Heft Oktober 2019

Themen im aktuellen Heft:
 

Und übrig blieb das Reh ...

 

Mein Hund – mein Traum

 

Spissen auf Finnisch

 

Der Winter naht

Re(h)viere

Und übrig blieb das Reh ...

Der Artenschwund hat auch vor der Weststeiermark nicht haltgemacht. Vor 50 Jahren konnte man noch Steinkauz und Blauracke beobachten, doch das ist längst vorbei. Profitiert haben wenige andere Arten, darunter das Reh.


Entscheidungshilfen bei der Hundewahl

Mein Hund – mein Traum

Vom eigenen Jagdhund träumen viele, doch den Traum vom eigenen Hund zu erfüllen gelingt nicht jedem. Es muss das gesamte Drumherum passen, bevor man diese folgenschwere Entscheidung trifft. Schließlich währt ein Hundeleben einen schönen Lebensabschnitt lang.

Die Zahl der Jagdscheininhaber steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an – aller Kritik am Jagdwesen zum Trotz. Allerdings wird die Jagdausübung heutzutage zunehmend als Hobby – wie z. B. Skifahren – gesehen und nicht mehr wie früher als Berufung oder Lebensaufgabe. Diese Entwicklung hat vielfältige Auswirkungen, auch in das Jagdhundewesen hinein. So führt nunmehr gut die Hälfte der Jäger einen Jagdhund.

Nach Umfragen von Werner Beutelmeyer schätzen z. B. zur Zeit nur noch rund 40 % der Jäger ihre Fähigkeiten um den Jagdhund als „sehr gut“ ein. Der Jagdhund als Bestandteil des jagdlichen Brauchtums wird momentan von 61 % der Befragten als sehr wichtig eingeschätzt – Tendenz in beiden Fällen fallend. Wohlgemerkt, als „Brauchtumsbestandteil“ und nicht mehr als wichtiger Begleiter und unverzichtbares Handwerkszeug einer weidgerechten Jagd! 

 

Hund als Eintrittskarte

Früher wurde gerade Jungjägern nach bestanderer Jägerprüfung geraten, sich einen Jagdhund anzuschaffen, diesen auszubilden und abzurichten. Dies sei die Garantie für den Zugang zu Jagdmöglichkeiten. Auch heute noch wird der Jagdhund – nun v. a. der Stöberhund angesichts steigender Schwarzwildbestände und zunehmender Drückjagden – als Eintrittskarte für entsprechende Jagdmöglichkeiten verstanden. Engagierte, zuverlässige Hundeführer mit guten Hunden werden immer gerne eingeladen. Nach einer Umfrage von Fiona Schönfeld kommen gerade zunehmend Frauen über die Hundeführung zum Jagdschein. Trotzdem ist die Bereitschaft, sich einen Jagdhund zuzulegen, insgesamt gesehen eher rückläufig. Neben dem Zeitaufwand und den Kosten werden vor allem die „Angebundenheit“ als Argumente gegen einen Hund angeführt. Man fühlt sich eingeschränkt, kann den Hund eben nicht überallhin mitnehmen – gerade bei Urlaubsreisen ein Argument. Die Entscheidung für einen Jagdhund will somit gut überlegt sein. 

 

Hund ja oder nein?

Ein Hund haart, stinkt, macht Dreck und kostet Zeit, Geld, Geduld und Nerven. Gleichzeitig sind Hunde sozial organisierte Lebewesen mit entsprechenden Bedürfnissen, wo wir uns bewusst machen müssen, ob wir diese auch befriedigen können. Dessen sollte man sich vor der Anschaffung bewusst sein – und zwar ein Hundeleben lang. Dieses Hundeleben dauert etwa 12 bis 16 (bis zu 18) Jahre, je nach Rasse, Gesundheit und Einsatz des Hundes. Bevor ich mir nun aus einer Laune heraus einen Hund ins Haus hole, lohnt es sich, einige grundsätzliche Vorüberlegungen anzustellen und einige Fragen zu stellen. 

 

Umfeld und Familie 

Ist mein familiäres Umfeld bereit, einen Hund im Haushalt zu akzeptieren? Auch dann, wenn sich der süße Welpe zu einem gestandenen Hund ausgewachsen hat? Kann ich den Hund zur Arbeit mitnehmen oder muss er tagsüber alleine bleiben? Wer kümmert sich um den Hund, wenn ich krank bin oder in Urlaub fahre – kann ich den Hund zu Bekannten bringen oder gibt es eine Hundepension, wo ich ihn zeitweise unterbringen kann? Wo ist der nächste vernünftige Tierarzt meines Vertrauens? Gibt es in meiner Familie jemanden mit Hundehaarallergie?

 

Den vollständigen Artikel von Alexander Kelle finden Sie in der Oktober-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

Spissen auf Finnisch

Einst galt das Haselwild als schmackhaftestes heimisches Wildtier, doch heute bejagt es kaum jemand. Nur wenige Spe-zialisten befassen sich hierzulande noch mit ihm. Ein wenig anders ist es in Nordeuropa, wie ein Lokalaugenschein zeigt.


Unser Wild im Oktober

Der Winter naht

Im Herbst müssen die letzten Vorbereitungen für den Winter erfolgen. Dieser ist entscheidend für das Überleben der Individuen und der Arten.

