{"identifier":"f47e8304-fa82-4191-bca3-3c99cbe62192","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Ein weiterer Schritt zur Verbindung isolierter Steinwildpopulationen","subTitle":"In der Gro\u00dfs\u00f6lk wird ein Steinwildbestand begr\u00fcndet, um isolierte benachbarte Steinbockkolonien zu verbinden. Damit soll einer weiteren genetischen Verarmung vorgebeugt werden. Der Projekttr\u00e4ger ist die Steirische&nbsp;<br>Landesj\u00e4gerschaft.","teaserText":null,"uriPathSegment":"ein-weiterer-schritt-zur-verbindung-isolierter-steinwildpopulationen","dateTime":null,"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/e8424582cb287249cfb7bedf7876a7ae992e4895\/Bilder_1200x616_Stmk-off_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[],"categories2":[{"identifier":"665e00b0-ccea-4099-9512-6faed838ad9a","title":"Jagdland Steiermark"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"c3cefb35-9bd3-4ce2-ae3d-876e35a3526c","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Einst war in den Hohen und den Niederen Tauern ein gro\u00dfer, zusammenh\u00e4ngender Steinwildbestand beheimatet. Bekanntlich wurde dieser Steinwildbestand Anfang des 18. Jahrhunderts fast vollst\u00e4ndig ausgerottet, um einen erbitterten Krieg zwischen Wilderern, die Steinb\u00f6cke wilderten, und den Leibj\u00e4gern des F\u00fcrsterzbischofs von Salzburg zu beenden. Um 1706 wurde so das letzte Steinwild der Ostalpen erlegt. Nur in einem italienischen ehemals k\u00f6niglichen Revier im Gran Paradiso hat ein kleiner Restbestand des alpinen Steinwilds \u00fcberlebt.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Bereits in den Drei\u00dfigerjahren des 20. Jahrhunderts gab es erste Initiativen, diese autochthone Wildart wieder in ihrem urspr\u00fcnglichen Lebensraum heimisch zu machen. Aus den nachfolgenden Wiedereinb\u00fcrgerungen entstanden kleine Inselpopulationen, die sich nun \u00fcber die Alpen von der Steiermark \u00fcber Salzburg und Tirol bis in die Schweiz und Italien erstrecken. Das Steinwild aller nun existierenden Steinwildbest\u00e4nde des Alpenraums stammt von dem verbliebenen Restbestand des Gran Paradiso ab.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">In den vergangenen zw\u00f6lf Jahren hatte ich die M\u00f6glichkeit, in den Salzburger Hohen Tauern sechs Auswilderungen mit insgesamt 64 St\u00fcck Steinwild durchzuf\u00fchren. Das Ziel dieser neu begr\u00fcndeten Best\u00e4nde, die sich gut entwickeln, ist die Herstellung einer Verbindung zwischen isolierten Populationen in den K\u00e4rntner Hohen Tauern im S\u00fcden und den Schladminger Tauern im Osten.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Im heurigen Fr\u00fchjahr wurde ich von Erwin Lick, Steinwildreferent der Steirischen Landesj\u00e4gerschaft, bez\u00fcglich einer Steinwildauswilderung in der Gro\u00dfs\u00f6lk kontaktiert. Im Vorfeld waren bereits im Auftrag der Steirischen Landesj\u00e4gerschaft vom Institut f\u00fcr Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universit\u00e4t Z\u00fcrich genetische Untersuchungen der steirischen Steinbockpopulationen durchgef\u00fchrt worden. Diese hatten unter anderem ergeben, dass die Populationen Seckauer Tauern und Niedere Tauern West einen relativ hohen Inzuchtgrad aufweisen. In der Gro\u00dfs\u00f6lk ergab sich nun die M\u00f6glichkeit, in einem dazu hervorragend geeigneten Revier eine Steinwildauswilderung durchzuf\u00fchren. Der Projekttr\u00e4ger ist die Steirische Landesj\u00e4gerschaft.<\/p>"}},{"identifier":"16998754-c2e9-40a2-aae0-e08770d93e11","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/31ebc18a-55c4-48e7-83dd-dfd742f1af00","caption":"<p>Die ausgewilderten zehn St\u00fcck Steinwild sind ein bis zwei Jahre alt, sechs davon sind weiblich, vier m\u00e4nnlich.