{"identifier":"58c03b75-d7b7-4b7b-b0d6-43dd345c077d","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Wer Ohren hat, der h\u00f6re!","subTitle":"Der Geh\u00f6rsinn ist bei den meisten Wildarten wesentlich besser ausgebildet als bei uns Menschen. Radarger\u00e4ten&nbsp;<br>gleich k\u00f6nnen sie damit Unfassbares leisten.","teaserText":"<p>Der Geh\u00f6rsinn ist bei den meisten Wildarten wesentlich besser ausgebildet als bei uns Menschen. 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F\u00fcr mich mit dem f\u00fcr Rechtssch\u00fctzen typischen H\u00f6rverlust auf der linken Seite sowieso. In Wahrheit schreien sie im Flug ununterbrochen mit der Lautst\u00e4rke eines Presslufthammers, fangen mit ihren Ohren das Echo ihrer Laute so pr\u00e4zise auf, dass sie in einem v\u00f6llig dunklen Raum einem Bindfaden ausweichen und drau\u00dfen die Flugrichtung ihrer Beute messen k\u00f6nnen. Sie filmen ihre Umwelt mithilfe von Ultraschall. Was f\u00fcr eine Technik!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wir starten diesmal mit einem der mechanischen Sinne. Sie erinnern sich aus der Schulzeit an Physik? Mechanik? Wenn man mir damals klargemacht h\u00e4tte, dass alles Leben Physik und Chemie ist, h\u00e4tte ich besser aufgepasst. Das Geh\u00f6r h\u00f6rt also auf einen mechanischen Reiz. Auf die Kraft der Schallwellen.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Nehmen wir zum Beispiel einen Hirschlauscher. Die au\u00dfen liegenden gro\u00dfen \u201eT\u00fcten\u201c fangen den Schall ein. Da sie unabh\u00e4ngig voneinander bewegt werden k\u00f6nnen, funktioniert das aus allen Richtungen. Stereo. Die in der Ohrmuschel verlaufenden Knorpel- und Haarleisten lenken den Schall durch den Geh\u00f6rgang ans Trommelfell. Durch diese Fl\u00e4chenverkleinerung mehrfach verst\u00e4rkt, wandert er weiter durch das Mittelohr bis ans Innenohr, wo er feinste H\u00e4rchen streift wie die Saiten einer Harfe. Sch\u00f6n, nicht?<\/p><p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr uns interessant ist allerdings, dass das Rotwild einen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Frequenzbereich h\u00f6ren kann als wir. Fazit \u2013 es h\u00f6rt Ger\u00e4usche, die wir als J\u00e4ger verursachen, ohne sie selbst wahrzunehmen! Beim Schwarzwild ist es nicht anders. Zusammen mit seinem herausragenden Geruchssinn kann es die schwachen \u00c4uglein daher getrost verschmerzen.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Leistungen des Geh\u00f6rs passen, wie bei Sinnen immer, exakt zu den Anforderungen der jeweiligen Wildart. Rehe h\u00f6ren beispielsweise in dem Frequenzbereich am besten, in dem sie selbst kommunizieren. Der Fuchs nimmt genau die T\u00f6ne wahr, die M\u00e4use von sich geben. Wir h\u00f6ren da oben genau gar nichts. Dazu neigt er auch noch seinen Kopf nach rechts und links, um aus den sich ergebenden Ger\u00e4uschdreiecken die exakte Herkunft zu berechnen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere daran, wir hatten das schon: Triangulation, h\u00f6here Mathematik.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Eulenv\u00f6gel k\u00f6nnen das noch toppen. Hier dienen die Gesichtsfedern dazu, Schallwellen an die kurzen Geh\u00f6rg\u00e4nge zu leiten. Da diese unterschiedlich hoch sitzen, trifft der Schall in ungleichen Winkeln auf. Das Gehirn berechnet daraus wie ein Vermessungsinstrument den Punkt, an dem die Maus sozusagen auf dem Schafott sitzt. Das muss ja auch so sein. Denn glauben Sie mir, im Stockdunkeln ist eine Eule genauso blind wie wir. Und das ist ja auch der Sinn des H\u00f6rsinns \u2013 er funktioniert im Dunkeln, \u00fcber Hindernisse hinweg und auf mehr oder weniger gro\u00dfe Entfernungen. Nicht einmal der Wind kann ihm allzu viel anhaben. Und um unbedeutende Nebenger\u00e4usche auszublenden, brauchen Wildtiere keine ausgekl\u00fcgelten Ger\u00e4te. Das machen sie im Kopf. Mit ihrer Erfahrung.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Eins noch: Tiere empfangen auch Infraschallwellen, wie sie von aufziehenden Unwettern erzeugt werden. Und von den an der S\u00e4ule vorbeiziehenden Rotorbl\u00e4ttern der Windr\u00e4der.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Beatrix Sternath<\/em><\/p>"}},{"identifier":"1e77a6ab-8a4c-45f1-9104-fdfb40616ec4","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/a550f11fa0895680e3f3894222aa8ec9a8275b85\/Bilder_1200x616_Sternath-1024x526.jpg","caption":"<p>Der Fuchs nimmt genau die T\u00f6ne wahr, die M\u00e4use von sich geben. Dazu neigt er auch noch seinen Kopf nach rechts und links, um aus den sich ergebenden Ger\u00e4uschdreiecken die exakte Herkunft zu berechnen.<\/p><p>Rotwild kann einen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Frequenzbereich h\u00f6ren als wir. Es h\u00f6rt also Ger\u00e4usche, die wir als J\u00e4ger verursachen, ohne sie selbst wahrzunehmen!&nbsp;<\/p><p>Eulenv\u00f6geln dienen die Gesichtsfedern dazu, Schallwellen an die kurzen Geh\u00f6rg\u00e4nge zu leiten. 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