{"identifier":"21989ec9-eb3d-4a1f-9019-fa65a6fabdd4","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Weidgerechtigkeit l\u00e4sst sich nicht in Stein mei\u00dfeln ","subTitle":"Welches Licht werfen Jagdblogger und -influencer f\u00fcr Au\u00dfenstehende auf uns? D\u00fcrfen wir als Erleger samt Beute in den sozialen Medien noch in Erscheinung treten? Wie kann Jagd auch k\u00fcnftig gesellschaftlich akzeptiert und ethisch verantwortungsvoll gestaltet werden? Diese Fragen wurden bei der 59. Internationalen Jagdkonferenz intensiv diskutiert.&nbsp;","teaserText":null,"uriPathSegment":"weidgerechtigkeit-laesst-sich-nicht-in-stein-meisseln","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/64d5bce94f17a944000b67d657f758558ee86785\/Bilder_1200x616_IJK_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"845266f0-a238-41f2-ab4b-630d7009183c","title":"Jagd heute"}],"categories2":[],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"dfce1457-d52a-4c96-a1dc-a0b8870847d1","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Die Internationale Jagdkonferenz wurde, nach f\u00fcnf Jahren Pause ausgel\u00f6st durch die Pandemie 2020, auf Initiative von Jagd-\u00d6sterreich-Pr\u00e4sident und Tiroler Landesj\u00e4germeister Anton Larcher wieder aufgenommen. Die organisatorische Umsetzung der traditionsreichen Veranstaltungsreihe erfolgte durch Jagd \u00d6sterreich vom 25. bis 26. Juni in Anif mit dem Ziel, den grenz\u00fcberschreitenden Dialog zwischen den Jagdorganisationen wieder zu st\u00e4rken und gemeinsame Antworten auf aktuelle Herausforderungen der Jagd zu erarbeiten. Vertreterinnen und Vertreter von Jagdorganisationen aus \u00d6sterreich, S\u00fcdtirol, der Schweiz und Luxemburg sowie der europ\u00e4ischen Dachorganisation FACE aus Br\u00fcssel nutzten die Veranstaltung f\u00fcr einen intensiven Austausch \u00fcber aktuelle jagdpolitische Entwicklungen, Tierethik, moderne \u00d6ffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Zukunftsfragen der Jagd.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Tierethik und ihre Urspr\u00fcnge&nbsp;<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Startschuss war der Vortrag des Schweizer Autors und Jagdphilosophen Alexander Schwab zum Thema \u201eTierethik versus Weidgerechtigkeit\u201c. Bereits im Jahr 2009 hielt er bei einer IJK-Konferenz in Malbun (Liechtenstein) einen Vortrag zum Thema \u201eJagd, Kommunikation und Akzeptanz\u201c. Schwab stellte am Anfang klar, dass nicht jede Tierethik per se jagdfeindlich ist. Dazu ging er weit zur\u00fcck in die Geschichte der Menschheit. Die griechischen Dichter&nbsp;<br>Hesiod und Homer hatten widerspr\u00fcchliche Ansichten. W\u00e4hrend Hesiod in eine goldene Zeit zur\u00fcckblickte, die vegetarisch und harmonisch gepr\u00e4gt war, sah Homer d\u00fcster in eine Welt voller Konflikte zur\u00fcck, in der Fleischessen aber okay war.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Der ph\u00f6nizische Philosoph Porphyrios von Tyros (234-305 n. Chr.) postulierte, dass Verzicht zur vollkommenen Erf\u00fcllung des Menschen f\u00fchre. J\u00e4ger waren M\u00f6rder f\u00fcr ihn. Es war ihm unw\u00fcrdig, Tiere zu t\u00f6ten, weil Tiere Schmerz empfinden; Tiere sind vernunftbegabt; Tiere verfolgen Zwecke; T\u00f6ten ist nicht notwendig und verroht den Menschen.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Pythagoras von Samos (570-510 v. Chr. und Erfinder des mathematischen Lehrsatzes) war ein \u00fcberzeugter spiritueller Vegetarier. Es ging ihm um die Verunreinigung der Seele durch das Fleischessen. In seiner Welt hatte Jagd keinen Platz.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Idee des Menschen, sich aus der Natur herauszunehmen, indem man die Natur sich selbst \u00fcberl\u00e4sst, ist auch heute noch eine weitverbreitete Fantasie. \u201eAlles ist gl\u00fccklich\u201c, ist daher durchaus eine uralte philosophische Idee \u2026 aber eben immer noch eine Utopie.