Im Revier
Naturwerk-Klettersitz KS17 – Ab auf die Bäume!
Wenn Jäger mit traditionellen Jagdtechniken bei der Abschusserfüllung an ihre Grenzen stoßen, können Klettersitze eine Trendumkehr bewirken. Sie ermöglichen es, auch innerhalb von Baumbeständen komfortabel zu jagen.

Klettersitze stammen aus den USA, wo Bogen- und Vorderladerschützen gezwungen sind, möglichst nah an das Wild heranzukommen. Die Idee dabei ist einfach: Man sucht sich einen Wildwechsel und einen passenden Baum und ist ruckzuck aus Wind und Sicht sowie in optimaler Schussposition. Der deutsche Hersteller Naturwerk hat mit dem Klettersitz KS17 sein eigenes Modell auf den Markt gebracht. Vom Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) wurde es mit dem Testzeichen "Sicher & Funktional" ausgezeichnet.
Einsatzgebiet von Klettersitzen
Es gibt im Grunde drei Einsatzgebiete für den Klettersitz im Revier. Bedingt durch den Waldumbau mit naturnaher Forstwirtschaft, fehlen oft Kahlschläge, an denen sich die Errichtung von fixen Ansitzeinrichtungen lohnen würde, was immer mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Gleichzeitig versperrt dem Jäger vom Boden aus die flächige Verjüngung oder die sonstige Bodenvegetation schlichtweg die Sicht. Mit dem Klettersitz gelingt es, sich darüber hinaus zu erheben, und man kann selbst kleine Lichtungen im Wald bejagen, die oft nur für sehr kurze Zeiträume nutzbar sind. Ähnliches gilt für Kalamitätsflächen, wo plötzlich riesige Freiflächen entstehen. Auch hier ist es nicht möglich, an jeder potenziell Jagderfolg versprechenden Stelle einen Hochsitz zu errichten. Mit dem Klettersitz allerdings kann man spontan auf Windverhältnisse oder Wildkonzentrationen reagieren. Und drittens kennt das erfahrene Schalenwild in scharf bejagten Gebieten die etablierten Ansitzeinrichtungen längst und weicht diesen großräumig aus, womit der angestrebte Jagderfolg ausbleibt. Auch hier kann der Klettersitz neue Dynamik in den Revieralltag bringen.

Wie ein Rucksack
Der Naturwerk-Klettersitz lässt sich wie ein Rucksack bis zum Einsatzort tragen. Dort sucht man sich einen passenden Baumstamm mit 20 bis 50 Zentimeter Durchmesser, auf den man damit klettern kann. Natürlich muss dieser Stamm weitgehend astfrei sein, was in der Praxis eine nicht unerhebliche Herausforderung darstellt. Im Einsatzgebiet im Mittelgebirge wachsen vorwiegend Fichten, die je nach Waldstruktur häufig auch im unteren Stammbereich stark beastet sind. Neben dem direkten Hindernis für den Klettersitz schränken sie auch die Sicht im Inneren des Waldes ein. Zu hoch in die Kronen klettern zu wollen, hat damit keinen Sinn. Lärchen sind in der Regel astrein, aber in der Minderzahl und wachsen nicht immer dort, wo aus jagdlicher Sicht die günstigste Position wäre. Handelt es sich nur um wenige dünne Totäste entlang des Stammes, können die auch während des Kletterns mit einer Handsäge entfernt werden.
Unterwegs als Baumsteiger
Das Kletterprinzip ist einfach. Der Klettersitz besteht aus zwei Plattformen, die zum Stamm hin mit einer gezahnten Rundung ausgestattet sind, ähnlich dem Bügel eines Tellereisens. Um den Stamm wird jeweils ein Stahlseil gelegt und auf den Durchmesser des Baumstammes angepasst. Sind beide Gestelle montiert, wird wechselweise einmal die obere Plattform nach oben gehoben und durch Zurücklehnen mit dem Gewicht des Jägers am Stamm festgezurrt. Dann folgt die untere Plattform, die wiederum durch den Druck von oben am Baum klemmt. Auf diese Weise und mit etwas Übung gelingt es relativ einfach, einige Meter nach oben zu überwinden.
Den ausführlichen Beitrag finden Sie in der aktuellen Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.
Im Revier
Mangel fördert Vielfalt
Alle Lebewesen brauchen Stickstoff, um zu wachsen. Er ist der wichtigste Baustein für Eiweißverbindungen. Pflanzen bauen damit Vegetationsmasse auf. Pflanzenfresser wandeln diese wiederum in tierisches Eiweiß um. Ein Zuviel an Stickstoff kann aber auch hemmende Folgen haben.

