{"identifier":"d5239d54-fac6-485c-bb99-e298d088d3f1","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Comment","properties":{"title":"Ein Fall f\u00fcr die Couch?","subTitle":"Editorial","teaserText":null,"uriPathSegment":"ein-fall-fuer-die-couch","dateTime":{"date":"2026-10-28 01:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"04d3bc56-f096-41aa-a202-f2cfe687f4e4","title":"Editorial"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"e61e921d-38de-45de-bdf8-ee9e7137fb7a","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">K\u00fcrzlich bei einer jagdlichen Fachtagung: Der Vortragende referierte inbr\u00fcnstig dar\u00fcber, was den Menschen von heute zur Jagdaus\u00fcbung motiviert. Von Fleischgewinnung bis zur Troph\u00e4e spannte er den Bogen, lediglich das Regulationsargument f\u00fchrte er ad absurdum. Warum? Weil f\u00fcr ihn zum einen die Regulation keine prim\u00e4re Motivation zur Jagd darstelle und zum anderen eine fl\u00e4chendeckende Regulation der Schalenwildbest\u00e4nde von Freizeitj\u00e4gern sowieso nicht durchf\u00fchrbar sei. Sehr wohl machten lokale Schwerpunktbejagungen Sinn, weil sie \u00fcber den Vergr\u00e4mungseffekt die Waldverj\u00fcngung entlasten k\u00f6nnten. Ebenso habe die Wildbiologie mehrfach nachgewiesen, dass man Schalenwildbest\u00e4nde auch nach oben schie\u00dfen k\u00f6nne.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Auf diese Aussagen reagierte ein im Saal anwesender hochrangiger Vertreter der Forstwirtschaft vehement. F\u00fcr ihn sei das bekannte VfGH-Urteil wegweisend. In diesem Gerichtsverfahren \u00fcber die geforderte Jagdfreistellung von Grundst\u00fccken habe n\u00e4mlich der Verfassungsgerichtshof die Duldung einer fl\u00e4chenhaften Bejagung als verfassungskonform best\u00e4tigt. Der Eingriff in das Eigentumsrecht ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig, weil der Einfluss des Wildes auf die Land- und Forstwirtschaft in allen Regionen gleicherma\u00dfen hoch ist. Durch eine Herausnahme einzelner Grundfl\u00e4chen w\u00fcrde das System der Wildbewirtschaftung in seiner Effektivit\u00e4t gef\u00e4hrdet. Der Forstmann sieht damit die Regulationspflicht der J\u00e4ger best\u00e4tigt und heute als die einzig g\u00fcltige Legitimation, Wildtiere \u00fcberhaupt noch zu t\u00f6ten. Sein Statement beendete er mit Nachdruck: \u201eund wenn jemand beim Schuss etwas Besonderes sp\u00fcrt, dann halte ich das sowieso f\u00fcr pathologisch h\u00f6chst fragw\u00fcrdig!\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Na bumm!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">In dieser Ausgabe finden Sie ab Seite 24 die aktuellen Streckenzahlen f\u00fcr das abgelaufene Jagdjahr 2025\/26. Schon der schnelle Blick darauf best\u00e4tigt, dass die Jagd auf praktisch alles Schalenwild ungebrochen beliebt ist und erfolgreich auf hohem Streckenniveau gehalten wird. Auf einen Applaus vonseiten der Forstwirtschaft wird man dennoch vergeblich warten, eher wird sie die Statistik mit \u201eausbauf\u00e4hig\u201c kommentieren.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">W\u00e4hrend also die Arten, f\u00fcr die es einen beh\u00f6rdlichen \u2013 oder einen von uns selbst auferlegten (Raubwild) \u2013 Regulationsauftrag gibt, boomen, erodiert das jagdliche Interesse an vielen Niederwildarten weiter. Die Gr\u00fcnde, warum uns Haselwild, Tauben, Fasane, Enten, G\u00e4nse, Waldschnepfen und Hasen immer weniger interessieren, sind ebenso bekannt wie vielf\u00e4ltig. Dennoch sollten wir ihren jagdlichen Stellenwert hochhalten und unsere Motivationen f\u00fcr ihre Bejagung erkl\u00e4ren. Verheimlichen brauchen wir dabei nicht, dass im Schuss mit uns selbst etwas geschieht, ehe die Beute sinnvoll der Familienk\u00fcche zugef\u00fchrt wird.&nbsp;<\/p>"}}]}