Heft Juni 2020


Themen im aktuellen Heft:
 

Des Fleisches Lust ...

 

Isegrim im Anmarsch

 

Welpenkauf ist Vertrauenssache

 

Revierfahrten im Grenzbereich

Im Revier

Des Fleisches Lust ...

„Wir jagen nicht, um zu töten, sondern wir töten, um gejagt zu haben“ – so schrieb der spanische Philosoph José Ortega y Gasset einst über das Wesen des Weidwerks. Dies mag einen Kern der Jagd ausmachen – die kulinarische Lust sicher den anderen …

Wie oft habe ich es schon so erlebt: ein lauwarmer Abend auf dem Ansitz. Ruhe. Stille. Eins mit der Natur. Mit sich im Reinen. Und plötzlich steht wie aus dem Nichts ein Stück Rehwild da. Schussgerecht auf 60 m. Der Moment ist gekommen, ich spreche das Stück als Jahrling an und die Entscheidung ist schnell gefallen: Die Büchse vorsichtig, leise in die Schulter gezogen, das Stück steht breit. Feuer! Ich habe geschossen, das Stück fällt um, schlegelt noch kurz, dann ist das Leben ausgehaucht. Alle Spannung fällt von mir ab, weicht einer tiefen inneren Befriedigung. Weil ich so „perfekt“ getötet habe? Die „Lust am Töten“ auskoste? Nein!

 

Barbarischer Nimbus?

Unleugbar, da liegt ein Stück, weil ich es geschossen habe. Aber es ist nicht dieser Akt der Herrschaft über Leben und Tod, der mir die tiefe jagdliche Befriedigung verschafft. Die Erleichterung nach dem Schuss ist bloß die Mischung eines vielfachen „Geschafft-Habens“ – die Beute liegt, leidet nicht, weil ich einen sauberen Schuss angebracht habe. Wer diesen feinen, aber alles entscheidenden Unterschied zwischen „Entsorgung“, die dann auch für keine ehrliche Küche mehr taugt, und Weidwerk nicht nachvollziehen kann, verleugnet in meinen Augen entweder einen gehörigen Teil seines emotionalen Facettenreichtums oder – schlimmer noch – flieht und negiert ihn! Angler werden es verstehen, und das Angeln ist mir schlagender Beweis für die Existenz dieses Unterschieds, weil dort der Beuteerfolg gerade nicht zwingend mit dem Beutetod einhergeht! Beim Angeln fällt die geschilderte Spannung ab, wenn der Fisch sauber gekeschert an Land und damit in den Besitz des Anglers gehoben wird. Egal, ob er ihn anschließend zurücksetzt oder tötet. Diese Wahl habe ich bei der Jagd nicht. Und ich behaupte sogar, das ist auch gut so! Man denke nur, was die heute gängige Praxis des „Catch und Release“ in der praktischen Anglerei und ihrer gesellschaftlichen Stellung angerichtet hat – die Reduktion der lebenden, leidensfähigen Kreatur zum „Sportobjekt“. Da ist mir beim Jagen die „Todesvariante“ die liebere, weil ehrlichere. Ja, ich muss jetzt auch „B“ sagen, töten, den Preis zahlen und diese Überwindung aufbringen, deren das Töten bedarf. Aber nun liegt das Stück! Fragt sich also: Wohin damit? Na, in die Küche, wohin denn sonst?

 

Fleischeslust?

Sind diese Gefühle meiner Erziehung geschuldet? Oder sind sie schlicht natürlicher Ausdruck einer in zivilisierten Gesellschaften wünschenswerten Empathie und Sachlichkeit? Ich weiß es nicht, und es spielt für meine weiteren Erwägungen auch keine Rolle. Denn alles, was nun zählt, ist die Frage des „Warum“. Ich habe getötet, und das nicht ohne vernünftigen Grund. Einer kann eben sein, die Beute als Nahrung zu verwerten, und es ist mir der liebste. Selbst wenn ich das erlegte Stück nicht einmal selbst verwerte, sondern das Fleisch verschenke oder verkaufe. Auch beim Verwerten begegnet mir der gesamte emotionale Facettenreichtum wieder. Um ein lustvoller Fleischesser zu werden, musste ich mich nie anstrengen oder überwinden. Englisch gebratene Filets, fein zu rohem Carpaccio aufgeschnittener Rückenlachs? Aber überwinden muss ich mich ein weiteres Mal zur Fleischgewinnung. Ich bin ja kein – im Sinne einer handwerklichen Ausbildung – gelernter Metzger, dem alles routiniert von der Hand ginge. Ich muss Disziplin für diese Arbeit aufwenden, mich anstrengen und mir Fähigkeiten erarbeiten. 

