Im Reich der Sinne

Mmh, lecker!

Der Geschmackssinn ermöglicht es Tier und Mensch, sich an Süßem zu laben oder herzhafte Fleischstücke zu genießen. Bitteres wird ausgespien – ein Schutzreflex, der das Überleben sichern hilft.

Im Reich der Sinne

Im Revier 

Ein weiterer Schritt zur Verbindungisolierter Steinwildpopulationen

In der Großsölk wird ein Steinwildbestand begründet, um isolierte benachbarte Steinbockkolonien zu verbinden. Damit soll einer weiteren genetischen Verarmung vorgebeugt werden. Der Projektträger ist die Steirische Landesjägerschaft.

Im Revier 

Einst war in den Hohen und den Niederen Tauern ein großer, zusammenhängender Steinwildbestand beheimatet. Bekanntlich wurde dieser Steinwildbestand Anfang des 18. Jahrhunderts fast vollständig ausgerottet, um einen erbitterten Krieg zwischen Wilderern, die Steinböcke wilderten, und den Leibjägern des Fürsterzbischofs von Salzburg zu beenden. Um 1706 wurde so das letzte Steinwild der Ostalpen erlegt. Nur in einem italienischen ehemals königlichen Revier im Gran Paradiso hat ein kleiner Restbestand des alpinen Steinwilds überlebt. Bereits in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts gab es erste Initiativen, diese autochthone Wildart wieder in ihrem ursprünglichen Lebensraum heimisch zu machen. Aus den nachfolgenden Wiedereinbürgerungen entstanden kleine Inselpopulationen, die sich nun über die Alpen von der Steiermark über Salzburg und Tirol bis in die Schweiz und Italien erstrecken. Das Steinwild aller nun existierenden Steinwildbestände des Alpenraums stammt von dem verbliebenen Restbestand des Gran Paradiso ab.  In den vergangenen zwölf Jahren hatte ich die Möglichkeit, in den Salzburger Hohen Tauern sechs Auswilderungen mit insgesamt 64 Stück Steinwild durchzuführen. Das Ziel dieser neu begründeten Bestände, die sich gut entwickeln, ist die Herstellung einer Verbindung zwischen isolierten Populationen in den Kärntner Hohen Tauern im Süden und den Schladminger Tauern im Osten.  

Nach guter Vorbereitung durch Jagdverwalter Ludwig Lengdorfer konnten am 30. Juli zehn Stück Steinwild aus vier verschiedenen Zoos erfolgreich in der Großsölk ausgewildert werden. 

Im heurigen Frühjahr wurde ich von Erwin Lick, Steinwildreferent der Steirischen Landesjägerschaft, bezüglich einer Steinwildauswilderung in der Großsölk kontaktiert. Im Vorfeld waren bereits im Auftrag der Steirischen Landesjägerschaft vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Universität Zürich genetische Untersuchungen der steirischen Steinbockpopulationen durchgeführt worden. Diese hatten unter anderem ergeben, dass die Populationen Seckauer Tauern und Niedere Tauern West einen relativ hohen Inzuchtgrad aufweisen. In der Großsölk ergab sich nun die Möglichkeit, in einem dazu hervorragend geeigneten Revier eine Steinwildauswilderung durchzuführen. Der Projektträger ist die Steirische Landesjägerschaft.

Mit der heuer durchgeführten Auswilderung soll eine Steinwildkolonie in der Großsölk begründet werden, die vor allem den Zweck verfolgt, hier schon in naher Zukunft ein Bindeglied zwischen den bereits bestehenden Steinwildkolonien Rottenmanner Tauern und Seckauer Tauern im Osten und der Steinwildkolonie Niedere Tauern West im Westen mit Anschlussoption an die Vorkommen der Hohen Tauern zu bilden. Ein weiteres Ziel der Auswilderung ist eine Erweiterung der genetischen Bandbreite dieser bestehenden Inselpopulationen durch die Verwendung von Tieren mit breit gefächerter Genetik. Dazu konnte ich wie bereits bei den Auswilderungen im Salzburgischen wieder Tiere von Zoos der Europäischen Zoogemeinschaft beziehen, die bei der Nachzucht auf eine größtmögliche genetische Bandbreite achtet.

