{"identifier":"25013d57-f59c-48c3-b794-117ad870fff4","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Kulturz\u00e4une: Jagdwertminderung oder jagdliche Bereicherung?","subTitle":"Kulturz\u00e4une im Wald sind oftmals Zankapfel zwischen J\u00e4gern und Waldbauern. F\u00fcr die einen bedeuten sie die Beschneidung von Wildlebensraum, f\u00fcr die anderen sind sie ein notwendiges und kostspieliges \u00dcbel, um waldbauliche Ziele voranzubringen. Wie so oft im Leben bietet der goldene Mittelweg f\u00fcr beide Seiten eine Win-win-Situation statt der typischen Schwarz-Wei\u00df-Malerei.","teaserText":null,"uriPathSegment":"kulturzaeune-jagdwertminderung-oder-jagdliche-bereicherung","dateTime":{"date":"2026-07-29 02:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/6ef8b0501ec286f05b899e7e489dbe046194886d\/001-1024x713.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"b94f7cd2-166b-4fdf-a47c-17ef2be52697","title":"Praxiswissen f\u00fcr Revierbetreuer"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"e08b2157-0efe-4ebf-929f-398e93176263","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/e4ca8261dfe37fbb758484c47b4d9e7b1cbaf96d\/Bilder_1200x616_Praxiswissen_01-1024x526.jpg","caption":""}},{"identifier":"c78af443-c5e6-40e0-b0ee-bb9be16830ce","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Ein sinnvoll angelegter Kulturzaun im Wald dient dem Schutz wertvoller Forstpflanzen, egal ob sie k\u00fcnstlich durch Pflanzung eingebracht werden oder als Naturverj\u00fcngung wachsen sollen. F\u00fcr den Waldbesitzer ist es dabei wichtig, dass der Zaun f\u00fcr einen zeitlich begrenzten Abschnitt bis zur Kultursicherung dicht ist und bleibt, um pflanzenfressende Schalenwildarten von den jungen Forstpflanzen fernzuhalten. Das stellt er zum einen \u00fcber die richtige Materialauswahl und den fachgerechten Aufbau des Bauwerks sicher. Zus\u00e4tzlich muss der Zaun regelm\u00e4\u00dfig kontrolliert und gewartet werden, um den Schutzzweck aufrechtzuerhalten. Es kostet den Waldeigent\u00fcmer viel Geld und Zeit, um seine Zielsetzung sicherzustellen \u2013 das sollte der J\u00e4ger nicht nur wissen, sondern auch respektieren und unterst\u00fctzen. Nur dann ist n\u00e4mlich gew\u00e4hrleistet, dass zur Zufriedenheit beider das Wild nur f\u00fcr einen minimalen Zeitrahmen ausgesperrt bleibt, n\u00e4mlich so lange, bis die Forstpflanzen kr\u00e4ftig genug und mit dem Leittrieb aus dem \u00c4ser gewachsen sind.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>J\u00e4ger unterst\u00fctzen den Waldbauern aktiv<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Damit dieser Zeitrahmen nicht unn\u00f6tigerweise verl\u00e4ngert werden muss, k\u00f6nnen wir dem Waldbesitzer beispielsweise unser Engagement bei der Zaunkontrolle anbieten. So verhindern wir als J\u00e4ger zeitnah, dass Wild in den Kulturzaun gelangen kann und Sch\u00e4den anrichtet. Besteht ein guter Kontakt zu den Grundeigent\u00fcmern, erfahren wir meist rechtzeitig von dem beabsichtigten Vorhaben und k\u00f6nnen so auch argumentativ mitunter unsere Erfahrung beim richtigen Zaunbau miteinbringen. Entscheidend f\u00fcr die sp\u00e4tere Kontrolle und das Hinaustreiben eingedrungenen Wildes sind n\u00e4mlich die Konstruktion und Gr\u00f6\u00dfe der Anlage sowie die Stellen f\u00fcr die Tore. Nur wenn an zwei gegen\u00fcberliegenden, m\u00f6glichst ger\u00e4umigen Toren der Zaun nicht rechtwinkelig anschlie\u00dft, sondern eher sackartig ausl\u00e4uft, l\u00e4sst sich sp\u00e4ter Schalenwild ohne gro\u00dfen Aufwand und Stress f\u00fcr das Tier hinaustreiben. Die Torfl\u00fcgel werden dabei so nach innen geklappt, dass sie das am Zaun entlanglaufende Wild \u00fcber einen Zwangswechsel gleich beim ersten Versuch nach au\u00dfen geleiten. Die unmittelbar anschlie\u00dfende Zaunkontrolle und Reparatur desselben sorgen f\u00fcr seine erneute Funktionst\u00fcchtigkeit. Unsch\u00e4tzbare Unterst\u00fctzung erfahren wir bei der Zaunkontrolle von unserem Jagdhund, der sicher eingewechseltes Wild oder sogar die L\u00f6cher im Zaun anzeigen wird, wo das Wild passiert. Mit ge\u00fcbtem Auge und einem zielorientierten Suchschema entgehen dem erfahrenen J\u00e4ger weder Trittsiegel auf der Innenseite des Zaunes noch die frisch gefegten St\u00e4mmchen in der Kultur. Sehr bald wird der Waldbesitzer das Engagement des J\u00e4gers bemerken und sich hoffentlich an anderer Stelle daf\u00fcr revanchieren.