Heft Jänner 2021


Themen im aktuellen Heft:
 

Fuchsansitz am Bau

 

Am Höherstein

 

Pro und Kontra zur Rohfleischfütterung

 

Bergara: Bergjagd auf Spanisch

Praxiswissen für Revierbetreuer

Fuchsansitz am Bau

Glitzernder Reif, dichter Nebel, Minusgrade mit leichtem Schneefall und bald wieder einsetzendes Tauwetter wechseln sich in den letzten Tagen ab. Die Fuchsranz gewinnt langsam an Fahrt. Immer häufiger sind die Füchse nachts zu hören, wenn sie sich bellend zusammensuchen. Den passionierten Fuchsjäger hält jetzt nichts mehr hinterm Ofen.

 


Jagderlebnis

Am Höherstein

Eigentlich hatte die Einladung ins Revier am Höherstein einem Großen Hahn gegolten, doch ich lehnte dankend ab. Ein Gamsbock mit Vorgeschichte und auch noch abnorm, das hingegen hatte einen unwiderstehlichen Reiz ... 

Von Gerd H. Meyden

Mein Freund Peter hatte ein Bergrevier im Salzkammergut gepachtet, mit einer alten Hütte mittendrin. Rund um den Bad Ischler Höherstein. Von der Hütte aus, die sich an den Waldrand schmiegt, schaut man hinüber zu Sandling und Loser, hinweg über ein verwunschenes Hochmoor, wo Kreuzottern in der Sonne liegen, wo Pannonischer Enzian, Sonnentau und wilder Schnittlauch wachsen. Die Hütte, die Knerzn oder wie sie bei den Einheimischen in ihrem liebenswerten Dialekt heißt, „die Knechzn“, war bei Übernahme der Jagd traurig heruntergekommen. Nach einem kleinen Riegler legten wir, zufrieden ob der guten Strecke, unsere schläfrigen Häupter erstmalig in der Hütte zur Ruhe. Da huschten uns hurtig die Mäuse übers Gesicht. Wenn’s regnete, tropfte es auf den von Generationen müder Jäger zusammengeflackten Strohkreister. Einst gehörte das Revier zum Lieblings-Jagdbann von Kaiser Franz Joseph. Sicher hatte der „Hohe Herr“ nie auf der Knerzn genächtigt. Dafür hatte der Herrscher im Rettenbachtal, unterhalb des Höhersteins, eines seiner Jagdhäuser. Peter, der alte Hüttenbauer, packte im Frühjahr den Knerzn-Umbau an. Gerne war ich dabei. Im Mai, als Abschluss der Renovierung, deckten wir das Dach wieder neu mit Lärchenschindeln. „Bring deine Büchsflinte mit!“, hatte mir der Freund geraten. Was sollte es im Mai zu jagern geben? Vielleicht ein Scheibenschießen? Das hat zwar in den folgenden Jahren stattgefunden, aber dazu war’s noch eine Zeit lang hin.
 

Innen war die Hütte jetzt neu und sauber holzvertäfelt. In der Stubenecke stand ein grün gekachelter Stuhlofen mit eingebautem Herd, unter der Dachschräge zwei Räume mit Stockbetten. Als wir dann das Dach fertig eingedeckt, das kleine Bierfass angestochen hatten und gemütlich bei der Jause saßen, erfuhr ich, wozu ich die Büchsflinte mitbringen sollte. „Du hast am Höherstein einen Großen Hahn frei.“ Das war ein unglaubliches Angebot des freigiebigen Freundes. Kann man so was ablehnen? Doch, unter echten Freunden – man kann. Der Peter hatte volles Verständnis. Er wusste auch warum. Einen einzigen Auerhahn zu erlegen hatte mir genügt, und dabei sollte es auch bleiben. Dazu kam erschwerend, dass in diese Erlegung nachträglich ein bitterer Wermutstropfen gefallen war. Diesen Hahn schoss ich in deutschen Landen, im Oberpfälzerwald. Damals, das Auerwild hatte in Deutschland noch Schusszeit, gab es in dem Revier, das nahe der tschechischen Grenze liegt, einen guten Bestand an Hahnen. Peter und ich waren dort schon oft zum Rehbockjagern gewesen und der Jagdherr, der zugleich Gastwirt war, verkaufte Hahnen- und Rehbockabschüsse. Wir trafen in dem Gasthof oftmals Jagdgäste von Rhein-Ruhr, die sich spöttisch lachend über die „doofen“ Bayern mokierten, die ein Glas Schnaps für nur 50 Pfennig verkauften. Das ließ der schlaue Gastwirt nicht auf sich sitzen. Als wir im Jahr darauf wiederkamen, kostete das gleiche Stamperl bereits DM 1,20.
 

