{"identifier":"1b2a6f74-83df-42ad-b406-eeb9aeae9488","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Wasser im Wald","subTitle":"Vom Wasserkreislauf in \u00d6kosystemen h\u00e4ngt ab, wie sich Flora und Fauna entwickeln. W\u00e4lder sind diesbez\u00fcglich dankbare Lebensr\u00e4ume, da sie Witterungseinfl\u00fcsse abpuffern. Dar\u00fcber hinaus ist es mit einfachen Mitteln m\u00f6glich, den Wasserr\u00fcckhalt zu steigern.&nbsp;","teaserText":null,"uriPathSegment":"wasser-im-wald","dateTime":{"date":"2026-08-26 02:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/badb2545c0bb6c7d8799f9e9239e63e5bf858721\/Bilder_1200x616_Zeiler_02-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"dbe6ddd5-a55e-454f-b8b9-ffd1af98f948","title":"Sukzession \u2013\u00a0alles Leben ist Ver\u00e4nderung"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"1ba81dc2-54db-4875-be88-22fa82bfc47e","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Pirschgang im August. Der Hund frei neben mir \u2013 pl\u00f6tzlich springt er zur Seite, und eh ich mir Vorw\u00fcrfe mache, dass ich ihn nicht angeleint habe, steht er bei dem Wurzelstock einer alten Tanne und trinkt aus dem ausgefaulten Herzst\u00fcck des Stammrestes. Ein Kontrollblick verr\u00e4t, hier gibt es mehr als ausreichend Wasser f\u00fcr einen durstigen Hund. Mein Begleiter konnte es nicht gesehen haben \u2013 er muss Wind davon bekommen haben. Dabei kommt mir der alte J\u00e4ger Franzl in den Sinn \u2013 er war immer \u00fcberzeugt: Der Jagdhund ebenso wie das Wild findet auch in den weitgehend wasserlosen W\u00e4ldern des hohen Karstes Wasser.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Rotwildsuhlen sind hier wahre Magneten. B\u00e4r, Luchs und Wolf finden sich dort ebenso ein wie Reh, Wildschwein und eine ganze Reihe von Vogelarten. Das reicht vom Habichtskauz, der gerne ein Bad nimmt, \u00fcber Bussard und Habicht bis zu Spechten, Drosseln und, nicht zu vergessen, den Ringeltauben, die hier nicht baden, aber jedenfalls Wasser trinken. Die Tauben brauchen Wasser, um ihre Nahrung zu verdauen und die Kropfmilch zu erzeugen. Mittlerweile wei\u00df ich, dass meine Hunde entlang von Pirschwegen auch ihre \u201eDendrotelmen\u201c kennen. Das sind in der Regel ausgefaulte L\u00f6cher am Stammfu\u00df von Buchen, die mit vom Stamm abflie\u00dfendem Regenwasser gef\u00fcllt sind. Der Hund zieht dann ganz bewusst dorthin. Auch wenn er nicht durstig ist, ein paar Maulvoll m\u00fcssen es immer sein. Diese Dendrotelmen z\u00e4hlen zu den wichtigsten Brutst\u00e4tten f\u00fcr Schwebfliegen. Deren Larven entwickeln sich hier. Neben den Bienen z\u00e4hlen Schwebfliegen heute zu den wichtigsten Bl\u00fctenbest\u00e4ubern. Auch die Bienen kommen nicht ohne Wasser aus. Sie finden es in den W\u00e4ldern ebenso wie meine Hunde \u2013 und mancher hohle, wassergef\u00fcllte Baumstumpf wird dann umschwirrt wie ein Bienenstock. Das sind nur ein paar Beobachtungen neben dem Pirschsteig zu einem Thema, das in Zukunft von immer gr\u00f6\u00dferer Bedeutung wird.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"9855483d-a398-4b3b-b32e-fe2df90004f5","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/b3abcf922f6e41652e84ddf62da290341afcc022\/Bilder_1200x616_Zeiler_03-1024x526.jpg","caption":"<p>In absoluten Trockenphasen ist jeder Tropfen Wasser ein Segen.