Jagdkultur
Jagd und Sprache
Die Jägersprache ist auffallend bildhaft, zweckmäßig, ja nicht selten auch humorvoll bis kauzig. Bis zu 13.000 Wörter umfasste sie in ihrer Blütezeit allein im deutschen Sprachraum. Harald W. Vetter hat Anmerkungen zu Strukturen und Sinn derselben zusammengetragen.

Ein großer Philosoph stellte einmal fest, dass "die Sprache das Haus des Seins ist". Ohne diese wäre das Menschentum seines Menschseins beraubt, es gäbe keine Vorstellung von irgendetwas, keine gemeinsame Verständigung und folglich auch kein gemeinsames Handeln. Die Weidmannssprache entwickelte sich spätestens seit dem Hochmittelalter, also so um das 12. Jahrhundert. Sie war seinerzeit eine eindeutige Zunftsprache, die Adel und Klerus verwendeten, um sich vom "gemeinen Volk" strikt abzugrenzen. Erst mit dem 19. Jahrhundert kam es zu einer gewissen Vereinheitlichung, die allerdings die zahllosen regionalen Besonderheiten noch nicht ganz ausschloss.
Verlust des Wortschatzes
Die Jagdidiome in Tirol beispielsweise unterscheiden sich naturgemäß sehr von denen aus Norddeutschland oder Bayern. Wir gehen heute von einem insgesamten jagdlichen Wortschatz von etwa 13.000 Ausdrücken allein im deutschen Sprachraum aus. Geblieben sind davon heute höchstens bis zu 3.000 Wörter, die längst nicht mehr jeder kennt. Die Jagdsprache ist also im wahrsten Sinne des Wortes "auf der Strecke geblieben". Und wer weiß heute noch, was das ursprünglich bedeutet hat? Allerdings kommen zum heutigen "Sprachfundus" auch neue Benennungen hinzu, die größtenteils technischer bzw. angelsächsischer Natur sind. Ruft man das deutsche Sprachwörterbuch "Duden" auf, um nach verschiedenen Wörtern oder deren Synonymen zu suchen, wird man sehr rasch feststellen, dass viele davon nur mehr als rein "bildungssprachlich" bezeichnet werden, daher gewissermaßen bereits "ausgesondert" worden sind. Das ist bedauerlich, ja traurig, aber das zeigt uns nur die Realität in Wort und Schrift an.
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Jagareien aus Norwegen
Von Spuren, Regeln und Realitäten
Die Verwaltung großer Beutegreifer gehört zu den heikelsten Aufgaben moderner Wildtierpolitik, und kaum irgendwo wird das deutlicher als in Norwegen. Der Wolf nimmt dort eine bemerkenswert polarisierende Rolle ein. Für die einen ist er ein Symbol unberührter Natur, für die anderen ein vierbeiniger Störenfried, der Schafe, Jagdtraditionen und gelegentlich die Blutdruckwerte herausfordert.

Der bestätigte Einstand der Wölfe wird von einer Schützenkette umschlossen, die bis zu 200 Personen umfassen kann. Lange Stunden des Wartens in zweistelligen Minusgraden gehören zum Standardprogramm bei der norwegischen Wolfsjagd.
Nach Jahrhunderten intensiver Verfolgung galt der Wolf in Norwegen als ausgerottet, bis Schutzmaßnahmen ab den späten 1900er-Jahren zu einer zwar bescheidenen, aber spürbaren Erholung führten. Diese Entwicklung begeistert jedoch nicht alle. Viele Menschen hätten die Rückkehr des Wolfes lieber in einer Region gesehen, die möglichst wenig mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit zu tun hat. Das altbekannte NIMBY-Phänomen – "Not in my backyard" – hat in der norwegischen Raubwilddebatte folglich einen festen Platz.
Eine schmale Zone mit großer Verantwortung
Das norwegische Wolfsmanagement ist ein Balanceakt. Es versucht, internationale Schutzverpflichtungen zu erfüllen und gleichzeitig die Interessen ländlicher Bevölkerungsteile zu berücksichtigen, die der Wolf direkt betrifft. Offiziell geschützt ist der Wolf vor allem in einer klar definierten Wolfszone im Südosten des Landes. Diese umfasst Teile von Oslo, Akershus, Østfold und Innlandet und macht weniger als fünf Prozent der Landesfläche aus. Die
schmale Zone grenzt an Schweden und fungiert als politisch definierte Kernzone, in der Wölfe toleriert werden.
Dass diese vergleichsweise kleine Fläche einen Großteil der nationalen Verantwortung trägt, sorgt naturgemäß für Spannungen. Viele Menschen innerhalb der Zone empfinden es als ungerecht, dass gerade ihre Region die Hauptlast des Wolfsvorkommens tragen soll, während Schafhalter in anderen Landesteilen das Thema mit gewisser Erleichterung aus der Ferne betrachten. Verstärkt wird der Konflikt durch die Tatsache, dass jährlich rund zwei Millionen Schafe weitgehend unbeaufsichtigt durch Wälder und Berge streifen, während die Zahl der Wölfe landesweit relativ gering ist. Das Zusammenspiel dieser Faktoren bildet den Hintergrund für viele Diskussionen, die selten sachlicher ausfallen, wenn ein Wolf tatsächlich auftaucht.
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Branchengespärche
Über die Konstanz kupferner Kugeln
Zahlreiche kleine Unternehmen haben die Bleidiskussion zu ihren Gunsten genutzt und sich eine Nische am Munitionsmarkt geschaffen. Eines davon ist Ibex Precision Hunting aus Bischofshofen. Geschoße als auch Munition hat es im Programm.

