Jagd heute
Erleger- und Beutefotos: Ja oder Nein?
Sind Beute- und Erlegerfotos ekelerregend oder Ausdruck und Erinnerung jagdlicher Freude? Das fragten wir Sie in der letzten Ausgabe des ANBLICK. Zahlreiche Zuschriften haben uns erreicht, das Meinungsspektrum ist breit gefächert – lesen Sie selbst!

Wenn pietätvoll: Ja!
Gegen derartige Fotos ist absolut nichts einzuwenden. Aber nur dann, wenn sie anspruchsvoll gehalten sind und Pietät nicht vermissen lassen. Ein mit Beutebruch und letztem Bissen versehener erlegter Rehbock ist das Ergebnis des gesamten Jagderlebnisses, auch der weidmännisch gekleidete Schütze kann, diskret im Hintergrund gehalten, mit auf dem Bild sein. Ein "no-go" sind zum Beispiel Fotos eines Jägers, der sich martialisch zwischen die Schaufeln des mächtigen Alaskaelchs legt, ganz in Camouflage gekleidet, vielleicht auch noch mit Daumen hoch in die Kamera grinsend. Leider sieht man derartige Fotos in so manchen Jagdreisevermittlerkatalogen. Keine Angst habe ich da beim ANBLICK, wo auf den notwendigen Stil peinlichst geachtet wird.
Hermann Reichl, Salzburg
Fotos sind Erinnerungen
Grundsätzlich sind Fotos Erinnerungen, die jede Minute des Ansitzes widerspiegeln – bis hin zur Erlegung und allem Weiteren danach. Fotos sollten ästhetisch sein, keinen Schweiẞ, Innereien oder Ausschüsse zeigen. Auch die Brüche sollten richtig angeordnet und der Erlegerbruch muss vorhanden sein. Das geht in letzter Zeit verloren, Jungjäger vergessen oft die Traditionen, die maximal zwei Minuten kosten, aber stundenlange Ansitze sind kein Problem ...
Unterm Strich müssen wir vor der Öffentlichkeit aufpassen, was wir wie, wo, wann posten, reinstellen oder sonstwo verbreiten. Fotos mit Gewehren etc. finde ich nicht in Ordnung! Wir sind nicht stärker als die Natur, sondern schwächer, da bin ich mir sicher.
Ing. Martin Dohr, Wolfsberg
Nicht in öffentlichen Medien!
Ich bin gegen Beute- und Erlegerfotos in öffentlichen Medien. Solche Beiträge heizen die Diskussion zwischen Jägerinnen bzw. Jägern und Jagdgegnern bzw. "Hobbytierschützern" nur unnötig an. Überzeugten (militanten) Jagdgegnern ist mit Argumenten nicht beizukommen und jede Diskussion über Beute- oder Erlegerfotos führt zu nichts. Allein wenn man sich zum Beispiel auf Facebook die Reaktionen der Jagdgegner zu Beiträgen der Jagdverbände durchliest, die teilweise unter die Gürtellinie gehen, meine ich zu erkennen, dass Beute- und Erlegerfotos auf derartigen Plattformen nichts verloren haben. Ich mache selbst auch Beute- und Erlegerfotos, die ich durchaus teile, aber nicht öffentlich, sondern nur mit persönlich bekannten Weidkameraden.
Franz Proksch, Eggersdorf bei Graz
Vergebliche Liebesmüh
Jagd ist – im Gegensatz zur Sexualität – unteilbare Intimität! Alle Eindrücke und Empfindungen während eines Revierganges gehören nur mir alleine und es ist unmöglich, diese Gefühle mit einer anonymen Masse von "Followern" zu "teilen". Ich sehe mich voll im Artikel von Andreas Haußer bestätigt. Die diversen Blogger und Influencer betreiben lediglich ein Geschäftsmodell, in der Hoffnung, Emotionen verkaufen zu können. Sollte ich diesem "Gewerbe" unrecht tun und es tatsächlich die Absicht haben, einer breiten – der Jagd grundsätzlich negativ gegenüberstehenden, vor allem städtischen – Bevölkerung die Jagd näherzubringen, um so einen Beitrag zum gesellschaftlichen Meinungswandel zu leisten, so erachte ich dies als vergebliche Liebesmühe. Ein Aufruf auf Youtube unter Eingabe von "Jagdvideos" reicht und schon rollieren die stärksten Keiler, fallen Hirsche, Böcke oder afrikanisches Großwild. Und das war’s dann mit der Imagepflege.
