{"identifier":"06e54b1e-1310-42f7-a6cf-6ba4e507b4b5","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Der pr\u00e4zise Schuss vom Hochsitz aus","subTitle":"Eigentlich sollte man meinen, der Schuss vom Hochsitz aus sei der einfachste, denn das Gewehr kann gut aufgelegt werden und das Wild steht ruhig wie eine Zielscheibe. Dennoch f\u00fchren Fehler in der Schie\u00dftechnik auch dabei zu schlechten Sch\u00fcssen. Mit wenigen Tricks lassen sich solche Missgeschicke aber auch noch wenige Tage vor Beginn der herbstlichen Schalenwildjagd ausmerzen.","teaserText":null,"uriPathSegment":"der-praezise-schuss-vom-hochsitz-aus","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/11a84eb66ead5626e48595ffe96ce32af406ba5c\/Bilder_1200x616_Praxiswissen_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"b94f7cd2-166b-4fdf-a47c-17ef2be52697","title":"Praxiswissen f\u00fcr Revierbetreuer"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"d3170200-a02e-4fc5-b5b6-b669690e4ce4","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Als Berufsj\u00e4ger hat man h\u00e4ufig Jagdg\u00e4ste auf der Einzeljagd zu f\u00fchren, die auf einen Rehbock, Hirsch, Schaufler oder Muffelwidder eingeladen sind. Wer sich zur Regel macht, vor der Jagd den Gast zu bitten, den einen oder anderen Kontrollschuss abzugeben, erf\u00e4hrt nicht nur, ob Gewehr und Sch\u00fctze treffen, sondern bei einem geschulten Blick auch, wie der Gast in den Anschlag geht. Nicht selten kann man bereits jetzt schon wertvolle Hinweise f\u00fcr den richtigen Anschlag geben. Dabei machen nicht nur Jungj\u00e4ger, die ihren ersten Rehbock erlegen d\u00fcrfen, schie\u00dftechnische Fehler. Auch so mancher alte Hase hat sich irgendwann eine fehlerhafte Schie\u00dfhaltung angew\u00f6hnt, die von niemandem erkannt und korrigiert wurde. Wie auch? Bei der Ansitzjagd ist der J\u00e4ger h\u00e4ufig allein und beim Jagdkurs sowie der Schie\u00dfpr\u00fcfung wird der Anschlag sitzend aufgelegt vom Hochsitz aus selten praktiziert.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"8d843762-1f1a-4806-9106-656d8db1ce78","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/ad5595798689945374e4c642cb69efdfca105ae8\/Bilder_1200x616_Praxiswissen_02-1024x526.jpg","caption":"<p>Damit die Waffe im Schuss nicht hochprellt, muss der Vorderschaft immer weich aufliegen. Neben der Handfl\u00e4che ist das Sitzkissen, der zusammengerollte Wetterfleck, ein zwiegen\u00e4hter Lederriemen oder ein Sandsack denkbar.<\/p>"}},{"identifier":"2c4608cf-2a1b-4357-a915-2505a46f30f2","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Die stabile Dreipunktauflage<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr den treffsicheren B\u00fcchsenschuss, insbesondere auf kleine Ziele oder weite Entfernungen, muss sich der J\u00e4ger hinter seinem Gewehr in der stabilen Dreipunktauf-lage einrichten, um eine fast wackelfreie Schie\u00dfhaltung einzunehmen. Mit Hinblick auf eine Reihenfolge der wichtigsten Schritte wird die Waffe bei jedem Schuss vom Hochsitz aus zuerst mit dem Vorderschaft auf der Br\u00fcstung aufgelegt. Dabei sorgen wir beim Rechtsh\u00e4nder durch das Umfassen des Vorderschaftes mit Daumen und Zeigefinger der linken F\u00fchrungshand, dass die Waffe ruhig und weich in der Handmulde liegt und nicht auf dem harten Holz der Hochsitzbr\u00fcstung. Als