<\/p>"}},{"identifier":"86f34681-4709-4266-a499-09bc41dda1da","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/c6caf1cab416307876522706ba80548489952602\/Bilder_1200x616_Praxiswissen_02-1024x526.jpg","caption":"<p>Stabile, breite Tore an den Zaunecken erm\u00f6glichen es, die eingedrungenen Wildtiere schonend aus dem Forstzaun herauszutreiben.<\/p>"}},{"identifier":"d7b41314-db63-472c-a83a-92c66c3bf5e7","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Kulturz\u00e4une sorgen f\u00fcr Wildeinst\u00e4nde<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Im Rehwildrevier sollte der Schutzzweck des Zaunes in der Regel nach f\u00fcnf bis sieben Jahren erreicht sein. Die Forstfl\u00e4che ist bei umsichtiger Kontrolle so in K\u00fcrze aus dem \u00c4ser gewachsen und kann nun wieder ausgez\u00e4unt werden, um als dichter Tageseinstand des Wildes dienen zu k\u00f6nnen. Bei regelm\u00e4\u00dfigem Kontakt zu den Waldbauern oder dem zust\u00e4ndigen Forstbeamten kann der J\u00e4ger gerne darauf hinweisen, denn nur zu gerne bleiben Z\u00e4une deutlich l\u00e4nger stehen als notwendig. F\u00fcr den Waldbesitzer bedeutet der Zaun keinen Nachteil. Ganz im Gegenteil \u2013 vielfach scheut er die Arbeit, das alte Zaunmaterial wieder zu beseitigen. Es w\u00e4chst nicht selten ein und wird dann zur Todesfalle f\u00fcr Wildtiere, die sich beim Anfliehen das Genick brechen oder sich darin verfangen und strangulieren. Unser rechtzeitiges Angebot, beim Abbau des Kulturzaunes zu helfen, wird nicht nur dankbar angenommen, sondern gew\u00e4hrleistet unseren Teil des Planes zugunsten des Wildbestandes. Dar\u00fcber hinaus festigen solche Angebote sicher die Kontakte innerhalb der Dorfgemeinschaft.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Im Hochwildrevier mit guten Wildbest\u00e4nden bei Rot- und Damwild kann sich der notwendige Schutzzweck durchaus auf \u00fcber zwanzig Jahre ausdehnen. Daf\u00fcr sind in aller Regel auch die Zaunbaukosten deutlich teurer als bei einem Schutzzaun f\u00fcr Rehwild. Das versucht der Waldbauer nat\u00fcrlich auch auszunutzen. Da wir bereits nach wenigen Jahren die Forstfl\u00e4che aber so weit gebracht haben, dass die wenigen Rehe, die es in einem Hochwildrevier gibt, den Pflanzen nichts mehr anhaben k\u00f6nnen, bietet sich der Zaun als willkommener Einstand f\u00fcr Sauen an.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"de5a33f0-fd3d-494e-98b1-b2a1958972fd","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/f55174e594e113e11621ee6745b3b2a0f51eb7ec\/Bilder_1200x616_Praxiswissen_03-1024x526.jpg","caption":"<p>Im Hochwildrevier sollten stabile, langfristige Kulturz\u00e4une stets mit Sauenklappen an den bevorzugten Wechseln versehen werden. Vertrautes Schwarzwild lernt sehr schnell und nimmt solche Einschl\u00fcpfe in Forstz\u00e4unen gleich an.<\/p>"}},{"identifier":"22cd06a2-07df-4fe9-997a-b37775649182","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Sauenklappen installieren<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Nach Absprache mit dem Waldbesitzer sollte es uns gelingen, seine Einwilligung zu bekommen, dass wir die neue Verj\u00fcngungsfl\u00e4che \u00fcber Sauenklappen f\u00fcr Schwarzwild zug\u00e4nglich machen d\u00fcrfen. Sauen lieben derartige Forstkulturen. Sie sind sonnig, pudeldicht, bieten undurchdringliche und vor allem beruhigte Tageseinst\u00e4nde, denn Waldbesucher und ihre Hunde bleiben gro\u00dffl\u00e4chig ausgesperrt. Bereits in den Vorjahren werden wir bei unseren Kontrollg\u00e4ngen bemerkt haben, dass die Sauen immer wieder an denselben Stellen probierten, unter dem Zaun durchzuschl\u00fcpfen. Meist handelt es sich um traditionelle Wechsel, die mit dem Zaunbau abgeschnitten wurden. Genau an diesen Stellen installieren wir Sauenklappen, die dem Schwarzwild nun endlich Zutritt zum auserkorenen Einstand erlauben. Zeitgleich werden wir und der Waldbesitzer nun Ruhe haben, dass die Sauen st\u00e4ndig den Zaun heben und damit Rehwild oder sogar K\u00e4lbern den Zutritt erleichtern. Mit entsprechend schweren Pendeln aus Rundholz, die wir dicht genug \u00fcber kurze Ketten beweglich halten, gelingt den Schwarzen alsbald der Zugang. Rehe werden von ihnen weitgehend abgehalten, auch wenn wenige eingedrungene St\u00fccke nun an der Forstkultur sicherlich keinen nennenswerten Schaden mehr anrichten d\u00fcrften. Hochwild bleibt zwar weiterhin aus dem Kulturzaun ausgeschlossen, sucht aber durchaus dessen direkte N\u00e4he bewusst auf. Rotwild sch\u00e4tzt die beruhigten Fl\u00e4chen um gro\u00dfe Z\u00e4une und genie\u00dft die sonnenbeschienenen Randbereiche direkt au\u00dferhalb des Zaunes.