<\/p>"}},{"identifier":"53e87b41-2066-46cc-b36c-597215dc2ec2","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Mit der heuer durchgef\u00fchrten Auswilderung soll eine Steinwildkolonie in der Gro\u00dfs\u00f6lk begr\u00fcndet werden, die vor allem den Zweck verfolgt, hier schon in naher Zukunft ein Bindeglied zwischen den bereits bestehenden Steinwildkolonien Rottenmanner Tauern und Seckauer Tauern im Osten und der Steinwildkolonie Niedere Tauern West im Westen mit Anschlussoption an die Vorkommen der Hohen Tauern zu bilden. Ein weiteres Ziel der Auswilderung ist eine Erweiterung der genetischen Bandbreite dieser bestehenden Inselpopulationen durch die Verwendung von Tieren mit breit gef\u00e4cherter Genetik. Dazu konnte ich wie bereits bei den Auswilderungen im Salzburgischen wieder Tiere von Zoos der Europ\u00e4ischen Zoogemeinschaft beziehen, die bei der Nachzucht auf eine gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche genetische Bandbreite achtet.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die ausgewilderten zehn St\u00fcck Steinwild sind ein bis zwei Jahre alt, sechs davon sind weiblich, vier m\u00e4nnlich. Ihre Eignung ist durch entsprechende veterin\u00e4rmedizinische Untersuchungen nachgewiesen. Alle Tiere sind mit Ohrenmarken und Mikrochips markiert. Die Bezugsquellen f\u00fcr das Steinwild waren der Zoo Ljubljana in Slowenien, der Salzburger Zoo Hellbrunn, der Zoo Wilhelma in Stuttgart und der M\u00fcnchener Tierpark Hellabrunn. F\u00fcr mich immer wieder beeindruckend sind die pers\u00f6nliche Verbundenheit der Zoo-Teams mit den Tieren von deren Geburt an und die professionelle Arbeit bei der Vorbereitung der Auswilderung, von der Auswahl der Tiere \u00fcber deren tier\u00e4rztliche Vorbereitung und die Betreuung bis zur Freilassung.<\/p>"}},{"identifier":"12a1f6ed-9807-43d5-9046-cbdd4bdeb156","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/5f26a86e-ed29-4a15-aff5-644c277874db","caption":"<p>Nach guter Vorbereitung durch Jagdverwalter Ludwig Lengdorfer konnten am 30. Juli zehn St\u00fcck Steinwild aus vier verschiedenen Zoos erfolgreich in der Gro\u00dfs\u00f6lk ausgewildert werden<\/p>"}},{"identifier":"75b5f739-a2a5-426c-a8ef-bb8f8c6fc1ec","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Nach guter Vorbereitung vor Ort durch Jagdverwalter Ludwig Lengdorfer konnten am 30. Juli zehn St\u00fcck Steinwild unter gro\u00dfer Beteiligung der J\u00e4gerschaft erfolgreich in der Gro\u00dfs\u00f6lk ausgewildert werden. Im Anschluss fand die Auswilderung bei einem gem\u00fctlichen Beisammensein beim Jagdhaus mit Speis und Trank einen sch\u00f6nen Ausklang.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr diese gelungene Steinwildauswilderung ist dem Steinwildreferenten der Steirischen Landesj\u00e4gerschaft, Erwin Lick, und vor allem dem Eigent\u00fcmer Lucas Tinzl, zu danken, der die Projektkosten tr\u00e4gt und in dessen Revier das Steinwild ausgewildert wurde, sowie den sehr engagierten Zoo-Teams der vier beteilig-ten Zoos.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">In Abh\u00e4ngigkeit von positiven Ergebnissen des laufenden Monitorings ist f\u00fcr 2027 \u2013 auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse \u2013 die Auswilderung weiterer zehn St\u00fcck Steinwild vorgesehen. F\u00fcr das Monitoring sind permanente Beobachtungen durch die Berufsj\u00e4ger vor Ort und deren Dokumentation sowie Auswertung vorgesehen. Die Informationen \u00fcber den Aufenthalt des ausgewilderten Steinwilds sollen aber auch durch Sichtbeobachtungen von J\u00e4gern der angrenzenden Reviere bereichert werden, um so insgesamt genaue Kenntnisse \u00fcber die r\u00e4umliche und zeitliche Nutzung des neuen Lebensraumes sowie eventuelle Kontakte mit benachbarten Kolonien und anderen Wildarten zu gewinnen. Diese Sichtbeob-achtungen sollen mit der Bekanntgabe der Ohrmarkennummer und deren Farbe, des Tags samt Uhrzeit und einer m\u00f6glichst pr\u00e4zisen Ortsangabe an mich und\/oder die Steirische Landesj\u00e4gerschaft gemeldet werden.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>DI Martin Forstner<\/em><\/p>"}}]}