{"identifier":"386ac925-7bd8-4a9e-9ad4-326dea696712","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Die Summe Tausender Augenblicke","subTitle":"Hubert Weidinger malt als Mitbegr\u00fcnder des europ\u00e4ischen \u201eFoto- oder Hyperrealismus\u201c Tier- und Naturmotive, grenzt sich aber gleichzeitig von der Fotografie und deren 1:1-Abbildung ab. Ein vom Maler erschaffenes Bild sollte \u2013 und in seinem Fall speziell \u2013 die Summe von Augenblicken wiedergeben!","teaserText":null,"uriPathSegment":"die-summe-tausender-augenblicke","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/1781ee32fcb3a26a70bb5f232f302f068b4f98e0\/Bilder_1200x616_Weidinger_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"ec73ced4-4a28-472b-b641-f192863cfc5f","title":"Jagdkultur"}],"categories2":[{"identifier":"c528e2e3-e4ba-4775-9387-a81d1c33fae2","title":"Branchengespr\u00e4che"},{"identifier":"1c1ee424-83d5-4bdd-8085-2872fdd7a79a","title":"Jagdkunst"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"bb0c0dd1-a8ca-477c-b02d-6e36801d14fe","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Hubert Weidinger <\/strong>(Jahrgang 1951) ist einer der bekanntesten zeitgen\u00f6ssischen Jagdmaler und vermutlich der einzige, der sein Berufsleben lang allein davon leben konnte. Sein Handwerk lernte er als Porzellanmaler bei der renommierten Manufaktur Augarten in Wien. Danach war er k\u00fcnstlerischer Berater bei Swarovski, Organisator der Tiroler Jagdmesse Adlertage und vieles mehr. Dar\u00fcber hinaus hat er so gut wie alle Wildarten bejagt, von denen J\u00e4ger tr\u00e4umen \u2013 und das in den allersch\u00f6nsten Regionen der Welt.<\/p>"}},{"identifier":"afa90df1-6180-4528-bd86-0c2a239ad16c","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/b14086d0d39b0a983d18a4ff50e68c00d314ce79\/Bilder_1200x616_Weidinger_02-1024x526.jpg","caption":""}},{"identifier":"dc855b43-62e7-41ba-adbe-7f871afe71f5","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><em>Herr Weidinger, Sie sind einer der bekanntesten zeitgen\u00f6ssischen Jagdk\u00fcnstler. Wo stehen wir heute in diesem Bereich?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Hubert Weidinger:<\/strong> Die sogenannte Jagdkunst hatte in den vergangenen Jahrhunderten ihren H\u00f6hepunkt. Was in unserer Zeit als \u201eJagdbilder\u201c angeboten und verkauft wird, sind fast nur Tier- und Naturdarstellungen. Klassische Jagdszenen werden nur mehr selten oder als Illustration angefertigt! Das \u201eklassische Jagdbild\u201c wie der r\u00f6hrende Hirsch am See oder die Wilderermotive der Jahrhundertwende sind mit unseren Gro\u00dfv\u00e4tern verschwunden. Viele meiner Sammler sind mittlerweile auch verstorben und ihre damals um gutes Geld erworbenen Bilder kaufe ich heute von ihren Erben oder bei diversen Auktionen um echte \u201eSpottpreise\u201c zur\u00fcck! Wer kauft noch qualitativ hochwertige Bilder und speziell \u201eJagdkunst\u201c? Die Alten haben alles. Die Jungen haben keinen Platz mehr und keine Lust \u2013 wof\u00fcr auch? Die Jungen haben ja ganz andere Interessen. Wo will der in seiner kleinen Wohnung noch ein Bild aufh\u00e4ngen? Der kriegt ja schon Probleme, wenn er eine Troph\u00e4e heimbringt. Da muss er sich mit der Frau schon arrangieren.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Die Jugend ist zudem gewohnt, dass vieles im Internet gratis ist, die wollen und k\u00f6nnen nicht unbedingt bezahlen.<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wozu auch? Der dr\u00fcckt heute einmal drauf und l\u00e4sst sich mit k\u00fcnstlicher Intelligenz etwas machen. Oder er kauft sich einen Leinendruck, das kostet fast nichts, warum soll der sich ein Original leisten wollen? Dass er sich jetzt ein Original kauft, damit seine Erben davon einmal was haben? Vergiss es!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Nimmt KI Einfluss auf das k\u00fcnstlerische Schaffen?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Auf meines nicht!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Wie arbeiten Sie?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ich setz mich da her und nehm ein Blattl Papier. Und wenn Sie sagen, Sie wollen einen Rehbock oder Gams, dann zeichne ich ihn in der Haltung, wie Sie ihn wollen, aus dem Kopf. Ich brauche keine Vorlagen und darauf bin ich stolz!