Heft Dezember 2022


Themen im aktuellen Heft:
 

Gute Schüsse steigern Wildbreterlöse enorm

 

Forst- und Jagdwirtschaft in einer Hand

 

Das richtige Verhalten am Drückjagdstand

 

CZ-Waffen: Gebaut für die raue Praxis

Der Tierarzt im ANBLICK

Gute Schüsse steigern Wildbreterlöse enorm 

Schnell tötende, saubere Kammerschüsse sind nicht nur aus jagdpraktischer sowie jagdethischer Sicht zu bevorzugen. Gute Treffer zahlen sich auch finanziell aus, da die Wildbretqualität nicht beeinträchtigt wird und die Edelteile gewinnbringend vermarktet werden können. In einer Diplomarbeit von Jürgen Jansenberger und Florian Fröis an der Förster­schule Bruck/Mur wurde erlegtes Reh-, Gams- und Rotwild hinsichtlich Trefferlage, Verschmutzungsgrad und erforderlichen Zuputzes untersucht.

 


Blick ins Revier

Forst- und Jagdwirtschaft in einer Hand

Den Revieren der Hegegemeinschaft Wildfeld wird vielfach nach­gesagt, es ginge ihnen vor allem um die Hege von Schalenwild – und hier vor allem Rotwild. Dass hier im Sinne einer zukunftsorientierten, großräumigen Zusammenarbeit erfolgreich versucht wird, unsere größte heimische Schalenwildart in unsere Kulturlandschaft zu integrieren, zeigt ein Blick in die Eigenjagd Reiting.  

Die Hegegemeinschaft Wildfeld gilt nicht zu Unrecht als „Mutter“ aller Wildgemeinschaften, kann sie doch auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Mittlerweile befindet sie sich im achten Jahrzehnt ihres Bestehens und erstreckt sich über 15 Eigenjagden mit einer Gesamtfläche von 43.000 Hektar. Die Eigenjagd Reiting ist Teil davon. Sie macht etwa 20 % der Fläche der gesamten Wildgemeinschaft aus und schließt diese nach Süden hin ab.

 

Ganz im Trend der Zeit

Das wesentliche Element der Hegegemeinschaft Wildfeld ist die revierübergreifende Bewirtschaftung von Rot-, Gams-, Stein- und Rehwild. Das ist selbst in dem Fall nötig, wo allein die Eigenjagd Reiting größer ist als viele Hegegebiete mit unzähligen Kleinjagden in anderen Regionen unseres Landes, weil Wildräume sich nicht an Reviergrenzen, sondern an den natürlichen Gegebenheiten orientieren. „Gemeinsam mit den übrigen beteiligten Revieren beobachten und analysieren wir die saisonalen Bewegungen des Rotwildes in der Region sehr genau. Wir wissen von Beobachtungen markanter Hirsche bereits aus den 1950er-Jahren, dass manche von ihnen ein Streifgebiet von 30.000 Hektar haben. Wer glaubt, in einem 300-Hektar-Revier seine eigene Rotwildbewirtschaftung aufziehen zu können, liegt da völlig daneben“, zitiert Oberjäger Hanspeter Krammer ein einleuchtendes Beispiel. Die Notwendigkeit dieser auf der Ausprägung des Lebensraumes basierenden Wildhege haben mittlerweile auch viele Interessenvertreter in und außerhalb der Jagd erkannt, weshalb der Ausweisung solcher Wildräume und Wildregionen in Zukunft verstärkt Augenmerk geschenkt werden soll. Erklärtes Ziel ist es nun auch in der Steiermark, erneut eine Wildökologische Raumplanung zu entwickeln, die genau das leisten soll: dass nämlich das Wildtier mit seinen Bedürfnissen im Zentrum der Betrachtungen steht und nicht allfällige Wünsche von Naturnutzergruppen. Reviere können eine Rotwildbewirtschaftung nur auf Revierebene leisten, der Zusammenschluss von Revieren zu Wild(hege)gemeinschaften wird dem Umgang mit großräumig lebenden Wildarten auf Populationsebene gerecht, bevor diese Forderung von anderer meist wenig jagdfreundlicher Seite erhoben wird.

