Das Heft - Archiv 2019

 

Jagderlebnis

Hirschjagd mit Tücken

Die Diagnose fällt zum Glück weniger schlimm aus als befürchtet. Zwei geprellte Rippen, eine gebrochene Nase und ein kaputtes Fernglas stehen einem uralten Berghirsch gegenüber. Für mich scheint dies ein fairer Tausch gewesen zu sein ...

Wenn der Raureif in der Morgensonne glitzert und die Luft kühler wird, übernimmt der Herbst das Ruder der Jahreszeiten. Eine gewisse Wehmut legt sich auf die Menschen und schickt einen Boten für die Winterdepression voraus. In mir jedoch weckt die herbstliche Kühle jedes Jahr aufs Neue die Lebensgeister, denn die Hirschbrunft, die spannendste Zeit des Jahres, steht vor der Tür.

Ende September packe ich Gewehr, Lodenrock und die Mader Bascht CD in meinen alten Pajero ein und fahre los. Die Freude auf eine Woche Natur und Abschalten vom Alltagsstress ist groß. Mein Weg führt mich von Waidhofen an der Ybbs über den Buchauer Sattel bis nach Aigen im Enns-tal, wo ich mit meinem besten Freund Christian Bretschner, kurz „Bretschi“, seit mittlerweile zehn Jahren eine Jagd gepachtet habe. Der Wildbestand in unserem Revier ist – nach unserem einstimmigen Beschluss, nicht am Fütterungswettrüsten teilzunehmen – zwar zurückgegangen, trotzdem bin ich zuversichtlich, dass mir der heilige Hubertus diese Woche gut gesonnen ist. Mit einem letzten Anruf bei meiner Frau verabschiede ich mich für eine Woche von Zivilisation und Handyempfang und biege auf die holprige Forststraße in Richtung Revier ein.

Das Begrüßungskomitee in Form von zehn toten Mäusen wartet bereits in der Jagdhütte auf mich. Endlich zeigt das Mäusegift Wirkung, denke ich mir. Ich verstaue die Einkäufe, beziehe mein Zimmer und öffne ein Bier, mit dem ich mich voller Vorfreude auf die anstehende Woche vor die Hütte setze und mir einen Plan für die Abendpirsch zurechtlege.

 

Tote Hose

Nach meinem Nachmittagsschläfchen mache ich mich auf den Weg in Richtung Panoramasitz. Der hochgelegene Sitz ist der perfekte Platz, um sich einen Überblick über das Treiben im Revier zu verschaffen. Nach vier Stunden gähnender Leere auf den Lichtungen trete ich ernüchtert den Heimweg an. Kein einziges Stück Wild war in dem riesigen Kar zu erkennen gewesen und auch vor der Hütte bleibt das von mir heiß ersehnte abendliche Röhr-Konzert aus. Die nächsten drei Tage, sowohl bei der Morgen- als auch bei der Abendpirsch, dasselbe Bild. Am vierten Abend melden vor der Hütte plötzlich zwei Hirsche, was mich für meinen fehlenden Anblick in den letzten Tagen wenigstens etwas entschädigt. Mit dem Röhren steigt bei mir schnell wieder die Zuversicht, in den nächsten Tagen doch noch einen Brunfthirsch erlegen zu können. Während ich gespannt dem Melden der Hirsche lausche, sehe ich in der Dunkelheit von Weitem ein Auto heranbrausen. Christian hat sich doch ein paar Tage von der Arbeit freischaufeln können. Ich freue mich riesig, die letzten Tage nicht mehr alleine, sondern mit meinem besten Freund verbringen zu können. Das Jagdliche der letzten Tage war mit den Worten „Tote Hose“ schnell besprochen und so verbrachten wir einen fröhlichen Abend unter wolkenlosem Sternenhimmel. Wir wärmten alte Geschichten auf, tranken Wein und erinnerten uns an Zeiten, wo es im Revier vor Rotwild nur so wimmelte.

 

Eiskalter Anblick

Der Wecker läutet viel zu früh und nach nur zwei Stunden Schlaf schleppe ich meinen Körper aus dem Bett, um mit Bretschi ins Herz unseres Reviers aufzubrechen. In der Früh bringt Weidkamerad Bretschner wie gewohnt nicht einmal ein „Guten Morgen“ heraus. Als ich ihm im Wohnzimmer begegne, schließe ich aus seinem Blick, dass auch ihm die kurze Nacht noch in den Knochen steckt. Wortlos verlassen wir die Hütte und stapfen eine Stunde durch die Dunkelheit in Richtung unseres besten Brunftplatzes. Die Stille der Nacht wird nur durch das Pfeifen aus Christians Nase durchbrochen, das er seinem zu klein geratenen Nasenloch zu verdanken hat.