Karl Schmutzer, Eisenstadt
Gehört zur Jagd dazu
Für mich und meine Jagdkameraden sind auch Fotos von Jagderfolgen normal und gehören zur Jagd dazu. Sowohl zur Dokumentation als auch zur Erinnerung an besonders schöne Jagderlebnisse. Dabei achten wir besonders darauf, saubere, schöne und schweißfreie Bilder zu erstellen.
Christian Ofner, Arriach
Festgehaltene Momente der Freude
Fotos von erlegtem Wild sind meiner Meinung nach festgehaltene Momente der Freude, ein "Beweis" des jagdlichen Erfolges und dienen als Erinnerungsstücke, ähnlich der Trophäe. Erlegerfotos haben gegenüber der Jagdtrophäe auch den Vorteil, dass bildliche Erinnerungen von Nichttrophäenträgern (Nachwuchsstücke, weibliches Wild etc.) geschaffen werden.
Zu hinterfragen ist der Umgang mit diesen gemachten Fotos. In Jägerkreisen ist das Zeigen von Erlegerfotos wohl kein Problem, sobald diese Fotos aber die nicht jagende Bevölkerung zu sehen bekommt, könnte es durchaus passieren, dass die Jagd und wir Jäger in ein schlechtes Licht gerückt werden. Vor allem wenn es sich dabei um Fotos handelt, die erlegtes Wild aus dem Ausland (Stichwort Afrika) zeigen. Ich persönlich bin mit dem Onlinestellen von Erlegerfotos in den sozialen Medien eher vorsichtig. Wenn ich das mache, dann achte ich darauf, dass kein Schweiß und kein Aufbruch zu sehen sind und dass das Stück brauchtumsgerecht präsentiert wird – es liegt auf seiner rechten Körperseite und der letzte Bissen darf natürlich auch nicht fehlen. Außerdem achte ich darauf, dass auch die Umgebung (die Landschaft) abgebildet ist, damit das Bild stimmig ist. Weiters sollten keine alkoholischen Getränke zu sehen sein.
Womit ich selber Probleme habe, sind Bilder, bei denen die Erleger auf dem Stück sitzen oder es in irgendeiner Weise respektlos behandeln und darstellen. Ich persönlich sah schon ein Bild, bei dem der "Jäger" dem erlegten Rehbock in den Lauscher beißt! Wenn jemand so ein Bild für sich machen möchte, dann soll er/sie es so machen – nur bitte nicht veröffentlichen! Solche schwarzen Schafe besudeln mit ihrem Handeln unser Jägerhandwerk.
Prof. Raffael Kupfer, Göstling an der Ybbs
Ich stehe dazu!
Ich beziehe seit über 50 Jahren den ANBLICK und freue mich immer, wenn ich die aktuelle Ausgabe erhalte! Grundsätzlich stehe ich zu den Erlegerfotos, wenn das erlegte Wild dementsprechend nach altem Weidmannsbrauch zur Strecke gelegt wurde!
Franz Pfister, Gnas

Nicht nur das Häuptl!
Erlegerfotos wie auf dem Foto im ANBLICK finde ich okay. Es kann auch nur das erlegte Stück sein. Aber Fotos nur vom Häuptl auf Platten, am Tisch und so weiter finde ich unnötig.
Franz Strohmeier, Wagna
Wer sind die Adressaten?
Die Frage der generellen Zulässigkeit der Verbreitung eines Erlegerbildes greift meines Erachtens zu kurz, weil es auf weitere wesentliche Parameter ankommt:
Wer und was ist auf dem Foto abgebildet?
– nur das erlegte Stück
– das erlegte Stück mit dem Jäger
– respektvoll und demütig dankbarer Jäger
– alle lachen und es scheint der Respekt zu fehlen …
– die gesamte Strecke einer Bewegungsjagd (gegebenenfalls mehr als 100 Stück Schalenwild)
– die gesamte Strecke einer Niederwildjagd (gegebenenfalls mehrere 100 Stück)
– die eigene Strecke einer guten Brunftjagd mit mehreren Stück Wild ...
