{"identifier":"29c56cfb-f80f-4360-98e5-025c4cfa4ab8","nodeType":"Inoovum.Site:Document.App.Article","properties":{"title":"Sikawild als jagdliche Bereicherung?","subTitle":"Es gibt in \u00d6sterreich zwei isolierte Vorkommen von Sikawild, eines davon in den Donau-Auen zwischen Tulln und Krems. Hier wei\u00df man um die Herausforderungen, die diese zus\u00e4tzliche Schalenwildart mit sich bringt, sch\u00e4tzt aber gleichzeitig den jagdlichen Mehrwert.","teaserText":null,"uriPathSegment":"sikawild-als-jagdliche-bereicherung","dateTime":{"date":"2026-09-30 02:00:00.000000","timezone_type":3,"timezone":"Europe\/Berlin"},"image":"https:\/\/assets.inoovum.io\/_Resources\/Persistent\/6edc1e4931ac5947749f02900e1df25f85eb543d\/3bb4f2f0c3d49ade94d4ffa11cdbc4f008abb18e\/Bilder_1200x616_Blick-ins-Revier_01-1024x526.jpg","images":[],"categories":[{"identifier":"aff27094-6b27-4f5b-9bd4-bfadbb2b7fba","title":"Im Revier"}],"categories2":[{"identifier":"54ff1b1a-f4ec-411a-9814-87f058779822","title":"Blick ins Revier"}],"public":null},"childNodes":[{"identifier":"c0812acb-3112-4957-bba6-1543b57535bf","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":""}},{"identifier":"7935c86e-a0f5-48fb-b403-c4a6874afce8","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p style=\"text-align:justify;\">Sikawild kommt in \u00d6sterreich seit etwa 130 Jahren in einer \u00f6rtlich sehr begrenzten Population in der N\u00e4he von Tulln sowie einer weiteren vor. Der Sikawildbestand dort wird regul\u00e4r bejagt. Die Strecken sind allerdings r\u00fcckl\u00e4ufig, da es notwendig war, den Wildbestand an die Tragf\u00e4higkeit des Lebensraumes anzupassen. Vor zehn Jahren wurden \u00f6sterreichweit noch an die tausend St\u00fcck pro Jahr erlegt, im Vorjahr waren es nur noch 261. In die Medien hat es die Wildart in den letzten Monaten allerdings aus einem anderen Grund geschafft: Mittels EU-Verordnung 1143\/2014 wurde sie als invasive gebietsfremde Art von unionsweiter Bedeutung eingestuft. Was das f\u00fcr die heimische Fauna bedeuten k\u00f6nnte, wurde bei einem Gespr\u00e4ch mit Forstmeister Erhard Ungerb\u00f6ck und Hegeringleiter Paul Schaufler in den Donau-Auen er\u00f6rtert.&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"a0033af6-c130-46df-a7de-0cb61b259041","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/499249f2-3bc4-403e-8cec-62b2ea442753","caption":"<p>Forstmeister Erhard Ungerb\u00f6ck von der Forstverwaltung Grafenegg mit Hegeringleiter und Abschussnehmer Paul Schaufler im Gespr\u00e4ch \u00fcber die Zukunft des frei lebenden Sikawildes in den Donau-Auen.<\/p>"}},{"identifier":"659c1948-5b40-491c-9692-37e3f234d871","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Konzentriert im Auwald&nbsp;<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Das in freier Wildbahn lebende Sikawild ist auf wenige Reviere verteilt. Eines davon ist die Forstverwaltung Grafenegg mit rund 6.000 Hektar Jagdfl\u00e4che. Ausgehend vom Auwaldkomplex \u201eGro\u00dfer Grund\u201c, hat es sich im Laufe der Zeit sowohl nach Norden \u00fcber die Donau hinweg ausgebreitet als auch nach S\u00fcden in Richtung einiger Waldinseln, die in der intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft als R\u00fcckzugsort f\u00fcr diese aus Asien stammende Schalenwildart fungieren. Erhard Ungerb\u00f6ck ist Forstmeister des Betriebes und legt seinen Standpunkt aus Sicht des Grundeigent\u00fcmers klar. Paul Schaufler ist Abschussnehmer im Revier Utzenlaa als auch Hegeringleiter des Hegerings Donau-Auen und von der Interessenlage eher jagdlich gepr\u00e4gt.