Nachdem Freund Peter seinen Hahn erlegt hatte, war ich noch im selben Jahr an der Reihe. Ich hatte Tage zuvor mit dem Peter außer dem seinen noch einen anderen alten Hahn bestätigt, dem sollte es gelten. Wir waren fast alle Jahre zur Hahnfalz da, auch ohne jagdliche Hintergedanken, fasziniert vom halbnächtlichen Geheimnis der Großen Hahnen. Jede Nacht unterwegs, das Bett kaum gesehen, da war ich eines Morgens so übernächtig, dass ich die Milch, statt in den Kaffee zu gießen, ins Frühstücksei füllte. Der Peter sah’s mit Staunen, und noch heute muss ich mir diese Story meiner Verblödung anhören. Nun, wir haben den Hahn bekommen, es ging ganz gut voran nach dem Hauptschlag. Deutlich sichtbar gegen den sich erhellenden Morgenhimmel stand der Vogel auf seinem Ast. Bis wir auf Schrotschussnähe angesprungen waren, verging eine gute Weile. Als bereits die Hennen zu locken begannen, war’s höchste Zeit. Steintot fiel der Hahn ins Beerkraut. Ich war überglücklich, ein Wunschtraum hatte sich erfüllt. Ich wunderte mich nur, dass danach noch andere, oft mehrere Hahnenjäger angereist kamen. Das Revier war zwar riesengroß, jedoch unbegrenzt war die Zahl der Raufußhühner dort auch nicht.

 

Die gesamte Erzählung finden Sie in unserer Jänner-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Der Tierarzt im ANBLICK

Pro und Kontra zur Rohfleischfütterung

Seit Ende der 1990er-Jahre gibt es einen Ernährungstrend in der Hundefütterung, der sich an die Ernährung des Wolfes anlehnt. Einige Beweggründe zum „Barfen“ sind der Wunsch nach gesunder Hundeernährung, Futtermittelunverträglichkeiten, Gewichts­kontrolle oder auch ein Misstrauen gegenüber der Futtermittelindustrie. Eine „natürliche“ Ernährung muss aber nicht immer ausgewogen sein.

Von Armin Deutz

Für die Abkürzung „BARF“ oder „Barf“ gibt es einige Begriffe und Deutungen. In den 1990er-Jahren wurde die Abkürzung geprägt von einem australischen Tierarzt und einer Kanadierin und leitete sich ab von „Born-Again-Raw-Feeders“ („Wiedergeborene Rohfütterer“) oder „Bones And Raw Foods“ (Knochen und rohes Futter). Später eingedeutscht, steht die Abkürzung für „Biologisch-Artgerechte Rohfütterung“ oder „Biologisch artgerechtes rohes Futter“. Dabei handelt sich um eine Fütterungsmethode, bei der Hunde auf der Basis von rohem Fleisch (Muskelfleisch und Innereien), Knochen, rohem Gemüse und Obst sowie Ölen ernährt werden. „Klassische“ Barf-Rationen bestehen zu etwa 60 bis 80 % aus Fleisch, 10 bis 30 % aus fleischigen Knochen, 10 bis 25 % aus Gemüse und Obst und etwas Pflanzenöl – wobei es mittlerweile unterschiedlichste Barf-Rezepturen gibt. Barf-Produkte für Hunde nehmen bereits einen erheblichen Anteil des kommerziell vertriebenen Hundefutters ein, sie werden auch schon per Internet gehandelt. Der Umsatz mit Hundefutter betrug 2018 allein in Deutschland rund 1,4 Milliarden Euro.