Die ausgewilderten zehn Stück Steinwild sind ein bis zwei Jahre alt, sechs davon sind weiblich, vier männlich. Ihre Eignung ist durch entsprechende veterinärmedizinische Untersuchungen nachgewiesen. Alle Tiere sind mit Ohrenmarken und Mikrochips markiert. Die Bezugsquellen für das Steinwild waren der Zoo Ljubljana in Slowenien, der Salzburger Zoo Hellbrunn, der Zoo Wilhelma in Stuttgart und der Münchener Tierpark Hellabrunn. Für mich immer wieder beeindruckend sind die persönliche Verbundenheit der Zoo-Teams mit den Tieren von deren Geburt an und die professionelle Arbeit bei der Vorbereitung der Auswilderung, von der Auswahl der Tiere über deren tierärztliche Vorbereitung und die Betreuung bis zur Freilassung.

Nach guter Vorbereitung vor Ort durch Jagdverwalter Ludwig Lengdorfer konnten am 30. Juli zehn Stück Steinwild unter großer Beteiligung der Jägerschaft erfolgreich in der Großsölk ausgewildert werden. Im Anschluss fand die Auswilderung bei einem gemütlichen Beisammensein beim Jagdhaus mit Speis und Trank einen schönen Ausklang.

Für diese gelungene Steinwildauswilderung ist dem Steinwildreferenten der Steirischen Landesjägerschaft, Erwin Lick, und vor allem dem Eigentümer Lucas Tinzl, zu danken, der die Projektkosten trägt und in dessen Revier das Steinwild ausgewildert wurde, sowie den sehr engagierten Zoo-Teams der vier beteilig-ten Zoos.

In Abhängigkeit von positiven Ergebnissen des laufenden Monitorings ist für 2027 – auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse – die Auswilderung weiterer zehn Stück Steinwild vorgesehen. Für das Monitoring sind permanente Beobachtungen durch die Berufsjäger vor Ort und deren Dokumentation sowie Auswertung vorgesehen. Die Informationen über den Aufenthalt des ausgewilderten Steinwilds sollen aber auch durch Sichtbeobachtungen von Jägern der angrenzenden Reviere bereichert werden, um so insgesamt genaue Kenntnisse über die räumliche und zeitliche Nutzung des neuen Lebensraumes sowie eventuelle Kontakte mit benachbarten Kolonien und anderen Wildarten zu gewinnen. Diese Sichtbeob-achtungen sollen mit der Bekanntgabe der Ohrmarkennummer und deren Farbe, des Tags samt Uhrzeit und einer möglichst präzisen Ortsangabe an mich und/oder die Steirische Landesjägerschaft gemeldet werden.

DI Martin Forstner

Im Revier

Der Faktor Genetik

Es liegt in unserer Natur, alles optimieren zu wollen: bessere Böcke, stärkere Hirsche, höheres Wildbretgewicht. Die Evolution bewertet Merkmale allerdings nicht nach menschlichen Maßstäben, sondern nach ihrem Beitrag zur Fitness im jeweiligen Lebensraum.

Im Revier

Aus wildbiologischer Sicht ist fraglich, ob größere Körpermaße grundsätzlich als erstrebenswert angesehen werden dürfen. 

Die Wildbiologie hat in den vergangenen Jahren dank neuer Techniken zahlreiche bisher unbekannte Zusammenhänge aufklären können. Besonders im Bereich der Genetik hat die rasante technische Entwicklung dazu beigetragen, wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Auf dieser Grundlage entwickelte sich ein völlig neuer Blick auf die Evolutionsgeschichte und Artentstehung. Auch Prozesse wie die Isolation von Populationen oder die genetische Verarmung lassen sich mit modernsten Technologien neu betrachten. In diesem Zusammenhang wurde in der jüngeren Vergangenheit auch der besorgniserregende genetische Zustand verschiedener deutscher Rotwildvorkommen bekannt. Durch genetische Verfahren sind wir zudem aber auch in der Lage, besser zu verstehen, welche Faktoren im Leben von Wildtieren auf Umweltbedingungen zurückzuführen sind oder aber durch vererbbare Merkmale erklärt werden können.  

