Heft Juni 2021


Themen im aktuellen Heft:
 

Auch Waldgams können alt werden

 

Rotwildlebensraum beeinflussst den Geweiaufbau

 

35 Jahre nach Tschernobyl: Konsum von Pilzen und Wildbret unbedenklich!

 

Fausfeuerwaffen im jagdlichen Einsatz

Im Revier

Auch Waldgams können alt werden

Waldgams sind nicht automatisch Forstschädlinge, die es auf Begegnung zu erlegen gilt. Mit kluger Jagd lässt sich nämlich der Wildbestand in der Jugendklasse regulieren, womit die Ernteklasse durchwachsen kann. Oberförster Heinrich Rappold zeigt in einem Gleinalmrevier, wie das geht.

 


Im Revier

Rotwildlebensraum beeinflussst den Geweiaufbau

Die Ergebnisse einer italienischen Studie bestätigen, was viele schon vermutet haben. Das Landschaftsmosaik beeinflusst die individuelle Entwicklung von Rotwild auch auf kleinräumiger Ebene. Dies kann bei Hirschen anhand von Körpergewicht und Geweihentwicklung festgestellt werden. Besonders trifft das auf Spießer und Hirsche der Jugendklasse zu.

Jeder, der sich mit Hirschgeweihen auseinandersetzt, weiß, dass es je nach Lebensraum und Äsungsqualität unterschiedlich starke Geweihe gibt. Je nach Herkunftsgebiet sind diese „männlichen Geschlechtsmerkmale“ verschieden ausgeprägt. Bekannt und bewusst wird uns dies vor allem, wenn wir Ungarnhirsche mit Berghirschen vergleichen oder wenn wir Auhirsche schottischem Rotwild gegenüberstellen. Unterschiede sind aber auch in einer Population auf räumlich viel kleineren Ebenen möglich, wie zum Beispiel auf den Berghängen ein und derselben Bergkette. Luca Corlatti ist ein italienischer Wildbiologe, der sich viel mit Gams beschäftigt. Ab und zu forscht er mit Kollegen aber auch über Rotwild. Am mittleren Apennin zwischen Bologna im Osten und Pistoia im Westen sammelten die Italiener über 20 Jahre Daten über Geweihe, Körpergewicht und Alter der Hirsche. Das Untersuchungsgebiet umfasste eine Fläche von 140.000 ha und erstreckte sich auf beiden Seiten des Apennins. Die Berge reichen dort bis 1.600 m Seehöhe. Charakteristisch sind Wälder aus Hopfenbuchen, Zerreichen, Ahorn und Buchen; Nadelholz gibt es wenig. Auf den Nordhängen in der Provinz Bologna erstreckt sich eine abwechslungsreiche Landschaft mit vielen eingestreuten Wiesen, Äckern und Waldinseln. Auf den Südhängen in der Provinz Pistoia dominieren ausgedehnte Wälder und nur wenige Flecken mit Wiesen und Kulturland. Im Norden ist das Angebot an Wiesen und Feldern dreimal größer als im Süden. Rotwild wurde Anfang der 1960er-Jahre eingebürgert. Die Frühjahrswilddichte liegt bei etwa zwei Stück pro 100 ha. Es gibt keine Winterfütterung. Neben Rotwild kommen Schwarzwild, Rehwild, Damwild und auch der Wolf vor.

Wie viel investiert ein Hirsch 

in den Geweihaufbau? Die Hirsche in Bologna schieben stärkere Geweihe als jene in Pistoia. Bei erwachsenen Hirschen – das sind jene, die fünf Jahre und älter sind – war das Geweihgewicht im Norden durchschnittlich um 20 % höher als im Süden. Die schwersten Geweihe wogen in Bologna 10,8 kg, in Pistoia waren es 6,7 kg. Gemessen wurde hier nur das reine Geweihgewicht ohne Schädel; dieser wiegt in der Regel rund 1,4 kg, bei starken Hirschen 1,6 kg. Das heißt, das starke Geweih mit 10,8 kg kommt dann mit Schädel auf 12,4 kg. Doch es geht hier weniger um Kilo und Gramm, interessant ist dabei, dass die Lebensräume und das Nahrungsangebot auf ein und demselben Gebirgszug diese Unterschiede erklären. Die größten Schwankungen in der Geweihmasse treten bei den Einjährigen auf. Das Körpergewicht der Hirsche nahm auf den Südhängen bis zum 6. Lebensjahr zu, auf den produktiveren Nordhängen bis zum 7. Lebensjahr. Die Hirsche aus dem Bezirk Bologna waren in allen Altersklassen schwerer. Die Italiener heben besonders hervor, dass alle Einjährigen im Süden Erstlingsspieße geschoben haben. Im Norden haben bereits die Einjährigen deutlich mehr in ihr Erstlingsgeweih investiert. Im Durchschnitt waren hier die Spieße 40 cm lang, es gab aber auch Spießer mit bis über 60 cm langen Stangen; 13 % der Einjährigen zeigten sogar Gabeln oder Kronen. Luca Corlatti und sein Kollege Stefano Mattioli führen dies auf das besonders gute Nahrungsangebot im späten Frühling sowie im Frühsommer zurück. Das heißt, hier spielen auch Vegetationsentwicklung und Landwirtschaft eine Rolle, Schwankungen von Jahr zu Jahr sind möglich. Die Einjährigen können es sich in guten Lebensräumen mit viel Nahrungsangebot leisten, die zur Verfügung stehende Extraenergie in den Geweihaufbau zu stecken. Einjährige reagieren besonders stark auf das verfügbare Nahrungsangebot, wobei hier auch die Kondition der Mutter sowie deren Milchleistung eine Rolle spielen. Die Entwicklung der Einjährigen lässt jedenfalls gut auf deren späteren Status sowie auf Körpergewicht und Fortpflanzungserfolg schließen. Das ist auch von Rotwild aus Gatterhaltung bekannt.