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Glauben Sie, dass es durch KI eine Renaissance der Kunst geben kann, dass die Sehnsucht nach Werken steigt, die nicht perfekt sind?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Es darf gar nicht perfekt sein und au\u00dferdem: Was ist Perfektion? Die gibt es nicht einmal in der Natur, weil selbst die perfekteste Pflanze oder Kreatur mutiert. Ich bin ein Perfektionist in Anf\u00fchrungszeichen, weil, wenn man realistisch malt, muss man schauen, dass man dem Original so nahe wie m\u00f6glich kommt. Aber perfekt ist die Fotografie. Sie ist die Summe eines Augenblicks. Meine Werke sind die Summe Tausender Augenblicke.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Was macht ein perfektes oder nahezu perfektes Bild aus?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Mein Bild muss eine Geschichte erz\u00e4hlen. (Greift zum Bild der Forelle.) Wie diese Forelle, sie zischt hinter der Fliege her. Das ist der Augenblick, wo sie unter dem Ast herauskommt und sich auf den K\u00f6der st\u00fcrzt. Du musst die Bewegung sp\u00fcren, du musst das Wasser sp\u00fcren, alles miteinander. Das will ich zeigen und nicht nur irgendeinen Fisch, den kann ein jeder machen. Ich male Kurzgeschichten.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Gibt es hierzulande so was wie einen florierenden Markt f\u00fcr Jagdkunst?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Das Dorotheum nimmt keine Jagdbilder mehr, au\u00dfer einen Kuhnert vielleicht. Das Auktionshaus Kinsky geht noch, aber die Sch\u00e4tzpreise sind ja l\u00e4cherlich. Da kostet ja oft der Rahmen mehr als das Bild. F\u00fcr mich ist der europ\u00e4ische Markt mittlerweile auch vollkommen uninteressant. Es ist der Markt nicht mehr da und es sind die Leute nicht mehr da, die das Gef\u00fchl daf\u00fcr haben. Au\u00dferdem wird der Markt \u00fcberschwemmt von den Machwerken sogenannter \u201eJagdmaler\/innen\u201c, die teilweise nur computergenerierte Bilder machen und ihre Machwerke dann auf diversen Messen anbieten.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Wann war dann aus Ihrer Sicht der H\u00f6hepunkt, wann war die Nachfrage am gr\u00f6\u00dften?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Meine erste Ausstellung habe ich mit 16 Jahren gemacht, das ist bald 60 Jahre her. Der H\u00f6hepunkt war zwischen 1980 und 1990, also in der Zeit, bevor das Internet aufgekommen ist. Dann sind pl\u00f6tzlich die Ungarn gekommen, die haben bis dahin nichts verdient. 90 Prozent waren Porzellanmaler von Herend, die damals noch \u00fcber die ungarische Jagdorganisation Mavad Zeichnungen und Bilder verkauft haben \u2013 zu Spottpreisen. P\u00e1l Csergez\u00e1n \u2013 der beste ungarische Jagdmaler \u00fcberhaupt \u2013 hat seine Bilder um 200 Euro angeboten und \u00fcber die Firma Kind nach Deutschland gebracht.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Was hat ein klassischer Weidinger in der Zeit gekostet \u2013 inflationsbereinigt?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Irmgard Drewes, das war eine der besten Galeristen f\u00fcr Tier- und Naturbilder. Die hat in Deutschland damals in den 80er-Jahren viel von mir verkauft, je Bild so zwischen 5.000 und 10.000 D-Mark. Aber es gab auch weitaus teurere.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Mir ist eine Stil\u00e4nderung aufgefallen. Die \u00e4lteren Weidinger-Werke verf\u00fcgen \u00fcber viel Wei\u00dfraum, die sp\u00e4teren sind sehr dicht und neuerdings geht es in Richtung Abstraktion.<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Zu Beginn waren das Aquarell-Pinselzeichnungen. Das war meine Erinnerung an meine Zeit als Porzellanmaler bei der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten. Die habe ich in den 80er-Jahren f\u00fcr die Swarovski-Kalender entwickelt. Das hat sich als Stilrichtung mehr oder weniger etabliert und viele Nachahmer gefunden. Die aktuellen Bilder w\u00fcrde ich nicht als abstrakt bezeichnen, ich nenne sie Bilder auf den zweiten Blick. Wenn du heute im Revier unterwegs bist und \u00fcber ein Feld gehst, erkennst du dieses diffuse Braun und pl\u00f6tzlich siehst du den Hasen sitzen. Ich wollte mit dem unruhigen Hintergrund erreichen, dass du ihn nicht gleich entdeckst, sondern erst auf den zweiten Blick. Das sind so Ideen, ich kann mir ja erlauben, zu malen, was ich will. Ich bin nicht mehr auf den Kunstmarkt angewiesen, und wenn ich heute eine Bronzeplastik mit vier mal sechs Metern machen will, dann mach ich sie!