{"identifier":"708732d3-db41-4dcf-a5d0-a414b17729e3","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Abschussplanung: Werkzeug von gestern?","subTitle":"Nach dem Abklingen der Brunft geht es darum, die Abschusspl\u00e4ne zu erf\u00fcllen. In erster Linie betrifft das die Kahlwildjagd, doch auch die Freigabe von Geweihtr\u00e4gern ist eng damit verbunden. Manchmal allerdings scheiden sich die Geister, inwieweit die Abschussplanung zeitgem\u00e4\u00df ist.","teaserText":null,"uriPathSegment":"abschussplanung-werkzeug-von-gestern","dateTime":{"date":"2026-09-30 02:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/7296df946968d697f06e8cfacacf161c10510bf8\/Bilder_1200x616_Rotwildbuch-1024x699.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"c388315b-fc88-4cb7-be58-0c3016bf4527","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Rund um die Diskussionen um Schuss- und Schonzeiten wird gerne vorgebracht, dass Schonzeiten und Abschusspl\u00e4ne klassische \u201eWerkzeuge\u201c von nachhaltiger Jagd und Hege w\u00e4ren. Gemeint ist damit, dass diese \u201eWerkzeuge\u201c fr\u00fcher einmal vor der \u00dcbernutzung von Wildbest\u00e4nden sch\u00fctzen sollten. Hege wird in diesem Zusammenhang oft mit Aufhege gleichgesetzt. Was aber geschieht dort, wo diese Werkzeuge weggeworfen werden und wir uns davon befreien? Zun\u00e4chst einmal hei\u00dft das, wir verabschieden uns von einem Umgang mit Wildtieren, der auf wildbiologischen Grundlagen aufbaut. Womit der Weg von der Erkenntnis in der Regel zur\u00fcck zur Hypothese f\u00fchrt und die nicht enden wollende Debatte rund um das Wald-Wild-Thema in die n\u00e4chste Runde geht. Die Erfahrung aus Randgebieten zeigt, dass dort die Best\u00e4nde nach weitestgehender Lockerung aller Vorgaben nicht unbedingt abnehmen \u2013 vor allem wo kein Berufspersonal mit der Jagd betraut ist und wo eine kleinr\u00e4umige Revierstruktur vorherrscht. In der Folge nimmt zuerst der Anteil erwachsener Hirsche gravierend ab. Damit wird der Kahlwildanteil noch h\u00f6her. Ganz am Ende steht dann oft die Entscheidung, ob es \u00fcberhaupt noch Rotwild geben soll oder nicht. Womit sich die Diskussion um Tierschutz sowie Schuss- und Schonzeiten zum Wohle des Wildes er\u00fcbrigt. Am Ende steht also auch hier Frage nach der Kultur im Umgang mit Wildtier und Natur.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Berechtigte Hegebem\u00fchungen<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">In der Jagd und bei J\u00e4gern ruht ein enormes Potenzial, denn die Motivation f\u00fcr die Jagd fu\u00dft sehr stark auf ideellen, nicht beutebezogenen Werten im Zusammenhang mit der Natur. \u00d6konomie allein bestimmt nicht jegliche Landnutzung. Wer Wildwiesen anlegt, Hecken pflanzt, W\u00e4lder f\u00fcr Auerh\u00fchner pflegt, Almen schwendet oder Forstwege begr\u00fcnt, tut das aus Neigung und Vorliebe. Der Gro\u00dfteil all dieser Bem\u00fchungen dreht sich um den Einsatz von Zeit, Vorausdenken, Handfertigkeit und Redlichkeit und nicht um den Einsatz von Geldmitteln. Dies ist allein \u00fcber Naturschutzprojekte niemals aufzubringen. Nur das Wissen \u00fcber das Vorkommen von Wildarten ist heute schon von unsch\u00e4tzbarem Wert.