{"identifier":"e9623740-c839-4156-b9ae-b7b5c062ccf7","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Erstmals Nachweis des Shamonda-Virus in Mitteleuropa","subTitle":"Mitte August 2026 erfolgte der erste Nachweis des Shamonda-Virus (SHAV) oder Shamonda-like-Virus (SHLV) in \u00d6sterreich, nachdem zuvor F\u00e4lle in S\u00fcddeutschland, Frankreich und in der Schweiz beschrieben wurden. \u00dcber Symptome bei Wildwiederk\u00e4uern nach Infektionen mit dem Shamonda-Virus ist noch nichts bekannt, mit vergleichbaren Symptomen, wie sie bei Rindern auftreten, ist zu rechnen, problematisch kann die Infektion von innehabenden St\u00fccken sein.","teaserText":null,"uriPathSegment":"erstmals-nachweis-des-shamonda-virus-in-mitteleuropa","dateTime":{"date":"2026-09-30 02:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/99691f4024d37b3435d69b10d3583bc41b9964a2\/Bilder_1200x616_Deutz_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"c3a14aa2-b454-4f9f-866b-076dd835eaa5","title":"Wildtiergesundheit"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"7ef50724-4f2b-460e-bb02-cbe29624c1fa","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Das Shamonda-Virus (SHAV) ist ein Orthobunyavirus und wurde erstmals in den 1960er-Jahren in Afrika nachgewiesen, seit Sommer 2026 ist der Erreger auch in Mitteleuropa aktiv. Das Virus zeigt eine nahe Verwandtschaft zum Schmallenberg-Virus, \u00fcber das wir im ANBLICK 05\/2012 berichteten. Das Shamonda-Virus wird ebenso wie das seit 2012 in Mitteleu-ropa vorkommende Schmallenberg-Virus (SBV) und das Virus der Blauzungenkrankheit \u00fcber Stechm\u00fccken, vor allem Gnitzen, \u00fcbertragen. Auch eine \u00dcbertragung vom Muttertier auf die Feten w\u00e4hrend der Tr\u00e4chtigkeit ist m\u00f6glich.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Infektion und Symptome<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die Infektion kann zu fieberhaften Allgemeinerkrankungen mit Fressunlust, Durchfall, Lahmheiten und Milchleistungsr\u00fcckgang f\u00fchren, aber vermutlich auch zu Aborten und Missbildungen bei neugeborenen K\u00e4lbern, L\u00e4mmern und Kitzen, wie nach Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus. In der Regel treten also relativ milde Symptome auf. Werden aber tr\u00e4chtige Tiere infiziert, so k\u00f6nnen zeitverz\u00f6gert zum Teil erhebliche Fruchtsch\u00e4den, Fr\u00fchgeburten und Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen auftreten. Nach intrauterinen Infektionen sind Missbildungen an Extremit\u00e4ten, am Kopf und der Halswirbels\u00e4ule m\u00f6glich. Mit Geburt missgebildeter und\/oder lebensschwacher Jungtiere ist abh\u00e4ngig vom Infektionszeitpunkt und der Tragezeit der unterschiedlichen betroffenen Tierarten zu rechnen. Infiziert sich ein Tier in den ersten Tr\u00e4chtigkeitsmonaten, f\u00fchrt das in der Regel zu einem Abort, in sp\u00e4teren Tr\u00e4chtigkeitsphasen kann das Virus schwere Sch\u00e4den am Skelett und Nervensystem der Ungeborenen verursachen. Missbildungen des Skelettes der Feten f\u00fchren h\u00e4ufig zu Schwergeburten. Es w\u00fcrde durchaus Sinn machen, wenn im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr verendete Muttertiere mit im Geburtsweg steckenden Fr\u00fcchten gefunden werden, auch auf Shamonda-Virus zu untersuchen. Aus der Schweiz wurde \u00fcber den Nachweis von Shamonda-Virus im Gehirn von Pferden berichtet. Menschen sind f\u00fcr eine Infektion vermutlich nicht empf\u00e4nglich.