Geburtsgewicht von Rotwild

In einer umfassenden schottischen Studie wurde beispielsweise untersucht, welche Faktoren das Geburtsgewicht von Rotwildkälbern beeinflussen. Diese Erkenntnisse sind von besonderer Bedeutung, da das Geburtsgewicht einen erheblichen Einfluss auf das spätere Schicksal eines Stückes hat. Denn ein höheres Geburtsgewicht ist in der Regel mit einer besseren körperlichen Entwicklung und einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, sich erfolgreich fortzupflanzen. Ein kräftiges und vitales Hirschkalb hat gute Aussichten, sich zu einem erfolgreichen Platzhirsch zu entwickeln. Wird der Anteil unklarer Einflussfaktoren außer Acht gelassen und werden die verbleibenden Einflussgrößen zu 100 Prozent aufgeteilt, ergibt sich folgendes Bild: Der Einfluss des jeweiligen Jahres mit seinen jeweils günstigen oder ungünstigeren klimatischen Bedingungen wirkt sich auf das Geburtsgewicht nur zu etwa elf Prozent aus und ist somit relativ gering. Dieser Anteil kann jedoch in anderen Lebensräumen höher ausfallen, insbesondere wenn Wetterbedingungen besonders variabel sind. Der Lebensraum, in dem das setzende Alttier beziehungsweise das Rudel lebt, hat mit 34,6 Prozent einen deutlich größeren Einfluss. Besonders die Äsungsbedingungen und Störungen im Lebensraum spielen dabei eine übergeordnete Rolle. Am deutlichsten zeigt die Untersuchung jedoch, dass die genetischen Voraussetzungen den größten Einfluss auf das Geburtsgewicht der Kälber haben – mit 56,4 Prozent. Dabei ist die Genetik der Mutter ebenso entscheidend, was in der jagdlichen Praxis, die häufig auf die Hirsche fokussiert ist, oft vernachlässigt wird. 
 

Genetik beim Reh weniger entscheidend

Beim Reh spielen Umweltfaktoren eine größere Rolle. Um hohe Durchschnittsgewichte (und damit auch starke Krickel) zu erreichen, müssen sich die Stücke in ihrem Lebensraum in erster Linie wohlfühlen. Das bedeutet, dass der Lebensraum geeignet sein muss und die soziale Konkurrenz durch andere Rehe moderat bleiben sollte. 

Auch wenn bessere und schlechtere Rehlinien existieren, bleiben genetische Faktoren mit geringerem Gewicht. Ihr Anteil am Gesamteinfluss wird auf etwa 20 Prozent geschätzt. Das drückt sich auch dadurch aus, dass über gezielte Verpaarungen nur ein geringer Einfluss genommen werden könnte. Selbst wenn man also gezielt auswählen und züchterisch planen könnte, bliebe der "Erfolg" gering. Nach Berechnungen ist in diesem Zusammenhang eine theoretische Erhöhung der Geweihmasse um etwa 0,2 Prozent pro Jahr möglich. Eine solche "Züchtung" ist also nicht nur jagdpraktische Illusion, sie wäre natürlich auch biologisch äußerst fragwürdig. 

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Waffe, Schuss & Optik

Drei in einem vom Weltmarktführer

Eigenen Angaben zufolge werden ein Drittel aller welt-weit verkauften Wärmebild-geräte von Nocpix hergestellt, an diese Stückzahl kommt sonst niemand heran. Nun gibt es mit dem Omni ein neues Produkt, das bezüglich der Auflösung neue Maßstäbe setzt.

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