In weiten Teilen Europas gibt es heute ein Überangebot an Stickstoff. Die enormen Nährstoffeinträge stammen zum größten Teil aus der Landwirtschaft.
Dass alleine die Landschaftsstruktur, die der Mensch im Zuge seiner Landnutzung schafft, schon Auswirkungen auf heimische Wildtiere mit sich bringt, wurde im letzten Beitrag beleuchtet. "Rehe und Ränder" sind ein Schlagwort dazu. Weniger augenscheinlich wird der Wandel, wenn es um Nährstoffe in der heutigen Kulturlandschaft geht. Das Stichwort dazu lautet: Stickstoff. Dazu ein Beispiel aus Schweden. Es geht wieder um Rehe.
Nahrungsangebot ist Basis
In der Nähe von Stockholm ging man vor Jahren der Frage nach, wie sich erwachsene Rehgeißen in einem Gebiet verteilen. Dazu wurde ein Waldbereich mit einem angrenzenden Feldrevier verglichen. Die Rehwilddichte im Feldrevier war mit 66 Stück je 100 Hektar doppelt so hoch wie im Wald. Um die Qualität des Lebensraumes zu ermitteln, wurde die Stickstoffkonzentration in der Losung bestimmt. Daraus kann auf das Angebot an eiweißreicher Äsung geschlossen werden. Wie nicht anders zu erwarten, stellte sich heraus, dass die Stickstoffanteile im Feldrevier weit höher gewesen sind. Damit wurde nun wieder erklärt, warum die Streifgebiete der Geißen im Feldrevier viel kleiner als im Wald waren. Aufgrund des besseren Nahrungsangebotes war die Dichte der Rehgeißen höher. Ihnen geht es um die bestmögliche Nutzung von Ressourcen – ihre großräumige Verteilung wird nicht durch Revierverhalten bestimmt. Für die meisten Pflanzenfresser gilt: Der wichtigste Faktor, der die Bestandesdynamik beeinflusst, ist das Nahrungs-angebot.
Zum Thema Stickstoff, Pflanzenwachstum, Eiweiß und Entwicklung von Huftieren wird in der Landwirtschaft seit Langem geforscht. Das Thema ist aber auch in der Wildbiologie interessant – und dabei geht es nicht nur um Futtermittelrezepte. Winterfütterung spielt in vielen Ländern keine Rolle, dennoch steigen die Schalenwildbestände. Das gilt für Sikahirsche in Japan ebenso wie für Rehe in Deutschland. Die Japaner konnten zeigen, dass mit dem Angebot an Feldfrüchten die Entwicklung von Sikahirschen beschleunigt wird. Das bessere Nahrungsangebot führt zu frühreifen Tieren. Der Einfluss der nährstoffreichen Äsung auf die körperliche Entwicklung war bis zum vierten Lebensjahr nachzuweisen. Rasches Körperwachstum in der Jugend ist in der Folge mit höheren Zuwachsraten verbunden. Insgesamt wird damit die Populationsdynamik beeinflusst. Ähnliche Entwicklungen können wir derzeit beim Gamswild im Wald beobachten.

Sind die Stickstoffeinträge hoch, profitieren wachstumsstarke Pflanzenarten und können von Wildwiederkäuern nicht mehr zurückgedrängt werden. Seltene Arten kommen so noch stärker in Bedrängnis, ihre Anzahl verringert sich.
Stickstoff als Treiber
In Europa steigen die Schalenwildbestände seit rund 60 Jahren kontinuierlich an und für viele scheint damit klar zu sein: Deshalb sind unsere Wälder ärmer an Pflanzenarten geworden. Dass die Entwicklung durchaus etwas komplexer und verflochtener ist, fällt in der Diskussion oft unter den Tisch. Zu jenen Faktoren, die derzeit den größten Einfluss auf die Zusammensetzung von Pflanzengesellschaften in Europa haben, zählt ein Element, an dem es über lange Zeiträume mangelte: Stickstoff. In weiten Teilen Europas gibt es heute ein Überangebot davon. Die enormen Nährstoffeinträge stammen heute zum größten Teil aus der Landwirtschaft, der Anteil an Stickoxiden aus Verbrennungsprozessen ist stark zurückgegangen.
Den ausführlichen Beitrag finden Sie in der aktuellen Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.
Praxiswissen für Revierbetreuer
Suhle und Malbaum mit wenig Aufwand aktivieren
Nur wenn sich ausreichend Suhlen und Möglichkeiten zur Wasseraufnahme im Revier befinden, fühlen sich Sauen und Rotwild auf Dauer wohl.

Waffe, Schuss & Optik
RMS Wild – Steyr kann Geradezug
Die Monobloc-Familie von Steyr wurde im Vorjahr um die MS Wild ergänzt. Diese erhält jetzt eine Schwesterwaffe mit Geradezugsystem, die RMS Wild, RMS steht für Rapid Monolithic System.

Am 25. April fand im Steyr-Schießzentrum in Wiener Neustadt die Markteinführung der RMS Wild statt. Auf den Schießständen sowie bei den Ständen zahlreicher Aussteller herrschte reges Treiben. Schließlich konnten die Besucher die Waffe nicht nur kalt begutachten, sondern damit direkt auch in die heiße Phase gehen.
Die RMS Wild basiert auf dem Monobloc-System, bei dem Lauf und Hülse aus einem Stück gefertigt und kalt gehämmert werden. Diese Bauweise bringt sowohl hinsichtlich der Stabilität und damit Präzision Vorteile als auch in Bezug auf die Kompatibilität. Ganze Baugruppen können damit für eine breite Modellpalette konzipiert werden. Im Vorjahr wurde die MS Wild vorgestellt, die mit der RMS Wild nun eine Schwesterwaffe erhält – allerdings im Geradezugsystem.

Anblick plus
Newsletter
Warenkorb

