{"identifier":"4732f2dc-e194-4573-99bd-187cb38a677c","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Pl\u00f6tzlich Kohlgams","subTitle":"70 Hektar Wald standen in Flammen. Etwa eineinhalb Monate nach \u201eBrand aus\u201c besuchte DER ANBLICK den zust\u00e4ndigen F\u00f6rster Florian Soritz, der Einsicht in sein Revier nahe Graz gestattete. Es ist erstaunlich zu sehen, wie rasch Gams- und Rehwild sich die verkohlten Fl\u00e4chen zur\u00fcckerobert haben.","teaserText":null,"uriPathSegment":"ploetzlich-kohlgams","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/91920b3422dc3159830484bb0554a2d2a93c98d9\/Brand_1-1024x526.jpg","images":[],"categories":[],"categories2":[],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"76cd9046-6ed4-46ba-ac7a-5a16f9166728","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/78bb521c5206e050fb01600b4f4cd06a378fcec7\/Bilder_1200x616_Kohlgams_01-1024x526.jpg","caption":""}},{"identifier":"e344928b-967b-4331-8bac-4eebf122faec","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Das heurige Fr\u00fchjahr war in ganz \u00d6sterreich von der starken Trockenheit gepr\u00e4gt. Am 25. April entz\u00fcndete sich im Stiftswald von Rein aus ungekl\u00e4rten Gr\u00fcnden ein Feuer, das sich durch Wind und die ernome Trockenheit sehr rasch auf rund 70 Hektar ausbreitete. 17 Tage lang waren 2.500 Einsatzkr\u00e4fte mit unz\u00e4hligen Feuerwehrfahrzeugen und mehreren Hubschraubern vor Ort und bek\u00e4mpften unter schwierigen Bedingungen die Flammen und die entstandenen Glutnester. Der Ortsteil Rein der Gemeinde Gratwein-Stra\u00dfengel im Bezirk Graz-Umgebung liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Graz und dort befindet sich das Zisterzienserstift Rein und dessen Forstbetrieb mit einer Gesamtfl\u00e4che von 2.000 Hektar.<\/p>"}},{"identifier":"b255a5df-1930-4687-ae98-98c2ded9aac3","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/e19bf73ee835f2a3bd0b5bc66f6991ef02402db1\/Bilder_1200x616_Kohlgams_02-1024x526.jpg","caption":"<p>F\u00f6rster Florian Soritz: \u201eWir sind in der gl\u00fccklichen Lage, dass wir rund zehn Hektar Teichfl\u00e4che besitzen, was die Wasserversorgung f\u00fcr das L\u00f6schen enorm erg\u00e4nzte. Wir ziehen in Betracht noch weitere Teiche anzulegen.\u201c<\/p>"}},{"identifier":"5aa1b5d0-9c25-4ebf-976c-f88cce1b661c","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><em>Wir stehen hier im Revierteil Hochstein, wo sich das Feuer entfacht und ausgebreitet hatte. Welcher Bestand befand sich auf diesen Fl\u00e4chen und kann man den Schaden bereits beziffern?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Florian Soritz:<\/strong> Etwa zwei Drittel der Fl\u00e4che bestanden aus f\u00fcnf bis zehn Meter hohen Jungmischbest\u00e4nden, die nach dem Paula-Windwurf im Jahr 2008 aufgeforstet wurden. Die Zerst\u00f6rung dieser Best\u00e4nde ist besonders dramatisch, da dieses Holz zum einen keinen Erl\u00f6s mehr bringt und zum anderen in den vergangenen 18 Jahren enorm viele Arbeitsstunden und finanzielle Mittel in Aufforstung und Pflege investiert wurden. Der Bestand der restlichen Brandfl\u00e4che war Baumholz mittlerer St\u00e4rke. Die Schadenssumme kann noch nicht genau festgestellt werden, aber diese wird sich sch\u00e4tzungsweise im siebenstelligen Bereich bewegen.<\/p><p><em>Welche Schritte sind jetzt zu Beginn des Wiederaufbaues wichtig?&nbsp;<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wir sind gerade dabei, das Schadholz mittels Seilkran und Forstschlepper aufzuarbeiten. B\u00e4ume, bei denen noch eine \u00dcberlebenschance besteht, werden als Mutterb\u00e4ume sowie zur Beschattung auf den Fl\u00e4chen belassen. Nicht mehr verwertbares Holz verbleibt als \u00f6kologisch wertvolles Totholz im Bestand. Derzeit wird gemeinsam mit der S\u00e4geindustrie gepr\u00fcft, inwieweit das vom Brand betroffene Holz noch verwertet werden kann.<\/p><p><em>Kann sich der Bestand durch Naturverj\u00fcngung regenerieren oder ist eine Aufforstung essenziell?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Auf den Brandfl\u00e4chen sollen klimafitte Mischbest\u00e4nde entstehen. Diese Fl\u00e4chen bieten durch verbrannte Pflanzen und Laub freigesetzte N\u00e4hrstoffe, die schnell in den Boden gelangen und somit eine Naturverj\u00fcngung beg\u00fcnstigen. In Bereichen, in denen Mutterb\u00e4ume vorhanden sind, setzen wir auf die Naturverj\u00fcngung. Rotbuchen, Bergahorn und Birke verj\u00fcngen sich auf unseren Standorten sehr gut. Wo keine ausreichende nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung zu erwarten ist, werden trockenresistente Baumarten wie Wei\u00dfkiefer und Traubeneiche gepflanzt.