Heft Jänner 2020


Themen im aktuellen Heft:
 

Kaiserstände für die Saujagd

 

Fuchsranz hautnah

 

Stummes Sterben

 

Was ist dran am Kugelschlag?

Praxiswissen für Revierbetreuer

Kaiserstände für die Saujagd

Eine gewisse Unwägbarkeit macht den Reiz der Jagd zwar aus, der erfahrene Jagdleiter kann aber doch einiges dazu beitragen, die Standwahl zu optimieren. Erfolgsgarantie gibt es dennoch nicht, doch die Wahrscheinlichkeit, dem einen oder anderen Gast einen Kaiserstand anbieten zu können, steigt immens an.

Leider finden Saudrückjagden in so manchem Revier noch immer in Form von Standtreiben wie einst die Hasenjagden im Wald statt. Der Misserfolg in Form von geschlossen durchbrechendem Wild, schlechten Treffern und vielen Nachsuchen ist stets die Folge. Bewegungsjagden auf Sauen müssen wie andere Schalenwildjagden auch auf großer Fläche (500 bis 1.000 ha pro Trieb) so ausgerichtet werden, dass sämtliche Einstände des Wildes punktuell und zeitgleich beunruhigt werden und die Schützenstände dazwischen auf ganzer Fläche an den Fluchtwechseln stehen, wenn man gesund und erfolgreich aus der Nummer herausgehen will.

Bei Schneelage lassen sich diese tradierten Wechsel leicht ausgehen und ihr Verlauf wird in der Revierkarte verewigt. Manchmal führen sogar verschiedene feste Wechsel aus einem Einstandsgebiet heraus. Welchen Weg die Sauen dann allerdings nehmen, hängt aber letztendlich von unterschiedlichen Faktoren ab und lässt sich eben nicht verlässlich vorab bestimmen. Meist vertrauen sie bei längeren Fluchten ihrer Nase und streben gegen die Windrichtung an. Doch das ist eben Jagd! Der erfahrene Jagdleiter weiß darum und erstellt deshalb Alternativstände für unterschiedliche Windrichtungen oder Zusatzstände, so dass jeder Wechsel an einem erfolgsträchtigen Platz jeweils von einem Schützen überwacht werden kann. Vor allem die bekannten Fernwechsel sollten unbedingt an mehreren Stellen mit Ständen versehen werden, denn nur sehr selten verlassen einmal beschossene Rotten ihren eingeschlagenen Fluchtweg und laufen in der Folge gleich mehrmals Schützen an.

 

Mehr dazu verrät Wildmeister Matthias Meyer in unserer Jänner-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Unser Wild im Jänner

Fuchsranz hautnah

Was genau bei der Fuchsranz vor sich geht, bleibt dem menschlichen Beobachter meist verborgen. Erst durch moderne Hilfsmittel ist es möglich, das Verhalten während der Nacht und sogar im Bau zu verfolgen und daraus Schlüsse zu ziehen. Wildbiologen sind nun also hautnah am Geschehen dran.

Für den Rotfuchs beginnt in diesen kalten Tagen die heißeste Phase des Jahres. Während der Jäger mit den Abläufen der Fortpflanzung vieler heimischer Wildarten sehr vertraut ist, entzieht sich bei Reineke aufgrund des nächtlichen Aktivitätshochs vieles seinen Blicken. Bis heute bestehen deshalb gewisse Unsicherheiten, was im Einzelnen in dieser Zeit geschieht. Erst die Entwicklung modernen Techniken hat Dinge an den Tag befördert und für uns sichtbar gemacht. Denn mit dem Einsatz von GPS-Ortungssendern kann nicht nur die Raumnutzung lückenlos nachvollzogen werden, es kann auch überwacht werden, was die Tiere gerade machen. Schließlich ermöglichen genetische Verfahren zu ermitteln, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis die Tiere eines Untersuchungsgebietes zueinander stehen, und geben auf diese Weise ganz neue Einblicke. Die Ranz zieht sich in unseren Breiten von Ende Dezember bis in den Februar hinein. In Nordeuropa (Norwegen, Nordschweden oder Finnland) ranzen die Rotröcke jedoch erst Ende März. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Welpen in einer Phase zur Welt kommen, in der die Nahrungsbedingungen (Fraßangebot) günstig sind. Rotfüchse sind bereits mit etwa zehn Monaten geschlechtsreif. Fuchsrüden sind dabei im Gegensatz zu unseren Hunden nicht über das ganze Jahr hinweg zeugungsfähig. Ihre fruchtbare Phase beginnt erst Ende November und hält in unseren Breiten etwa bis März an. Fähen haben demgegenüber während eines Zyklus lediglich zwei bis drei fruchtbare Tage.

 

Den vollständigen Artikel von Konstantin Börner finden Sie in der Jänner-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Frisch aus Revier und Labor

Stummes Sterben

Säugetiere in verinselten Lebensräumen zeigen weniger genetische Vielfalt, um Veränderungen in der Umwelt wegstecken zu können. Das gilt auch für den Rothirsch.

Ausrottung geht meist sehr still und leise vor sich. Das zeigt auch eine Studie über das weltweite Verschwinden von Säugetieren, die Ana Lino aus Portugal mit ihren Kollegen aus New York und Brasilien durchführte. 553 sorgfältig ausgewählte Forschungsprojekte verdichteten sich in der Analyse von Lino zu einem klaren Bild: Säugetiere in verinselten Lebensräumen zeigen weniger „Sicherheits-Merkmale“ wie genetische Vielfalt, um Veränderungen in der Umwelt wegstecken zu können. Bei einer Rangordnung der sensibelsten und damit potenziell gefährdetsten Säugetiergruppen liegen an erster Stelle die großen Landsäugetiere. Dann folgen Boden- und Baumbewohner und Pflanzenfresser. Am schlimmsten trifft es die Waldbewohner weltweit. Doch angesichts des globalen Artenschwunds sind viele Naturschützer blind für die Vorgänge vor der eigenen Haustür: zunehmende Zonierung, Ausweitung von No-go-Gebieten und die fatalen Folgen einer Konzentration mit anschließender Reduktion innerhalb enger Grenzen, die man zuvor gezogen hat. Mit dem Modell, das die Forscher nun entwickelt haben, möchten sie genauer erkennen, welche Arten wann akut gefährdet sind. Dabei denken viele Wissenschaftler nicht nur an Brüllaffe und Siebenschläfer, Tibetbär und Kaffernbüffel, sondern auch an Rotwild, das in vielen verinselten Vorkommen ebenso gefährdet ist wie die „exotischen“ Arten.

 


Waffe, Schuss & Optik

Was ist dran am Kugelschlag?

Durch die Möglichkeit der Verwendung von Schalldämpfern erfährt die Diskussion über die Aussagekraft des Kugelschlages eine Renaissance. Der Schweizer Ballistiker Peter Pulver geht der Sache auf den Grund und analysiert, was man davon halten kann.


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