{"identifier":"cf7223c8-d8b0-481f-a1d6-abc9072b28b8","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Das Gl\u00fcck und die Freude, jagen zu d\u00fcrfen","subTitle":"Wie begl\u00fcckend ist doch eine Stunde im Revier, wo alle Sorgen des Alltags abfallen und wir uns wie im Paradies f\u00fchlen. 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Wir J\u00e4ger sind also keine Bambikiller, sondern wir s\u00e4en und ernten und erf\u00fcllen in Abstimmung mit den Beh\u00f6rden und der Land- und Forstwirtschaft den festgelegten Abschuss, sorgen somit f\u00fcr ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis des Wildbestandes, nicht zu vergessen, sorgen wir J\u00e4ger f\u00fcr beste Kulinarik, wenn gesundes Wildbret auf den Tisch kommt.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wie begl\u00fcckend ist doch eine Stunde im Revier, wo alle Sorgen des Alltags abfallen und wir uns wie im Paradies f\u00fchlen. Dieses Gef\u00fchl der Freiheit, dieses Hineinh\u00f6ren und Lauschen, das feinsinnige Beobachten ist immer wieder spannend und fasziniert mich. Beim Pirschgang hab\u2019 ich manchmal spontan einen Baum umarmt und sp\u00fcrte dabei die Energie, die durch so einen Baumstamm flie\u00dft, ein unglaubliches Naturerlebnis! Jeder Sonnenaufgang bei der Morgenpirsch ist ein Geschenk des Sch\u00f6pfers! Wenn ich auf mein \u00fcber 80 Jahre altes Leben zur\u00fcckblicke, dann gab es \u00fcber 50 Jahre Jagderfahrung mit vielen gl\u00fccklichen Momenten, die ich nicht missen m\u00f6chte. In v\u00f6llig unterschiedlichen Revieren vom S\u00fcdburgenland \u00fcber die Weststeiermark bis ins Mur- und Ennstal durfte ich jagern. Die Urlaubstage wurden f\u00fcr die Reh-, Hirsch- und Gamsbrunft reserviert. Voller Dankbarkeit denke ich an viele erfolgreiche Pirschg\u00e4nge und Ansitze zur\u00fcck. Jenseits der Jagdgesetze und Abschussrichtlinien muss man beim Jagen seiner inneren Stimme, seinem Gewissen folgen \u2013 das ist der Kompass f\u00fcr unser jagdliches Handeln. Ja, es ist eine gro\u00dfe Verantwortung, den Finger krumm zu machen, um ein Wildtier zu schie\u00dfen \u2013 aber wenn wir ehrlich Bilanz ziehen, wie viele Ansitze und Pirschg\u00e4nge sind erforderlich, bis ein passendes St\u00fcck Wild, das auch am Abschussplan steht, erlegt werden kann?&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Im Vorjahr habe ich einmal aufgezeichnet, wie oft ich auf diversen Hochsitzen gesessen bin, bis ich endlich einen Rehbock erlegen konnte \u2013 21-mal bin ich unterwegs gewesen \u2013, doch jeder Ansitz war ein Erlebnis und brachte Spannung und Entspannung! Im Herbst des Vorjahres sa\u00df ich auf meinem Lieblingshochsitz am Pfarrerwieserl, die Rehkitze waren schon zum Abschuss frei \u2013 wir haben laut Abschussplan drei Kitze zu erlegen \u2013, da kam eine starke Rehgei\u00df mit zwei Bockkitzen, die vor mir auf der Wiese abfangen spielten und herumtollten, und vermittelten pure Lebensfreude \u2013 da konnte und wollte ich keinen Schuss abgeben, sondern erfreute mich an diesem wunderbaren Anblick! Am meisten fasziniert mich bei der Jagd das Beobachten des Kreislaufes der Natur, der Fr\u00fchling, den wir kaum erwarten k\u00f6nnen \u2013 mit seinen Facetten, dem Bl\u00fchen und Wachsen, der Gesang und das Br\u00fcten der V\u00f6gel, die Hahnenbalz und das Setzen der Rehkitze. Gl\u00fccklich kann sich jeder J\u00e4ger sch\u00e4tzen, weil er alle Jahreszeiten viel n\u00e4her erleben darf als die meisten Zeitgenossen. Der Sommer mit W\u00e4rme und Gewitter, das Einbringen der Ernte, das Fiepen der Rehgei\u00df und der spannende Ansitz auf den reifen Erntebock. Im Herbst ist die Hirschbrunft f\u00fcr uns J\u00e4ger der H\u00f6hepunkt des Jagdjahres, wenn die Hirsche r\u00f6hren und uns bet\u00f6ren. In solchen Stunden im alpinen Gel\u00e4nde denke ich: Du lebst im Paradies! Und zum Schluss noch der raue Winter, die Natur legt ihren wei\u00dfen Mantel an und alles liegt schneebedeckt vor uns und eine unheimliche Stille breitet sich aus \u2013 eine heilige Ruhe wird sp\u00fcrbar! In diesen harten Wintermonaten, vor allem im alpinen Raum, wird der J\u00e4ger jetzt zum Heger und versorgt das Wild in der Notzeit mit Futter. Wenn wir nun diesen vorhin erw\u00e4hnten ewigen Kreislauf der Natur beobachten und der Mensch \u2013 wie in der Bibel nachzulesen ist \u2013 die Krone der Sch\u00f6pfung ist, dann wird auch der Mensch in diesen ewigen Kreislauf der Natur einbezogen und unsere Wiedergeburt ist die logische Konsequenz dieses ewigen nat\u00fcrlichen Kreislaufs \u2013 eine begl\u00fcckende Erkenntnis, dass wir uns vor dem Tod nicht f\u00fcrchten m\u00fcssen. Der Tod kann uns folglich nicht besiegen \u2013 die Unverg\u00e4nglichkeit im Naturkreislauf scheint uns gewiss zu sein. Wir J\u00e4ger d\u00fcrfen uns also auf die ewigen Jagdgr\u00fcnde freuen!<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Prof. Max Taucher<\/em><\/p>"}}]}