<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eF\u00fcr uns als Forstbetrieb sind neben dem Holz Jagd und Fischerei die wichtigsten Betriebszweige. Ich selbst bin seit f\u00fcnf Jahren im Betrieb, das Sikawild begleitet den Betrieb nat\u00fcrlich schon viel l\u00e4nger. Die Urspr\u00fcnge gehen ja auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zur\u00fcck, als der Kaiser vom japanischen Tenn\u014d Sikawild als Geschenk bekommen hat. In dieser Zeit d\u00fcrfte das Sikawild auch hierhergekommen sein und bildet eine von zwei Populationen in Nieder\u00f6sterreich. Die zweite befindet sich auf den Fl\u00e4chen des Habsburg-Lothringen\u2019schen Gutes Persenbeug&nbsp; am Ostrong.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler:<\/strong> \u201eSchwerpunkt des Sikawildes war s\u00fcdlich der Donau. Es gibt dort mehrere Genossenschaftsjagden \u2013 die gr\u00f6\u00dften Fl\u00e4chen besitzen die Forstverwaltung Grafenegg und das Stift Herzogenburg. Wir befinden uns hier in Utzenlaa, n\u00f6rdlich der Donau, bis hierher hat sich diese Wildart sukzessive ausgebreitet, nachdem sie die Donau durchronnen hat.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eUm das r\u00e4umlich einzuteilen: Unsere Betriebsfl\u00e4chen erstrecken sich von \u00f6stlich von Krems bis Tulln, aber nicht durchgehend, sondern mit mehreren Nachbarbetrieben dazwischen. Man kann grob sagen, dass der westliche Teil vom Donaukraftwerk Altenw\u00f6rth stromaufw\u00e4rts das Sikagebiet ist, und \u00f6stlich davon ist der Rotwildlebensraum.\u201c<\/p>"}},{"identifier":"75968505-40da-45a0-b275-7bd73409bbb4","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/9928fa27-3e2f-42f5-9e07-0d003d8865cb","caption":"<p>\u201eSikawild sucht die N\u00e4he zum Wasser, \u00e4st direkt am Ufer. Die stehenden und flie\u00dfenden Gew\u00e4sser hier in der Au durchrinnt es m\u00fchelos\u201c, meint der erfahrene Revierleiter Richard Blochberger.<\/p>"}},{"identifier":"da4b3fa0-af9a-4173-9daf-b4f7708ba052","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Keine Anzeichenvon Hybridisierung<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Die drastischen Schritte, die EU-seitig gegen das Sikawild eingeleitet wurden, werden unter anderem damit begr\u00fcndet, dass sich diese gebietsfremde Art mit dem autochthonen Rotwild verpaaren k\u00f6nnte. Belege daf\u00fcr gibt es sowohl aus Schottland als auch der Tschechischen Republik. In den Donau-Auen scheint das bislang nicht der Fall zu sein.<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eDie Hybridisierung ist bei uns bis jetzt kein Thema. Die r\u00e4umliche \u00dcberschneidung ist ja nur sehr klein, weil sich das Sikawild eher nach Westen ausgebreitet hat. Im ganzen Rotwildlebensraum im Osten kommt Sikawild nur sehr vereinzelt vor, hier in Utzenlaa wird durchschnittlich ein St\u00fcck im Jahr erlegt.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler: <\/strong>\u201eDer&nbsp; Hauptlebensraum des Sikawildes liegt im Raum Preuwitz. Diese Population s\u00fcdlich der Donau war dort auf einer Fl\u00e4che von vielleicht 2.000 oder 3.000 Hektar. Der Hegering hat sogar Sika-Hegering gehei\u00dfen. Mein Hegering Donau-Auen hat urspr\u00fcnglich bei der Donaubr\u00fccke in Tulln begonnen und war nur nordseitig der Donau. Mittlerweile sind auch die Fl\u00e4chen der Forstverwaltung Grafenegg im S\u00fcden dazugekommen.