Es war ein feuchtkalter Herbstmorgen, schlecht für den eigenen Wärmehaushalt, doch perfekt für die Brunft. Unser Ziel ist der Kaisersitz, inmitten des Lawinenkars. Er ist über 20 Meter hoch und dementsprechend nicht gerade windgeschützt. Eigentlich ist der Sitz eine wahnwitzige Konstruktion, aber für den jagdlichen Erfolg, vor allem in der Hirschbrunft, perfekt geeignet. Ich war schon seit einigen Wochen nicht mehr dort, um das Wild vor der Brunft nicht unnötig zu beunruhigen. Trotz Haube, Handschuhen und gefühlten zehn Schichten Gewand bin ich nach zwanzig Minuten in der Finsternis völlig durchgefroren. Zitternd sitzen wir auf dem Hochsitz und warten darauf, dass die Dunkelheit vom nahenden Tag verdrängt wird. Langsam, aber doch werden die ersten Umrisse von Fichtenwäldern, Latschen und Felsformationen erkennbar. Trotz der Kälte bin ich froh, dass ich hier bin, mit meinem wortkargen besten Freund, inmitten dieser atemberaubenden und geheimnisvollen Natur. Während ich zum Feldstecher greife und so gut es geht versuche, die ersten Umrisse auf den Lichtungen zu erkennen, fängt aus dem Nichts ein Hirsch lautstark zu melden an. Vor Schreck gleitet mir der Gucker aus der Hand. Nach 20 Meter freiem Fall schlägt er hörbar mit dem Glas voran auf einen Stein auf. Ich stütze meinen Kopf auf meine Hände und sehe im Augenwinkel, wie Bretschi sein typisch hämisches Grinsen aufsetzt.

„Hea auf, so deppad zum Grinsen, du Bölli“, schnauze ich ihn wütend von der Seite an, was nur zur Folge hat, dass sein Grinsen noch breiter wird. Noch bevor ich mich über den Verlust meines 2.000-Euro-Fernglases beklagen kann, betritt der für meinen Schreckmoment verantwortliche Hirsch die Bühne. Etwa 150 Meter entfernt steht er nun in seiner vollen Pracht auf einem mit Moos bewachsenen Felsen und röhrt in den anbrechenden Tag hinein. Während ich wie erstarrt – gebannt von dem Anblick dieses wundervollen Geschöpfs – auf die Lichtung blicke, hat Christian den kapitalen Berghirsch bereits angesprochen.

„Andi, der darat passen, der hod scho z’ruckg’setzt“, murmelt er, während er durch das Spektiv den Hirsch beobachtet. Langsam und bedächtig reicht er mir das Spektiv und ich betrachte den mindestens 15 Jahre alten Eissprosszehner. Nach etwa fünf Minuten Hinsehen fällt mir auf, dass der Hirsch auf dem rechten Licht erblindet ist. Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ich kenne diesen Hirsch. Nur ist es seit unserem letzten Zusammentreffen schon sechs Jahre her ...

 

Das ganze Jagderlebnis von Florian Meznik finden Sie in unserer November-Printausgabe.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Köderwahl zur Raubwildjagd

Wie bei so vielen Jagdarten muss sich ein erfolgreicher Trapper in das Raubwild hineinversetzen können, um die Lebensweise und die Eigenarten desselben nachvollziehen zu können. Raubwild ist je nach Art bei der Nahrungssuche flexibel und anpassungsfähig. Das sollte deshalb auch für die Auswahl der Fangköder gelten.

