Heft September 2020


Themen im aktuellen Heft:
 

Infektionsdruck steigt

 

Freude und Groll am Maisfeld

 

Zähes Ringen um die Murmeljagd

 

Einer für alle ...

Klimawandel und Wildtiere

Infektionsdruck steigt

Der Einfluss des Klimawandels auf die Verbreitung von Krankheitserregern kann direkt erfolgen, indem sich Krankheitserreger bei höheren Temperaturen in der Umwelt schneller vermehren, oder auch indirekt bei jenen Krankheitserregern, die beispielsweise über Zecken übertragen werden, wie Univ.-Doz. Armin Deutz im Rahmen der Fachtagung „Klimawandel und Wildtier“ in Graz erläuterte.

 

Der Klimawandel führt dazu, dass mittlerweile eine Parasitenentwicklung bereits auf Seehöhen von über 2.000 m stattfinden kann und dass sich durch die raschere Entwicklung der Infektionsdruck mit Parasiten bis zum Herbst deutlich erhöht. Die frei lebenden Stadien der wichtigsten Magen-Darm-Parasiten von Wiederkäuern stellen jegliche Weiterentwicklung unter 5° C ein. Steigt die Temperatur im Frühjahr an, werden die Parasitenstadien wieder aktiv. Bei 7° C dauert es fünf Wochen, bei 9° C drei Wochen und bei 15° C nur etwa neun Tage, bis aus den mit der Losung ausgeschiedenen Eiern von Magen-Darm-Parasiten eine infektionsfähige Larve heranwächst (Prosl, 2008). Neben der Temperatur ist die Feuchtigkeit in der Losung und in deren Umfeld ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung von Parasiten. Auch hier gilt, dass Feuchtigkeit im Zusammenhang mit geeigneten Temperaturen das Überleben der Parasiten begünstigt. Trockenheit verkürzt die Überlebensfähigkeit der meisten Parasiten, ebenso wie direkte UV-Bestrahlung. Mit dem Ansteigen der Waldgrenze und höherer Bodenvegetation kommt es dazu, dass weniger UV-Licht auf Parasiten und ihre Entwicklungsstadien einwirken kann und diese somit länger infektiös bleiben.

 

Neue Herausforderung 
für Bergwild Besonders überraschend bei eigenen Untersuchungen in den Hohen Tauern war der Nachweis des Roten Magenwurmes bis auf über 2.500 m Seehöhe, der in der Außenwelt wärmeliebend ist und beim Gamswild in alpinen Lebensräumen in früheren Jahrzehnten noch keine Bedeutung hatte. Mittlerweile verursacht dieser Parasit regional erhebliche Ausfälle bei Gamswild, was möglicherweise auch mit der erst kurzen Koevolution zwischen Wirt und Parasit und Problemen mit der Immun­abwehr zusammenhängen könnte. Der Rote Magenwurm lebt im Labmagen von Wild- und Hauswiederkäuern, ernährt sich von Gewebeteilen und saugt Blut aus der Labmagenschleimhaut. Dadurch kommt es zu großen Blutverlusten und Anämie. Dies führt häufig zu schweren klinischen Erkrankungen und plötzlichen Verendensfällen.

 

Zecken und Stechmücken 
als Krankheitsüberträger Zecken sind neben Stechmücken in Mitteleuropa die bedeutendsten Überträger von Krankheitserregern (Viren, Bakterien und Parasiten) auf Menschen und Tiere. Klimawandelbedingt kommen Zecken bereits auf rund 1.700 m Seehöhe vor, zusätzlich treten „neue“ Zeckenarten auf. Übertragbare Krankheiten sind beispielsweise Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose oder auch Tularämie, die mittlerweile nicht nur in Ostösterreich, sondern auch in Salzburg auftritt. Zusätzlich ist mit dem Auftreten von bislang in Mitteleuropa nicht vorkommenden Zecken- und Mückenarten zu rechnen. Neben dem allseits bekannten Gemeinen Holzbock vergrößern sich derzeit die Verbreitungsgebiete der Auwald- und Hyalomma-Zecken. Die Verbreitung der weltweit rund 850 Zeckenarten ist vor allem von Witterungsfaktoren wie der Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Schildzeckenarten werden rund fünf Jahre alt, Lederzecken sogar bis zu zehn Jahre. Mittlerweile ist ein Vordringen des Gemeinen Holzbocks bis in den Norden Skandinaviens festzustellen. Für dieses Vordringen sind die milderen Winter mit einer geringen Anzahl von Tagen mit unter -12° C verantwortlich. Es ist auch belegt, dass Zecken bei höheren Wintertemperaturen im Winter aktiv bleiben und auf Wirtssuche gehen, unter 6 bis 7° C ziehen sich Zecken in obere Bodenschichten zurück. Zur Babesiose, verursacht durch einzellige Blutparasiten, die durch Zecken übertragen werden, liegen bei Wildwiederkäuern Untersuchungen aus der Schweiz vor (Michel et al., 2014). In 10,7 % von insgesamt 984 untersuchten Blutproben von Reh-, Rot-, Gams- und Steinwild konnten fünf verschiedene Babesien-Arten nachgewiesen werden. Auch in eigenen Untersuchungen wurde Babesiose u. a. bei einem Gamsbock in Judenburg/Steiermark auf einer Seehöhe von 1.500 m nachgewiesen. Dieser Fall, übrigens der erste beschriebene klinische Fall bei Gamswild in Österreich, ist ein deutliches Zeichen des stattfindenden Klimawandels und seiner Auswirkung auf Krankheitsüberträger.

