{"identifier":"617df434-ddf5-4a24-bb3f-67858eca7cd1","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Umgang mit Jagdkunst und deren Bewertung ","subTitle":"Gem\u00e4lde bedeutender K\u00fcnstler erzielen bei Auktionen Betr\u00e4ge, die in die mehrstelligen Millionen gehen k\u00f6nnen. Vertreter des jagdlichen Genres sind leider nicht ganz so begehrt am Markt. Harald W. Vetter versucht dennoch eine Analyse, wie wertvoll Werke aus Jagdstuben sein k\u00f6nnen.","teaserText":null,"uriPathSegment":"umgang-mit-jagdkunst-und-deren-bewertung","dateTime":{"date":"2026-07-30 02:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/d165d48085a9825106614e47bfda60cf79337d56\/Bilder_1200x616_Jagdkultur_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"ec73ced4-4a28-472b-b641-f192863cfc5f","title":"Jagdkultur"}],"categories2":[{"identifier":"1c1ee424-83d5-4bdd-8085-2872fdd7a79a","title":"Jagdkunst"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"33c109c2-09c4-4649-91f3-ae1d1da15d1f","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":""}},{"identifier":"d1e25786-733a-4fc7-954f-7f16336024fc","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Als Kunsthistoriker, ehemaliger Leiter des Jagdmuseums Schloss Eggenberg und Gutachter im Kunsthandel bzw. eines Auktionshauses habe ich des \u00d6fteren einschl\u00e4gige Expertisen ausstellen m\u00fcssen. Die Perspektiven dazu waren allemal interessant. Zum einen ging es bei den Anfragen um Sch\u00e4tzungen in Sachen Ankauf, zum anderen nat\u00fcrlich um solche des Verkaufs. Freilich sind die Sammler von Jagdkunst heutzutage in der Minderheit begriffen, eher werden diverse Erbschaften dem Kunsthandel angeboten. Das bildliche \u201eInterieur\u201c von Jagdstuben, Salons oder gar Schl\u00f6ssern dr\u00e4ngt dann auf den Markt, wobei Jagdgem\u00e4lde, Zeichnungen und Grafiken heute eher nicht eben die gesuchtesten Motive sind, au\u00dfer dass sie vielleicht wirklich zu den obersten R\u00e4ngen der Meisterschaft aus dem 17. oder 18 Jahrhundert europ\u00e4ischer Kunst geh\u00f6ren. Indessen haben wir es gemeinhin mit einer Vielzahl von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern zu tun, die das vielleicht nur mittlere Preissegment betreffen, also beispielsweise, um nur einige Namen zu nennen, Gauermann, Defregger, Thiele, Pausinger, Jungnickel, Bresslern-Roth, Brettschuh etc.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Vielfach werden Kunstwerke aus dem Familienbesitz mit entsprechenden Legenden ausger\u00fcstet, die von Generation zu Generation ungefragt weitergegeben werden. Manchmal ist dann die Verbl\u00fcffung ob der Einsch\u00e4tzung von Experten ziemlich gro\u00df, denn entweder hat man die Signaturen nicht beachtet oder ist eben einfach diversen Kopisten aufgesessen, die immer so zahlreich waren wie das Niederwild in den abgeernteten Feldern. S\u00fcddeutsche, b\u00f6hmische oder inner\u00f6sterreichische Maler hatten bez\u00fcglich der Jagdsujets vor allem bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts noch ein reiches Revier von Liebhabern, die zumeist selbst der weidwerkenden Schicht angeh\u00f6rten. So gab es zwischen den Troph\u00e4en das eine oder andere Gem\u00e4lde zu sehen, das nicht immer nur den \u201er\u00f6hrenden Hirsch\u201c oder eine Sauhatz zum Inhalt hatte, nein, wer etwas auf sich hielt und das n\u00f6tige Geld daf\u00fcr hatte, lie\u00df sich schon auch einmal als stolzer Jagdherr portr\u00e4tieren. Man nennt das dann eben folgerichtig Salon- oder auch Hotelkunst. Schlimmer noch, solche Kunstwerke in qualitativen Unterschiedlichkeiten finden sich heute nicht gerade selten in zu begutachtenden Nachl\u00e4ssen, ja werden in manchmal etwas fragw\u00fcrdigen Antiquit\u00e4tenl\u00e4den oder aber auf den sogenannten Flohm\u00e4rkten schlicht und ergreifend einfach verh\u00f6kert. Diese oft stark nachgedunkelten, manchmal recht verschmutzten \u00d6lbilder kann man \u00fcbrigens mit einschl\u00e4gigen Restaurierungsmitteln (in Form von Pasten) auch selbst reinigen und so wieder \u201efit\u201c machen, dazu geh\u00f6rt naturgem\u00e4\u00df ein bisschen Wissen und vor allem Vorsicht.