Heute lautet eine Forderung an die Fangjagd, dass der Fang selektiv zu erfolgen hat. Neben der richtigen Wahl des Fallentyps, des Fangplatzes und der Methodik zum Einbau der Falle kann der Fangjäger mitunter auch über die entsprechende Köderwahl die zu fangende Wildart beeinflussen. Greifvögel und Rabenvögel sind bei der Fangjagd aus gesetzlichen Gründen tabu. Diese Arten erkennen Beute vornehmlich mit dem Auge. Aus diesem Grund müssen heute jede gestellte Falle entsprechend umsichtig und großzügig verblendet und Fleischköder mit besonderer Sorgfalt verwendet werden. Den Fangjäger interessieren folglich nur mehr die vierläufigen Raubwildarten, die allesamt ihre Nahrung mit der Nase wahrnehmen. Er lockt das Raubwild deshalb mit Witterungen, die nach Fressbarem oder arteigenen Sekreten riechen. Nicht selten wecken sogar fremdartige Gerüche die Neugier bestimmter Arten und veranlassen sie, sich dem Fangplatz zu nähern.

 

Wirkung von Lockmitteln wird meist überschätzt

Vielfach werden Lockmittel angeboten, die das Raubwild magisch anziehen sollen. Leider ist das bei vielen Mitteln nicht der Fall. Nicht selten verwendet sie der Jäger fälschlicherweise in der Falle und trägt, da er von der Intensität des Geruchs selbst nicht überzeugt ist, meistens auch noch etwas zu dick auf. Das Raubwild hingegen ist dieser intensiven Geruchswolke gegenüber skeptisch und meidet nicht selten den Fangplatz. Nur wenige natürliche Lockmittel, wie etwa reines Anisöl (insbesondere für die Marder und den Waschbären), aufgebrühtes frisches Baldrianwurzelpulver (für alle Katzen) und reines Räucherfischöl, wecken wirklich das Interesse des Raubwildes. Sie sollen, sparsam ausgebracht in der Nähe und vor allem auch etwa einen Meter über der Falle im Gesträuch, das vorbeiziehende Raubwild nasenmäßig in den Fangbereich locken. Für alles Weitere sorgt dann der eigentliche Köder in der Falle.

 

Etwas für den leeren Magen

Der Fangerfolg hingegen führt nur über einen begehrenswerten Köder selbst. Das Raubwild muss in der Falle einen tatsächlichen Happen für den knurrenden Magen finden. Und noch eines ist essenziell: Heute gelingt eine erfolgreiche Fangsaison kaum noch ohne ein gewissenhaftes Kirren. Zum einen stellen wir durch das Auslegen von Kirrbrocken fest, ob der ausgesuchte Fangplatz auch vom Raubwild regelmäßig angelaufen wird. Zum anderen nehmen wir ihm die angewölfte Argwohn und „dressieren“ es an die Falle. In der Kirrphase können wir zwar mit verschiedenen Ködern herumexperimentieren, welcher davon beim Raubwild besonders ankommt, sollten dann aber bei dem bevorzugten bleiben. Denn was die Ködervorliebe angeht, ist das Raubwild meist sehr konservativ. Insbesondere die gewissenhafte Regelmäßigkeit ist beim Kirren am Fangplatz eine Grundvoraussetzung für den späteren programmierten Fangerfolg. Nur bei einer gleichbleibenden Vorlage von beliebten frischen Ködern stellt sich vor der beginnenden Fangsaison ein Rhythmus beim Raubwild ein.

 

Kirren, nicht füttern

Die ausgelegten Kirrbrocken dürfen zudem nicht allzu groß sein. Das Raubwild soll sich ja nicht satt fressen, sondern nur einen steten Anlaufpunkt haben, wo es immer etwas Leckeres finden kann. Die Brocken müssen entweder arttypische und damit vertraute Nahrung sein oder Bestandteile enthalten wie Fett, Eiweiß und Salz, die das Wild dringend benötigt. Zum Kirren eignen sich daher vor allem Köder, die das Raubwild auch sonst bei seinen Beutezügen im Revier finden würde: Wildbretreste, Aufbrüche und Zerwirkreste, Verkehrsfallwild, Fisch und Trockenobst ...

 

Den vollständigen Artikel von Wildmeister Matthias Meyer finden Sie in der November-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Waffe, Schuss & Optik

Leica im Doppelpack

Bei den österreichischen Jägern erfreuen sich die Ferngläser von Leica großer Beliebtheit. Seit einigen Jahren gibt es nun auch Zielfernrohre, die hierzulande jedoch noch weniger Verbreitung gefunden haben. Nun wurde es Zeit, mit beiden Produkten Reviererfahrungen zu sammeln.

Leica hat vor allem als Hersteller hochwertiger Kameratechnik hohes Ansehen erlangt, aber auch was den Einsatz von Entfernungsmessern anlangt, hat das deutsche Unternehmen Geschichte geschrieben. Aufsichtsratsvorsitzender und Miteigentümer ist übrigens der Wahlsalzburger Andreas Kaufmann.