 

 

Auf dieser Bezirkskarte von Murau sind Gebiete bis 1.000 m Seehöhe blau (= Zeckenrisikogebiete bis vor etwa 20 Jahren), zwischen 1.000 und 1.500 m rot (= mittlerweile zusätzliche Risikogebiete) und über 1.500 m grün dargestellt – Risikogebiete für zeckenübertragene Krankheiten haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich vergrößert! 

 

Neu auftretende Krankheiten
Es erscheint vordringlich, dass sich Human- und Veterinärmediziner, Epidemiologen und Wildbiologen mit neu in Mitteleuropa auftretenden Krankheiten, Krankheitserregern und Vektoren auseinandersetzen. Beispiele für solche Erreger und Infektionen sind Leishmanien, West-Nil-Virus, Usutu-Virus, Hepatitis E oder Krim-Kongo-Fieber. Leishmanien sind einzellige Parasiten, die sich in Blutzellen vermehren und zu Erkrankungen beim Menschen, bei Hunden und Schafen führen. Jährlich erkranken weltweit geschätzte 1,5 Mio. Menschen an der Hautform dieser Krankheit und rund 500.000 an der inneren Form und mindes­tens 60.000 sterben daran. Das Vorkommen der Leishmaniosen ist an das Vorkommen von Sandmücken gebunden, welche den Erreger bei der Blutmahlzeit aufnehmen und bei der nächsten Blutmahlzeit übertragen. Lange war man der Meinung, dass Sandmücken in Europa nur im Mittelmeergebiet vorkämen. In jüngerer Zeit aber wurden auch in verschiedenen Teilen Mitteleuropas, so auch in Deutschland, Sandmücken-Vorkommen nachgewiesen. Wenn sich der Trend mit der globalen Erwärmung so fortsetzt, ist zu erwarten, dass sich diese Problematik noch weiter verschärfen wird.

 


Reviergang im September

Freude und Groll am Maisfeld

Wie ich so meinen Gedanken und Schwachheiten nachhing, trat ein Bock aus. Er musste aus dem Mais gekommen sein. Schon hatte ich ihn im Zielfernrohr und auf roter Decke ein tanzendes Absehen. Lass es sein, tu’s nicht …

Da, nein – doch oder doch nicht? Irgendetwas Graues, Braunes, vielleicht auch Graugrünes hatte sich in dem Gewirr aus Monosäulen, Kratzdisteln und Goldrute bewegt. So geht es dir halt, wenn du unter einer Rotschwäche leidest. Mit dem Glas suchte ich immer wieder vergeblich die Fläche ab. Doch meterhohe Schlagflora verschluckt ein Reh leicht. Wenige Tagen zuvor genoss ich mit Heidi noch die vergleichsweise heile Welt des Hohen Karstes. Wir erfreuten uns über Bärenanblick wie über Wolfslosung und kondolierten aufrichtig dem Besitzer etlicher Zwetschkenbäume, die einem Bären zum Opfer gefallen waren. Medved hatte die noch relativ jungen Bäume nacheinander erklommen und es sich in ihren schwachen Kronen, mitten zwischen den blauen Früchten, gemütlich gemacht, bis eine Krone nach der anderen unter seinem Gewicht kapitulierte.