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Da es sehr viele \u00dcbereinstimmungen mit dem Schmallenberg-Virus gibt, wird angenommen, dass die Inkubationszeit von der Infektion bis zu den ersten Krankheitssymptomen nur wenige Tage betr\u00e4gt. Ein Gro\u00dfteil der Infektionen f\u00fchrt nicht zu klinischer Erkrankung, sodass die Ausbreitung dieser neuen Erkrankung oft erst nachtr\u00e4glich \u00fcber Antik\u00f6rperuntersuchungen von empf\u00e4nglichen Tieren nachgewiesen wird. Das Infektionsrisiko ist stark von der Witterung abh\u00e4ngig und korreliert mit der Hauptaktivit\u00e4tszeit der Gnitzen, vor allem zwischen Juli und Oktober.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"3c7466f7-25d6-480b-b025-a5957bdc0306","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/bee810ac-0672-41eb-932b-f12378f7dc22","caption":"<p>Fehlgeburten k\u00f6nnen durch eine ganze Reihe von Krankheitserregern verursacht werden. Sie untersuchen zu lassen, macht durchaus Sinn.<\/p>"}},{"identifier":"f7320442-eb0f-4e20-baff-7c171b10db8a","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Behandlung und Meldepflicht<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Selbst bei Haustieren gibt es au\u00dfer einer symptomatischen, fiebersenkenden und entz\u00fcndungshemmenden Therapie keine Behandlungsm\u00f6glichkeiten und ein Impfstoff ist noch nicht entwickelt. Bei erwachsenen Tieren verl\u00e4uft die Krankheit meist mild und die Tiere erholen sich nach einigen Tagen wieder. In \u00d6sterreich ist die Krankheit nicht meldepflichtig und unterliegt keinen beh\u00f6rdlichen Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen. Allerdings stellt sie eine Differenzialdiagnose zu bei Haustieren meldepflichtigen (vektor\u00fcbertragenen) Krankheiten, wie z. B. der Blauzungenkrankheit, dar.<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Diagnostik<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Eine Untersuchung auf Antik\u00f6rper aus dem Blut erlaubt eine Aussage, ob das Tier Kontakt mit dem Virus hatte, eine PCR erm\u00f6glich dagegen, das Virus bzw. Virusbestandteile direkt nachzuweisen. Als Untersuchungsmaterial eignen sich im akuten Krankheitsfall Blut sowie Durchfallkot\/-losung und Abortmaterial. An verendeten Tieren kann der Nachweis aus der Milz versucht werden. Bei missgebildeten oder verendeten Jungtieren kann neben Blut und Milz auch die Untersuchung des Gehirnes oder R\u00fcckenmarkes zielf\u00fchrend sein. Die Dauer der Nachweisbarkeit in Blut bzw. Geweben ist noch nicht gekl\u00e4rt, vermutlich ist es im Blut wie auch Schmallenberg-Virus nur f\u00fcr wenige Tage nachweisbar.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Zuk\u00fcnftig werden wir zunehmend mit Tierkrankheiten und -seuchen konfrontiert werden, die noch vor wenigen Jahren als exotische Krankheiten galten. Einen nicht unerheblichen Einfluss darauf haben die steigenden Temperaturen und damit verbunden auch \u00dcbertr\u00e4ger wie f\u00fcr Mitteleuropa \u201eneue\u201c M\u00fcckenarten, die sich bei uns etabliert haben und mittlerweile auch \u00fcberwintern k\u00f6nnen. Interessierte J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger k\u00f6nnen ma\u00dfgeblich dazu beitragen, dass solche im Nutztierbereich neuen Infektionskrankheiten m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig durch Sicherung von geeignetem Untersuchungsmaterial auch bei Wildtieren nachgewiesen werden k\u00f6nnen.<\/p><p style=\"text-align:right;\"><em>Armin Deutz<\/em><\/p>"}}]}