Seit mittlerweile zweieinhalb Jahrzehnten zählt der handliche und nur faustgroße Entfernungsmesser Rangemaster mit Einhandbedienung zur Standardausrüstung vieler Behörden, und natürlich ist er auch im Outdoorbereich seit Langem zu Hause. Leica hat mit dem ersten Geovid vor rund 15 Jahren auch bereits ein Fernglas mit integrierter Entfernungsmessung herausgebracht, das sich bis heute unter der neuen Bezeichnung R 42 bzw. R 56 großer Beliebtheit erfreut. Dieses ist immer noch am Markt und dank seines verhältnismäßig günstigen Preises auch immer noch sehr verbreitet.

 

Das neue Geovid
Das Geovid ist mit der Zeit auch weiterentwickelt worden und nun in zwei zusätzlichen Modellen verfügbar. Einerseits gibt es das Geovid HD-B 3000, wobei „B“ für Ballistik steht. Dieses Fernglas verfügt über ein ausgeklügeltes Ballistik-Programm, wodurch es möglich ist, die für die eigene Laborierung passenden Haltepunkte auf die unterschiedlichsten Entfernungen gleich direkt an der Anzeige abzulesen. Daneben gibt es auch die HD-R 2700 Modelle, die den B-Modellen sehr ähnlich sind, jedoch nicht über dieses Ballistik-Programm verfügen. Direkt ablesen kann man natürlich die Entfernung, daneben aber auch den Winkel, die Temperatur und den Luftdruck. Sind diese Daten bekannt, lässt sich anhand ballistischer Tabellen die theoretische Treffpunktverlagerung ermitteln. Dass man diese in der Praxis natürlich selbst durch Kontrollschüsse überprüfen muss, liegt auf der Hand. Die Bezeichnungen 3000 bzw. 2700 entsprechen übrigens der maximalen Messentferung von 3.000 Yards (2.750 Meter) beziehungsweise 2.700 Yards (2.450 Meter). Das heißt aber natürlich nicht, dass man diese Werte im Revier auch wirklich immer ausnutzen kann. Bei großen Objekten wie Häusern oder Felsen mag das funktionieren, bei einer Messung im strukturreichen Gelände oder gar auf Wild muss man sich natürlich mit einer geringeren Einsatzweite bescheiden. Von der optischen Leistung her sind die beiden neuen Geovid-Modelle praktisch ident. Ob man das Ballistik-Programm braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden, denn es schlägt mit einem Mehrpreis von € 400,- zu Buche und setzt zudem voraus, dass man sich eingehend mit den Zusatzfunktionen auseinandersetzt.


Jagd heute

Mehr Jäger, doch weniger Strecke

Die Zahlen der aktuellen österreichischen Jagdstatistik sprechen eine deutliche Sprache. Bei den meisten relevanten Wildarten ist die Strecke im Vorjahr gesunken, der Winter hat dafür zu hohen Fallwildverlusten geführt. Unabhängig davon stieg die Menge der Jäger weiter an.


Re(h)viere

Und übrig blieb das Reh ...

Der Artenschwund hat auch vor der Weststeiermark nicht haltgemacht. Vor 50 Jahren konnte man noch Steinkauz und Blauracke beobachten, doch das ist längst vorbei. Profitiert haben wenige andere Arten, darunter das Reh.


Entscheidungshilfen bei der Hundewahl

Mein Hund – mein Traum

Vom eigenen Jagdhund träumen viele, doch den Traum vom eigenen Hund zu erfüllen gelingt nicht jedem. Es muss das gesamte Drumherum passen, bevor man diese folgenschwere Entscheidung trifft. Schließlich währt ein Hundeleben einen schönen Lebensabschnitt lang.

Die Zahl der Jagdscheininhaber steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an – aller Kritik am Jagdwesen zum Trotz. Allerdings wird die Jagdausübung heutzutage zunehmend als Hobby – wie z. B. Skifahren – gesehen und nicht mehr wie früher als Berufung oder Lebensaufgabe. Diese Entwicklung hat vielfältige Auswirkungen, auch in das Jagdhundewesen hinein. So führt nunmehr gut die Hälfte der Jäger einen Jagdhund.

