{"identifier":"98df6ff9-ed98-4b21-80e9-7557345db274","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Kunterbunter  Distelfreund","subTitle":"Mit seinem bunten Federkleid stellt der Stieglitz eine au\u00dfergew\u00f6hnlich farbenfrohe Erscheinung innerhalb der heimischen Finken dar.&nbsp;","teaserText":null,"uriPathSegment":"kunterbunter-distelfreund","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/692e6bf68eabe9574d884e570871b24ffb79f009\/Bilder_1200x616_Zeiler-Mythen-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"3ed9bc4f-a294-467c-9558-692073cd0860","title":"Mythen und Naturgeschichten"}],"categories2":[{"identifier":"3ed9bc4f-a294-467c-9558-692073cd0860","title":"Mythen und Naturgeschichten"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"5041472a-2354-40e1-9317-aa38f21ba7ce","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Typisch f\u00fcr das Erscheinungsbild des Stieglitzes sind die schwarz-rote Gesichtsmaske, der mit den wei\u00dfen Wangen kontrastierende schwarze Hinterkopf sowie die vor allem im Flug deutlich sichtbaren leuchtend gelben Fl\u00fcgelbinden. War sein Vorkommen urspr\u00fcnglich auf Europa, Nordafrika und das westliche Asien beschr\u00e4nkt, wurde dieser Vogel vom Menschen auch nach S\u00fcdamerika, Australien und Neuseeland gebracht und sind heute daher beinahe weltweit verbreitet.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Als Lebensraum bevorzugt der Stieglitz offene, baumreiche Landschaften, wo er sich von zahlreichen Pflanzensamen, etwa von Disteln, Karden, Sonnenblumen, aber auch von B\u00e4umen und Str\u00e4uchern ern\u00e4hrt. Dabei sind diese V\u00f6gel hervorragende Kletterk\u00fcnstler und daher auch in der Lage, ihre Nahrung kopf\u00fcber h\u00e4ngend zu erreichen.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Der Gesang des Stieglitzes ist eine hastig vorgetragene zwitschernde Strophe und dient w\u00e4hrend der Brutzeit vor allem der Markierung des Nestbereichs. Auch die Weibchen singen \u00fcber das ganze Jahr hinweg und st\u00e4rken dadurch den Zusammenhalt in der Gruppe. Stieglitze sind wenig territorial und verteidigen bis auf den engen Nestbereich kein Revier, sodass auch Brutgruppen von mehreren Paaren vorkommen k\u00f6nnen. Au\u00dferhalb der Brutzeit leben sie ohnehin in gr\u00f6\u00dferen Trupps und k\u00f6nnen im Winter, gemischt mit anderen Finkenarten, auch gro\u00dfe Schw\u00e4rme bilden.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Bezeichnung dieses Vogels als \u201eDistelfink\u201c bezieht sich nat\u00fcrlich auf die Lieblingsnahrung dieser Tiere und findet sich auch in der wissenschaftlichen Bezeichnung \u201eCarduelis carduelis\u201c wieder. Carduelis ist dabei der lateinische Trivialname dieses Vogels, der sich vom Wort \u201ecarduus\u201c ableitet, was \u201eDistel\u201c bedeutet. Die heute bei uns \u00fcbliche Bezeichnung Stieglitz stammt aus dem Slawischen und findet sich auch heute noch in vielen osteurop\u00e4ischen Sprachen, wie etwa im bulgarischen \u201estschiglez\u201c, im kroatischen \u201ezlatnik\u201c oder im tschechischen \u201estehlik\u201c, und stellt wohl eine lautmalerische Wiedergabe des Lockrufs dieses Vogels dar.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Bis ins 20. Jahrhundert waren diese Finken aufgrund ihrer lebhaften F\u00e4rbung beliebte K\u00e4figv\u00f6gel und so d\u00fcrfte sich aufgrund des ausgedehnten slawisch-deutschen Vogelhandels bei uns die Bezeichnung Stieglitz schlie\u00dflich etabliert haben. Im Mittelalter wurde den V\u00f6geln die F\u00e4higkeit zugeschrieben, Krankheiten an sich ziehen zu k\u00f6nnen, und so wurde vor allem Schwinds\u00fcchtigen, also an Tuberkulose erkrankten Menschen, ein Stieglitz im K\u00e4fig ins Zimmer geh\u00e4ngt. Die Bezeichnung dieser V\u00f6gel im Bayerischen als \u201eZusammenscharricht\u201c&nbsp; geht auf den Glauben bzw. die Fabel zur\u00fcck, dass der Sch\u00f6pfer nach der farbigen Gestaltung aller von ihm gemachten V\u00f6gel f\u00fcr den Stieglitz als letzten nur noch Farbreste auf seiner Palette \u00fcbrig hatte und ihm daher ein derart bunt-scheckiges Federkleid verpasste.<\/p>"}}]}