sonnenschein fanden praktisch alle Tauben ihren Heimweg. Bei geschlossener Wolkendecke verloren jedoch jene V\u00f6gel die Orientierung, bei denen die Forschenden bestimmte eisenhaltige Immunzellen zuvor ausgeschaltet hatten. Die Kontrolltiere erreichten ihren Heimatschlag dagegen innerhalb von rund 70 Minuten. Die Studie liefert damit einen der bislang st\u00e4rksten Hinweise darauf, dass Tauben bei bedecktem Himmel tats\u00e4chlich auf einen \u201emagnetischen Kompass\u201c zur\u00fcckgreifen. \u00dcberraschend ist vor allem dessen m\u00f6glicher Sitz: nicht im Schnabel oder im Auge, wie lange vermutet wurde, sondern m\u00f6glicherweise in speziellen eisenhaltigen Immunzellen. Dass V\u00f6gel mehrere Navigationssysteme parallel nutzen, erscheint dabei durchaus sinnvoll. F\u00e4llt eines aus \u2013 etwa die Orientierung an der Sonne \u2013, steht immer noch ein zweites System zur Verf\u00fcgung. Schlie\u00dflich ist auch f\u00fcr eine Brieftaube nicht jeder Heimflug ein Sch\u00f6nwetterflug.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Rudolf Reiner<\/em><\/p>"}}]}