 

Wildlebensräume gestalten und erhalten – eine ureigene Aufgabe der Jagd

Indem sich der wirtschaftende und erholungsuchende Mensch immer weiter ausbreitet, drängt er das Wildtier gleichzeitig zurück. Für manche Arten ist das eher belanglos, weil sie sich damit arrangieren können. Für große rudelbildende Arten wie das Rotwild hingegen wird es eng. Es geht in manchen Bereichen schlichtweg um die Frage, ob der Mensch sich die Erhaltung von vielfältigen Wildbeständen in der Kulturlandschaft leisten kann und auch will. Und hier in der Eigenjagd Reiting will man das, wie Franz Mayr-Melnhof-Saurau als Eigentümer betont: „Rotwild ist ein Rudeltier, so ist es auch von uns zu behandeln. Wenn es saisonal zu Konzentrationen kommt, ist das ein natürliches Verhalten dieser Art. Auf der ganzen Fläche diese Konzentrationen zerschlagen zu wollen und gleichzeitig keine Rückzugsgebiete anzubieten, Wildtiermanagement nur als wahlloses Erlegen möglichst vieler Stücke zu verstehen, das kann nicht der Umgang mit unserer größten heimischen Schalenwildart sein. Von jedem, der hier mitredet, ist fachliches Grundlagenwissen, von dem man ausgehen kann und auf dem man aufbauen kann, zu erwarten. Es gilt hier, vor den immer wacher blickenden Augen der Gesellschaft gemeinsam einen zeitgemäßen und gesellschaftstauglichen Umgang mit dieser faszinierenden Wildart zu entwickeln, die alle Interessen berücksichtigt.“

 

Verhältnismäßig geringe Rotwildbestände

Das Wild wird in der HG Wildfeld von Berufspersonal betreut, was einen professionellen Umgang auf der Basis von immer neuen Erkenntnissen sehr erleichtert. Das Rotwild wird in zwölf Wintergattern und bei einer Freifütterung versorgt, weil auch auf dieser großen Gesamtfläche ausreichende Überwinterungsflächen für das Rotwild nicht mehr zugänglich sind. Einer der Vorteile dieser Methode ist, dass der Wildstand relativ gut erfasst und in der Folge die Entnahme geplant werden kann. Aktuell beträgt der Winterwildstand auf den 43.000 Hektar rund 2.000 Stück. Das sind weniger als fünf Stück Rotwild pro 100 Hektar und es bleibt der Interpretation jedes Einzelnen überlassen, ob das für ihn viel oder wenig ist. Tatsächlich gibt es in der Steiermark jedoch viele Reviere, wo die Entnahme pro Fläche deutlich höher liegt als hier der Lebendbestand, von dem ja nur rund ein Drittel abgeschöpft wird.

 

Die ausführliche Reportage finden Sie in unserer Dezember-Printausgabe. Kostenloses Probeheft bestellen.

 

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

Das richtige Verhalten am Drückjagdstand

Drückjagden auf Schalenwild können erheblich zu einer Verringerung des Jagddrucks beitragen, wenn die Streckenerwartung optimal erfüllt wird. Damit das gelingt, muss eine Reihe von Beteiligten einen guten Job machen. Nach den langfristigen und wohlüberlegten Vorbereitungen durch den Jagdleiter und seine Helfer liegt es nun an den Schützen, den Plan in die Tat umzusetzen. 

Noch liegt dicker Reif von der frostig-nebligen Nacht über dem Tal. Mein Schützenansteller hat mich gerade aus dem Fahrzeug entlassen, das mit laufendem Motor am Waldweg steht. Das beunruhigt das in der Nähe befindliche Wild weit weniger als ein Neustart. Beim Verlassen des Autos wird nur mehr im Flüsterton gesprochen. Das laute Schließen von Autotür oder Kofferraumklappe unterbleibt selbstverständlich. Nach ein paar Schritten weist er mich in den Stand ein. Mich interessiert vor allem die Sicherheit. Wo sind meine nächsten Standnachbarn, habe ich Sicherheitssektoren zu beachten oder kann ich mit natürlichem Kugelfang überall hinschießen? Wo ist das Treiben, habe ich einen Randstand, stehe ich im Zentrum des Treibens oder gar auf einem Fernwechsel? Wo sind die bekannten Einstände, wie weit sind sie entfernt und woher ist zunächst mit anwechselndem Wild zu rechnen? All diese Fragen sind wichtig für meine im Anschluss folgende mentale Vorbereitung am Stand. Ein guter Ansteller gibt diese Informationen von sich aus. Im anderen Fall sollte man unbedingt nachhaken. Wenn das Fahrzeug erst weg ist, stehen Sie mit den wichtigen Fragen ohne Antwort allein am Stand.

 

 

Für Sicherheit am Sitz sorgen!

Mit dem Sitzkissen wische ich lautlos Reif und Laub von der Stehfläche meines Standes, ebenso vom Sitzbrett und der Gewehrauflage. Gerade bei winterlichen Temperaturen oder Nässe kann man schnell auf dem Podest ins Rutschen kommen. Ideal ist, sich auf dem Weg zum Sitz zwei bis drei Fichtenzweige abzubrechen und auf der Stehfläche auszubreiten. Manchmal nehme ich dafür auch einen kleinen Beutel mit Sägemehl in meinem Rucksack mit, um es auf den Bodenbrettern zu verstreuen. Beides gibt der Stiefelsohle sicheren Halt. Wer weiß, wie turbulent es noch am Stand zugehen wird? Die Ansage des Jagdherrn lautet, dass mit Einnahme des Standes bereits vor dem eigentlichen Treiben geschossen werden darf, wenn es die Sicherheit erlaubt! Nicht selten setzt sich das Wild insbesondere bei Frost und windstillem, hellhörigem Wetter bei der geringsten Störung, die unweigerlich beim Anstellen der Jäger entsteht, in Bewegung. Aus gutem Grund wird die Waffe deshalb geladen und gesichert in die Ecke gestellt, bevor ich mich über die weitere Vorbereitung hermache.