An welchen Personenkreis geht das Bild?
– dient nur der eigenen Erinnerung und bleibt privat
– Mitjäger
– Jagdherren und Jagdpersonal
– Freundeskreis
– an einen unbestimmten Personenkreis (zum Beispiel Instagram oder Ähnliches)
Meines Erachtens besteht das Problem vorrangig im sorglosen Umgang bei der Verbreitung der Bilder an einen unbestimmten beziehungsweise falschen Adressatenkreis. Die Aufnahmen, die der eigenen Erinnerung und der Dokumentation für einen beschränkten unmittelbar betroffenen Personenkreis dienen, sind wertvoll und jedenfalls berechtigt.
Dass die Erlegung starken Wildes oft vielen unterschiedlichen Umständen wie der Habitatqualität, der nachhaltigen und guten Jagdbewirtschaftung, der guten Jagdführung und nicht zuletzt auch dem Zufall zu verdanken sein dürfte, wird oft in der ersten großen Freude über das große Erlebnis vergessen, sollte aber jedenfalls unmittelbar danach und vor der wahllosen Verbreitung der Fotos in Erinnerung kommen.
Mir sind Fotos als Erinnerung und für Dokumentationen immer wichtig gewesen und ich halte die Weitergabe an einen bestimmten Kreis kundiger Personen, die die Fotos auch nicht weiterverbreiten, für gut. Auf meinen Fotos ist aber entweder nur das Stück oder das erlegte Stück mit meinem Jagdbegleiter zu sehen. Wenn ich mich sehen will, schaue ich in den Spiegel und da erkenne ich kaum etwas Verbreitungswürdiges.
Dr. Stephan Probst, Wien
Jäger, keine Psychopathen!
Beute- und Erlegerfotos sind für mich eine schöne Erinnerung und daher durchaus okay. Bei der Veröffentlichung solcher Fotos (mit Gewehren, Schalldämpfern etc.) handelt es sich für mich aber um Psychopathen. Seit etwa 50 Jahren übe ich intensiv die Jagd aus und konnte daher die genannten Erfahrungen machen.
Theo Moser, Zederhaus
Den Eindruck von Selbstdarstellung vermeiden
Ein Foto vom erlegten Wild ist für den Jäger selbst ein Festhalten von Erinnerungen, für Nichtjäger häufig erschreckend oder ekelerregend. Wer sein Umfeld nicht kennt, der hat dann ein Problem. Das ist völlig in Ordnung! Ein Weiterleiten an Bekannte mit den aktuellen Medien macht den Eindruck einer Selbstdarstellung, vielleicht sogar um Neid zu erwecken, was für ein toller Jäger man ist. Das Foto, eine Geschichte zum Erlebten als Fotobuch, hat für mich einen besonderen persönlichen Wert, es freut mich immer wieder, an erlebte Jagd in Bild und Text zu denken.
Martin Vormann, Iserlohn, Deutschland
Ausdruck ehrlichen Weidmannsheils
Ich glaube, man kann Teilen der Gesellschaft zumuten, ein Erlegerfoto anzusehen. Der letzte Bissen, der Bruch am Hut und ein Ausdruck im Gesicht, der die Ehrfurcht vor der Kreatur zum Ausdruck bringt. Kein Posieren mit der Jagdwaffe! Ein ehrliches Weidmannsheil mit Bruchübergabe und einem Händedruck, dann entspricht dies der Würde des erlegten Stückes!
Peter Pirker, Launsdorf
An eigenen Fotos erfreuen!