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Schwab sprang zeitlich zu Jeremy Bentham (1748-1832), dem Begr\u00fcnder des klassischen Utilitarismus und historischen Wegbereiter des Tierschutzes. Er revolutionierte die Ethik, indem er argumentierte, dass nicht die Vernunft oder die Sprache eines Lebewesens moralisch entscheidend ist, sondern seine F\u00e4higkeit zu leiden.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Der australische Philosoph Peter Singer (geb. 1946) ist Mitbegr\u00fcnder der modernen Tierrechtsbewegung. Ob Mensch oder Maus spielt f\u00fcr ihn keine Rolle, egal welche Spezies. Er lehnt den Speziesismus (die Diskriminierung aufgrund der Artzugeh\u00f6rigkeit) ab und fordert, dass die Interessen von Tieren und Menschen gleich gewichtet werden.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>\u201eWas du nicht willst, dass man dir antut, das ...\u201c &nbsp;<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Nach dieser historischen Spurensuche gab Alexander Schwab seine pers\u00f6nlichen Zug\u00e4nge f\u00fcr eine moderne Tier- und Jagd-ethik preis. F\u00fcr ihn ist die b\u00fcrgerliche Jagd \u2013 eingebettet in eine Kulturlandschaft \u2013 heute eine vern\u00fcnftige und sinnvolle T\u00e4tigkeit. Denn Jagd ist Menschenschutz, Ernteschutz, Nahrungsgewinnung, Naturschutz und Tierschutz. Das ist ein Produkt einer Entwicklung! Die Jagd habe sich in den letzten 150 Jahren versachlicht. Jedoch habe die Ideologie der Tierrechtler heute einen gravierenden Einfluss im Bildungssektor und in den Medien. Das Gegenst\u00fcck zu diesen radikalen Zug\u00e4ngen ist nicht die Weidgerechtigkeit, sondern eine menschen- und tierfreundliche Ethik. Schwab nennt sie \u201eMittelwegsethik\u201c. Sie ist unspektakul\u00e4r und h\u00e4lt sich ganz einfach nach der goldenen Regel: \u201eWas du nicht willst, dass man dir antut, das tue auch keinem anderen an.\u201c Die meisten Menschen leben nach so einer Mittelwegsethik.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Weidgerechtigkeit ist eingebettet im Gewissen des J\u00e4gers. Weidgerecht hei\u00dft sachgerecht und hat mit dem Wort Gerechtigkeit \u00fcberhaupt nichts zu tun. Vielmehr ist Weidgerechtigkeit ein unabl\u00e4ssiger Findungsprozess. Weidgerechtigkeit l\u00e4sst sich nicht in Stein mei\u00dfeln. Sie beinhaltet heute jagdnahe Themen und jagdferne Themen, wie etwa die gesamte \u00f6kologische Landnutzung. Auch die jagdfernen Themen m\u00fcssen am Radar der J\u00e4ger sein, um die Weidgerechtigkeit zuk\u00fcnftig anzupassen. \u201eAls weidgerechter J\u00e4ger m\u00fcssen Sie zuallererst versuchen, der Sache bzw. der Praxis gerecht zu werden. Weidgerechtigkeit ist unabh\u00e4ngig von Religionszugeh\u00f6rigkeit, Politik und Geschlecht und nur ein Teilst\u00fcck eines strategischen Ziels in einer gewaltfreien und inklusiven Welt\u201c, richtete Schwab ins Publikum.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"8ec52794-80bd-4d71-90ab-d96203f1e7a1","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/c32569998d1adebc65999305c3a6eb2d8a5c2c21\/Bilder_1200x616_IJK_02-1024x526.jpg","caption":"<p>Alexander Schwab: \u201eJ\u00e4ger haben keine Soziologen oder Philosophen, die sie argumentativ vertreten. Das sollte den Politikern unter den J\u00e4gern schwer zu denken geben.\u201c&nbsp;<\/p><p>Christine Fischer: \u201e90 Prozent der Bev\u00f6lkerung lehnen Erlegerbilder ab. Sie haben einen negativen Effekt auf die Jagd. Wir sollten Zertifizierungen und Standards andenken.\u201c&nbsp;<\/p><p>Werner B\u00fcrkl: \u201eWir verkaufen immer mehr Technik und weniger traditionelles Equipment. Jedes Teil hat heute Fotom\u00f6glichkeit und will interaktiv verwendet werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>"}},{"identifier":"31c2b58d-8854-4c2c-bbf4-6bd46d3165bd","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Welches Kraut ist gegen die \u201eNimrodophobie\u201c gewachsen?<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Auf die Frage, was das strategische Kommunikationsziel der Jagd sein sollte, antwortete der Philosoph klar: \u201eDie Erhaltung der b\u00fcrgerlichen Jagd, denn die Jagd ist eine vern\u00fcnftige und sinnvolle T\u00e4tigkeit.