 

Unterschiede zwischen Hund und Wolf

Die Barf-Methode soll sich an die Fressgewohnheiten von wild lebenden Fleisch-/Beutetierfressern wie dem Wolf anlehnen, wobei oft nicht berücksichtigt wird, dass sich Hund und Wolf verdauungsphysiologisch durch die Domestikation des Hundes doch recht deutlich unterscheiden. Im Zuge der Domestikation erwarb der Hund gegenüber dem Wolf eine bessere Stärkeverdauung, was als Anpassung des Hundes an die stärkereiche Nahrung des Menschen, der Ackerbau betrieb, angesehen werden kann. Damit ist eine getreidefreie Ernährung lediglich für die wenigen Hunde, die an einer Gluten-Empfindlichkeit leiden, empfehlenswert. Der Wolf als „Ganzkörperfresser“ nutzt meist die gesamte Beute und nimmt so auch angedauten Magen-Darm-Inhalt, Gehirn, Blut, Knochen- und Knorpelfragmente oder Haare auf. Beim Barfen bekommt der Hund nur bestimmte Teile, häufig einen sehr hohen Muskelfleischanteil und nur bestimmte Innereien sowie etwas grob geraspeltes Gemüse. Teilweise werden Kohlenhydratquellen beigemengt, die dann je nach Aufbereitung oft nur schwer verdaulich sind. Einer Ganzkörperfütterung analog zum Wolf entspricht dies also nicht, so dass Barfen ohne Ergänzung der fehlenden Nährstoffe nicht bedarfsdeckend ist. Ein großer Unterschied ist weiters das Durchschnittsalter von Hund und Wolf. Ist ein Wolf mit fünf Jahren schon alt, werden die meisten Hunde doppelt so alt und älter – und alte Hunde benötigen auch eine angepasste Fütterung. Wölfe nehmen naturgemäß nicht regelmäßig Nahrung auf, machen viel Bewegung und müssen auch tiefe Temperaturen überstehen. Dazu sind sie imstande, auch 10 bis 21 % ihres Körpergewichts an Nahrung aufzunehmen. Beim Barfen eines Hundes werden 2 bis 3 % seines Körpergewichtes an täglicher Nahrung empfohlen, womit der Hund nur einen Bruchteil der Nährstoffe, insbesondere Spurenelemente, aufnimmt, die ein Wolf mit seiner deutlich größeren Futterportion zu sich nimmt. Zu berücksichtigen ist weiters, dass auch Wölfe eine Mangel­ernährung aufweisen können, wie beispielsweise Jod- oder Selenmangel. Deshalb sollten die meisten Barf-Rezepturen auch mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ergänzt werden. Eine „ursprünglichere“ Fütterung, der Ernährung des Wolfes nachgeahmt, muss für Hunde nicht gesünder sein. Eine „natürliche“ Fütterung ist nicht gleichzusetzen mit einer idealen oder artgerechten Fütterung! Jedenfalls abzuraten ist aus tierärztlicher Sicht eine Verfütterung klassischer Barf-Rationen an Hunde mit Nierenerkrankungen (wegen des hohen Eiweißgehaltes, bei Innereien auch hohen Phosphorgehaltes), mit Leberproblemen (hoher Eiweißgehalt), mit Blasensteinen (hohe Kalzium- und Phosphorzufuhr bei Knochenfütterung), an alte Hunde (Leber und Nieren werden durch den hohen Eiweiß- bzw. Phosphorgehalt belastet) und an immungeschwächte Hunde oder solche, die immunsupprimierende Medikamente erhalten (Cortison-Präparate).

 