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Zur Hybridisierung will ich noch sagen: Ich habe hier ein Nachbarrevier, das 800 Hektar umfriedete Eigenjagd umfasst. Dort gibt es auch Sikavorkommen und es gab nie irgendwelche \u00dcberschneidungen mit dem Rotwild. Es gibt zwar diesen Mythos, dass die beiden Arten sich verpaaren k\u00f6nnten, aber es hat nie jemand gesehen und es hat auch keinen Hinweis darauf gegeben.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eBis jetzt gibt es keine Hinweise auf eine Hybridisierung. Diese m\u00fcsste bei den Nachkommen genetisch nachweisbar sein, und das sollte einmal untersucht werden.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler:<\/strong> \u201eNoch eine Anmerkung: Unser letzter Ier-Hirsch, der heuer erlegt worden ist, hatte ein Nettogewicht von 185 Kilogramm \u2013 ohne Haupt und aufgebrochen. Ein Sikahirsch wiegt etwa 60 Kilogramm. Bei einem schwachen Berghirsch oder einem schottischen Hirsch kann ich mir eine Verpaarung eher vorstellen.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck: <\/strong>\u201eBei den Tieren ist der Unterschied im K\u00f6rperbau genauso gravierend. Ein Rottier bringt es aufgebrochen auf 80 Kilo oder mehr und ein Sikatier auf 30. Von den verschiedenen Unterarten des Sikawildes d\u00fcrfte unseres zu den kleineren geh\u00f6ren.\u201c<\/p>"}},{"identifier":"7a51fc74-293c-4d85-b371-5493d11a753a","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/1310a74d-7058-41ba-b2cf-94633d64edb3","caption":"<p>Paul Schaufler mit seinem Sika-Einserhirsch aus den Donau-Auen: \u201eF\u00fcr mich als Hegeringleiter ist es wichtig, dass die Altersstruktur passt, das ist jetzt leider nicht&nbsp;<br>mehr so gegeben.\u201c<\/p>"}},{"identifier":"5bd19ae4-118f-4e06-9ff1-acc4b89a5250","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Jagdliche Attraktivit\u00e4t<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wenn Sikawild im Vergleich zu Rotwild eher gering von der Erscheinung ist, stellt sich die Frage, was denn dann den jagdlichen Reiz an dieser zus\u00e4tzlichen Schalenwildart ausmacht.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler: <\/strong>\u201eAus der jagdlichen Perspektive ist ein Sikahirsch schon etwas Besonderes, weil er selten vorkommt. Die Troph\u00e4e ist es eher nicht, die ihn so spannend und attraktiv macht. Es ist mehr das Wildbret, das bekannterma\u00dfen einen h\u00f6heren Fettgehalt hat als das von Rot- oder Damwild und damit sehr gefragt ist. Sikawild ist jedenfalls ein Mehrwert f\u00fcr ein Revier.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck: <\/strong>\u201eAus meiner Sicht stellt das Sikawild keine andere Herausforderung als die anderen Schalenwildarten dar. Es wird genauso bejagt wie die anderen und auch aus forstlicher Sicht nimmt es keine Sonderstellung ein. Unser Sikawild in den Donau-Auen sch\u00e4lt zwar nicht, anderswo d\u00fcrfte das anders sein. Vielleicht liegt es daran, dass es in der Population quasi kulturell nicht an die Nachkommen weitergegeben wird. Man wei\u00df ja auch von Rotwild, dass sch\u00e4lendes in ein Gatter eingebracht wurde, wo es diese Tradition nicht gab, und die haben denen das Sch\u00e4len gelernt.