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die reiche Vielfalt an weltweiten Kulturen spiegelt die entsprechende Vielfalt an Lebensr\u00e4umen wider, aus der sie entstanden sind. Ob der Bauer in Ligurien, der Schafhirte in den Karpaten oder der Berufsj\u00e4ger in den Alpen: Jede dieser Kulturen gibt Zeugnis von der vielf\u00e4ltigen Anpassung des Menschen an die verschiedensten Lebensr\u00e4ume. In urbanen Gesellschaften verschwindet dieser Bezug. Verloren gehen damit Werte, die diesen Kulturen im Umgang mit der Natur zugrunde liegen. Ein Wertegewinn erfolgt aber nicht von selbst, nur eine gesunde Kultur kann n\u00e4hren und wachsen.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Jagd am Scheideweg<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Jagd steht hier am Scheideweg, denn die Verlockung ist gro\u00df, dass auch der J\u00e4ger versucht, mit \u201emoderner Maschinerie\u201c zu ernten. Damit wird ein Teil jener Werte zerst\u00f6rt, die Jagd bis heute innehatte. Aldo Leopold schreibt, dass es in der Pionierzeit Amerikas zwei Grundregeln f\u00fcr die Jagd gab: \u201eLeichtes Gep\u00e4ck und eine Kugel f\u00fcr einen Hirsch!\u201c Jedes qualitative Urteil endet in einer Bewertung. Dahinter stehen heute jedoch viele verschiedene Deutungshorizonte. Will die Jagd einen Beitrag oder eine Leistung f\u00fcr die Gesellschaft erbringen, braucht es daf\u00fcr Orientierung. Im Mittelpunkt steht die Frage der Werte und wie sie zum Ausdruck gebracht werden. Der Wirtschaftsfaktor Jagd wurde dabei lange Zeit in den Vordergrund gestellt, doch der ist wenig relevant. Wer die Jagd auf die Reduktion von Schalenwildbest\u00e4nden reduziert, vereinfacht, ohne damit den Kern zu treffen. Zu den Kernkompetenzen der Jagd z\u00e4hlt der Einsatz f\u00fcr Wildtier und Lebensraum. Der Kontakt mit den Naturwissenschaften ist daf\u00fcr ebenso eine Basis wie das Verst\u00e4ndnis um die Mensch-Wildtier-Beziehung. Das Wildtier kann Streitpunkt, Sch\u00e4dling, Hindernis oder Beute sein \u2013 es kann aber auch eine faszinierende Verbindung und Br\u00fccke sein. Gemeinsame Werte sind wichtig f\u00fcr den Zusammenhalt in einer Gesellschaft. Matthias Horx definierte: \u201eZukunft entsteht, wenn Beziehungen gelingen.\u201c Und Beziehungen bauen auf gemeinsamen Werten.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Zum Wohl des Wildes Werte schaffen&nbsp;<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Zeiten der Krise sind gute Zeiten f\u00fcr die Philosophie \u2013 die sogenannten \u201ePraktiker\u201c helfen uns hier wenig weiter, wenn ihnen der theoretische Unterbau und eine Leitlinie fehlen. Gerade im Umgang mit Rotwild mangelt es seit Jahren an einer Philosophie, die zwischen Theorie und Praxis vermittelt und die M\u00f6glichkeiten aufzeigt, die nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das \u201eWohl des Wildes\u201c und den Wert der Jagd miteinbeziehen. Wer Praxis auf Strecke und Abschuss reduziert, wird auf seinen Strecken sitzen bleiben. Im Vordergrund geht es um unseren Zugang zum Wildtier.<\/p>"}},{"identifier":"0cc674d0-856b-497e-893d-e0d54d1cd716","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p>Leseprobe aus:<\/p><p><em>Hubert Zeiler: <\/em><a href=\"https:\/\/www.anblick.at\/artikel\/rotwild-in-wort-und-bild\"><strong>\u201eRotwild in Wort und Bild\u201c<\/strong><\/a><strong>.<\/strong><em>&nbsp;<\/em><br><em>192 Seiten, \u00fcber 100 Aquarelle und Skizzen, durchgehend in Farbe, exklusiv gebunden in Naturleinen, Gro\u00dfformat: 29,5 x 29,5 cm. ISBN: 978-3-200-10239-2, Preis: \u20ac 69,- exkl. Versand. \u00a9 Jagdzeitschrift DER ANBLICK<\/em><\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Erh\u00e4ltlich in der <a href=\"https:\/\/www.anblick.at\/artikel\/rotwild-in-wort-und-bild\">ANBLICK-Grei\u00dflerei<\/a><\/p>"}}]}