Heft September 2021


Themen im aktuellen Heft:
 

Rotwild-Interesse schlägt Haselhuhn-Interesse

 

Der Weitschuss und seine Tücken

 

Den Zeitpunkt des Verendens bestimmen

 

Gewissenhafte Kahlwildjagd beginnt schon vor der Brunft!

Im Revier

Rotwild-Interesse schlägt Haselhuhn-Interesse

Betreut man ein Rotwild-Revier, so wird das Haselhuhn ein Lückenbüßer sein und bleiben: Wenn das kleine Waldhuhn schon so „frech“ ist, seine Balzzeit ausgerechnet mit der des Rotwildes zu synchronisieren, bleibt es eben ein Nebendarsteller. Ob das unserem kleinsten Raufußhuhn zum Vorteil oder Nachteil gereicht, ist schwer zu sagen. 

 

Die wichtigste Konsequenz aus der Tatsache, dass Haselwild aufgrund der herausfordernden Schalenwildjagd im Herbst ins jagdliche Hintertreffen gerät, ist, dass man kaum etwas über die Haselhühner und ihre Bestände weiß. Aus wenigen Zufallsbeobachtungen werden oft bereits allgemeine Schlüsse gezogen. Fragt man ein bisschen herum, bekommt man Antworten mit großen Gegensätzen. Von „So gut wie verschwunden“ bis zu „Immer mehr“ ist alles drin. Zählungen gibt es nicht, Bestandesschätzungen entbehren oft fundierter Grundlagen. Lückenhafte Kenntnisse und heimliche Lebensweise wirken zusammen. Gesichert ist, dass es früher auch gute Vorkommen in der Umgebung von Graz gegeben hat. Die Steiermark gehörte Ende des 18. Jahrhunderts angeblich noch zu den haselhuhnreichsten Ländern der Monarchie. Bachofen von Echt und Hoffer beschreiben noch 1930 etliche größere Bestände um Graz und im Osten der Steiermark. Um 1900 dürften die Bestände „im sanft gewellten Hügellande“ massiv zurückgegangen sein. Diese Vorkommen sind mittlerweile erloschen.

Beinahe unsichtbar. Bestandeszahlen lassen sich für Haselwild auf großer Fläche nur schwer abschätzen, da ihr Leben oft im Verborgenen stattfindet. Selbst die Bodennester werden im Unterholz versteckt und sind kaum auffindbar.

 

Den ausführlichen Beitrag von DDr. Veronika Grünschachner-Berger finden Sie in der September-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.

 


Waffe, Schuss & Optik

Der Weitschuss und seine Tücken

Je weiter die Schussdistanz, umso mehr Faktoren beeinflussen die Trefferlage. Auf den Markt kommen vermehrt Optiken, mit denen man diese Abweichungen berechnen und korrigieren kann. Eines der ausgereiftesten Systeme bietet hier Leica. Wie so ein modernes Zusammenspiel von Fernglas, Zielfernrohr und Smartphone aussieht, wurde der ANBLICK-Redaktion am TÜPL Seetaler Alpe vorgeführt.


Im Revier

Den Zeitpunkt des Verendens bestimmen

Eine der ersten Fragen bei aufgefundenem Fallwild oder auch bei Rissen dreht sich meist um den Zeitpunkt des Verendens bzw. die Liegedauer des Tieres. Dazu können Anleihen aus der veterinär- und humanmedizinischen Gerichtsmedizin genommen werden.

Für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ist es von hohem Interesse, wie lange ein aufgefundener Kadaver schon liegt, weil das unter Berücksichtigung von Inkubationszeit und Krankheitsdauer einen Rückschluss auf den Einschleppungszeitpunkt der Seuche erlaubt. Die Liegedauer des ersten aufgefundenen ASP-positiven Wildschweinkadavers, in der Fachsprache „Postmortem-Intervall“ (PMI) genannt, wird dafür herangezogen. Das PMI ist also der Zeitraum zwischen Verenden eines Tieres und Auffinden seines Kadavers. Für die Abschätzung des PMI bei Wildschweinkadavern gibt es interessante aktuelle Untersuchungen aus Deutschland. Zahlreiche Referenzdaten zur Verwesung und Beteiligung von Insekten basieren auf forensischen Studien an Hausschweinen. Der Zersetzungsablauf bei Wildschweinen wurde erst in wenigen Untersuchungen systematisch analysiert, aktuelle Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass er langsamer abläuft als bei Hausschweinen. Ursache dafür könnte die widerstandsfähigere Schwarte sein, die die Bauchhöhle vor Aasfressern und Aasinsekten besser schützt.