N\u00e4chstes folgt die feste Auflage f\u00fcr den rechten Ellbogen, so dass er etwas unter Schulterh\u00f6he zu liegen kommt. Im Idealfall ist der Hochsitz so konstruiert, dass wir auch f\u00fcr den Ellbogen der linken F\u00fchrungshand eine Ablage finden. Entweder befestigen wir dazu entsprechende Auflageh\u00f6lzer in der passenden H\u00f6he (f\u00fcr normal gro\u00dfe Menschen etwa zw\u00f6lf bis 15 Zentimeter unterhalb der Hochsitzbr\u00fcstung) fest von innen an die Steher oder wir konstruieren f\u00fcr die g\u00e4ngigsten K\u00f6rperma\u00dfe variabel einsetzbare Auflagebretter. So vorbereitet muss der Pr\u00e4zisionsschuss gelingen, der bei der Einnahme einer unnat\u00fcrlichen, verspannten K\u00f6rperhaltung stets mit einem dicken Fragezeichen versehen werden muss.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Doch nicht immer ist der Hochsitz so vorbereitet und es kann dem J\u00e4ger passieren, dass er keine drei Auflagepunkte f\u00fcr die Schie\u00dfhaltung findet oder einfach improvisieren muss. Denn mit jedem einzelnen Auflagepunkt, den wir nicht nutzen k\u00f6nnen, erh\u00f6ht sich das Wackeln. Einfach gesagt kann der Sch\u00fctze in umgekehrter Reihenfolge die Auflagepunkte mehr oder weniger entbehren. Auf jeden Fall sollte, insbesondere bei einer begleiteten Ansitzjagd, dem J\u00e4ger m\u00f6glichst die Armauflage f\u00fcr die Schie\u00dfhand verf\u00fcgbar sein \u2013 f\u00fcr den Rechtsh\u00e4nder rechte Armauflage und f\u00fcr den Linksh\u00e4nder entsprechend links. Folglich sitzt der Jagdf\u00fchrer oder Begleiter immer auf der anderen Seite.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Nicht nur die Armauflagen sind wichtig. Wie beim Schuss in stehender Position sollten die Fu\u00dfstellung und die f\u00fcr eine korrekte K\u00f6rperhaltung notwendige Gewichtsverlagerung beim Schie\u00dfen in der Sitzposition die gleichen sein wie im Stand. So zeigt beim Rechtsh\u00e4nder der linke Fu\u00df, auf dem auch die Hauptlast des nach vorne geneigten K\u00f6rpers liegt, in die Richtung des Zieles und der rechte wird zur zus\u00e4tzlichen Stabilisierung leicht seitlich nach au\u00dfen gestellt, ohne dabei zu verkrampfen. Bevor wir uns auf dem Hochsitz einrichten, schieben wir also das Sitzbrett in eine optimale Position und machen Probeanschl\u00e4ge. Um auch bei einem aufgelegten Anschlag eventuell l\u00e4nger ausharren zu k\u00f6nnen, empfiehlt sich, anstatt den Vorderschaft in die Handmulde zu legen, einen Sandsack mitzunehmen, der den Schaft erm\u00fcdungsfrei und immer weich aufnimmt. Die weich gebettete Auflage ist ein unbedingtes Muss, denn auf dem harten Br\u00fcstungsholz aufgelegt, w\u00fcrde der ebenfalls harte Vorderschaft oder gar f\u00e4lschlicherweise nur der Lauf im Schuss hochprellen und einen unkontrollierten Schuss bewirken.<\/p>"}},{"identifier":"0e3f4ac8-c4bc-4bcd-ab2f-f2607900c815","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/6b13aa0af69dc9a3b5393c3aea84c9b311489397\/Bilder_1200x616_Praxiswissen_03-1024x526.jpg","caption":"<p>F\u00fcr weite Sch\u00fcsse richtet sich der J\u00e4ger in der Scharfsch\u00fctzenstellung ein. Als weiche Vorderschaftauflage dient ein Sandsack, w\u00e4hrend die linke Hand unterst\u00fctzend den Hinterschaft in die Schie\u00dfschulter dr\u00fcckt. Beide Ellbogen liegen auf den Brettern auf, der rechte rechts und der linke vorne.