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler:<\/strong> \u201eIch glaube auch, dass das nicht in der Genetik drinnen ist, sondern ein Verhaltensmuster. Wenn man in der Literatur nachliest, gibt es ja nicht die eine Antwort auf die Frage: Warum sch\u00e4lt das Rotwild? Es kann mehrere Faktoren geben und es gibt ja auch nicht den einen Heilprozess, sondern einen Ma\u00dfnahmenkatalog und einen Ursachenkatalog. Und wenn man an die Au denkt: Die Esche war sicherlich die Baumart, die am meisten gef\u00e4hrdet war. Durch das Eschentriebsterben ist die jetzt mehr oder weniger weg.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Feuchtstandorte bevorzugt?&nbsp;<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Sikawild konzentriert sich um die Donau-Auen. Sind feuchte Standorte sein bevorzugter Lebensraum?<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler:<\/strong> \u201eIch jage hier seit mehr als 20 Jahren, aber so trocken wie heuer war es \u00fcberhaupt noch nie. Wir haben sonst eher die Problematik mit Hochwasser. In den letzten 30 Jahren haben wir drei sogenannte Jahrhunderthochwasser verzeichnet. Aber nat\u00fcrlich: Es gibt noch Wasser, Teiche, Gie\u00dfg\u00e4nge und Sikawild mag den feuchten Lebensraum. Vom Anspruch an das Biotop w\u00fcrde ich es eher mit dem Rotwild vergleichen als dem Rehwild.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eDen Beobachtungen unseres erfahrenen Revierleiters Richard Blochberger nach sucht das Sikawild die N\u00e4he zum Wasser, \u00e4st direkt im Uferbereich und scheint eine Vorliebe daf\u00fcr zu haben, direkt im Wasser zu verweilen. Die stehenden und flie\u00dfenden Gew\u00e4sser hier in der Au durchrinnt es auch ganz m\u00fchelos.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Sozialstruktur und Zielalter<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Wenn Sikawild \u00e4hnlich dem Rotwild zu bewirtschaften ist: Welche Zielsetzungen werden hier konkret verfolgt? &nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck: <\/strong>\u201eIm Revierteil Gro\u00dfer Grund hat es sehr hohe Best\u00e4nde gegeben. Man hat sich bem\u00fcht und es auch geschafft, diese zu reduzieren. Es hat ein absolutes Ungleichgewicht zwischen Sikawild und Lebensraum geherrscht.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler: <\/strong>\u201eHerr Ungerb\u00f6ck und ich sind nicht immer einer Meinung, aber in dem Fall gebe ich ihm recht \u2013 das war zu viel. Und am Ende des Tages ist die H\u00f6he des Bestandes immer eine Eigent\u00fcmerentscheidung. F\u00fcr mich als Hegeringleiter ist es wichtig, dass die Altersstruktur passt, das ist jetzt leider nicht mehr so gegeben.\u201c<\/p><p><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eEin Revier, in dem ich Sikawild habe, ist jagdlich nat\u00fcrlich attraktiver, als wenn ich dort nur Reh- und Schwarzwild h\u00e4tte. Auch unsere Jagdkunden nehmen sich lieber ein Revier, in dem auch Sika vorkommt. Man muss \u2013&nbsp;<br>ganz gleich wie bei den anderen wiederk\u00e4uenden Arten \u2013 einfach dahinter sein, dass die Population limitiert bleibt.