 

Den gesamten Artikel von Andreas Haußer finden Sie in unerer Juni-Printausgabe. Kostenloses Probeheft bestellen.


Unser Wild im Juni

Isegrim im Anmarsch

Seit einigen Jahren ziehen Wölfe wieder ihre Fährte durch Österreich. Grund genug, sich mit Isegrim und der Situation hierzulande und in unseren Nachbarländern zu beschäftigen.

Auch nach Österreich kehrt der Wolf zurück. Nachdem es in den vergangenen Jahrzehnten Einzeltiere waren, die den Weg zu uns gefunden haben, sind mittlerweile auch schon reproduzierende Rudel bestätigt. Die Entwicklung folgt damit einer europaweiten Ausdehnung bzw. Zurückeroberung einstmals durch den Wolf besiedelter Gebiete. Beim Nachbar Deutschland wurde der erste Nachwuchs bereits im Jahr 2000 verzeichnet. Bei einer jährlichen Reproduktionsrate von 30 bis 35 % hat sich der Bestand dort schnell und kontinuierlich erhöht. Bis zum Jahr 2019 wurden offiziell 105 Rudel, 29 Paare und 11 territoriale Einzeltiere verzeichnet. In 100 Territorien wurde dabei Reproduktion mit insgesamt 393 Welpen bestätigt. Der Deutsche Jagdverband kommt nach einer Hochrechnung auf einen aktuellen Bestand von 1.800 Wölfen.

 

Hoher Schutzstatus

Grundsätzlich unterliegt der Wolf der sogenannten FFH-Richtlinie und ist hier im Anhang IV gelistet. Das bedeutet, dass er EU-weit zu den streng geschützten Arten gehört. Dennoch ist der Umgang in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Während er in Deutschland und Italien nicht bejagt wird, zeigt ein Blick zu unseren französischen Nachbarn, dass dort jährlich 50 Tiere entnommen werden und sogar eine Obergrenze von 500 Wölfen festgelegt wurde (Pfannenstiel, 2019). Schweden hat den günstigen Erhaltungszustand seiner Wölfe bei 300 Tieren eingeordnet. In den drei baltischen Staaten (Estland, Lettland und Litauen) werden im Jahr etwa 300 Wölfe erlegt. In der Slowakei wurden in den zurückliegenden 50 Jahren jährlich durchschnittlich etwa 82 Wölfe geschossen, dies entspricht etwa 1,7 Stück pro 100.000 ha (Rajsky et al., 2019).

 

Opportunist Wolf

Lange nahm man an, dass der Wolf auf weitgehend ausgeräumte Wildnislandschaften angewiesen wäre. Doch spätestens mit der Wiederbesiedlung weiter Teile Europas zeigte sich, dass sich diese Art auch sehr flexibel in Kulturlandschaften etablieren kann. Wie adaptationsfähig der Wolf generell ist, zeigt sich auch darin, welche Lebensräume er imstande ist zu besiedeln. Auch wenn es sich um verschiedene Unterarten handelt, ist er gleichermaßen in arktischen Lebensräumen wie auch in den Halbwüsten der Arabischen Halbinsel anzutreffen. Dies ist verbunden mit sehr individuellen phänotypischen Merkmalsausprägungen. Denn während die Wölfe im arabischen Bereich kaum 20 kg schwer werden, erreichen die Wölfe in Nordamerika schnell 80 kg und mehr.