Als Jäger kann man mit Stolz ein solches Foto fürs Album beziehungsweise in der heutigen Zeit digital am Handy haben und die Freude mit anderen Weidkollegen beziehungsweise Nichtjägern teilen. Jeder ältere Jäger hat ein oder mehrere Fotoalben, wo jedes Foto Erinnerungen an die jeweilige Situation wach werden lässt. Jagd ist auch, Stücke aus der Natur zu entnehmen und so einen gesunden Wildbestand zu erhalten. Man muss der nicht jagenden Bevölkerung alle Aufgaben der Jagd näherbringen, damit hier das Image, nur "aus Lust zu töten", verschwindet und das Image der Jägerinnen und Jäger sich nachhaltig wieder verbessert. In der Notzeit das Wild artgerecht und ordentlich zu füttern, auf einen gesunden bzw. artenreichen Wildstand zu achten, Biotopverbesserungen zu unterstützen, Hecken anzulegen, Schule und Natur – den Kindern Wildtiere, Pflanzen, Bäume, Biotope und den Umgang mit diesen zu erlernen und vieles mehr. Bedenklich sehe ich hier nur Fotos mit Jägern, gekleidet von Kopf bis Fuß in Tarnkleidung, bewaffnet mit Nachtsichtgeräten, Wärmebildkamera, Waffen mit Schalldämpfer und so weiter. Hier entsteht eher der Eindruck einer Schädlingsbekämpfung anstatt einer verantwortungsvollen, nachhaltigen, weidgerechten Jagdausübung. Wenn solche Bilder dann auch noch über das Internet verbreitet werden, können diese Fotos nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dabei kann ein einzelnes Foto die Bemühungen aller Jäger wieder vernichten.
Jagdgegner und -hasser kann man sowieso schwer bis gar nicht vom Gegenteil überzeugen – ob man nun Fotos aus dem jagdlichen Alltag macht und postet. Ich trage seit nunmehr 40 Jahren den grünen Rock und freue mich über all meine Fotos aus der Vergangenheit und hoffe, dass noch viele schöne Momente auf Fotos festgehalten werden. Wir Jäger können auch weiterhin mit Bedacht Fotos machen und diese Freude auch mit anderen teilen.
Gerald Witzmann, Lambrechten
Wertschätzung sichtbar machen!
Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Für mich soll ein Foto die Dankbarkeit und Wertschätzung dem erlegten Geschöpf gegenüber zeigen sowie die richtige Präsentation mit den entsprechenden Brüchen etc. Es soll die Stimmung und Gegend zeigen. Das Wild soll im Mittelpunkt stehen – nicht prahlerisch, sondern natürlich, der Erleger dabei im Hintergrund und dem Kulturkreis angepasst! Keine Camouflagekleidung im Gebirge! Leider sind oft Optik oder Waffe zu sehr im Vordergrund. Wenn Waffe, dann so, dass diese ästhetisch und nicht bedrohlich wirkt! Wenn schon eine wertvolle "Ferlacherin" dabei ist, bitte ohne Schalldämpfer (zumindest auf dem Foto)! Ein Erlegerfoto soll auch nach vielen Jahren noch eine Geschichte erzählen, als wäre es gestern geschehen! Respekt und Demut, jagern zu dürfen, sollen spürbar sein! Wertschätzung ist sichtbar zu machen, nur so werden auch die nicht jagenden Betrachter die Freude und Mühe, die die Jagd verlangt, verstehen!
Ernst Gebeshuber, Waldneukirchen
Verbreitung nur im Kreis der Jagdkameraden
Wird ein Tier weidgerecht erlegt und das Wildbret in den Nahrungskreislauf aufgenommen, kann zur Freude des Erlegers ein Erinnerungsfoto an seine Jagdkameraden übermittelt werden. Derartige Fotos sollen nicht in soziale Medien eingestellt werden.
Rupert Reininger, Obing, Deutschland
Veröffentlichungen gut überlegen!
Ich finde Beute- und Erlegerfotos grundsätzlich in Ordnung, solange sie respektvoll aufgenommen werden und nicht der Selbstdarstellung dienen. Für mich gehören sie zur Jagd dazu und sind eine Erinnerung an ein besonderes Erlebnis. Entscheidend ist, dass dem erlegten Wild mit Respekt begegnet wird. Ich kann aber auch verstehen, dass Menschen ohne Bezug zur Jagd solche Bilder als befremdlich empfinden. Deshalb sollte man sich gut überlegen, wo und wie man solche Fotos veröffentlicht.
Sandra Moser, Zederhaus
Ohne Hut und ohne Waffe!
Grüß Gott zuallererst, ich bin Jungjäger. Dieses Bild mit den beiden Jagdkameraden im ANBLICK ist zwar gut gemeint, lehne ich aber ab. Ein Weidmann mit abgenommenem Hut mit Blickrichtung Fotografen und ohne Waffe, sie ist unser Werkzeug und muss ja nicht unbedingt abgebildet sein – auch im Hinblick auf die Sicherheit! So stelle ich mir ein Erlegerfoto vor.