Die Firma Ibex hat in einem sehr schmalen Marktsegment Fuß gefasst. Wie ist die Geschäftsidee dazu überhaupt entstanden?
Eckhart Forster: Wir haben damals eine Jagd mit relativ großen Schussdistanzen gehabt. Im Jagdkurs lernen wir zwar, dass die Grenze für den jagdlichen Schuss 200 Meter sind, aber wenn du dann ein Almrevier hast, wo dann auch ab und zu Schüsse auf 350 bis 400 Meter notwendig sind, musst du dich mit Präzision befassen und Kalibern und hast das natürlich am Schießstand trainieren müssen. Wenn das Treffen dann auf der Scheibe funktioniert, kann man sich einen jagdlichen Schuss auch zutrauen. Dafür brauchst du Funktion und Präzision. Und genau das war unser Anspruch: Wir wollten ein Geschoß entwickeln, das diese Anforderungen erfüllt. Über die Erfahrungen mit Berufsjägern ist dann die Firma Ibex entstanden.
In welchem Zeitraum hat sich das entwickelt?
Eckhart Forster: 2007 haben wir mit dem ersten Geschoß begonnen, damals noch auf einer großen industriellen Maschine. Manfred Berger hat die dann weiterentwickelt, damit wir die Fertigung optimieren können. Die Firmengründung der Firma Ibex Precision Hunting GmbH war 2015 und die Markteinführung der industriellen Patrone 2017. Das Geschoß wird bei uns im Haus gefertigt und die Patrone bei der Firma Sax in Deutschland. Wir lassen das mehr oder weniger in Lohnfertigung dort machen.
Ihr Anspruch an das neue Geschoß waren also Funktion und Präzision. Wie kann man sich das vorstellen?
Eckhart Forster: Vom Jagdgeschoß erwartet man immer eine rasche, sichere Tötungswirkung, das ist die Nummer eins. Eine hohe Präzision wollen wir auch und dann noch geringe Fluchtstrecken, wenig Wildbretentwertung, eine gute Tiefenwirkung und so weiter. Das schaut am Papier alles gut aus, aber das musst du dann einmal entwickeln. Eine Schwierigkeit dabei ist, dass es kein zertifiziertes Verfahren gibt, wie du ein Geschoß testen kannst.

Carl Gremse von der Hochschule Eberswalde hat einmal die Energieabgabe von 1.500 Joule in den ersten 15 Zentimetern Wildkörper als Basis vorgeschlagen.
Eckhart Forster: Genau. Und mit den Seifenblockbeschüssen lässt sich bereits im Vorfeld sagen, in welchem Bereich wir mit einer neuen Konstruktion liegen werden. Unsere Geschoße gehen dann aber weiter an Berufsjäger, die diese in der Praxis testen, bevor wir sie freigeben. Bei uns sind im Verkauf auch nur jene, von denen wir ganz genau wissen, wie viele Abschüsse damit getätigt worden sind.
Trotzdem bleibt es bei einer subjektiven Beurteilung der Geschoßwirkung.
Eckhhart Forster: Wir bräuchten eine Norm, mit der man die Wirkung und die Energieabgabe von einem Geschoß messen kann. Aber wer legt fest, was an der Tötungswirkung ausreichend ist und was nicht? Die Gesetze, die wir jetzt haben – 2.000 Joule als rotwildtauglich auf 100 Meter –, sind in Wahrheit nicht mehr Stand der Dinge. Weil eine Stahlkugel mit dem gleichen Gewicht und der gleichen Geschwindigkeit wie ein Jagdgeschoß hat auch die gleichen Joule. Die Auftreffenergie ist nicht entscheidend für die Tötungswirkung! Entscheidend ist: Was hab ich für eine Auftreffenergie und was ist die ausgetretene Energie am Ausschuss. Die Energieabgabe dazwischen ist meine Tötungswirkung – nicht mehr und nicht weniger. Und dann geht es noch darum, wie viele Arterien ich zerstören kann, damit das Stück ausschweißt.
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Waffe, Schuss & Optik
P.E.A.C.E. ORS-1: Präzision aus Oberösterreich
Bei der Präzision tolerieren Jäger heute keine Abstriche mehr. Die moderne Waffentechnik kennt genau die Kriterien, wie sie zu erreichen ist. Das Start-up-Unternehmen P.E.A.C.E. im öberösterreichischen Schlierbach wagt sich ins hart umkämpfte Feld der Costum-Präzisionsrepetierer vor.

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