 

So individuell wie sein Körpergewicht kann dabei auch seine Raumnutzung sein. Allein in Europa schwankt die Größe der Streifgebiete zwischen 8.000 und 167.600 ha (Mattisson et al., 2013, Kusak, 2005, Ciucci et al., 1997, Okarma et al., 1997). Dabei gibt es ein signifikantes Gefälle. So sind die Reviergrößen in Süd- und Zentraleuropa mit bis zu 25.000 Hektar eher kleiner. Demgegenüber können sie zum Beispiel in Skandinavien schnell das Doppelte und noch mehr erreichen. Die Größe der Reviere hängt in hohem Maße von der Nahrungs-Zurverfügungstellung des Lebensraumes ab. Das Revier wird so angelegt, dass das residente Paar und seine Nachkommen ernährt werden können. Potente Reviere, die viel Nahrung liefern, bleiben deshalb deutlich kleiner, als es in ausgeräumten Landschaften der Fall ist. Folgerichtig wird also auch die Wolfsdichte in erster Linie über die Nahrung reguliert. Denn nicht der Wolf bestimmt über den Wildbestand, sondern der Wildbestand bestimmt über den Wolf (Ziemen, 2003). Sehr hohe Dichten konnten zum Beispiel im Yellowstone-Nationalpark mit bis 98 Tieren pro 100.000 Hektar nachgewiesen werden.

 

Mehr verrät Konstantin Börner in der Juni-Printausgabe – kostenloses Probeheft anfordern.


Entscheidungshilfe bei der Hundewahl

Welpenkauf ist Vertrauenssache

Ganz unabhängig von der Wahl der Rasse geht es auch darum, einen Züchter zu finden, der vertrauenswürdig ist. Schließlich soll dieser gewährleisten, dass der künftige Jagdbegleiter auch hält, was dieser verspricht.

Das größte Qualitätsmerkmal des verantwortungsvollen Züchters ist: Er lässt sich über die Schulter und in seine Aufzuchtbedingungen schauen. Gute Züchter wollen wissen, wem sie einen Welpen geben, und dabei den Eindruck haben, dass ihr Welpe in ein gutes Zuhause kommt. Den anderen ist das egal – Hauptsache, der Hund ist weg und das Geld ist da. Bevor man heiratet, sollte man die Schwiegermutter betrachten. Auf uns gemünzt lautet entsprechend die Devise, den Züchter und seine Zuchthunde genauer zu betrachten. Schönheitschampionate und Ausstellungstitel haben für einen Jagdhund keine große Aussagekraft – Schönheit jagt nicht! Viel wichtiger ist, dass der Züchter die Elternhunde auch wirklich im Einsatz hat und die notwendigen Prüfungen nicht nur zur Wertsteigerung seiner Welpen abgelegt hat.

 

Sich selbst einen Eindruck verschaffen

Worauf wir konkret unser Augenmerk legen sollten, ist Folgendes: Wie werden die Elterntiere gehalten? Welchen Eindruck macht die Mutterhündin? Wie ist deren Beziehung zum Menschen und zum Züchter? Sind die Hunde wesensfest – wirken sie sicher, zufrieden und entspannt oder eher unsicher, ängstlich, verhätschelt oder gar aggressiv? Wie verhält sich der Züchter gegenüber seinen Hunden – ist er hart und grob oder vertrauensvoll, souverän und freundlich? Hat der Wurf Kontakt mit der Familie, Kindern oder auch anderen Hunden außer der Zuchthündin? Oder werden die Welpen stattdessen isoliert gehalten? Ist der Wurf draußen im Freien, haben die Welpen genügend Auslauf oder geschieht die Aufzucht drinnen im dunklen Stall, kommt vielleicht sogar Rotlicht zum Einsatz? Gibt es einen abwechslungsreichen Wurfzwinger mit Spielwiese? Fressen die Welpen jeder aus seiner Schüssel oder trainieren diese ihr Sozialverhalten beim Streit um den besten Platz an der gemeinsamen Schüssel? Wie sind die hygienischen Bedingungen? Ist der Zwinger stark verschmutzt oder – das andere Extrem – findet die Aufzucht auf mit scharfen Desinfektionsmitteln gereinigten Fliesenböden oder im Keller / Stall / einer Garage statt? Sind Hunde an Haus, Auto und Geräusche (Rasenmäher – Mülltonne), Halsband, Leine gewöhnt? Hat der Züchter vielleicht sogar schon Schleppen gearbeitet und Wildkontakt hergestellt? Wurden die Welpen bereits vorsichtig mit der Reizangel gearbeitet? Viele Kriterien, die man nicht am Telefon abklären kann, sondern die bei einem ausgiebigen Besuch des Züchters abgefragt werden müssen. Zu diesem Besuch schadet es nicht jemanden mitzunehmen, der sich auskennt.

