Im Revier

Was kommt nach dem Feuer?

Menschen verbinden Brände mit existenzbedrohenden oder lebensgefährlichen Situationen, doch Wildfeuer sind so wie auch Lawinen oder Überflutungen natürliche Ereignisse, an die sich Wildtiere genauso wie Bäume und Sträucher über Jahrtausende angepasst haben. Die Wiederbesiedelung verkohlter Flächen erfolgt oft erstaunlich schnell.

70 Hektar Wald standen in Flammen. Etwa eineinhalb Monate nach "Brand aus" besuchte DER ANBLICK den zuständigen Förster Florian Soritz, der Einsicht in sein Revier nahe Graz gestattete. Es ist erstaunlich zu sehen, wie rasch Gams- und Rehwild sich die verkohlten Flächen zurückerobert haben.

Das heurige Frühjahr war in ganz Österreich von der starken Trockenheit geprägt. Am 25. April entzündete sich im Stiftswald von Rein aus ungeklärten Gründen ein Feuer, das sich durch Wind und die ernome Trockenheit sehr rasch auf rund 70 Hektar ausbreitete. 17 Tage lang waren 2.500 Einsatzkräfte mit unzähligen Feuerwehrfahrzeugen und mehreren Hubschraubern vor Ort und bekämpften unter schwierigen Bedingungen die Flammen und die entstandenen Glutnester. Der Ortsteil Rein der Gemeinde Gratwein-Straßengel im Bezirk Graz-Umgebung liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Graz und dort befindet sich das Zisterzienserstift Rein und dessen Forstbetrieb mit einer Gesamtfläche von 2.000 Hektar.

 

Wir stehen hier im Revierteil Hochstein, wo sich das Feuer entfacht und ausgebreitet hatte. Welcher Bestand befand sich auf diesen Flächen und kann man den Schaden bereits beziffern?

Florian Soritz: Etwa zwei Drittel der Fläche bestanden aus fünf bis zehn Meter hohen Jungmischbeständen, die nach dem Paula-Windwurf im Jahr 2008 aufgeforstet wurden. Die Zerstörung dieser Bestände ist besonders dramatisch, da dieses Holz zum einen keinen Erlös mehr bringt und zum anderen in den vergangenen 18 Jahren enorm viele Arbeitsstunden und finanzielle Mittel in Aufforstung und Pflege investiert wurden. Der Bestand der restlichen Brandfläche war Baumholz mittlerer Stärke. Die aktuelle Schadenshöhe kann noch nicht genau festgestellt werden, aber diese wird sich schätzungsweise im siebenstelligen Bereich bewegen.

 

Welche Schritte sind jetzt zu Beginn des Wiederaufbaues wichtig? 

Wir sind gerade dabei, das Schadholz mittels Seilkran und Forstschlepper aufzuarbeiten. Bäume, bei denen noch eine Überlebenschance besteht, werden als Mutterbäume sowie zur Beschattung auf den Flächen belassen. Nicht mehr verwertbares Holz verbleibt als ökologisch wertvolles Totholz im Bestand. Derzeit wird gemeinsam mit der Sägeindustrie geprüft, inwieweit das vom Brand betroffene Holz noch verwertet werden kann.

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