<\/p>"}},{"identifier":"93afbd0e-36a1-46bf-8462-d9fc88b32f2a","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/262923bfa48134d97e85c82cb7c3d420c57c5d0a\/Bilder_1200x616_Kohlgams_03-1024x526.jpg","caption":""}},{"identifier":"70f8f2ff-cda3-4ae9-ba3a-e3ddd33c6888","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><em>Wie viele B\u00e4ume m\u00fcssen aufgeforstet werden?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Aus heutiger Sicht beginnt die h\u00e4ndische Bepflanzung von 70.000 bis 100.000 B\u00e4umen ab Herbst dieses Jahres. Zus\u00e4tzlich wollen wir auf einer Teilfl\u00e4che einen Versuch starten, bei dem wir mit Drohnen Saatgut von Forstpflanzen ausbringen. Bis die Best\u00e4nde vollst\u00e4ndig verj\u00fcngt sind, werden f\u00fcnf bis zehn Jahre vergehen. Hier gibt auch das Forstgesetz eine Frist von f\u00fcnf Jahren bei k\u00fcnstlicher Aufforstung und zehn Jahren bei Nat\u00fcrverj\u00fcngung an, wo eine Wiederbewaldung gesichert sein muss. F\u00fcr die Aufforstung und Jungwuchspflege werden rund 10.000 Arbeitsstunden erforderlich sein. Auf einer Fl\u00e4che von etwa einem Hektar entsteht eine Art Weiserfl\u00e4che. Hier erfolgt kein Eingriff, um sehen zu k\u00f6nnen, wie sich die nat\u00fcrliche Entwicklung ohne Menschenhand verh\u00e4lt. Diese Entwicklung wird auch wissenschaftlich begleitet werden.<\/p><p><em>Meidet das Wild die Brandfl\u00e4chen?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ganz im Gegenteil. Das vom Brand betroffene Gebiet rund um den Hochstein, der auf etwa 900 Meter Seeh\u00f6he liegt, sind steile, felsdurchsetzte H\u00e4nge, die haupts\u00e4chlich von Gamswild besiedelt sind. Sogar noch w\u00e4hrend des L\u00f6scheinsatzes konnten wieder einige St\u00fccke gesichtet werden. Durch die N\u00e4hrstofffreisetzung nach dem Brand und das eingesetzte L\u00f6schwasser wuchsen bereits nach wenigen Tagen wieder frische Gr\u00e4ser, die das Gamswild liebend gerne angenommen hatte. In der Nacht wurden w\u00e4hrend der L\u00f6scharbeiten mittels Drohnen samt W\u00e4rmebildkameras Glutnester geortet und hier konnten wir erstaunlicherweise best\u00e4tigen, dass das Wild die betroffenen Fl\u00e4chen nach kurzer Zeit wieder aufsucht. Das saftige Gr\u00fcn, das nach etwa einem Monat vorhanden ist, zieht das Gams- und Rehwild magisch an.<\/p>"}},{"identifier":"a13f3f6d-1b7d-4c33-af34-aa8d2380d584","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/5d4223c1d9f21d9afbf1f76af2b129f560c4caef\/Header_Waldbrand-1024x526.jpg","caption":"<p>Das saftige Gr\u00fcn, das nach etwa einem Monat vorhanden ist, zieht das Gams- und Rehwild magisch an.<\/p>"}},{"identifier":"23c97ff3-06f0-48ff-b2e1-11be45642d5a","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><em>Wie sieht das Jagdmanagement auf den betroffenen Brandfl\u00e4chen in den n\u00e4chsten Jahren aus?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Aufforstungsfl\u00e4chen werden von uns schwerpunktm\u00e4\u00dfig bejagt. Wo es das Gel\u00e4nde zul\u00e4sst, werden schon bei der Aufforstung Jagdschneisen ber\u00fccksichtigt. Der Abschussplan gibt j\u00e4hrlich 79 St\u00fcck Rehwild und 19 St\u00fcck Gamswild f\u00fcr den gesamten Forstbetrieb vor. Ob eine Erh\u00f6hung des Abschussplanes notwendig ist, werden wir anhand der laufenden Beobachtungen des Wildeinflusses auf den Fl\u00e4chen entscheiden. Wir sind mit unseren Abschussnehmern im guten Einvernehmen und k\u00f6nnen auf ihre Unterst\u00fctzung, speziell bei den betroffenen Fl\u00e4chen, z\u00e4hlen.<\/p><p><em>Welche Schl\u00fcsse kann man aus so einem Ereignis ziehen?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wir sind in der gl\u00fccklichen Lage, dass wir rund zehn Hektar Teichfl\u00e4che besitzen, was die Wasserversorgung f\u00fcr das L\u00f6schen des Feuers enorm erg\u00e4nzte. Wir werden in Zukunft in Betracht ziehen, weitere L\u00f6schteiche im Stiftswald anzulegen. Ein wichtiger Punkt f\u00fcr eine rasche Bek\u00e4mpfung eines Waldbrandes ist auch ein gut ausgebautes Wegenetz. Nachdem in unserem Wald 129 Kilometer Forststra\u00dfen vorhanden sind, war die Befahrung mit Tankl\u00f6schfahrzeugen kein Problem. Vorhandenes Kartenmaterial mit Kennzeichnung von Hubschrauberlandepl\u00e4tzen, Wasserentnahmestellen und den bestehenden Forstwegen und ortskundiges Feuerwehrpersonal sind im Ernstfall unabdingbar.<\/p>"}},{"identifier":"c48182ca-aee0-4b79-9124-abc3ca82dad5","nodeType":"NeosRulez.Bootstrap:Content.YouTube","properties":{"url":"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/zVLVuftT6gI"}}]}