 

Wieder ein Blick zu den Disteln und da stand tatsächlich ein Reh: Bock – Allerweltsrehbock – „Gästeklasse III“ nach uralter, längst pensionierter Ordnung … Sch… dich nix, hatte Klaus gemeint … Rechtes Knie auf den Sitz gezogen. Stechender Schmerz, der wohl sagte: Lass es sein. So gut es ging eingeklemmt. Schießauflage, angebracht für europäische Normfiguren. Für menschliche Kriegsware, die mit steigendem Wohlstand mehr in die Breite als in die Höhe wuchs, etliche Zentimeter zu hoch … Egal – Luft angehalten, Züngerl berührt und Rückschlag gespürt. Und das Böckerl stand, schaute wie ungläubig in meine Richtung, um schließlich mit lockerer Baritonstimme „Pfü Gott“ zu schrecken. Weg war er. Herrgott, warum? Ja – es war „saublöd“ zu schießen, aber ich schoss ohne Zwang. Niemand hätte es von mir verlangt. Neulich waren wir bei Milka zum Essen eingeladen. Dem Pršut folge eine Zelenjavna juha, eine Gemüsesuppe, und ich stütze so diskret wie möglich meinen rechten Ellenbogen auf der Tischplatte auf, um den Löffel halbwegs ruhig zum Mund zu führen. Ich erschrak ob meines Zitterns, bemühte mich, nicht aufzufallen.

 

Früher hatte ich gelegentlich einen Gast in ähnlicher Situation zu führen und wünschte, er würde endlich Verantwortung zeigen und das Gewehr im Schrank lassen … Flüge bunter Distelfinken suchten ihre „Namensgeber“ nach Samen ab. Immer wieder Ringeltaubenflüge am Himmel. Häher, die von den wenigen noch stehenden Randbäumen zum Mais pendelten und immer wieder „Proben“ nahmen. Die Fläche, auf der das „beschutzengerlte Böckerl“ wohnte, war dem Sturm geschuldet. Nur am Waldrand waren einige wenige Bäume stehen geblieben. Wald und Feld trennte und verband gleichermaßen ein Weg der „Premium-Klasse“. Er war einer der wenigen, die noch nicht unter Asphalt begraben worden waren. Landmaschinen, heute mehr als doppelt so schwer wie vor vierzig, fünfzig Jahren, und regelmäßige Landregen hatten aus dem Weg eine Art Sonderbiotop gemacht. Tiefe Löcher hatten sie hinterlassen. In manchen stand Wasser, andere waren schlammig. Nichts für Abendspaziergänger und nichts für Radelfahrer. Ja – vielleicht war’s wirklich Zeit, aufzuhören, Verantwortung zu zeigen. Trotzdem suchte ich mit dem Glas wieder und wieder die Fläche ab. Wozu? Wegen der Distelfinken oder wegen der letzten späten Weidenröschen? Und warum hatte ich eigentlich die abgeschossene Hülse mit einer Patrone ersetzt? Wie ich so meinen Gedanken und Schwachheiten nachhing, trat ein Reh auf die Premiumpiste – wieder ein Jahrling. Er musste aus dem Mais gekommen sein. Schon hatte ich ihn im Zielfernrohr und auf roter Decke ein tanzendes Absehen. Lass es sein, tu’s nicht … Das Böckerl gab sich einen Ruck, „hüpfte“ verspielt durch Weidenröschen und Distel und entzog sich weiterer Versuchung. „Hab‘ auch kein Verständnis, wenn man zu einem runden Geburtstag ein Wildtier totschießen muss.“ So schrieb mir jüngst ein wirklich hochgeschätzter Kollege im doppelten Sinne. Auch er war lange Berufsjäger und schrieb sich später als höchst erfolgreicher Autor Freude und Groll von der Seele.

 