Ferdinand Scharl, Salzburg
Gilt auch für die Redaktion!
Zu Recht verzichtet der ANBLICK seit Langem schon auf solche Darstellungen und unterscheidet sich damit auf angenehme Weise von "anderen" Jagdzeitungen. Dies sollte auch für den Abdruck von Beute-, Erleger- und Nachsuchengschichtln gelten (meist eingesandt von narzistischen Abonnenten und sogar über zwei Ausgaben sich hinziehend). Auf Nichtjäger mag es abstoßend wirken; für die meisten Weidmänner ist das einfach langweilig.
Dr. Robert Thaller, Salzburg
Triumphalistisches Gebaren vermeiden!
Die Weidgerechtigkeit hatte in der Vergangenheit eine grundlegend andere Bedeutung und war größtenteils mit dem regelkonformen Verhalten (Sitte und Brauch) der Jägerschaft untereinander konnotiert. Erst viel später und aktuell hat sich die Weidgerechtigkeit vor allem mit einem möglichst ethischen Verhalten gegenüber Wild und Natur definiert. Um aber den polemisierenden Jagdgegnern sozusagen den Wind aus dem Fang zu nehmen, wäre es meiner Ansicht nach besser, jegliches triumphalistische Gebaren nach der Erlegung zu vermeiden. Sicher ist die Freude über die Jagdbeute stets berechtigt, aber ein allzu breites Lächeln (um nicht zu sagen Grinsen) mit der Waffe in der Hand oder deren Ablegung am Stück wird so manches Vorurteil gegenüber dem Weidwerk nur noch weiter befeuern. Man achte also vielleicht darauf, hier den nötigen Ernst und Respekt zu zeigen, schon eben auch im Hinblick darauf, dass sich heutzutage ja Bilder und Videos in Windeseile im Netz verbreiten. Erinnerungsfotos, die manchmal eher an das typische Großwildjägerverhalten von anno dazumal gemahnen, sollten wohl besser unterlassen werden. Auch hier tragen die achtsamen Jägerinnen und Jäger gegenüber einer kritisch eingestellten Gesamtgesellschaft eine entsprechende Verantwortung.
Dr. Harald W. Vetter, Graz
Brauchtum aufrechterhalten!
Ich bin der Meinung, ein Erlegerfoto gehört als Erinnerung unbedingt dazu. Warum soll es als ekelerregend eingestuft werden? Jeder normal denkende Mensch weiß doch, dass die Beute zur Jagd gehört. Ein kurzes Beispiel: Als Jungjäger vor etwa 30 Jahren in unserem Stammlokal mit Fremdenzimmervermietung war es unser Brauch, beim Schüsseltrieb das Haupt vom erlegten Bock in einem geschmückten Holzkistl auf den Tisch zu legen, obwohl Fremde diesen Anblick mitansehen mussten. Es war auch nie eine negative Bemerkung von diesen zu hören. Der damalige Jagdleiter fragte sich, wie lange wir das so noch machen können. Meine Antwort war damals als Jungjäger prompt: "Wenn wir uns dieses gemeinsame Erfreuen eines Jagdglücks in der Öffentlichkeit nehmen lassen, dann sind wir selber schuld." Darum sollen wir Jäger das Brauchtum – heutzutage mit Handyfoto – aufrechterhalten und nicht mit dem Attribut "ekelerregend" in Verbindung bringen lassen.
Josef Jedinger, Strobl
Höchst intim und privat
Meines Erachtens sind nicht die Erlegerfotos das Problem, sondern die Tötungsszenarien. Die gehören ganz einfach nicht ins Internet. Bei den Erlegerfotos bin ich nicht ganz sicher, aber ich selbst würde sie niemals posten. Das ist einfach eine höchst intime und private Angelegenheit – und deshalb nichts für die Öffentlichkeit.
