{"identifier":"9745f040-74d8-4e0c-820c-267bcfce7f2f","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Comment","properties":{"title":"\u201eNachrechnen darfst net ...\u201c&nbsp;","subTitle":"Editorial","teaserText":null,"uriPathSegment":"nachrechnen-darfst-net-nbsp","dateTime":null,"images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"04d3bc56-f096-41aa-a202-f2cfe687f4e4","title":"Editorial"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"1a8e926d-dda8-4b14-a18c-8f1c70a695fa","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Starten wir mit einem fiktiven Rechenbeispiel, das in \u00d6sterreich recht h\u00e4ufig der Realit\u00e4t entspricht: J\u00e4ger Fritz bekommt Wind von einer Jagdgelegenheit in Form einer 150 Hektar gro\u00dfen Eigenjagd auf Basis eines Abschussvertrages. Weil sie sich im Einzugsgebiet einer Gro\u00dfstadt befindet, eine \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit besteht, neben Rehwild auch Schwarz-, Rot- und Gamswild sporadisch als Wechselwild vorkommen, liegt der Preis auf das Hektar gerechnet bei 90,- Euro \u2013 gesamt 13.500,- Euro inkl. aller Abgaben. Fix am Abschussplan stehen j\u00e4hrlich zw\u00f6lf Rehe; f\u00fcr Gamswild gibt es keine Freigabe und Rotwild wurde in den vergangenen Jahren zwar gef\u00e4hrtet, jedoch keines erlegt. Der Abschussgeber argumentiert seine Preisvorstellung damit, dass keine Wildsch\u00e4den zu bezahlen seien sowie das Wildbret inkludiert sei. Als Jagdschutzorgan f\u00fcr das Revier ist seit Jahrzehnten ein Freund der Familie bestellt, der sich j\u00e4hrlich ein K\u00fcchenreh als Deputat schie\u00dfen darf. Das ist zwar kein ausformulierter Bestandteil des j\u00e4hrlich k\u00fcndbaren Vertrages, aber trotzdem vom Abschussnehmer zu dulden.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Fritz wird stutzig. Er kalkuliert gro\u00dfz\u00fcgig pauschal noch j\u00e4hrliche Nebenkosten f\u00fcr Futter, Pflege der Wildwiesen, Ausr\u00fcstung, Treibstoff etc. in der H\u00f6he von 3.500,- Euro ein. Fritz kostet seine \u201ePassion\u201c bis dahin alles in allem 17.000,- Euro pro Jahr. Als realer Ertrag steht dem der Wildbreterl\u00f6s von elf Rehen gegen\u00fcber, die durch perfekte Direktvermarktung etwa 2.000,- Euro einbringen k\u00f6nnen, jedoch eigene Arbeitszeit und Materialaufwand nicht miteingerechnet. Fritz stellt sich berechtigt die Frage, ob ihm dieses St\u00fcck Freiheit auch wirklich 15.000,- Euro wert ist.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Nat\u00fcrlich ergibt sich der jeweilige Jagdwert im Revierjagdsystem aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Zu diesem Pfeiler der freien Marktwirtschaft muss man stehen, weil er Vorteile sowohl f\u00fcr Verp\u00e4chter als auch f\u00fcr P\u00e4chter gew\u00e4hrt. Dennoch \u00f6ffnen einem solch n\u00fcchterne Kalkulationen oftmals die Sicht auf die Realit\u00e4t. Aktuell l\u00e4sst der Jagdboom im gesamtdeutschen Sprachraum die Preise stetig nach oben wandern. Die Verlockung, weiter an der Preisspirale zu drehen, ist f\u00fcr Verp\u00e4chter und Grundeigent\u00fcmer sehr hoch. Betrachtet man Forst und Jagd betriebswirtschaftlich aber integral, zeigt sich, \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume gerechnet, dass mitunter nicht derjenige Betrieb besser aussteigt, der die J\u00e4ger maximal zur Kassa bittet. Wie das alles zusammenh\u00e4ngt, erkl\u00e4rt und rechnet uns Stefan Fellinger in dieser Ausgabe ab Seite 34 vor.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Fritz rang n\u00e4chtelang innerlich mit seiner Ratio und allabendlich am Esstisch mit seiner Frau. Schlie\u00dflich \u00fcberredete er einen Freund; sie teilen sich nun die Kosten und starten mit viel Freude und Optimismus in ihr Projekt.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Martin Ossmann<\/em><\/p>"}}]}