{"identifier":"9d8a6487-e348-442e-84e2-2f900b9f201a","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Comment","properties":{"title":"Gelsen ...","subTitle":"Forstler &amp; J\u00e4ger","teaserText":null,"uriPathSegment":"gelsen","dateTime":null,"images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"0946f97e-aac5-41fc-8513-002d3a4b42c5","title":"Forstler & J\u00e4ger"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"8e8b0851-ed59-4f53-88f9-0ac38ab12b6e","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Rehbrunft! Ich sitze auf rund zwei-tausend Meter Seeh\u00f6he auf einem Brett, das auf zwei Steinen liegt, und hoffe auf Anblick. Ein warmer Sommerabend auf der Alm. Die Schatten werden l\u00e4nger, die Gedanken schweifen. Doch etwas st\u00f6rt. Es ist dieses nervige Summen im Ohr, das irgendwie nicht hierherpasst. Wenn ich an die Jagd im Gebirge denke, kommen mir eben keine Gelsen in den Sinn \u2013 aber sie sind da. Vor gut 25 Jahren gab es hier de facto selbst in w\u00e4rmsten Sommerzeiten keine solchen Plagegeister. Dann tauchten die ersten verwegenen Pioniere ihrer Art auf, die man wegen ihrer Tr\u00e4gheit mit zwei Fingern gem\u00e4chlich im Flug erwischen konnte. Nun sind sie da, wohl um zu bleiben.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Unsere Umwelt ver\u00e4ndert sich, und zwar rasch. Wie der Klimawandel den Wildtieren zu schaffen macht, wird breit berichtet und diskutiert. Aber auch die praktische Jagdaus\u00fcbung ist davon betroffen. Mich nerven nur ein paar Gelsen beim Ansitzmeditieren. Mein Freund Thomas hat eine wundersch\u00f6ne kleine Eigenjagd und klagt seit Jahren dar\u00fcber, dass er Probleme mit seinem Rotwildabschuss hat. Fr\u00fcher dr\u00fcckte der erste Schnee das Rotwild von den Hochlagen in sein Revier; er konnte recht z\u00fcgig seinen Abschuss erledigen und dann war Ruhe. Heute verschiebt sich das nach hinten und er muss den St\u00fccken zu Zeiten nachlaufen, in denen die B\u00fcchse eigentlich schon frisch ge\u00f6lt im Waffenschrank auf das n\u00e4chste Jagdjahr warten sollte. Alfred ist Mitp\u00e4chter in einem gr\u00f6\u00dferen Revier mit gutem Gamswildbestand. Der soll ein wenig gesenkt werden wegen gr\u00f6\u00dferer Aufforstungen, jedoch hat es nun schon mehrmals im Sommer bei heftigen Gewittern die einzige Zufahrt weggerissen, sodass die J\u00e4ger wochenlang nicht ins Revier kamen. Die Zeit fehlt dann halt. Und fast jeder kennt mittlerweile die stillen und faden Rehbrunften, bei denen sich das Brunftgeschehen in die Nacht verlagert. Freilich gab es das fr\u00fcher auch schon, aber nicht in dieser H\u00e4ufigkeit!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Nicht nur die Land- und Forstwirtschaft leidet in ihrem praktischen Wirken unter den Folgen des Klimawandels, auch die Jagd tut es. Schl\u00e4gert der Forstmann wegen K\u00e4ferkalamit\u00e4ten \u00fcber seinem Jahressoll, gilt er als Opfer des Klimawandels. Bringt der J\u00e4ger seinen Rehbockabschuss wegen der Sommerhitze nicht zusammen, ist er ein fauler J\u00e4ger. Das passt nicht ganz zusammen, wobei beides gern auch zur billigen Ausrede verkommen kann. Arbeiten mit der Natur war immer mit Unvorhersehbarkeiten verbunden, war immer auch ein Risiko. Das gilt heute umso mehr und auch f\u00fcr die Jagd.<\/p><p>Mit meiner ersten Digitalkamera machte ich vor \u00fcber 20 Jahren zur Rehbrunft ein Foto unserer Jagdh\u00fctte. Oberhalb der H\u00fctte war die Alm leicht angezuckert. Es war fr\u00fcher v\u00f6llig normal, dass im August manchmal ein wenig Schnee lag. Nat\u00fcrlich nur f\u00fcr kurze Zeit, oft nur f\u00fcr ein paar Stunden, aber immerhin. Der Anblick von treibenden Rehen in voller Flucht durch frischen Schnee bleibt im Ged\u00e4chtnis. Jetzt schwirren da Gelsen. Kein guter Tausch!&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Harald Chapin<\/em><\/p>"}}]}