 

Erste Todeszeichen

Zur PMI-Schätzung müssen die Todeszeichen sowie innere und äußere Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Unter diesen „Leichenerscheinungen“ werden die Veränderungen zusammengefasst, die sich nach dem Verenden entwickeln und bereits am ungeöffneten Körper zu erkennen sind. In den ersten ein bis zwei Tagen nach Todeseintritt erlauben die sogenannten frühen Todeszeichen wie Totenkälte, Totenstarre, Austrocknung der Schleimhäute und Totenauge mit Spannungsverlust der Augäpfel sowie glanzlos trübe Hornhaut recht sichere Rückschlüsse auf den Todeszeitpunkt. Falls Fallwild bereits in den ersten 24 Stunden nach Todeseintritt gefunden wird, wäre es ausreichend, den Zustand des Kadavers als „frisch“ zu bezeichnen und das PMI auf ein bis zwei Tage einzugrenzen. Die später einsetzenden postmortalen Veränderungen werden dann vor allem durch die Aktivität von Insekten und Aasfressern verursacht.

 

Beginnende Zersetzung

Der Zersetzungsprozess wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst, die sich in ihrer Summe schwer vorhersagbar auf den Gesamtablauf auswirken. Alle Methoden zur Schätzung des PMI werden mit der Dauer des Liegens des Kadavers zunehmend ungenauer. Bei großen Kadavern ist die Fäulnis ausgeprägter als bei kleinen, was sich in einem früheren Einsetzen und einer länger anhaltenden Phase der mikrobiellen Gasblähung manifestiert. Bei Neugeborenen laufen Fäulnisprozesse langsamer ab, Wunden (auch Schusswunden) beschleunigen die Fäulnis. Je niedriger die Temperatur, umso langsamer laufen Fäulnis und Verwesung ab und umso weniger aktiv sind die kadaverbesuchenden Insekten. Auch die Entwicklungsgeschwindigkeit vom Ei zum adulten Insekt verlangsamt sich bei niedrigen Temperaturen. In der kalten, insektenarmen oder -freien Jahreszeit kann sich die Zersetzung eines Kadavers, über mehrere Wochen hinziehen, während in der warmen Jahreszeit Maden in der Lage sind, mehrere Tonnen Schweinekadaver binnen weniger Tage zu skelettieren. Feuchter Boden bzw. Wasser können den Zersetzungsprozess beschleunigen oder bremsen, abhängig davon, ob der Kadaver an der Oberfläche oder komplett unter Wasser ist, sowie von der Menge des Wassers, dessen Temperatur, Salzgehalt und pH-Wert. Dies ist von Bedeutung für ASP-infizierte Tiere, da diese häufig in Suhlen aufgefunden werden. Verenden sie dort, können ihre Körper gegebenenfalls besser konserviert bleiben als solche, die auf trockener Oberfläche verwesen. An der weiteren Zersetzung eines Kadavers sind folgende Proszesse beteiligt: Auflösung durch körpereigene Enzyme, Fäulnis, Verwesung und Nutzung durch Aasfresser. Bei starker Trockenheit oder Dauerfrost kann der mikrobielle Abbau gehemmt werden und es kommt zur Mumifizierung. Bei Sauerstoffmangel wie unter Wasser oder in feuchtem Lehmboden kann es zur Fettwachsbildung kommen. Fettwachs ist eine gräulich-weiße, anfänglich schmierig-weiche, später krümelig-feste bis harte Substanz. Bei Wildschweinkadavern, die in Käfigen vor großen Aasfressern geschützt waren, wurde die Bildung von Fettwachs immer dann beobachtet, wenn sie im Spätsommer ausgelegt wurden und die Bauchhöhle nicht vor dem ersten Kälteeinbruch durch mikrobielle Prozesse, Insekten oder Nagetiere eröffnet wurde. Fettwachs führt dazu, dass sich die weitere Zersetzung verlangsamt oder sogar zum Erliegen kommt und die äußere Körperform über lange Zeit fast vollständig erhalten bleibt. Werden Kadaver begraben, hängt ihre Zersetzungsgeschwindigkeit vor allem von der Temperatur, der Bodenbeschaffenheit sowie der Grabtiefe ab.

 

Beteiligung von Aasfressern

Werden Kadaver durch Aasfresser genutzt, ist der Zersetzungsprozess besonders variabel, weil Aasfresser einerseits innerhalb kurzer Zeit größere Mengen Innereien und Muskulatur aufnehmen und andererseits auch Kadaverteile verschleppen können. Damit beschleunigt sich der Zersetzungsprozess erheblich. Für forensische Versuche werden Kadaver auch mit Käfigen vor Aasfressern geschützt, damit beobachtet werden kann, wie rasch der Abbau nur durch Insekten und Fäulnis verläuft. Kadaver werden nicht nur durch Füchse, Schwarzwild, Raben- und Greifvögel genutzt, sondern auch Mäusearten und Eichhörnchen nagen an den Knochen ...

 

Den aussführlichen Beitrag von Dr. Armin Deutz finden Sie in der September-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Gewissenhafte Kahlwildjagd beginnt schon vor der Brunft!

Besonders in kleinen Revieren herrscht die Angst vor, dass die Erlegung von Kahlwild vor der Brunft die Chance auf einen passenden Hirsch mindern könnte. Dabei ist es genau umgekehrt. Wer früh beginnt, kann viel entspannter jagen!


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