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"3ef6b398-80fa-4036-a8b3-3f151022d2ea","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/9e5fcb65faf182494452e5497c752b574451b2dc\/Bilder_1200x616_Jagdkultur_02-1024x526.jpg","caption":"<p>Die Werke der Grazerin Norbertine Bresslern-Roth (1891 - 1978) erreichen bei Auktionen H\u00f6chstgebote.<\/p>"}},{"identifier":"ee4ef534-1889-4413-b987-ee62fb83d1b6","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Will man etwas an- oder verkaufen, dann ist in erster Linie der seri\u00f6se H\u00e4ndler ein vertrauensvoller Ansprechpartner. Man sollte ihm aber grunds\u00e4tzlich, was den Wert des Objekts betrifft, nicht unbedingt blind vertrauen! Was den Wert einer jagdlichen Darstellung anbelangt, so sind Recherchen bei verschiedenen deutschsprachigen Auktionsh\u00e4usern wie Dorotheum, Im Kinsky, Van Ham, Hampel oder Lempertz immer eine M\u00f6glichkeit, insbesondere wenn sie Sch\u00e4tzungen und entsprechende Versteigerungsergebnisse bekannt geben. Das ist jedoch sehr oft nicht der Fall und man muss dazu eine Bezahlschranke akzeptieren. Immerhin sind Versteigerungen schon seit der Antike bekannt und da ging es nicht immer nur um Sklaven. Unbedingt empfehlenswert sind hier die international gr\u00f6\u00dften Kunstdatenbanken Artnet und Artprice. Sie bieten ziemlich detaillierte Informationen \u00fcber die Einsch\u00e4tzung von Werken von weit \u00fcber einer Million K\u00fcnstlern und K\u00fcnstlerinnen, so dass sich K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer daran relativ gut orientieren k\u00f6nnen. Allerdings sind diese Dienste nicht gratis, ein Abonnement ist daher notwendig. Daneben gibt es nat\u00fcrlich viele Verkaufsplattformen im Netz, die so manche \u201eSchn\u00e4ppchen\u201c anbieten. Aber Vorsicht, eine pers\u00f6nliche Inaugenscheinnahme kann vor Entt\u00e4uschungen abh\u00fcten, hier sind stets das pers\u00f6nliche Wissen und Stilgef\u00fchl gefragt.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Bez\u00fcglich des An- oder Verkaufs bei seri\u00f6sen Auktionsh\u00e4usern gilt es zu beachten, dass pro erfolgreicher Abwicklung bis zu 30 Prozent des betreffenden Versteigerungserfolges zu- oder abgeschlagen werden, hinzu kommen noch Kosten f\u00fcr Sensal (Kunstmakler), Katalog, Versicherung und Versand. In der Regel ist eine Erstexpertise bei diesen gro\u00dfen H\u00e4usern kostenlos. Wenn man zun\u00e4chst einmal nur ganz vorsichtig nachpirschen m\u00f6chte, ob die eigenen Kunstsch\u00e4tze etwas wert sind beziehungsweise ob der Ankaufspreis halbwegs korrekt ist, kann man sich wohl auch an die jeweiligen Landesmuseen wenden. Dort gibt es Fachexpertinnen und Fachexperten, die gegen meist geringe Geb\u00fchren die Objekte begutachten k\u00f6nnen. Eine genaue finanzielle Bewertung ist diesen allerdings laut internationalen Museumsricht-linien (ICOM) verwehrt. Bleibt also nur die spannende, oft recht \u00fcberraschende Nachsuche quer durchs Netz zwischen speziellen Nachschlagewerken, Galerien, Versteigerungsh\u00e4usern, Datenbanken und Museen. Das lohnt sich auf jeden Fall und wird die Sinne in Sachen qualit\u00e4tvoller Jagdkunst mit Sicherheit nachsch\u00e4rfen.<\/p>"}}]}