Von meiner Leiter überblickte man die halbe Gemarkung. Mais, fast von Horizont zu Horizont. Mitten drinnen das Dorf, am Rande eine Biogasanlage. Im Gasthaus lagen bunte Prospekte vom Verkehrsamt, aufgepeppt mit Bildern von blühendem Löwenzahn, rosa Blutweiderich an einem Graben und blutroter Abendsonne hinterm Wald, als er noch ein solcher war und noch nicht Parkplatz für Monosäulen. Was wäre die Fremdenverkehrswerbung ohne Photoshop? Ich las etwas vom Einklang mit der Natur, von gelebtem Brauchtum und von vielen Kostbarkeiten, die hier wachsen sollten. Da saß ich und wusste nicht, ob ich dem zweiten Jahrling für sein „Davonhüpfen“ danken oder gram sein sollte. Vielleicht sollte ich noch einmal eine Zelenjavna juha zurate ziehen, oder besser eine Frittatensuppe? Wenn das eigene Alter den Löffel nicht mehr ruhig zum Mund führt, bekommt das Hemd nur einen „Tarnanstrich“. Wenn aber der Stachel nicht mehr sicher auf seinem Ziel klebt, werden vielleicht Knochen zertrümmert, Sehnen und Muskeln zerrissen und unglaubliche Schmerzen gesät. Meine Gedanken flüchteten wieder in den Karst, dann in die Schilfwildnis an der Sočamündung, zu der Unzahl dort rastender Vögel und sie verirrten sich im Gewirr der tausend masurischen Seen. Bald – eh nimmer lang hin … Heidi sagte, wir hätten fast nichts mehr in der Kühltruhe, wobei mit „nichts“ Wildbret gemeint war. Wie, wenn wir alle für unsere eigene Küche jagen würden, fiele da manchmal die Entscheidung schießen oder nicht schießen leichter? Wäre dann vielleicht die Fähigkeit, sich dem Wild zu nähern, gar wichtiger als der weite Schuss, mit dem wir nur allzu gerne prahlen? Auf einer Randfichte saßen jetzt zwei Krähen, genossen sichtlich letzte Abendsonne. Krähen – nein, alle Rabenvögel – faszinieren. Sie analysieren, lernen und lehren einander, ziehen logische Schlüsse, haben ein gutes Gedächtnis, benutzen Werkzeuge und sind vielleicht überlebenstüchtiger als wir. Nur eins sind sie halt nicht: bewaffnet und daher uns unterlegen. Für manchen Jäger sind sie schlicht Schädlinge, die man nicht braucht, außer zur eigenen jagdlichen Belustigung.  

 

Auf dem Premiumweg stand wieder ein Reh – nicht Geiß, nicht Kitz und nicht Bock. Vierzig Meter mögen‘s gewesen sein. Wenn, dann musste es schnell gehen und es ging schnell, keine Zeit, die Suppe vom Löffel zu schwappen. Kurze, steinwurfweite Todesflucht – aus! Durchatmen, sitzen bleiben. Noch vor dem Abbaumen die kleine Flasche mit Schnappverschluss: zwei Drittel Hollerblüten und ein Drittel Kriecherl, auf der Basis von 36-prozentigem Korn. Beim Trinken Flascherl versehentlich mit der rechten Hand gehalten. Das Schmalreh sah’s nicht mehr! Das ungeahnte Finale des Abends war frustrierend. Motorenlärm, klapperndes Blech: Zwei Wohlstandskinder jagten mit ihren Geländemaschinen den Premiumweg herauf. Die Löcher und Suhlen schienen willkommen. Dreck spritzte, Abendfriede war beim Teufel – Saubande, elendige!


Jagareien aus Südtirol

Zähes Ringen um die Murmeljagd

Die Murmeltierjagd hat in Südtirol zwar eine lange Tradition, doch versuchen Tierrechtler und Jagdgegner seit Jahrzehnten, die „Murmentenjagd“ zu torpedieren. Auf der anderen Seite fordern die Landwirte mit Nachdruck eine Bejagung, weil die kleinen Nager auf den Mähwiesen beträchtliche Schäden verursachen. 


Waffe, Schuss & Optik

Einer für alle ...

Die Freigabe von Schalldämpfern für Jäger in den österreichischen Bundesländern hat auch unter den verschiedenen Herstellern für Neuentwicklungen gesorgt. Die Firma WHED rund um Ernst Demmelmayr hat im Sommer dieses Jahres einen neu entwickelten Schalldämpfer auf den Markt gebracht. Der Schalldämpfer MK1 50 Multikaliber ist ein rein österreichisches Produkt und besticht in erster Linie durch seine Vielseitigkeit. 

von Josef Haslauer

 

 