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"a4ea29d8-ce29-4a7e-931f-3a986d5392b6","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Wasserkreislauf<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wasser im Wald tritt in vielen Formen auf \u2013 Dendrotelme und Rotwildsuhle sind zwei davon \u2013, ob am Quellaustritt oder im Bachbett, in Waldteichen ebenso wie in Verdunstungs- oder Versickerungsmulden, auf vern\u00e4ssten, anmoorigen Standorten, im Auenaltarm oder als Rest vom letzten Regenguss in der Fahrrinne eines Schleppers \u2013 der Quell des Lebens hat die unterschiedlichsten Gesichter. Weit gr\u00f6\u00dfere Dimensionen nimmt jedoch jener Wasserkreislauf ein, der nicht ins Auge f\u00e4llt und den wir daher auch kaum erfassen k\u00f6nnen. B\u00e4ume verdunsten t\u00e4glich enorme Mengen Wasser \u00fcber Nadeln und Bl\u00e4tter. Ein paar Zahlen verdeutlichen, um welche Gr\u00f6\u00dfenordnungen es hier geht.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">In W\u00e4ldern zirkuliert sehr viel Wasser. Ein Buchenaltholz verdunstet auf einem Hektar an einem sch\u00f6nen Sommertag bis zu 50.000 Liter Wasser. Je nach Baumartenmischung und Alter k\u00f6nnen im Sommer 20.000 bis 60.000 Liter je Tag und Hektar freigesetzt werden. Laubb\u00e4ume verduns-ten grunds\u00e4tzlich mehr als Nadelb\u00e4ume, doch, \u00fcbers Jahr gesehen, gleicht sich die Bilanz wieder aus, da bei Nadelb\u00e4umen auch im Winter die Fotosynthese ablaufen kann, w\u00e4hrend Laubb\u00e4ume um die Zeit ohne Bl\u00e4tter sind. Fichten verduns-ten weniger als Tannen, Eichen mehr als Buchen und Birken ziehen besonders viel Wasser aus dem Waldboden, wenn es hei\u00df wird. Abgegeben wird die Feuchtigkeit \u00fcber kleine Spalt\u00f6ffnungen an Blatt- oder Nadelunterseite. Zwei Schlie\u00dfzellen, die wie zwei Lippen einen Mund (das \u201eStoma\u201c) umschlie\u00dfen, \u00f6ffnen oder schlie\u00dfen diese L\u00fccken. Kohlendioxid (CO\u00b2) wird so \u00fcber die Luft aufgenommen, Sauerstoff und Wasser wird abgegeben. Nur etwa zehn Prozent des Wassers, das aus dem Boden kommt, ist tats\u00e4chlich f\u00fcr die Fotosynthese notwendig, der Rest verdunstet. Wichtig ist der Wasserstrom dennoch, denn nur \u00fcber die hohe Bindekraft der Wassermolek\u00fcle kann die Fl\u00fcssigkeit in den Leitungsbahnen des Baumes weit nach oben gezogen werden. Es geht um jene Saugkraft, die entsteht, wenn Wasser in der Baumkrone verduns-tet wird. Das Besondere an den Schlie\u00dfzellen ist: Jede Baumart hat ihre eigenen, ganz charakteristischen, unverwechselbaren Spalt\u00f6ffnungen. In der Wildbiologie macht man sich das f\u00fcr Nahrungsanalysen zunutze. So kann zum Beispiel aus den unverdauten Pflanzenresten in der Haselhuhnlosung bestimmt werden, was das kleine Waldhuhn frisst. Die Schlie\u00dfzellen verraten es.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Einmal zu viel, einmal zu wenig<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Auch wenn die Bedrohung durch Forstfeuer zunimmt, wird dennoch gesch\u00e4tzt, dass etwa 90 Prozent aller Bedrohungen durch Naturgefahren mit Wasser in Verbindung stehen. Starkregen und Gewitterzellen f\u00fchren zu hohen Niederschl\u00e4gen auf begrenzten Fl\u00e4chen, sodass der Boden die Wassermengen nicht mehr aufnehmen kann. W\u00e4lder k\u00f6nnen viel davon abpuffern. Ein Teil der Niederschl\u00e4ge bleibt dabei im