 

Jetzt im Herbst sei das Engadin am schönsten, heißt es. Die Lärchen färben sich gelb, dazu die noch grünen Wiesen im Tal und die sich verfärbenden alpinen Weiden. Die Berge werden das erste Mal mit einem leichten Flaum Schnee überdeckt und der strahlend blaue Himmel – dies alles trägt zu einem einmaligen Landschaftsbild bei. Alles zusammen weckt nochmals Lebensfreude, doch eigentlich sollte man jetzt an die kommende kalte Jahreszeit denken.

Den Kindern erzählte man früher die Geschichte von den Zwergen auf Macun. Dies ist eine alpine Seenplatte, die Teil des Nationalparks ist. Die Zwerge müssen sich vor den Menschen verstecken, denn werden sie einmal vom Menschenauge erblickt, verwandeln sie sich in ein Murmeltier. Im Herbst steigen sie in der Nacht mit ihren Schubkarren ins Tal und sammeln die Herbstfarben ein. Sie müssen vorsichtig sein und rechtzeitig wieder den Rückweg antreten, ohne von den Menschen gesehen zu werden. In den langen Winternächten schmieden sie aus den Farben die Sterne. Die Geschichte hat eine schöne Symbolik. Heute erleichtert das Wegegebot im Nationalpark den Zwergen das Leben. Die Symbolik lässt sich auch auf die Wildtiere in der Natur übertragen. Jetzt im Herbst müssen die letzten Vorbereitungen für den Winter erfolgen. Dieser ist entscheidend für das Überleben der Individuen und der Arten.

 

Geschützte Rückzugsorte

Die Vorbereitungen schon abgeschlossen haben die Murmeltiere. Sie haben sich an die kalten Bedingungen optimal angepasst. Ab Ende September oder Anfang Oktober bleiben sie in ihren Bauen und halten Winterschlaf. So verbringen sie rund 90 % ihrer Lebenszeit unter der Erde. Die Murmeltiere haben Sommer- und Winterbaue, die nicht weit auseinanderliegen müssen. Winterbaue haben eine enge Öffnung und einen langen Gang bis zur Hauptkammer. Die größte Tiefe beträgt oft über zwei Meter. In diesem Kessel überleben die Murmeltiere den Winter schlafend. Der Sommerbau hingegen hat mehrere Eingänge. Das Gangsystem ist kürzer und die größte Tiefe liegt nicht über 1,5 Meter. Daneben gibt es mehrere Fluchtröhren, die oft nur sehr kurz sind. Der Winterschlaf der Murmeltiere ist eine exklusive Fähigkeit, um den Winter in  diesen Lagen zu überleben. Der Stoffwechsel wird in dieser Zeit reduziert, die Körpertemperatur sinkt bis unter 5 Grad Celsius. In diesem starren Zustand verweilen die Tiere rund zwölf Tage und wachen dann für rund 36 Stunden wieder auf. Dabei wird die Körpertemperatur im Mittel auf 34,5 Grad Celsius erwärmt. Während der gesamten Winterzeit leben sie von ihren Fettreserven. Murmeltiere überwintern in Gruppen von bis zu 20 Individuen. Dabei liegen sie eng aneinander und synchronisieren die Wechsel von der Kältestarre in die Wachphasen. Die Jungtiere, die in der kurzen Sommerzeit nicht genügend Fettreserven bilden können, liegen in der Mitte und werden von verwandten Gruppenmitgliedern zusätzlich gewärmt.

 

Es wird stiller

Die Rothirsche beenden die Brunft, nur noch vereinzelt ist ein Röhren zu vernehmen. Je nach Witterungsverlauf wird der Weg in die Wintereinstände unter die Schalen genommen. Diese Wanderung erfolgt sehr individuell. Es scheint, dass jedes Tier für sich entscheidet, wann und wo es in den Wintereinstand geht. So können einzelne Tiere, die den Sommer gemeinsam verbracht haben, zu unterschiedlichen Zeitpunkten wandern. Diese Wanderung erfolgt vielfach in einer Nacht. Daten besenderter Tiere zeigen, dass gegen Mitternacht gestartet wird und am nächsten Morgen das Ziel erreicht ist. Als Erstes wird der Wintereinstand erkundet. Es sieht fast nach einer Bestandsaufnahme aus. Dieses „Wissen“ ist vermutlich im bevorstehenden Winter von großem Wert. Während dieser Zeit sind die Rothirsche auf Ruhe angewiesen. So können sie sich ungestört von der Brunft erholen und ihre Fettreserven auf Vordermann bringen. Im Herbst wird auch das Fell oder das Gefieder gewechselt. Dies kann ganz unterschiedlich geschehen. Steinböcke machen das ganz unspektakulär: Es wächst einfach ein zusätzliches dichtes, wolliges Haar zwischen dem Sommerfell nach. Beim Schneehasen ist die ganze Geschichte schon komplizierter. Da wechselt die Fellfarbe von Braun auf Grau und dann zum weißen Winterhaar. Diese Haare sind innen hohl, so wird die Wärmeisolation optimiert. Nicht alle Schneehasen wechseln zur gleichen Zeit. Die Mechanismen sind unbekannt und Gegenstand aktueller Forschung. Die Schneehühner als Bewohner der alpinen Weiden wechseln ihr Gefieder ebenfalls. Fällt aber nicht rechtzeitig Schnee, sind sie als kleine weiße Punkte für uns Menschen, aber auch für ihre Fressfeinde von Weitem sichtbar.

Flurin Filli


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