Meine ersten Gedanken am Stand gelten der Sicherheit. Für meine eigene gegen das Ausrutschen habe ich bereits Vorkehrungen getroffen. Auch die Warnweste ist bereits angelegt und der Gewehrriemen von der Büchse entfernt. Nun gilt es, sich Orientierung am Stand zu verschaffen. Wo ergeben sich Bereiche, in denen ich sicher Wild beschießen kann? Dazu gehört in erster Linie, dass nur dort sichere Bereiche sind, wo ich mit einem angemessenen Schusswinkel das Geschoß nach Durchschuss beim Wild oder als Fehlschuss im gewachsenen Boden „begraben“ kann. Kein Baumstamm, keine Schotterstraße, keine Wasserfläche und erst recht keine Dickung sind sichere Kugelfänge – nur der gewachsene Boden! Gegebenenfalls muss ich zusätzlich noch auf steinigen Untergrund oder Felsbrocken im Gelände achten, die ungewollt zu unberechenbaren Abprallern führen können. Besonders im Gebirge oder auch in Mittelgebirgsrevieren kann Letzteres zum Tragen kommen. Eine immer wieder herausfordernde Situation zeigt sich bei Drückjagden auf Rotwild. Interessanterweise suchen sich Vertreter dieser Wildart häufig zum Wechseln im Treiben Kuppen oder Grate. Im Mittelgebirge kann es so manchen Jäger verleiten, das Wild auf einem sogenannten inneren Horizont zu beschießen, sicher in der Annahme, weit hinter dem Wild einen Hang als Kugelfang zu wähnen. Das ist ein Irrtum, denn niemand weiß auf die Entfernung, was dort im Gegenhang passiert. Ebenso riskant können flache, weite Schüsse sein, denn mit Verringerung des Winkels steigt die Gefahr, dass das Geschoß selbst bei weichem Boden diesen wieder verlässt und im Treiben für Unbehagen sorgen kann. Das kann der Jagdleiter umgehen, indem er die Drückjagdstände, insbesondere Schirme oder niedrige Böcke, entsprechend der Geländeform stellt oder sich in der Ebene gleich für Drückjagd-Türme entscheidet.

 

Sich selbst Grenzen setzen!

Nachdem ich am Stand „meine“ Schussbereiche festgelegt habe, gehe ich dazu über, diese in der Entfernung zu staffeln, wofür ein Entfernungsmesser gute Dienste leisten kann. Bewährt hat sich eine Drittelung. Bis etwa 30 Meter, also im Nahbereich, ist das Wild optisch gut mit jeder Fluchtvisierung – offen, Rotpunkt oder Zielfernrohr mit kleiner Vergrößerung – in Einklang zu bringen. Das Sehfeld ist optimal und der Schütze muss beim Schuss nicht aus dem Wildkörper nach vorne herausfahren. Lediglich kürzeste Schüsse auf unter zehn Metern erfordern ein starkes Mitschwingen und fast schon ein instinktives Schießen. Für den mittleren Schussbereich bis etwa 60 Meter muss der Jäger schon schießtechnisch genauer auf sein Vorhaltemaß achten, das natürlich munitionsabhängig unterschiedlich sein kann und selbstverständlich durch regelmäßige Schießstandbesuche bekannt sein und trainiert werden muss. Für sehr talentierte und viel trainierte Schützen ergibt sich unter Umständen ein weiter Schussbereich über 60 und bis 100 Meter. Schüsse in dieser Entfernung bedürfen nicht nur höchster Konzentration und Erfahrung, sie bergen ein hohes Restrisiko für den Normaljäger, das Wild tierschutzkonform zu treffen, denn nicht nur die Geschwindigkeit des Wildes, sondern auch die Geländeformation und die Stellung des Wildes zum Schützen entscheiden in Bruchteilen von Sekunden zwischen Erlegen und Anschweißen!

 

Den ausführlichen Beitrag finden Sie in der Dezember-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.

 


Waffe, Schuss & Optik

Gebaut für die raue Praxis

Bei Schützen sind die Lang- und Kurzwaffen von CZ weitverbreitet, der tschechische Hersteller bietet daneben auch für den Jäger einiges an Auswahl an. Und nicht zuletzt gehören die einst so beliebten Brünner Waffen nun ebenfalls zum Konzern.


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