<\/p>"}},{"identifier":"366af83f-fafc-4119-83ec-a053c1ec147e","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Ideale Auflageh\u00f6he<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Grunds\u00e4tzlich sollten Reviereinrichtungen nach festen Ma\u00dfen gebaut sein. So betr\u00e4gt der Abstand zwischen Boden und Oberkante Sitzbrett 50 bis 55 Zentimeter. Die H\u00f6he der Gewehrauflage sollte 100 bis 110 Zentimeter betragen, gemessen von der Oberseite des Bodenbretts, f\u00fcr einen Hochsitz, der in einem ebenen Gel\u00e4nde genutzt werden soll. Steht der Sitz hingegen in einem steilen Gel\u00e4nde, muss die Gewehrauflage entsprechend im Nachhinein korrigiert werden. Befindet sich die Hauptschussrichtung hangaufw\u00e4rts, wird die Gewehrauflage h\u00f6her gemacht werden m\u00fcssen, schie\u00dfen wir \u00fcberwiegend steil bergab, muss sie niedriger als 100 Zentimeter angepasst werden. Wird der Hochsitz von mehreren Personen mit stark variierenden K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfen genutzt, kann auch die Sitzbrettauflage entsprechend vorbereitet werden, dass sich zwei Auflageh\u00f6hen nutzen lassen. Geringe Probleme mit der H\u00f6he lassen sich hingegen leicht mit einem Rucksack, einem zusammengelegten Lodenmantel oder einem entsprechend dicken Sitzkissen ausgleichen. Zur Not setzt sich der J\u00e4ger auf sein angewinkeltes Bein, das er auf das Sitzbrett legt. Auf jeden Fall muss der H\u00f6henunterschied zur Gewehrauflage so angepasst werden, dass der Sch\u00fctze sich weder verrenken noch verspannen muss. Von gro\u00dfem Vorteil ist auch ein lose aufgelegtes Sitzbrett, das je nach K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Situation verschoben werden kann. So wird es dem Sch\u00fctzen erleichtert, wenn er Wild beschie\u00dfen will, das nah vor dem Hochsitz steht. Denn auch hier ist in der normalen Haltung die Gewehrauflage zu hoch. Bei zu nahen Sch\u00fcssen, insbesondere von hohen Sitzen herunter, muss unbedingt beachtet werden, dass das Zielfernrohr und damit die Visierlinie h\u00f6her liegen als die Flugbahn des Gescho\u00dfes. Der Sch\u00fctze muss daher unbedingt beachten, die Differenz sowie den steilen Weg des Gescho\u00dfes durch den t\u00f6dlichen Bereich der Kammer auszugleichen, indem er den Haltepunkt entsprechend h\u00f6her fasst. Vergisst er es, unterschie\u00dft er das St\u00fcck oder fabriziert einen tiefen Streifschuss am Brustkern oder einen hohen Laufschuss \u2013 je nach Haltepunkt.<\/p>"}},{"identifier":"8ad51820-de39-4b12-937a-497f2cc614a4","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/9a253183-6388-41e7-9500-40c8d180d3ad","caption":"<p>Beim Schuss steil nach unten setzt sich der Sch\u00fctze auf seinen rechten Fu\u00df, indem er das Bein auf das Sitzbrett hochlegt. Ansonsten stellt er ihn so auf das Sitzbrett, dass der Ellbogen des Schie\u00dfarmes auf dem Knie aufgelegt werden kann.