Detlef Riechert, Coesfeld, Deutschland
Freie Wahl der Information
Ablehnung oder Akeptanz muss oder darf der heutigen emanzipierten Gesellschaft zumutbar sein. Jedes für sich kann immense Wellen schlagen, aber warum? Wir bekommen eine Flut jeglicher Information auf unseren tragbaren Funkfernsprecher, welcher für die Funktion des Miteinandersprechens schon fast am wenigsten genutzt wird. Pushnachrichten jeglicher Art überfluten den Nutzer und diese müssen nur dramatisch genug formuliert sein, um auch angetippt zu werden. Einmal gesehen und eine bestimmte Zeit – es genügen Sekundenbruchteile – werden fortwährend immer wieder Nachrichten der gleichen oder ähnlichen "Informationen" gesendet. Wir als Nutzer treffen die Entscheidung mit dem Umgang dieser Informationen und sind somit selbst dafür verantwortlich.
Es ist noch nicht sehr lange her, da musste man auf erstellte Fotos einige Zeit warten. Vorrangig bis der Film in der Kamera zu Ende war, die Entwicklungszeit und dann waren zwischen Landschaftsfotos, Verwandtschaftsbildern und Feierlichkeiten auch Erleger- und Beutefotos. Jedes für sich kam in ein eigenes sogenanntes Album und der Betrachter konnte selbst entscheiden, welches er anschauen wollte und ob es für ihn zumutbar war oder nicht. Äußerungen wurden auch hier kundgetan. Ob verbal oder auch nur die Gestik Bände sprach, aber über den Ersteller wurde nicht geurteilt. So sollte es auch heute sein, es ist nur die Hardware eine andere.
Martin Kieler, Bad Mitterndorf
Bilder nur als eigene Erinnerung
Meiner Meinung nach sollte man keine klassischen Erlegerfotos veröffentlichen, als eigene Erinnerungen natürlich schon, aber nicht in Social Media. Stille Bilder ohne Menschen und Schweiß finde ich aber total in Ordnung. Es kennt niemand den Hintergrund von einem Bild und tendenziell wird immer was Dramatisches oder Schlimmes hineininterpretiert. Ich bin zwar für die Realität, nur sollte man vorsichtig mit der allgemeinen Veröffentlichung sein. Ich schätze die Berichte von Christine Fischer, sie macht gute Berichte.
Markus Moisl, Scheffau a. T.
Weniger ist oft mehr
Ich gehe mittlerweile über 50 Jahre "jagern" und würde es schmerzlich vermissen, wenn ich bei der Rückschau auf diese lange Zeitspanne keine Fotos von den vielen schönen Erlebnissen mit teilweise schon lange verstorbenen Jagdkameraden hätte. Ob es notwendig ist, sich überall und sofort mit möglichst allen erreichbaren Personen per Handy nach jeder Erlegung auszutauschen, das sei dahingestellt. Hier gilt zumindest für mich: "Weniger ist oft mehr ..."
Hans Knauseder, Aspach
Diskussionsbereit
Ich bin auch Jäger, auch mein Sohn und meine beiden Enkel. Ich schreibe gerade meine Memoiren, das Kapitel "Jagd" wird natürlich ein wichtiger Teil. Mein Sohn möchte keine Bilder von sich mit toten Tieren. Bei den Großkindern bin ich mir unsicher. Ich bin 80 Jahre alt, mich stören Anfeindungen von militanten Tierschützern weniger.
Wer möchte mir seine Meinung mailen (office@palmers.ch)?
Walter Palmers, Sursee, Schweiz
Zurück zum ehrlichen Weidwerk!
Solange solche Bilder/Fotos ins Netz gestellt werden, man Jagd als Schießsport auf bewegte Ziele betreibt, Wild als Schädling und Ungeziefer sieht, nach einer Woche Kurs zum Jäger geprüft wird und immer mehr Technik bei der Jagd geduldet und verwendet wird, trägt die beste Öffentlichkeitsarbeit keine Früchte! Ich denke, wir müssen alle wieder zurück zum ehrlichen Weidwerk, wie es eine alte Jägerweisheit im ANBLICK 8/2026 besagt. Leider werden die alten Ansichten heute großteils belächelt.
Gerhard Freisinger, Kindberg
Ein schönes Landschaftsbild mit Tier und Mensch
Das Bild im ANBLICK gefällt mit sehr gut, vor allem sollte nicht die Trophäe allein der wichtigste Punkt sein, sondern alles Drumherum, das Stück oder die Stücke, wie sie gebettet sind, die Brüche, die schöne Landschaft, umgeben von Wiesen, Latschen, Wald, Bergen, wenn möglich auch mehrere Personen in netter Unterhaltung wie eben auf diesem Bild. Ich finde es besser ohne Waffen, vielleicht mit Fernglas, Spektiv, Bergstock oder Rucksack.