\u201c Der Kern der Jagd wird gleich bleiben, ganz egal, wie die Rahmenbedingungen zuk\u00fcnftig aussehen werden. Herausforderungen l\u00e4gen weiterhin in der Argumentation. Die Wildbiologie ist Teil der Versachlichung, aber kein Totschlagargument pro Jagd. Seit Jahrzehnten gibt es keinen deutschsprachigen akademischen Philosophen in der \u00d6ffentlichkeit, der pro Jagd ist. Wir haben keine Profisoziologen etc., die die Jagd auf oberster philosophischer Ebene vertreten w\u00fcrden. Das ist eine Tatsache. Das sollte den Politikern unter den J\u00e4gern schwer zu denken geben. Bei Wildkrankheiten und der Biologie k\u00f6nnen wir dennoch mitreden, das wird aber zu wenig sein.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Schwab warf seinen selbst erfundenen Ausdruck \u201eNimrodophobie\u201c ein, der panische Angst vor der Jagd bedeutet und sich von Islamophobie ableitet. Es geht dabei rein darum, die J\u00e4ger radikal aus dem Weg zu schaffen. Die J\u00e4ger sind ein Hindernis am Weg in einer bessere, sch\u00f6nere Welt, basierend auf einer Tierethik, die das Tierleid ins Zentrum stellt. Die Tiere werden in dieser Propaganda instrumentalisiert, um die Tiere geht es den \u201eJ\u00e4gerj\u00e4gern\u201c aber nicht.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Abschlie\u00dfend gab Schwab einen Tipp f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Kommunikation f\u00fcr die Jagd: Die Botschaft \u201esinnvoll und vern\u00fcnftig\u201c soll immer mitschwingen, egal ob nach innen oder nach au\u00dfen kommuniziert wird.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Verantwortung in der jagdlichen Kommunikation<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Im Anschluss diskutierten die Akademischen Jagdwirtinnen Christine Fischer und Simone Lechner, Jagd-Influencer und Blogger Patrick Gamberoni, Alexander Schwab und Werner B\u00fcrkl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Kettner, unter der Moderation von Thomas Weber, Journalist und Herausgeber Biorama, \u00fcber moderne \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Verantwortung und Ethik. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen sozialer Medien auf die \u00f6ffentliche Wahrnehmung der Jagd, der verantwortungsvolle Umgang mit jagdlichen Bildern und Inhalten sowie die Frage, wie jagdliche Werte authentisch, weidgerecht und verst\u00e4ndlich vermittelt werden k\u00f6nnen. Generell: Wie ver\u00e4ndert sich die Jagd, indem wir sie derma\u00dfen sichtbar machen?&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Werner B\u00fcrkl von Kettner f\u00fchrte dazu aus: \u201eAus unserer Sicht wird es technischer, wir verkaufen immer mehr Technik und weniger traditionelles Equipment. Jedes Teil hat heute Fotom\u00f6glichkeit, soll interaktiv verwendet werden k\u00f6nnen. Das Dokumentieren und Kommunizieren spiegelt sich tief in die Produktentwicklung hinein.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Christine Fischer hat intensiv geforscht, wie Bilder der Jagd auf unsere Umgebung wirken. Daraus wei\u00df sie, dass \u00fcber 90 Prozent der Menschen Erlegerbilder ablehnen. Sie haben nachhaltig einen negativen Effekt auf die Jagd. Sie kommt zum Schluss, dass es uns einfach nicht bewusst ist, dass au\u00dfenstehende Menschen einen anderen Kontext herstellen, wenn solches Bildmaterial in die mediale \u00d6ffentlichkeit wandert. J\u00e4ger sollten sich vielmehr Gedanken dar\u00fcber machen, mit welchen Werten sie die Menschen drau\u00dfen abholen m\u00f6chten.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Aber welche Bilder schaffen es \u00fcber die Jagdbubble hinaus in die \u00d6ffentlichkeit? Simone Lechner: \u201eJ\u00e4ger pr\u00e4gen J\u00e4ger, wir schauen uns nat\u00fcrlich von den Influencern ab, wie wir jagen k\u00f6nnen und wollen. Aber die Jagd ist eine Verantwortung. Wir m\u00fcssen uns immer die Frage stellen, ob wir t\u00f6ten d\u00fcrfen, und selbstkritisch die eigenen Grenzen hinterfragen.