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Aber Sie malen ja nicht nur.<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ich habe Bronzen gemacht, heute aber nur noch f\u00fcr mich selbst. Ich war k\u00fcnstlerischer Berater von Swarovski und deren Markenzeichen, der Habicht, wurde von mir geschaffen. In Innsbruck habe ich die erste Tiroler Jagdmesse \u2013 die Adlertage \u2013 gegr\u00fcndet und organisiert. Ich habe im Eigenverlag sechs B\u00fccher herausgegeben und unz\u00e4hlige Titelseiten diverser Jagdzeitschriften und Kalender gestaltet. Heute noch zieren meine Werke die Titelseiten der Kettner-Kataloge und mein j\u00e4hrlicher Kalender ist Tradition. Troph\u00e4enhallen zu gestalten, war eine Zeit lang meine Leidenschaft.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Sind Sie als K\u00fcnstler zur Jagd gekommen oder als J\u00e4ger zur Kunst?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Mein Vater, der Lederbildhauer und sp\u00e4tere Professor Johann Weidinger, war im Wien der Nachkriegsjahre eine bekannte Pers\u00f6nlichkeit in der J\u00e4gerschaft. Vom Bundeskanzler Figl bis zum Hut Nagy, bei uns waren immer J\u00e4ger. Aber der Tigerj\u00e4ger Fend oder der Gro\u00dfwildj\u00e4ger Zwilling haben mich damals schon stark beeindruckt, sodass eines meiner ersten \u201eBildchen\u201c eine Tigerjagd war! Der fast famili\u00e4re Kontakt zur Familie M\u00fcller und deren Hubertusverlag weckten in mir den Wunsch, ein Maler wie der Dichtl zu werden, dessen Werke den Verlag schm\u00fcckten!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Wie sieht Ihr pers\u00f6nlicher Zugang zur Jagd aus?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ich bin als J\u00e4ger geboren und war als J\u00e4ger geplant. Ich h\u00e4tte am dritten November auf die Welt kommen sollen \u2013 da ist Hubertustag \u2013, geboren bin ich am sechsten und, wie schon erw\u00e4hnt, war mein Vater ein gro\u00dfer J\u00e4ger vor dem Herrn. Als Bub habe ich noch die Treibjagden am Wienerberg erlebt. Da war die ganze Familie dabei. Gro\u00dfvater lud daheim die Schrotpatronen, Mutter und Tanten waren die Treiber und Vater, Onkel und Freunde waren die Sch\u00fctzen. Die meist bunten Strecken wurden aufgeteilt und halfen \u00fcber die Notzeiten der Nachkriegsjahre. F\u00fcr mich war damals die Jagd nicht mit Troph\u00e4en, sondern mit \u201eEssen\u201c verbunden! Heute noch bevorzuge ich Wildfleisch.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Doch die Jagd hat sich in den letzten Jahrzehnten schwer ver\u00e4ndert. Mit dem Wirtschaftswunder der 60er-Jahre schlug die Geburtsstunde der \u201eJagdvermittler\u201c und pl\u00f6tzlich waren Geweihgewichte, Punkte und Medaillen wichtiger als \u201eEssen\u201c. Wer kein Hirschgeweih am Mercedes hatte, wenn er aus Ungarn kam, war kein \u201egro\u00dfer J\u00e4ger\u201c. Die Jagdklubs f\u00fcllten sich mit Jagdtouristen, die sich gegenseitig mit Fotos ihrer \u201eSafaris\u201c duellierten!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Auch ich habe diverse Jagdreisen unternommen und zum Gl\u00fcck noch in den fr\u00fchen 80er-Jahren wirklich urspr\u00fcngliche Jagden erlebt! Doch diese Zeiten sind vorbei. Gott sei Dank habe ich 23 Jahre in Tirol gelebt und dort noch richtige und bodenst\u00e4ndige J\u00e4ger zu meinen Freunden und Begleitern gez\u00e4hlt. Doch viele sind schon in die ewigen Jagdgr\u00fcnde hin\u00fcbergewechselt.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Wenn Sie heute frei w\u00e4hlen k\u00f6nnen: Wo oder was w\u00fcrden Sie gerne bejagen?