Fritz Reis, Uttendorf
Schießen bringt Klicks
Da speziell im Internet diese Fotos oft sehr kontrovers aufgefasst und dann auch entsprechend kommentiert werden, habe ich mich Mitte Juni bemüßigt gesehen, speziell den Reilmann-Brüdern diesbezüglich zu schreiben:
"Meiner bescheidenen Meinung nach erweist Ihr mit Euren Beiträgen unserer gesamten Jägerschaft einen Bärendienst! Immer nur schießen, schießen und nochmals schießen ... Deshalb wird unser Tun von gewissen Gruppierungen ständig nur aufs Schießen und Tieretöten reduziert – wäre nicht schlecht, wenn einige anschauliche Beispiele über Hegemaßnahmen und Revierarbeiten etc. von Euch persönlich gezeigt werden würden! Bringen eventuell nicht so viele Klicks, wären aber für uns ein echter Gewinn, denn mit solchen Aktionen könnte man unsere Angriffsfläche reduzieren – denkt einfach darüber einmal nach – ständige Erlegerfotos vermitteln ein falsches Bild von uns …!"
Die Antwort kam umgehend und wie befürchtet wurde mir kurz mitgeteilt, dass diese Leute von Klicks leben und ich selber mittlerweile mitbekommen habe, dass Beute- und Erlegerfotos von unseren eigenen Leuten ein weitaus größeres Interesse wecken als Hegebilder oder -videos! Selbstverständlich ist oft ein nicht zu reißerischer Begleittext und eine entsprechende Auswahl an Ästhetik zu beachten, um eventuell sogar selbsterklärend zu wirken und wenn möglich keinen Shitstorm auszulösen. Ganz wichtig dabei sind unsere Glaubwürdigkeit und unser Handeln, um das Handwerk Jagd entsprechend zu repräsentieren, ohne elitär oder gar überheblich zu wirken!
Alexander Wilhelm, Kaumberg
Beutebilder keinesfalls öffentlich teilen!
In einer Jägerfamilie aufgewachsen, konnte ich nie verstehen, wie man sich über den Tod eines Wildtieres freuen kann, und der Anblick von erlegten Wildtieren war mir eher unangenehm. Erst als ich selbst Jägerin wurde und mich diese überwältigende Freude und Ergriffenheit bei jagdlichen Erfolgen in Besitz nahm, wurde mir klar, dass man das nur verstehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. Dass man diese Freude mit befreundeten Jägern und jagdlich interessierten Freunden teilen will, kann ich nachvollziehen. Aber für die breite Masse der Öffentlichkeit in den sozialen Medien halte ich solche Bilder als vollkommen ungeeignet. Ich empfinde es als entwürdigend, wenn Bilder erlegter Wildtiere fremden Menschen präsentiert werden, welche diese eventuell ekelerregend finden und keine Ehrfurcht vor dem Tode dieser Mitgeschöpfe fühlen. Ich bin der Meinung, dass solche Bilder immer mehr zur Ablehnung der Jagd in unserer Gesellschaft beitragen.
Monika Baudrexl,
Garmisch-Partenkirchen, Deutschland
Toleranz ist gefragt
Als Jäger ist das Erlegen von Wild nur ein kleiner Teil der Jagd, gehört aber dazu und ist ein Erlebnis voller Respekt und Ehrfurcht vor der Natur und dem erlegten Stück Wild. Leider erleben wir eine Zeit, wo sehr viele Leute keine Ahnung von der Jagd haben und allem, was sonst noch dazugehört, aber darüber richten wollen. Die Leute, die Toleranz fordern, sind selbst die intolerantesten .
Johann Zimmermann, Stenzengreith
Zuerst aufbrechen!
Ich jage schon seit 45 Jahren und Fotos von erlegtem Wild mit dem Erleger oder Treiber sind für mich ganz normal. Worauf ich als Pirschführer großen Wert lege, ist zuerst das saubere Versorgen vom Stück, das Aufbrechen, das Brechen von Beute- und Schützenbruch.
Gebhard Juen, See – Paznauntal
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