Heft Februar 2024


Themen im aktuellen Heft:
 

Edelmarder – vom Wald ins Kulturland?

 

Die erfolgreiche Expansion des Schwarzwildes

 

Wildbretküche ohne Schnörkel

 

Glock: Eine österreichische Erfolgsgeschichte

Im Revier

Edelmarder – vom Wald ins Kulturland? 

Lange Zeit wurde der Steinmarder als typischer Kulturfolger hervorgehoben, der Edelmarder war der Waldspezialist. Heute weiß man: Mit zunehmender Ausdehnung von Waldflächen, Grüngürteln rund um Städte sowie Siedlungserweiterung kommt auch der Edelmarder ins Kulturland. 

Vor einigen Jahren wurden auf Basis von Streckenmeldungen Verbreitungskarten für jagdbare Säugetiere in der Steiermark erstellt. Das Bundesland weist vom Dachstein und den Niederen Tauern im Westen bis in die sommerwarme Eichen-Hainbuchen-Region im Osten eine Vielfalt unterschiedlichster Wildtierlebensräume auf. Insgesamt ist die „Grüne Mark“ zu zwei Drittel bewaldet, wobei die Fichtenwälder im Alpengebiet überwiegen. Besonders auffällig bei der erwähnten Kartierung war die Verbreitung des Edelmarders. Dieser Marder wird gern in Zusammenhang mit großen geschlossenen Waldgebieten gebracht – die meisten denken an Nadelwald und Berge –, doch seit etwa zwei Jahrzehnten zeigen immer mehr Studien einen neuen Trend.

 

Kulturfolger und Kulturflüchter

Baummarder und Steinmarder sind zwei Arten, die einander sowohl im Körperbau als auch in Bezug auf Verhalten und Ernährung sehr ähnlich sind. Im Vergleich mit allen anderen europäischen Marderarten stehen Steinmarder und Edelmarder besonders nahe zueinander und sie besiedeln auch Verbreitungsgebiete, die sich großflächig überschneiden. Dennoch sollten zwei Tierarten, die viel gemeinsam haben und die in ein und derselben Region vorkommen, unterschiedliche Nischen nutzen, um nebeneinander bestehen zu können. Worin liegen also die grundsätzlichen Unterschiede zwischen den beiden Mardern? Was ist typisch für die Lebensweise des einen und des anderen? Wer einen Jagdkurs besucht hat, wird auf diese Frage spontan antworten: „Der Steinmarder ist eher Kulturfolger, der Baummarder meidet Kulturlandschaften.“ Lange Jahre galt dieses Grundmuster, doch neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass sich hier einiges geändert hat oder dass unsere Einschätzung bisher nicht ganz richtig war.

In Europa fehlt der Steinmarder auf den Britischen Inseln sowie in Skandinavien und der nordosteuropäischen Laub-Nadelwaldregion. Steinmarder gibt es aber auch im Iran ebenso wie von Zentralasien bis nach China und ins nördliche Myanmar. Der Baummarder besiedelt ganz Europa mit Ausnahme der Iberischen Halbinsel. Im Gegensatz zum Steinmarder lebt er auch in Irland und Großbritannien sowie auf Korsika, Sardinien und Sizilien. Von der Atlantikküste über die Türkei erstreckt sich sein Vorkommen bis in den Kaukasus und den Iran. Im Norden besiedelt er Skandinavien ebenso wie die großen Waldgebiete im Ural und dem Westsibirischen Tiefland. Ein Blick auf die Verbreitungskarten beider Arten zeigt, dass es die größten Überschneidungen in den zentralen Bereichen Europas gibt.

 

Charakteristika der Steinmarder

Steinmarder sind in Mitteleuropa tatsächlich Kulturfolger. Das ist schon seit dem 16. Jahrhundert belegt. Mittlerweile hat diese Marderart ihren Lebensraum bis in Stadtzentren ausgedehnt. Eine Studie aus Warschau bringt es auf den Punkt: Die polnische Hauptstadt wird sowohl von Steinmardern als auch von Rotfüchsen besiedelt. Während der Steinmarder eher dicht verbautes Gebiet bewohnt, nutzt der Rotfuchs dort häufiger Industriezonen und locker verbaute Wohnsiedlungen. Steinmarder sind mehr im Stadtzentrum zu finden, Rotfüchse an den Rändern. Nahrung, Tagesruheplätze und die Möglichkeit, sich zu bewegen, ohne gleich entdeckt zu werden, sind wichtige Voraussetzungen. Dabei ist mir aus meiner Zeit in Wien noch gut in Erinnerung, wie Steinmarder parkende Autos als Deckung nutzen. Ein Marder kann unter parkenden Autos eine ganze Straße durchlaufen, ohne gesehen zu werden.

Lange Zeit wurde der Steinmarder als wärmeliebende Art beschrieben, in Zusammenhang gebracht wurde dies auch mit der Besiedlung von Städten oder Ruheplätzen in Häusern. Er ist jedoch nicht überall Kulturfolger, im mediterranen Raum meidet er urbane Gebiete und Kulturland sogar. Zudem kommen Steinmarder in den Alpen auch bis über die Waldgrenze vor, in Nepal geht die Art bis über 4.000 Meter Seehöhe. Insgesamt bewohnen Steinmarder in ihrem ausgedehnten Verbreitungsgebiet ganz verschiedene Lebensräume. Meist sind das eher halboffene, manchmal felsdurchsetzte Landschaften, oft mit Laubwäldern, sowie urbane und suburbane Gebiete.

 

Besonderheiten der Edelmarder

Der optimale Lebensraum für den Edelmarder ist der abwechslungsreiche, lückige, teils lichte Wald mit Lichtungen und eingestreuten dichteren Partien von Unterwuchs. Liegendes Totholz wird gern als Steg und Weg genutzt. Horste, Vogelnester, Eichhornkobel, Schwarzspechthöhlen und im Winter auch Asthaufen dienen als Tagesruheplätze. Warum wir diesen Marder eher mit Nadelwald in Verbindung bringen, hat vielleicht damit zu tun, dass in den Alpen der Nadelwaldanteil von Natur aus hoch ist und in diesen Bergwäldern die Fichte über Jahrhunderte stark vom Menschen gefördert wurde.

 

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Die erfolgreiche Expansion des Schwarzwildes

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