 

Welchen Eindruck hinterlässt man selbst?
Die Qualitätsmerkmale des guten Welpeninteressenten wollen wir aber ebenfalls nicht außer Acht lassen. Der engagierte potenzielle Welpenerwerber will dem Züchter über die Schulter schauen. Er interessiert sich für die Hunde und die Aufzucht und schätzt seine Fähigkeiten, seine Jagdmöglichkeiten und auch den vorgesehenen Einsatzbereich seines Welpen realistisch ein. Er bereitet sich rechtzeitig und umfassend auf den Einzug des neuen Jagdgefährten vor. Auch hier treten von Zeit zu Zeit Welpeninteressenten auf, die einen großzügigen Umgang mit der Wahrheit pflegen und das Blaue vom Himmel herunterlügen, nur um an einen Welpen zu gelangen. Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Ein potenzieller Interessent gab an, er besäße eine große Eigenjagd im Gebirge. Am Ende stellte sich heraus, dass er in einer Großstadtwohnung mit Balkon lebte und gar keine Jagdmöglichkeit hatte. Fragen Sie nach, denn Welpenkauf ist Vertrauenssache!


Unter Jägern

Revierfahrten im Grenzbereich

Beim Fahren im abschüssigen Gelände und auf nicht befestigten Wegen kommt es nicht selten zu brenzligen Situationen. Wichtig ist hier, nicht in Panik zu verfallen und klaren Kopf zu bewahren. Im Offroad-Parcours am Spielberg kann man das unter professioneller Anleitung auch lernen. 

Kein Meister ist vom Himmel gefallen, deshalb muss alles, was beherrscht werden will, auch erlernt werden. Das gilt ganz besonders für das Fahren im Gelände, wo bereits kleine Fehler fatale Folgen haben können. Und dann kommt noch eines dazu: Meist ist man alleine unterwegs. Wenn man sich aufgrund eines Fahrfehlers irgendwo im Niemandsland festfährt oder noch Schlimmeres passiert, kann es lange dauern, bis einen Hilfe erreicht. Eine Grundregel beim Fahren im Gelände ist, dass man so langsam wie nötig fährt. Offroad-Instruktor Andreas Topf vom Spielberg im Oberen Murtal erklärt, was damit gemeint ist: „Bei Fahrten im schwierigen Gelände geht es darum, die Hindernisse sicher und materialschonend überwinden zu können. Am besten gelingt das, wenn man im Gelände grundsätzlich mit Untersetzungsgetriebe fährt. Auf diese Weise hat man mehr Zeit, um richtig zu reagieren, auf der anderen Seite hat das Fahrzeug aber auch erst die nötige Kraft, die man zum Weiterkommen braucht.“

 

Grundsätzlich unterscheidet sich die Fahrtechnik bergauf und bergab nicht sonderlich. Wenn man bergauf ins Rutschen kommt, steckt man in der Regel nur fest. Wenn man bergab einmal rutscht, dann geht es unter Umständen unkontrolliert dahin, was es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt. „Bergab verwende ich den kleinsten Gang und – soweit vorhanden – 
eine Bergabfahrhilfe. Damit ist es nicht notwendig, dauernd auf der Bremse zu stehen. Falls die Räder blockieren und man ins Rutschen kommt, gibt man am besten etwas Gas, damit die Räder sich wieder drehen. In dieser Phase heißt es kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen oder ganz konkret, dass man versucht, den Wagen in der Falllinie zu halten. Stellt er sich nämlich quer, besteht die Gefahr eines Überschlages und dem ist ein Front- oder Heckschaden in jedem Fall vorzuziehen“, betont Andreas Topf. Es kann aber auch vorkommen, dass der Geländewagen beim Bergauffahren rückwärtsrutscht. „Im Prinzip gilt hier das Gleiche. Auf keinen Fall darf man auskuppeln oder bremsen. Es wird der Retourgang eingelegt und mit mäßig Gas fährt man rückwärts, um die Kontrolle zu behalten. Bei manchen Modellen mit Automatik-Getriebe funktioniert das nur eingeschränkt, deshalb sollte das jeder mit seinem Fahrzeug zuvor an einer gefahrlosen Stelle schon einmal ausprobiert haben.“

 

Den ausführlichen Bericht finden Sie in unserer Juni-Printausgabe – kostenloses Probeheft anfordern.

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