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ich habe auf der ganzen Welt gejagt. Aber wenn du heute zu mir sagst, such dir irgendwas aus: Was soll ich noch? Wohin noch und f\u00fcr was? Nur dass ich nach Afrika oder Amerika flieg, um dort in umz\u00e4unten Gattern gez\u00fcchtete Spezies zu erlegen? Die Dangerous Seven habe ich noch bei Pirschjagden mit Flycamp bejagt. B\u00fcffeljagd in S\u00fcdafrika auf einer Farm: Da kann ich auch eine Kuh erschie\u00dfen. Wenn du geschossen hast und der Schwarze rennt hin und schneidet die Ohrmarke raus, damit sie am Foto nicht sichtbar ist. Das soll Jagd sein?<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Flie\u00dft das eigene jagdliche Erleben in das k\u00fcnstlerische Schaffen mit ein?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ja, sicher! Das ist die Voraussetzung. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Pr\u00e4parator oder K\u00fcnstler, der kein J\u00e4ger ist, und der macht Jagdbilder und Troph\u00e4en. Der nimmt heute ein Foto und malt es nach. F\u00fcr was? Da kommt nichts heraus.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>J\u00f6rg Mangold, den Sie kennen, arbeitet regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr den ANBLICK. Er bem\u00e4ngelt h\u00e4ufig, dass die \u201eWald- und Wiesenmalerei\u201c, wie er es nennt, zu wenig Anerkennung erf\u00e4hrt. W\u00e4re es f\u00fcr Sie ein Bed\u00fcrfnis, anerkannt zu sein?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Ich brauch keinen Titel. Mich hat es f\u00fcrchterlich ge\u00e4rgert, als der CIC bei meiner Urkunde zum Kulturpreis Professor Weidinger draufgeschrieben hat, weil irgendwer im Internet meinen Vater, den Lederbildhauer Professor Weidinger, statt mir gegoogelt hat. Ich brauche keine akademische Anerkennung \u2013 f\u00fcr was? Ich bin, wie ich bin, und hab noch nie geh\u00f6rt: Professor Picasso oder Professor Van Gogh. Nicht b\u00f6se sein, aber ich brauche keinen Titel, um anerkannt zu sein. Meine Werke \u2013 mit meinem Namen signiert \u2013 gen\u00fcgen.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Welche Jagdmaler sch\u00e4tzen Sie?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Als besten Kuhnert und danach unseren Dichtl, der mich von der Jugend an inspirierte. Poortvliet war ein sensationeller Illustrator und spitze zum Anschauen, solange er Niederwild gemalt hat. Er war einer der Klassiker der Tiermaler und Illustratoren. Der Dahms war ein Hammer, der Schatz war eher gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig und wollte immer als weltbester Tiermaler bezeichnet werden.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Wo steht heute die Kunst?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die ganze Kunstszene in \u00d6sterreich ist kaputt. Wenn Sie daran denken, fr\u00fcher hat es die Wiener Schule des Phantastischen Realismus gegeben, aber jetzt? Was gibt\u2019s noch?<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Es gab einen Nitsch, aber freilich, der war Aktionist.<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wenn Sie jetzt Ihren Teller auf den Boden hauen, sind Sie Aktionist. Und wenn Sie jemand finden, der Ihnen die Scherben plus Reste teuer abkauft, sind Sie ein gemachter Mann!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Was zeichnet einen K\u00fcnstler Ihrer Ansicht nach aus?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">K\u00fcnstler, K\u00fcnstler \u2013 ich f\u00fchle mich gar nicht als K\u00fcnstler.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><em>Es gibt ja diese anerkannte Kunstszene: Was verstehen Sie unter Kunst?<\/em><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Kunstszene ist das Sammelbecken der verschiedensten Spezies, die den Namen Kunst oder K\u00fcnstler als Existenzberechtigung vorgeben und dann versuchen, an das gro\u00dfe Geld zu kommen, welches ihnen dubiose Manager oder Galeristen vorgaukeln!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Was macht Kunst wertvoll? Warum kostet ein Andy Warhol 300 Millionen Dollar und ein P\u00fcmmelhuber nur 150 Euro? Beide Werke sind gleich gro\u00df, haben fast das gleiche Papier und Farbe. Warum also? Den Wert eines Bildes, einer Melodie oder was auch immer bestimmt zum Gl\u00fcck jeder f\u00fcr sich selbst! Ob meine Werke k\u00fcnstlerisch wertvoll sind? Diese Frage wird die Zeit beantworten, wo ich dann bereits l\u00e4ngst mit meinen alten Jagdfreunden in h\u00f6heren Revieren jagen und malen werde!<\/p>"}}]}