{"identifier":"ffcf5f3b-2508-4056-a4eb-996e2bca027c","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Mmh, lecker!","subTitle":"Der Geschmackssinn erm\u00f6glicht es Tier und Mensch, sich an S\u00fc\u00dfem zu laben oder herzhafte Fleischst\u00fccke zu genie\u00dfen. Bitteres wird ausgespien \u2013 ein Schutzreflex, der das \u00dcberleben sichern hilft.","teaserText":null,"uriPathSegment":"mmh-lecker","dateTime":{"date":"2026-10-30 01:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/193400ef45ff329c616fe121765930f186bbce6e\/Bilder_1200x616_Sternath_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"d0212754-3da5-437d-98ee-4f72d9744335","title":"Im Reich der Sinne"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"ae5dfb50-2db0-44ac-b8b5-349969a9b616","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Beinahe in jeder jagdlichen Fach- oder Unterrichtsunterlage kann man dar\u00fcber lesen, wie gut Wildtiere h\u00f6ren, sehen und riechen k\u00f6nnen. Wie dem Hirsch seine \u00c4sung schmeckt,&nbsp;<br>dem Fuchs die Heidelbeeren oder dem Gr\u00fcnspecht die Ameisenbrut, das scheint kaum jemanden zu interessieren. Dabei ist der Geschmackssinn lebensentscheidend, urspr\u00fcnglich, elementar. Er ist der einzige Sinn, der in seinen Grundz\u00fcgen nicht erlernt werden muss. Schmeckt ungenie\u00dfbar \u2013 raus damit. Und zwar vor dem Abschlucken! Dieser Schutzreflex funktioniert von Beginn an, ohne dass die Information \u00fcberhaupt ins Gehirn dringt. Ein Gamskitz, das sofort der Gei\u00df folgt, zupft auch sehr bald an der \u00c4sung. Nur vom Zuschauen alleine kann es nicht wissen, was bek\u00f6mmlich ist.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wie funktioniert jetzt aber dieser Sinn? Verwerten Sie bei Reh und Rotwild den Lecker? Dann ist Ihnen seine Oberfl\u00e4che wohlvertraut. Sie weist zahlreiche Erhebungen auf. Das sind Geschmacksknospen. Sie setzen sich aus Empf\u00e4ngerzellen zusammen. Und Geschmack besteht aus chemischen Teilchen, die von diesen Zellen erkannt werden. Aber, immer diese Aber \u2013 nicht jede Tierart kann alle Geschmacksrichtungen erkennen. Wozu auch?<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Der Fuchs erkennt \u201eumami\u201c, das ist der herzhafte Geschmack von Fleisch, aber er empf\u00e4ngt auch s\u00fc\u00dfe Reize aus den beliebten vitaminreichen Beeren. Katzenartige wie der Luchs schmecken kein S\u00fc\u00df, sie sind die reinen Fleischtiger. Auch Wildschweine haben keine Empf\u00e4nger f\u00fcr S\u00fc\u00dfes, daf\u00fcr aber f\u00fcr alles andere: umami, bitter, salzig, sauer. Dazu verf\u00fcgen sie auch noch \u00fcber eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Geschmacksknospen \u2013 keine Feinschmecker-, sondern eine Allesfresserausstattung.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"9c49abe8-55d5-432e-983d-9c5bf472506c","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/1e673c30-f44b-4674-9bbf-e7d7fb120727","caption":"<p>Der Fuchs erkennt den herzhaften Geschmack von Fleisch, aber er empf\u00e4ngt auch s\u00fc\u00dfe Reize aus den beliebten vitaminreichen Beeren. Katzenartige wie der Luchs schmecken kein S\u00fc\u00df, sie sind die reinen Fleischtiger.<\/p>"}},{"identifier":"f26c499a-77de-4e5a-9a6e-cd2860b76054","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">F\u00fcr Pflanzenfresser ist die feine Differenzierung von Bitterstoffen entscheidend f\u00fcr die \u00c4sungsauswahl. Haben der Tastsinn und der Geruchssinn einmal eine Vorentscheidung getroffen, kommt vom Schmecken die endg\u00fcltige Auswahl. Pflanzen enthalten ja zu ihrem Schutz diverse Stoffe, die erkannt werden wollen, da nicht jeder Pflanzenfresser jede Pflanze vertr\u00e4gt. Eine geniale Idee zur Aufteilung der Ressourcen! Selektive Blatt- und Kr\u00e4uter\u00e4ser wie das Reh verf\u00fcgen daher nicht nur \u00fcber einen fein differenzierenden Geschmackssinn, sondern \u00fcber neutralisierende Eiwei\u00dfstoffe im Speichel. Rot- und Gamswild und noch mehr Muffel- und Steinwild k\u00f6nnen sich, da Gr\u00e4ser kaum Abwehrstoffe enthalten, mehr an die Menge halten.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wer in alter Tradition Salz ausbringt, bedient das Salz-Schmecken. Salzsuche ist n\u00e4mlich ein angeborenes und lebenswichtiges Verhalten. Pflanzenfresser nehmen \u00fcber ihre Nahrung viel weniger Salz auf als Fleischfresser. Salz wird daher aktiv gesucht und aufgenommen. Und warum werden sie dabei nicht zu gierig? Weil Bitter- und Sauerempf\u00e4nger rechtzeitig Halt schreien. Also keine Sorge, ist alles geregelt.<\/p>"}},{"identifier":"4bf1a09d-d010-4f05-9fca-164986637332","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/a9a73ebe-3944-4e4d-af56-7321839039fe","caption":"<p>Salzsuche ist ein angeborenes und lebenswichtiges Verhalten. Pflanzenfresser nehmen \u00fcber ihre Nahrung viel weniger Salz auf als Fleischfresser.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"96a441bb-d117-4849-939f-c226cfe2c096","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Ein ungesundes Zuviel kommt nur beim Menschen (und bei vermenschlichten Haustieren) vor. Weil wir aber auch alle Geschmacksrichtungen gar so gut erkennen! Und zwar, um mit einer alten Fehlinformation aufzur\u00e4umen, \u00fcber die ganze Zunge verteilt. Da gibt es keine Zonen, jede Geschmacksknospe enth\u00e4lt alle m\u00f6glichen Geschmacks-empf\u00e4ngern. Au\u00dfer \u201escharf\u201c, das ist n\u00e4mlich kein Geschmack, sondern ein Schmerzreiz!<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Noch etwas zu diesen Knospen auf dem Lecker \u2013 man kann sich vorstellen, dass ein Hirschlecker durch Kauen und Wiederk\u00e4uen kann sch\u00f6n abgenutzt wird. Auch da keine Sorge, die Knubbelchen werden laufend erneuert. Erst im Alter, wenn das Zellerneuern nicht mehr so gut l\u00e4uft, schmeckt\u2019s nicht mehr so toll. Zumindest bei uns.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Und die Zungen von Auerhahn &amp; Co? Die sind doch verhornt? Tja, da hat die Natur die Geschmacksempf\u00e4nger eben etwas weiter hinten eingebaut. V\u00f6gel schmecken \u00fcbrigens kein S\u00fc\u00df. Ameisen sind ja auch alles andere als s\u00fc\u00df. Aber Beeren? Die sind rot!<\/p>"}}]}