 

Den gesamten Beitrag von Hubert Zeiler finden Sie in unerer Juni-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

35 Jahre nach Tschernobyl: Konsum von Pilzen und Wildbret unbedenklich!

Der Reaktorunfall am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl in der heutigen Ukraine setzte große Mengen Radioaktivität frei, was zumindest bei Schwarzwild und Pilzen heute noch regional nachweisbar ist.


Waffe, Schuss & Optik

Fausfeuerwaffen im jagdlichen Einsatz

Faustfeuerwaffen zählen zu den gefährlichsten Waffen im Jagdeinsatz, da sie so klein und handlich sind, gleichzeitig aber eine große Feuerkraft besitzen. Deshalb ist es umso wichtiger, mit ihnen besonders vorsichtig umzugehen. Das lässt sich lernen, denn es gibt diesbezüglich nun ein Seminarangebot.

Das Waffengesetz gewährt Jägern großzügige Ausnahmen, was das Führen von Waffen angeht. Sie müssen im Gegensatz zu Nichtjägern auch keinen „Waffenführerschein“ machen, um Pistolen oder Revolver besitzen oder führen zu dürfen, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Jäger hierin besonders geschult verlässlich sind. Ob das in der Praxis auch tatsächlich immer so ist, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist jeder gut beraten, sich hier im ureigensten Interesse fortzubilden, damit nichts passiert. Eine Möglichkeit hierfür bietet das Seminar „Faustfeuerwaffen im jagdlichen Einsatz“, das gemeinsam von Michael Kohl, Stefan Schwarz sowie der Steirischen Landesjägerschaft angeboten wird.

 

Halbtagesseminar in Zangtal

Die Vortragenden sind allesamt erfahrene Berufswaffenträger, die auch in der Schießausbildung tätig sind. Entsprechend teilt sich das Kursangebot in mehrere Blöcke, die in einem guten halben Tag hintereinander abgearbeitet werden. Austragungsort ist die Kettner Schießarena in Zangtal, wo ein großzügig angelegtes Areal im Freien als auch Schießstände unter Dach viele Möglichkeiten zum Trainieren bieten. Am Beginn steht natürlich eine ausführliche Sicherheitsunterweisung, bevor Trockentraining und der scharfe Schuss auf die Teilnehmer warten.

 

Disziplin!

Mehr noch als bei Langwaffen gilt es beim Hantieren mit Kurzwaffen, hochdiszipliniert zu sein. Das Ausbildnerteam Michael Kohl und Stefan Schwarz haben dafür vier Leitsätze definiert, die es unter allen Umständen einzuhalten gilt. 1.) Gedankendisziplin: „Jede Schusswaffe ist grundsätzlich so zu behandeln, als ob sie geladen wäre!“ 2.) Mündungsdisziplin: „Richte die Mündung einer Waffe niemals auf Lebewesen oder Gegenstände, die du nicht verletzten oder erlegen bzw. beschädigen möchtest!“ 3.) Abzugsdisziplin: „Finger weg vom Abzug, bis die Waffe auf das Ziel gerichtet ist und du bereit bist zu schießen! Finger lang!“ 4.) Verantwortung: „Vor dem Schuss ist das Ziel eindeutig zu identifizieren. Achte auf die Umgebung dahinter. Du bist alleine für jeden abgegebenen Schuss und die Folgen verantwortlich!“ Diese Regeln sind selbsterklärend und brauchen an sich nicht näher erläutert zu werden, da sie ohnehin auch im Jagdbetrieb uneingeschränkt gelten.

 

 

 

Trockentraining an der Waffe

„Wettkampfschützen trainieren etwa zu 70 % trocken und nur zu 30 % mit der geladenen Waffe. Das Endergebnis ist nämlich in beiden Fällen praktisch das gleiche“, erläutert Michael Kohl und ergänzt: „Das hat den Vorteil, dass man auch im Keller oder im Badezimmer üben und Anschlagfehler beispielsweise selbst im Spiegel überprüfen kann.“ Sein Kollege Stefan Schwarz fügt hinzu: „Eine gute Hybridlösung zwischen reinem Trockentraining und scharfem Schuss stellt die Verwendung von CO2-Pistolen dar. Der Vorteil liegt darin, dass man in Bezug auf Funktionsweise der Waffe als auch Treffersitz stets ein Feedback bekommt.“ Neben den sicherheitsrelevanten Themen geht es hier vor allem um eine schnelle und zuverlässige Erfassung des Ziels, also mehr um intuitives Schießen, als um größtmögliche Präzision. Am besten lässt sich das schrittweise einlernen, indem man mit der richtigen Grundstellung und Waffenhaltung beginnt. Daher stellt man sich breitbeinig in leichter Schrittstellung hin, da man so am stabilsten steht und am schnellsten reagieren kann. Dann wird die Kurzwaffe mit der Schusshand aus dem Holster gezogen und auf Brusthöhe gebracht. Dort trifft sie auf die offene, rund 45° nach unten geneigte Führungshand. Beide umschließen den Pistolengriff, wobei beide Daumen in Längsrichtung unterhalb des Schlittens ruhen und die Führungshand etwa zwei Drittel der aufzuwendenden Griffkraft übernimmt. Von der Brust weg „sticht“ die Waffe ins Ziel, bis aus Armen und Schultern ein stabiles Dreieck entsteht. Erst jetzt führt man den Finger an den Abzug und zieht diesen gleichmäßig bis zum Brechen des Schusses durch.

 

Den ausführlichen Beitrag finden Sie in unserer Juni-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.

 

Anmelung zum Seminer: Steirische Landesjägerschaft


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