Kronendach. Tiefgr\u00fcndige, wenig verdichtete Waldb\u00f6den haben ein weit gr\u00f6\u00dferes Wasserspeicherverm\u00f6gen als Freifl\u00e4chen, sie k\u00f6nnen Wasser wie ein Schwamm aufsaugen und filtern. Oberfl\u00e4chenabfluss tritt im Wald daher kaum auf. Somit tr\u00e4gt der Wald auch zu gleichm\u00e4\u00dfigen Quellsch\u00fcttungen bei hoher Wasserqualit\u00e4t bei. Dazu muss man wissen, dass gute Waldb\u00f6den zu etwa 45 Prozent aus mineralischer Substanz bestehen, dazu kommen rund f\u00fcnf bis sieben Prozent organische Substanz, das ist der Humus. Knapp die H\u00e4lfte sind Bodenporen. Sie k\u00f6nnen mit Wasser oder Luft gef\u00fcllt sein. Dieser Porenanteil des Bodens sollte also jedenfalls erhalten werden. B\u00e4ume, die tief wurzeln, erreichen wasserf\u00fchrende Bodenschichten eher als Flachwurzler \u2013 nur hilft das wenig auf seichtgr\u00fcndigen B\u00f6den. Wer also meint, die Tanne als Herz- und Tiefwurzler w\u00e4re ein Allheilmittel, der sollte zuerst einen Blick auf den Boden werfen. Dazu kommt ein wichtiger Faktor, an den im Sommer die wenigsten denken, der aber von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr den Wasserhaushalt von W\u00e4ldern ist: Schweizer Untersuchungen zeigen, dass die Waldb\u00e4ume zum Gro\u00dfteil auf die Winterniederschl\u00e4ge angewiesen sind! Es ist vielfach der im Boden gespeicherte Winterniederschlag, der im Sommer aufgesaugt und verdunstet wird. Hohe Sommertemperaturen f\u00fchren dazu, dass der Wasserbedarf der Atmosph\u00e4re stark zunimmt. Im Sommer verdunstet daher der Gro\u00dfteil der Niederschl\u00e4ge wieder zur\u00fcck in die Atmosph\u00e4re \u2013 nur wenig davon wird im Boden zwischengespeichert. Der Winter macht also viel aus. F\u00fcr den Waldbauern bedeutet dies, dass er bereits bei der Bestandesbegr\u00fcndung und auch bei der Pflege daf\u00fcr sorgt, dass ausreichend Wasser oder Schnee zum Waldboden gelangt. Weniger Pflanzen je Hektar, fr\u00fchzeitige Durchforstung, Femelhiebe und plenterartige Auflichtungen sind Wege dorthin. Das bedeutet auch, dass am Waldboden mehr Licht hinkommt, womit sich wiederum das \u00c4sungsangebot verbessert.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"d97a694c-0e74-465b-88af-906e0f71e5e8","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/6cce839e89c61bfb04aed7ccd1b67fba26c48e4e\/Bilder_1200x616_Zeiler_01-1024x526.jpg","caption":"<p>K\u00fcnstlich angelegte Suhlen und Tr\u00e4nken sind regelrechte Wildmagneten, wie die Fotos von Wildkameras eindrucksvoll belegen.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"247b18b3-e573-4844-a481-0151681c0ce8","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Wasser, Reh und Hirsch<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">In alten Jagdb\u00fcchern wurde immer wieder die Frage gestellt, ob Rehe sch\u00f6pfen. Nat\u00fcrlich tun sie das, aber sie k\u00f6nnen auch einen Gro\u00dfteil ihres Wasserbedarfes \u00fcber den Wassergehalt in der \u00c4sung abdecken. In trockenen Lebensr\u00e4umen des Mittelmeerraumes ist das im Sommer jedoch kaum noch der Fall, sodass dort Wasserquellen notwendig werden, wo die \u00c4sung nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit enth\u00e4lt. Zugang zu Wasser wird damit zu einem Schl\u00fcsselfaktor f\u00fcr das Vorkommen von Rehen, da oft nur noch ein F\u00fcnftel des notwendigen Wassers aus der \u00c4sung gewonnen werden kann. Angaben zum Wasserbedarf sind daher immer schwierig, weil in der Regel die Feuchtigkeit, die in der \u00c4sung vorhanden ist, mit jenem Wasser, das gesch\u00f6pft wird, zusammengerechnet wird. Es geht um den gesamten \u201eWasser-umsatz\u201c. Um zwei Richtwerte zu geben: Bei einem Reh sind das im Sommer t\u00e4glich etwa zwei bis drei Liter, bei einem Alttier sind es etwa zw\u00f6lf Liter. Generell ist der \u201eWasserumsatz\u201c von Schalenwild im Winter geringer als im Sommer. Das h\u00e4ngt mit den niedrigeren Temperaturen, aber auch mit der reduzierten Nahrungsaufnahme zusammen, vor allem aber s\u00e4ugen Gei\u00dfen und Tiere um die Zeit keine Kitze oder K\u00e4lber. Der Wasserbedarf steigt mit der Milchproduktion bei s\u00e4ugenden M\u00fcttern, vor allem im ersten Monat nach dem Setzen, stark an. Deutlich wird das, wenn eine der Rehgei\u00dfen, die rund um unser Haus leben, in den Garten kommt und ganz gezielt nach den saftigen Klar\u00e4pfeln sucht. Bei der Trockenheit im vergangenen Sommer war auch immer wieder zu beobachten, dass sich Rehwild um die letzten noch einigerma\u00dfen gr\u00fcnen Flecken mit besserer \u00c4sung konzentriert hat. Einer der B\u00f6cke hinterm Haus hat in so einer feuchten Wiese sogar sein Tagesquartier eingerichtet. Er blieb in dem noch nicht gem\u00e4hten gr\u00fcnen Wiesenstreifen sitzen und vertrieb jeden Konkurrenten, der in die N\u00e4he kam. F\u00fcr die Gei\u00dfen war das \u00c4sungsangebot nat\u00fcrlich ein Magnet. Zu beobachten war in diesem Hitzesommer auch, dass einzelne Rehe ganz gezielt Viehtr\u00e4nken aufgesucht haben, um zu sch\u00f6pfen.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Dem Thema Wasser und Wildtier wird in Zukunft generell mehr Aufmerksamkeit zukommen. Hitzeperioden ebenso wie Regen, Wasserversorgung und Vegetationsentwicklung stehen in engem Zusammenhang mit der Kondition von Rehgei\u00dfen und damit auch mit der Tr\u00e4chtigkeitsrate. Am deutlichsten zeigen sich Ver\u00e4nderungen derzeit in den trockenen Regionen des Mittelmeerraumes. Konkret zeigen Untersuchungen in Italien, dass die Tr\u00e4chtigkeitsrate bei Rehgei\u00dfen eng mit den Niederschl\u00e4gen im Sommer und dem Gewicht der Gei\u00dfen zusammenh\u00e4ngt. Die Qualit\u00e4t der Sommer\u00e4sung spielt eine wichtige Rolle. Das hei\u00dft, die Zuwachsrate bei Rehen steht in Zusammenhang mit der Kondition und den Niederschl\u00e4gen im Sommer des Vorjahres. Julitemperaturen bis 23\u00b0 C hatten einen positiven Effekt auf die Tr\u00e4chtigkeitsrate, Temperaturen dar\u00fcber wirkten sich negativ aus \u2013 wobei hier immer der Lebensraum mit zu ber\u00fccksichtigen ist. Von der alpinen Zone bis in die mediterrane Region gibt es gro\u00dfe Unterschiede, wobei der Waldbedeckung neben Temperatur und Lebensraummanagement eine besondere Rolle zukommt, denn der Wald puffert vieles ab. In Spanien konnte gezeigt werden, dass sich Trockenperioden und hohe Wilddichten negativ auf K\u00f6rpergewicht und Gr\u00f6\u00dfe der Geweihe von Rothirschen auswirken. Nebenbei sei hier bemerkt, dass auf den Zugang zu Wasser in Rotwildwintergattern gerade nach niederschlagsarmen Wintern besonders zu achten ist. Das Wild wird meist bis Mitte Mai dort zur\u00fcckgehalten.