Das modulare System des wartungs- und reinigungsfreien MK1 50 erlaubt es, das Innenleben des Schalldämpfers in nur wenigen Augenblicken genau an die Kalibergröße anzupassen. Das funktioniert über wahlweise im Lieferumfang enthaltene Kaliberrohre von Kal. .17 bis 9,3 mm, welche mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet sind und mit einem Gewinde im Mündungsbereich des MK1 verschraubt werden. Die Farbe für das entsprechende Kaliber lässt sich auch am zusammengebauten Schalldämpfer im Bereich der Mündung gut erkennen und beugt so der Verwechslungsgefahr vor. Ein weiterer Vorteil des flexiblen Schalldämpfers ist, dass er mittels Gewindeadaptern an die verschiedensten Mündungsgewinde von M12x1 bis M18x1 sowie die zölligen Gewinde 1/2x20“, 1/2x28“ und 5/8x24“ angepasst werden kann. Somit wird es möglich, den MK1 für mehrere Jagdgewehre mit unterschiedlichen Mündungsgewinden und Kalibergrößen einzusetzen. Ideal für Jäger, die mehrere Jagdwaffen mit verschiedenen Kalibern und Laufmündungsgewinden besitzen, dafür aber nur einen Schalldämpfer verwenden wollen. Die Oberfläche des Dämpfers ist harteloxiert, wodurch der aus Leichtedelstahl gefertigte Schalldämpfer perfekt geschützt wird und nur durch grobe Fremdeinwirkung zerkratzt werden kann. Die Gesamtlänge des als Overbarrel gefertigten Schalldämpfers beträgt 245 mm, wobei die gesamte Waffenlänge um 155 mm verlängert wird und 90 mm über den Lauf geschoben werden. Das Gewicht beträgt 418 g bei einem Durchmesser von 50 mm. Aufgrund der hohen Materialstabilität kann der Schalldämpfer problemlos auch im Schießkino oder auf halbautomatischen Waffen genutzt werden. Laut Hersteller reduziert der MK1 beim Erstschuss den Schussknall um 38,5 dB bei einer Standardlaborierung im Kaliber .308 Win.

 

 

 

Eigene Erfahrungen

Im Praxistest wurde der Schalldämpfer auf einer Blaser R8 Professional Success Semi Weight im Kaliber .308 Win. geführt. Eingeschossen wurde die Waffe mit 11,0g/170gr Geco Teilmantelmunition. Für den jagdpraktischen Alltag kann es von großem Vorteil sein, wenn das Schussbild einer Waffe mit Schalldämpfer bzw. ohne Schalldämpfer nahezu identisch ist. Um die Abweichung der Trefferlage mit bzw. ohne MK1 Schalldämpfer zu eruieren, wurde am Schießstand zuerst eine Gruppe von drei Schüssen auf 100 m ohne Schalldämpfer geschossen. Dabei wurde ein Streukreis von 22 mm erreicht. Nach dem Abkühlen der Waffe wurde der MK1 an der Mündung montiert und es wurden drei weitere Schüsse auf die Scheibe abgegeben. Das zweite Schussbild mit Schalldämpfer wies einen Streukreis von 30 mm auf und lag 27 mm neben dem ersten Schussbild. Derselbe Versuch wurde auch auf 200 m durchgeführt, und es konnte annähernd dasselbe Ergebnis erzielt werden. In diesem Fall spielt es also keine Rolle, ob ein schneller Schuss im Revier bis 200 m mit oder ohne MK1 Schalldämpfer abgegeben wird. Wer den Schalldämpfer MK1 erwerben möchte, muss dafür 490,- Euro bezahlen und bekommt neben dem Dämpfer und einem Kunststoffetui einen passenden Gewindeadapter sowie ein Kaliberrohr mitgeliefert. Jedes weitere Kaliberrohr kann um 25,- Euro bzw. jeder weitere Gewindeadapter um 29,- Euro dazu erworben werden. Ein Kupplungsschlüssel für die Zerlegung und eine Dose Keramik-Paste werden ebenfalls dazugegeben.

 

Fazit

Der Schalldämpfer von Ernst Demmelmayr ist für den technisch orientierten und fortschrittlichen Jäger sehr gut geeignet und für alle jagdlichen Situationen nutzbar. Mit den 490,- Euro ist er im mittleren Preissegment platziert und stellt aufgrund der hohen qualitativen Verarbeitung ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis dar. Aufgrund seiner Vielseitigkeit und der soliden Verarbeitung ist der Schalldämpfer auch gegenüber anderen Produkten namhafter Hersteller konkurrenzfähig. Insgesamt wirkt das Erscheinungsbild des MK1 50 Multikaliber-Schalldämpfers schlank, leicht und elegant. Vor allem auf modernen Kugelrepetierern macht er einen sehr führigen Eindruck.


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