<\/p>"}},{"identifier":"07e9221d-4f0e-444c-a79b-eb55875efbf9","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Vorhandene Gegebenheiten ausnutzen<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Manchmal kommt es vor, dass wir gel\u00e4ndebedingt nur von der linken Seite des Hochsitzes aus schie\u00dfen k\u00f6nnen. Doch nun fehlt die wichtige rechte Armauflage. Damit der Schuss trotzdem sicher wird, stellen wir das rechte Bein auf der Sitzbrettauflage so auf, dass uns das rechte Knie dann als feste St\u00fctze f\u00fcr den rechten Ellbogen dienen kann. Unsere Schie\u00dfposition wird umso fester, wenn wir uns so weit nach links setzen, dass der K\u00f6rper an die Hochsitzwand gepresst wird und der rechte Fu\u00df an die rechte Hochsitzwand dr\u00fcckt oder zumindest auf das Sitzbrett gestellt werden kann. So eingekeilt und fixiert, gelingt der pr\u00e4zise Schuss auch auf eine gr\u00f6\u00dfere Entfernung. Eine lose im Hochsitz deponierte Dachlatte hilft ebenfalls, wenn man sie rechts und vorne auf die Gewehrauflage legt und passend verschiebt.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Art der Gewehrauflage und die Fixierung des Schie\u00dfarmes werden nat\u00fcrlich auch davon bestimmt, wie klein das Ziel ist oder wie weit die Schie\u00dfentfernung sein wird. Steht der Rehbock auf unter 50 Meter breit und ruhig verhoffend vor dem Sitz, reicht dem erfahrenen J\u00e4ger und guten Sch\u00fctzen aus, die Hand oder einen breiten Gewehrriemen unter den Vorderschaft zu legen und ihn zu umfassen. Wenn m\u00f6glich, streicht der rechte Ellbogen zur Stabilit\u00e4t an der Hochsitzwand an. Bei Sch\u00fcssen auf eine Schie\u00dfentfernung von 50 bis 120 Meter ist eine Unterlage f\u00fcr den Vorderschaft in der Hand sinnvoll. Das kann der oben erw\u00e4hnte Sandsack sein oder auch nur das Sitzkissen oder der zusammengelegte Lodenmantel. Auf jeden Fall muss der rechte Ellbogen unterst\u00fctzt sein und m\u00f6glichst auch der linke abgestrebt. Da viele Hochsitze aber breiter sind als beide ausgestellten Ellbogen, bew\u00e4hrt sich auch hier die lose in der Hochsitzecke abgestellte oder unter die Sitzbank gelegte Dachlatte wieder, die der J\u00e4ger beliebig schr\u00e4g im Hochsitz als Unterst\u00fctzung des linken Ellbogens anlehnen kann. F\u00fcr besondere Pr\u00e4zisionssch\u00fcsse kann es Sinn machen, auf der Innenseite des Hochsitzes zumindest vorne und rechts mindestens 20 Zentimeter breite Auflagen rund 15 Zentimeter unterhalb der Gewehrauflage zu montieren. Sie eignen sich einerseits als Ablage f\u00fcr das Fernglas, Lockinstrumente, Munition oder sonstige Utensilien, die in Griffweite liegen m\u00fcssen, und andererseits als stabile Auflage, wenn der J\u00e4ger das Gewehr in Manier eines Scharfsch\u00fctzen anschlagen will. Dazu liegt der Vorderschaft auf dem Sandsack sicher auf. Der linke Ellbogen klemmt sich an die vordere Hochsitzwand und liegt auf dem Brett auf, w\u00e4hrend die linke Hand den hinteren Schaft unterst\u00fctzend fest in die rechte Schulter hineinpresst wie an einem Einschie\u00dftisch. Der rechte Ellbogen liegt wie gewohnt auf der rechten Auflage auf.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Der J\u00e4ger sollte sich angew\u00f6hnen, wenn er sich zum ersten Mal auf einer neuen Reviereinrichtung befindet, gleich nach dem Einrichten vorsichtig, langsam und vor allem leise einige Probeanschl\u00e4ge in unterschiedliche Richtungen zu machen, solange kein Wild vor dem Sitz steht und ihn bemerken w\u00fcrde. So wei\u00df er z\u00fcgig und richtig zu handeln, damit der sichere Schuss gelingt, wenn das Wild in Schussweite heraustritt.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Wm. Matthias Meyer<\/em><\/p>"}}]}