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr Blogger Patrick Gamberoni haben Gestalter des l\u00e4ndlichen Raumes nahezu alle die \u00e4hnlichen Probleme: Tierzucht, Fischerei etc. In der Kommunikation sollte das \u00fcber Handreichungen \u00fcber die J\u00e4ger hinweg zuk\u00fcnftig mehr zum Ausdruck kommen. Digitale Foren k\u00f6nne man gemeinsam befruchtend nutzen.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Werner B\u00fcrkl ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass wir die Theman auch offen und zielgruppengerecht ansprechen. Denn immer mehr Leute haben eine klare Meinung, aber keine Ahnung von der Sache.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Christine Fischer sieht die digitalen Vorbilder f\u00fcr Jungj\u00e4ger ganz wichtig: \u201eLeider benutzen Influencer das Tier und die Natur nur als Kulisse in ihrer Selbstdarstellung. Das f\u00fchlen die au\u00dfenstehenden Leute auch so, da m\u00fcssen wir ansetzen.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Simone Lechner warf darauf ein Zitat von Sartre ein: \u201eWenn wir wissen, dass wir beobachtet werden, benehmen wir uns anders. Es ist in den sozialen Medien \u00fcberwiegend eine Inszenierung der Jagd. Die Jagdethik ist das Wesen der Jagd und Jagd darf auf keinen Fall Content sein! Jagd ist viel mehr, als etwas Kreiertes zu vermarkten.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Nach der aufkeimenden Idee von Christine Fischer und Simone Lechner, in den sozialen Medien und im Jagdfachhandel gewisse Ethik-Standards oder Zertifizierungen einzuf\u00fchren, gab Werner B\u00fcrkl klar zu verstehen: \u201eHin oder her, es gibt Sachen, die macht man einfach nicht und da brauchts keine Zertifizierung dazu, das nennt sich Anstand. Wir leben das ja auch in unseren Familien den Kindern so vor, ohne Zertifizierung.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Aus der weiteren Diskussion kam hervor, wie ungemein vielf\u00e4ltig die Motivationen der J\u00e4ger heute sind. Vom Fleischj\u00e4ger zum Troph\u00e4enj\u00e4ger etc., doch der ganzheitlich sehende traditionelle J\u00e4ger ist klar im Abnehmen. Und es gibt Ausbildungen, wo man nach einer Woche zum J\u00e4ger \u201egepr\u00fcft\u201c wird. Das muss uns zu denken geben ...&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Aus dem Publikum kam die kritische Frage: \u201eWollen wir \u00fcberhaupt eine durchdesignte, makellose Jagd transportieren, in der alles stimmig ist und keine toten Tiere mehr vorkommen?\u201c, worauf sich gleich Georg Helmigk, K\u00e4rntens stellvertretender Landesj\u00e4germeister und selbst Jagd-Blogger, zu Wort meldete: \u201eWir werden das Erlegerfoto nicht mehr aus dem Netz wegbringen, auch nicht \u00fcber Strafandrohung. Daher verhandeln wir aus meiner Sicht nicht das Ob, sondern das Wie! Das Handwerk Jagd inklusive dem Erlegerbild kann man der Gesellschaft zumuten, es muss aber \u00e4sthetisch sein, darf die W\u00fcrde des Tieres weiterhin nicht verletzen. Es klingt nach einem Widerspruch, ist aber durchaus machbar.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Einigkeit bestand dar\u00fcber, dass die Jagd in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung h\u00e4ufig auf den Moment des Abschusses reduziert wird, ihre tats\u00e4chlichen Aufgaben jedoch weit dar\u00fcber hinausgehen. Die ganzj\u00e4hrige Verantwortung f\u00fcr Wildtiere und ihre Lebensr\u00e4ume, die Gestaltung und Pflege wertvoller Habitate, Wildtiermanagement sowie Natur- und Artenschutz pr\u00e4gen das jagdliche Handeln in gleicher Weise. Umso wichtiger ist es, diese vielf\u00e4ltigen Aufgaben glaubw\u00fcrdig und verst\u00e4ndlich zu kommunizieren und dabei die eigene Verantwortung f\u00fcr das Bild der Jagd in der \u00d6ffentlichkeit stets mitzudenken.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"d3af137d-04cf-4d9a-81d8-255d64b85dab","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/ec89d795-a28c-40c0-8e5a-5cc53feeeb45","caption":"<p>Simone Lechner: \u201eDie Jagdethik ist das Wesen der Jagd und Jagd darf auf keinen Fall Content sein! Jagd ist viel mehr, als etwas Kreiertes zu vermarkten.