Infektionsrisiko für Hund und Mensch

Diskutiert wird in Fachkreisen und unter Hundehaltern immer wieder das Risiko der Übertragung von Infektionen in Form von Bakterien, Viren und Parasiten beim Barfen auf Hunde und sowie deren Halter. Das höchste Risiko für Hunde resultiert aus dem Verfüttern rohen Fleisches oder roher Organe von Wild- und Hausschweinen wegen der Möglichkeit der Übertragung des Aujeszky-Virus. Eine Infektion endet bei Hunden in der Regel innerhalb weniger Tage tödlich. Auch weniger bekannte Krankheiten, wie z. B. Botulismus, sind in letzter Zeit bei gebarften Hunden zunehmend zu diagnostizieren. Barfen birgt außerdem das Risiko der Übertragung von Bandwürmern, falls das rohe Futter Bandwurmfinnen enthält. So ist beispielsweise das Schaf Zwischenwirt des sogenannten „Hundebandwurmes“ Echinococcus granulosus oder Schalenwild des Bandwurmes Taenia hydatigena. Ebenso übertragen werden einzellige Parasiten wie Sarkosporidien oder Neospora. Einige Untersuchungen von Barf-Futterproben aus dem Handel in Österreich und Deutschland wiesen krankmachende Keime wie Salmonellen, Listerien, Campylobacter und Fäkalkeime sowie antibiotikaresistente Bakterien nach, die entweder für den Hund, noch mehr aber für die hundehaltende Familie eine Infektionsquelle sein können. Nicht nur beim Lagern oder Zubereiten des Hundefutters kann es zu Kontaminationen von Kühlschränken, Schneidebrettern oder Lebensmitteln kommen, sondern Hunde können diese Keime ausscheiden und im Fell tragen, auch ohne selbst zu erkranken. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, dass Mensch und Hund heute sehr eng zusammenleben und dass die Anzahl gehaltener Hunde stetig steigt und Übertragungsmöglichkeiten damit zugenommen haben. Wenn sich im Haushalt gleichzeitig immungeschwächte oder alte Personen, schwangere Frauen oder Kleinkinder befinden, wird wegen der Infektionsgefahr des Menschen vom Barfen jedenfalls abgeraten. Fütterungshygienische Grundsätze sind vorsichtiges Auftauen des Futters, damit kein Tropfsaft den Kühlschrank oder Lebensmittel kontaminiert, gute Reinigung von Messern, Schneidebrettern und Futternäpfen mit Heißwasser und Spülmittel sowie das rasche Entfernen von Futter­resten (Paulsen, 2020).

 

Knochenfütterung mit Bedacht

Wölfe fressen keine größeren Knochen, diese werden nur abgenagt. Hingegen fressen sie ganze kleinere Tiere mit Haut und Haaren, Federn und auch Knochen. Diese Zusammensetzung gewährleistet eine gute Verdauung der Knochen und schützt vor Knochenkot und die Gefahr des Splitterns ist bei rohen Knochen nicht so groß. Beim Barfen sind Knochen eine gute Kalziumquelle. Das Benagen pflegt das Gebiss und der Hund ist beschäftigt. Weil aber bei der Knochenfütterung immer wieder Zwischenfälle passieren, die meist tierärztlich zu behandeln sind, sollten gewisse Grundregeln beachtet werden. Komplikationen, die bei (übermäßiger) Knochenfütterung auftreten können, sind Verstopfung und Knochenkot, Darmverschluss durch zu große unverdaute Knochenstücke oder Verletzungen durch spitze Knochensplitter. Daher anfangs nur kleine Mengen weicherer, leichter verdaulicher Knochen von Jungtieren füttern. Falls der Hund Knochen nicht verträgt, kann die Kalziumversorgung auch über das Füttern von Knorpeln, zerriebenen Eierschalen oder Mineralergänzungsfuttermitteln erfolgen.

 

Der goldene Mittelweg

Zusammenfassend ist zu sagen, dass alle Vorteile des Barfens auch durch die Verfütterung gekochter Rationen erreicht werden, ohne dass jedoch Hunde und ihre Halter Risiken ausgesetzt sind (TVT, 2017). Barfen allgemein und die Knochenfütterung im Speziellen wird von vielen Hunden gut vertragen. Wie aber auch in der eigenen menschlichen Ernährung sollte man sich nicht blind und nahezu pseudoreligiös auf eine einzige Ernährungsweise fixieren. Hunde, die möglichst viele verschiedene Futterrationen akzeptieren und vertragen, sind in der Haltung unkomplizierter und auch das Risiko von Mangelerscheinungen wird durch eine breite Palette an Futtermitteln erheblich reduziert.


Waffe, Schuss & Optik

Bergara: Bergjagd auf Spanisch

Bergara hat sich als Hersteller von Läufen einen Namen gemacht, produziert selbst aber auch ganze Waffen. Eine davon ist die Kipplaufbüchse BA 13, die durch ihren überaus günstigen Preis bei gleichzeitig fast nicht zu erwartender Präzision besticht.


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