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Wasser fangen<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Viele Schalenwildbest\u00e4nde profitieren von l\u00e4ngeren Vegetationszeiten und w\u00e4rmeren Wintern mit weniger Schnee. Hei\u00dfe, trockene Sommer sind jedoch mit verringertem \u00c4sungsangebot, Hitzestress, Parasitenbelastung und Infektionen sowie geringeren Wildbretgewichten und abnehmender K\u00f6rperkondition verbunden. Dabei ist zu beachten, dass es besonders im Bergland kleinr\u00e4umig oft gro\u00dfe Unterschiede gibt. Sonn- oder Schattseite, Kalkgebirge oder Kristallin f\u00fchren ebenso wie die H\u00f6henstufen zu einem vielf\u00e4ltigen Lebensraummosaik mit unterschiedlichem Mikroklima. Der Wald ist hier in der Regel das pr\u00e4gende Landschaftselement. Wasser war bisher eher ein Thema f\u00fcr Niederwildreviere, tats\u00e4chlich zeigt der gegenw\u00e4rtige Klimawandel jedoch, dass mit dem Angebot an Wasserstellen heute beinahe jedes Revier aufgewertet werden kann. Das muss nicht immer ein Teich sein, auch kleinere Ma\u00dfnahmen werten Wildtierlebensr\u00e4ume auf. Beim derzeit dichten Forstwegenetz ergeben sich allein entlang der Forststra\u00dfen viele M\u00f6glichkeiten im Umgang mit jenem Wasser, das von der Stra\u00dfe abflie\u00dft. Jeder Stra\u00dfenbauer versucht, Wasser vom Weg wegzuleiten. Das kann durch Querrinnen geschehen oder indem die Fahrbahn bombiert wird \u2013 das hei\u00dft, \u00fcber den gew\u00f6lbten Querschnitt flie\u00dft das Wasser zu den Stra\u00dfenr\u00e4ndern. In bergseitigen Spitzgr\u00e4ben und \u00fcber Durchl\u00e4sse erfolgt die Ableitung im Bergland auf die Talseite. Dort kann \u00fcber Kleinr\u00fcckhalte der Wasserablauf verz\u00f6gert werden.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Oft reichen Mulden, die vom Bagger verdichtet werden, um Wasser zu stauen. Form und Zweck sind dabei ganz verschieden: Versickerungsgr\u00e4ben leiten das Wasser in den Bestand, Verdunstungsmulden sind flache Senken auf wenig durchl\u00e4ssigen B\u00f6den, wo das Wasser allm\u00e4hlich verdunsten kann. Es gibt auch Versickerungsteiche mit einem seichten und einem tieferen Bereich. Beides sind wertvolle Feuchtbiotope. Man kann Rigolen statt Rohrdurchl\u00e4ssen anlegen. Das sind durchl\u00e4ssige Schotterriegel im Wegek\u00f6rper, die Wasser aus den bergseitigen Abflussgr\u00e4ben aufnehmen und es langsam auf der Talseite versickern lassen. Wenn der Bagger im Revier ist, gibt es immer die ein oder andere M\u00f6glichkeit, irgendwo eine Wassermulde anzulegen \u2013 nur sollten dabei nicht wertvolle Quellfluren zerst\u00f6rt werden. In Zukunft k\u00f6nnen Waldteiche auch als L\u00f6schwasserreserve dienen, denn die Waldbrandgefahr nimmt zu. Ist so ein Biotop angelegt, wundert man sich oft, wie rasch solche Waldteiche besiedelt werden. Libellen, Wasserl\u00e4ufer, Molche, Erdkr\u00f6ten und Gelbbauchunken finden die Wasserstellen ebenso wie Hirsch und Reh. Auch mancher Schnepf bleibt gern in der N\u00e4he feuchter Waldpartien. Viele unserer Amphibien sind Waldbewohner. Auch Flederm\u00e4use jagen und trinken gern an Waldteichen. Nur Fische sollten drau\u00dfen bleiben. Dass Wildschweine Wasser lieben, ist bekannt, wobei ein Schlammbad nat\u00fcrlich mehr dem Wohlbefinden und der Parasitenabwehr dient. Dasselbe gilt f\u00fcr Rotwild. Alles in allem: In Zukunft wird sich immer \u00f6fter zeigen, dass jede Wasserstelle ein Gewinn f\u00fcr Wald und Wild ist.<\/p>"}}]}