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Forstz\u00e4une als wichtige Jagdeinrichtungen<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">In Revieren mit einem nennenswerten Bestand an Hochwild wird die Erf\u00fcllung der Absch\u00fcsse vielfach ohne Bewegungsjagden nicht m\u00f6glich sein. Neben ihrer Bedeutung als wichtige und garantierte Schwarzwildeinst\u00e4nde kann sie ein erfahrener Jagdleiter in seine Dr\u00fcckjagdplanung auch als zuverl\u00e4ssige Zwangswechsel einplanen und verwenden. Z\u00e4une halten Wild nicht nur zeitlich begrenzt von wertvollen forstlichen Verj\u00fcngungsfl\u00e4chen fern, sondern kanalisieren zwangsl\u00e4ufig auch die bisherigen traditionellen Wildwechsel. Das kann sich ein Jagdleiter insofern zunutze machen, als er sie zusammen mit anderen nat\u00fcrlichen Hindernissen wie Wasserl\u00e4ufen, Waldr\u00e4ndern oder Stra\u00dfen mit in die Auswahl seiner Dr\u00fcckjagdst\u00e4nde einflie\u00dfen l\u00e4sst. Insbesondere lange Zaunlinien lancieren so den Wildwechsel, dass in manchen Situationen beinahe \u201eeingestellte Jagden\u201c entstehen k\u00f6nnen, die den Sch\u00fctzen Wildanlauf garantieren. Die St\u00e4nde geh\u00f6ren selbstverst\u00e4ndlich nicht zu dicht an den Forstzaun, um den Sch\u00fctzen nicht zu einem Schuss spitz von vorn zu zwingen oder das Wild unverrichteter Dinge in dessen schlechten Wind laufen zu lassen. Optimal steht der Standsch\u00fctze demzufolge mit rund f\u00fcnfzig Meter Abstand zum Zaun, um seine Kugel sicher auf das breit wechselnde Wild loszuwerden.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Bei Kulturz\u00e4unen, die mit Sauenklappen zum Schwarzwildeinstand umfunktioniert wurden, kann Wild auch innerhalb des Zaunes wechseln. Beim Schuss ist hier mit \u00e4u\u00dferster Vorsicht zu verfahren. Zum einen ist im Inneren des Zaunes grunds\u00e4tzlich mit Treibern, Hundef\u00fchrern und Jagdhunden zu rechnen, zum anderen gelingt ein sicherer Schuss nur, wenn das Wild nah am Zaungeflecht wechselt. Ansonsten sind das Zerlegen des Gescho\u00dfes und eine unkontrollierbare Splitterwirkung auf das St\u00fcck stets mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen und daher abzulehnen. F\u00fcr den Jagdleiter sollte es selbstverst\u00e4ndlich sein, dass der Bereich der Sauenklappen m\u00f6glichst von keinem Stand einsehbar ist. Die Sauen sollen ihren gegatterten Einstand verlassen. Sch\u00f6pfen sie an den Ausg\u00e4ngen Verdacht, werden sie sich darin hartn\u00e4ckig verteidigen und Treiber sowie Hunde vehement annehmen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Anzahl und Sch\u00e4rfe der eingesetzten Hunde, denn je mehr Druck sie dem Schwarzwild entgegenbringen, desto fester werden diese am sicheren Einstand kleben und f\u00fcr hohe Tierarztkosten sorgen.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Im Hochwildrevier lassen sich mithilfe von langfristig angelegten Kulturz\u00e4unen auch sensible Bereiche jagdlich erschlie\u00dfen. So gelingt es sicher, versteckte \u00c4sungsfl\u00e4chen, Suhlenbereiche, Schwarzwildkirrungen oder gar Brunftpl\u00e4tze gegen neugierigen Besucherverkehr abzuschirmen und zeitgleich dem J\u00e4ger die Gelegenheit zu geben, unentdeckt von wechselndem oder ruhendem Wild mit bestem Wind Reviereinrichtungen direkt vor Ort erreichen zu k\u00f6nnen. Aber nicht nur die sichere Ann\u00e4herung auf einem geschickt angelegten Pirschweg erfolgt vollkommen st\u00f6rungsfrei, sondern der J\u00e4ger braucht auch kein abspringendes Wild w\u00e4hrend des Ansitzens zu bef\u00fcrchten, das aus seinem R\u00fccken anwechselt, solange er sauberen Wind von vorne hat.<\/p>"}}]}