&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">Und zum Altersthema: Wir gehen schon davon aus, dass wir einen \u00dcberhang beim weiblichen Wild haben \u2013 \u00e4hnlich wie beim Rotwild. Und wir bem\u00fchen uns sehr, dass wir das bei den Absch\u00fcssen auch entsprechend abbilden. In den letzten Jahren waren es rund 20 Prozent Hirsche, der Gro\u00dfteil davon Schmalspie\u00dfer. Bei der Altersstruktur l\u00e4sst sich sicher noch etwas verbessern. Man muss sich aber klar sein: Wir sind nicht alleine in der Au. Es gibt Nachbarbetriebe, es gibt Genossenschaftsjagden, man hat das aus meiner Sicht nicht vollst\u00e4ndig in der Hand.\u201c&nbsp;<\/p>"}},{"identifier":"5a18fd86-4fce-4eff-8704-47bc0f4733af","nodeType":"Neos.NodeTypes:Image","properties":{"image":"https:\/\/www.anblick.at\/media\/thumbnail\/e4c43177-c65d-465b-838a-00c67c0ea65f","caption":""}},{"identifier":"66716f64-25c2-4834-983f-889b57fd3756","nodeType":"Neos.NodeTypes:Text","properties":{"text":"<p><strong>Zielalter f\u00fcr Erntehirsche<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">Bei Rotwild nimmt die Geweihmasse mit dem K\u00f6rpergewicht und dem Alter linear oder sogar exponentiell zu, w\u00e4hrend das Geweih eines Sikahirsches zumindest f\u00fcr Au\u00dfenstehende nur geringe Ver\u00e4nderungen durchmacht, eher vergleichbar mit dem Krickel eines mehrj\u00e4hrigen Rehbocks. Was ist hier das Ziel?<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler:<\/strong> \u201eDas stimmt, aber das Zielalter des Einserhirsches liegt bei acht Jahren. Die Troph\u00e4e ist es nicht, weil 90 Prozent der Sikahirsche eine Acht-Enden-Troph\u00e4e tragen.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck: <\/strong>\u201eEs ist eher die Frage, ob es f\u00fcr die J\u00e4ger einen Unterschied macht, ob der Sechser- oder Achtersika sechs Jahre oder acht Jahre alt ist.\u201c<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler: <\/strong>\u201eDa bin ich voll und ganz bei Ihnen. Es macht aber einen Unterschied, ob es sich um einen IIIer-, IIer- oder Ier-Hirsch handelt. Ein J\u00e4ger, der keine Sikawild-Erfahrung hat, kann das schwer erkennen. Der Unterschied in der Geweihmasse liegt zwischen zehn und zwanzig Prozent.\u201c &nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\">&nbsp;<\/p><p><strong>Umgang mit invasiven Arten<\/strong><\/p><p style=\"text-align:justify;\">In den Donau-Auen gibt es neben dem Sikawild noch zahlreiche andere Arten, die nicht autochthon sind. Die Kanadische Goldrute bildete beinahe undurchdringliche Teppiche, Japanischer Staudenkn\u00f6terich, Robinie oder G\u00f6tterbaum sind weitere Neophyten, die sich in neuen Lebensr\u00e4umen dauerhaft etabliert haben. \u00c4hnliches scheint f\u00fcr das Sikawild zu gelten. So wie es aussieht, haben Mensch und Hirsch sich in den Donau-Auen gut arrangiert und es gibt gro\u00dfes Interesse daran, diese Wildart zu erhalten.<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eWas in den Medien war, betrifft ja das Farmwild. Mir ist nichts bekannt, dass wir das Sikawild ausrotten m\u00fcssen.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Paul Schaufler: <\/strong>\u201eNein! Es gibt mittlerweile eine entsprechende EU-Verordnung, durch die das Sikawild als invasive gebietsfremde Art von unionsweiter Bedeutung eingestuft wurde.\u201c&nbsp;<\/p><p style=\"text-align:justify;\"><strong>Erhard Ungerb\u00f6ck:<\/strong> \u201eIch sehe das ein wenig wie den generellen Kampf gegen Neobiota. Lokal auf kleiner Fl\u00e4che kann es Sinn machen und gelingen, aber es ist v\u00f6llig utopisch, eingeschleppte Arten vollst\u00e4ndig aus der heimischen Natur entfernen zu wollen.\u201c<\/p>"}}]}