\u201c&nbsp;<\/p><p>Patrick Gamberoni: \u201eDigitale Formate k\u00f6nnen eine Chance bieten, sich mit anderen Naturnutzern zu vernetzen, um gegen die vielen gleichen Probleme vorzugehen.\u201c&nbsp;<\/p><p>Georg Helmigk: \u201eDas Handwerk Jagd mit dem Erlegerbild kann man der Gesellschaft zumuten, es muss aber \u00e4sthetisch sein, darf die W\u00fcrde des Tieres nicht verletzen.\u201c&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"e6c7b915-3b29-41dc-a366-19569d3dd5b9","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Herausforderungen f\u00fcr Jagd und Grundeigentum<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Mit einer Keynote von Alexander St\u00e4rker, Vorsitzender des Verbands der Familienbetriebe Land und Forst in Bayern, wurde der Blick anschlie\u00dfend auf die aktuellen Rahmenbedingungen f\u00fcr Jagd und Grundeigentum gerichtet. St\u00e4rker beleuchtete die vielf\u00e4ltigen rechtlichen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, mit denen Grundeigent\u00fcmer und Jagdaus\u00fcbungsberechtigte heute konfrontiert sind. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Grundeigentum und Jagd f\u00fcr eine nachhaltige Landnutzung und den Erhalt funktionierender Lebensr\u00e4ume ist.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Jagdpolitik kennt keine Grenzen<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ein weiterer Programmpunkt war der jagdpolitische Lagebericht der teilnehmenden L\u00e4nder. Dabei informierten Jagd-\u00d6sterreich-Generalsekret\u00e4r J\u00f6rg Binder, Ronja St\u00f6ckli von der Jagd Schweiz, Benedikt Terzer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer S\u00fcdtiroler Jagdverband, sowie Luc Bohler, administrativer Verantwortlicher des luxemburgischen Jagdverbandes, \u00fcber aktuelle Entwicklungen in ihren jeweiligen L\u00e4ndern. Erg\u00e4nzend berichtete Andr\u00e9 Gresser f\u00fcr die europ\u00e4ische Dachorganisation FACE \u00fcber gegenw\u00e4rtige Themen auf EU-Ebene und deren Auswirkungen auf die Jagd in Europa. Der l\u00e4nder\u00fcbergreifende Erfahrungsaustausch machte deutlich, dass viele jagdpolitische Herausforderungen nationale Grenzen \u00fcberschreiten und gemeinsame L\u00f6sungsans\u00e4tze erfordern.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Wichtige Impulse f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die 59. Internationale Jagdkonferenz machte deutlich, dass die Zukunft der Jagd nicht nur von jagdpolitischen Entscheidungen, sondern auch von einer verantwortungsvollen und zeitgem\u00e4\u00dfen Kommunikation abh\u00e4ngt. Dar\u00fcber hinaus bestand Einigkeit dar\u00fcber, dass es sinnvoll w\u00e4re, Jagdethik und Kommunikationskompetenz k\u00fcnftig noch st\u00e4rker in der Aus- und Weiterbildung zu verankern sowie das Bewusstsein der gesamten J\u00e4gerschaft f\u00fcr die Au\u00dfenwirkung jagdlicher Kommunikation \u2013 insbesondere von Bildern und Inhalten in sozialen Medien \u2013&nbsp;<br>weiter zu st\u00e4rken. Auch der professionelle Umgang mit Krisensituationen und negativen Darstellungen der Jagd in Medien und sozialen Netzwerken wurde als wichtiges Zukunftsthema identifiziert. Die Internationale Jagdkonferenz soll auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Ziel bleibt, den grenz\u00fcberschreitenden Austausch weiter zu vertiefen, voneinander zu lernen und gemeinsam an einer verantwortungsvollen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Jagd in Europa zu arbeiten.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Martin Ossmann<\/em><\/p>"}},{"identifier":"1fbaecf8-0557-4d6d-a06a-5972fcc6317b","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/daad789c-e480-4269-99f1-4096c03c761c","caption":""}},{"identifier":"e6f8f721-fb47-4911-a385-6c93271cfcc4","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p>Beute- und Erlegerfotos: ekelerregend oder Ausdruck und Erinnerung jagdlicher Freude? Wie stehen Sie als J\u00e4ger und ANBLICK-Leser dieser Thematik gegen\u00fcber? Uns interessiert Ihr Statement. Senden Sie es an: <a href=\"mailto:redaktion@anblick.at\">redaktion@anblick.at<\/a>&nbsp;<\/p><p>Ein kleines Dankesch\u00f6n wartet auf Sie.<\/p>"}}]}