Nach Umfragen von Werner Beutelmeyer schätzen z. B. zur Zeit nur noch rund 40 % der Jäger ihre Fähigkeiten um den Jagdhund als „sehr gut“ ein. Der Jagdhund als Bestandteil des jagdlichen Brauchtums wird momentan von 61 % der Befragten als sehr wichtig eingeschätzt – Tendenz in beiden Fällen fallend. Wohlgemerkt, als „Brauchtumsbestandteil“ und nicht mehr als wichtiger Begleiter und unverzichtbares Handwerkszeug einer weidgerechten Jagd! 

 

Hund als Eintrittskarte

Früher wurde gerade Jungjägern nach bestanderer Jägerprüfung geraten, sich einen Jagdhund anzuschaffen, diesen auszubilden und abzurichten. Dies sei die Garantie für den Zugang zu Jagdmöglichkeiten. Auch heute noch wird der Jagdhund – nun v. a. der Stöberhund angesichts steigender Schwarzwildbestände und zunehmender Drückjagden – als Eintrittskarte für entsprechende Jagdmöglichkeiten verstanden. Engagierte, zuverlässige Hundeführer mit guten Hunden werden immer gerne eingeladen. Nach einer Umfrage von Fiona Schönfeld kommen gerade zunehmend Frauen über die Hundeführung zum Jagdschein. Trotzdem ist die Bereitschaft, sich einen Jagdhund zuzulegen, insgesamt gesehen eher rückläufig. Neben dem Zeitaufwand und den Kosten werden vor allem die „Angebundenheit“ als Argumente gegen einen Hund angeführt. Man fühlt sich eingeschränkt, kann den Hund eben nicht überallhin mitnehmen – gerade bei Urlaubsreisen ein Argument. Die Entscheidung für einen Jagdhund will somit gut überlegt sein. 

 

Hund ja oder nein?

Ein Hund haart, stinkt, macht Dreck und kostet Zeit, Geld, Geduld und Nerven. Gleichzeitig sind Hunde sozial organisierte Lebewesen mit entsprechenden Bedürfnissen, wo wir uns bewusst machen müssen, ob wir diese auch befriedigen können. Dessen sollte man sich vor der Anschaffung bewusst sein – und zwar ein Hundeleben lang. Dieses Hundeleben dauert etwa 12 bis 16 (bis zu 18) Jahre, je nach Rasse, Gesundheit und Einsatz des Hundes. Bevor ich mir nun aus einer Laune heraus einen Hund ins Haus hole, lohnt es sich, einige grundsätzliche Vorüberlegungen anzustellen und einige Fragen zu stellen. 

 

Umfeld und Familie 

Ist mein familiäres Umfeld bereit, einen Hund im Haushalt zu akzeptieren? Auch dann, wenn sich der süße Welpe zu einem gestandenen Hund ausgewachsen hat? Kann ich den Hund zur Arbeit mitnehmen oder muss er tagsüber alleine bleiben? Wer kümmert sich um den Hund, wenn ich krank bin oder in Urlaub fahre – kann ich den Hund zu Bekannten bringen oder gibt es eine Hundepension, wo ich ihn zeitweise unterbringen kann? Wo ist der nächste vernünftige Tierarzt meines Vertrauens? Gibt es in meiner Familie jemanden mit Hundehaarallergie?

 

Den vollständigen Artikel von Alexander Kelle finden Sie in der Oktober-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

Spissen auf Finnisch

Einst galt das Haselwild als schmackhaftestes heimisches Wildtier, doch heute bejagt es kaum jemand. Nur wenige Spe-zialisten befassen sich hierzulande noch mit ihm. Ein wenig anders ist es in Nordeuropa, wie ein Lokalaugenschein zeigt.


Unser Wild im Oktober

Der Winter naht

Im Herbst müssen die letzten Vorbereitungen für den Winter erfolgen. Dieser ist entscheidend für das Überleben der Individuen und der Arten.

 

Jetzt im Herbst sei das Engadin am schönsten, heißt es. Die Lärchen färben sich gelb, dazu die noch grünen Wiesen im Tal und die sich verfärbenden alpinen Weiden. Die Berge werden das erste Mal mit einem leichten Flaum Schnee überdeckt und der strahlend blaue Himmel – dies alles trägt zu einem einmaligen Landschaftsbild bei. Alles zusammen weckt nochmals Lebensfreude, doch eigentlich sollte man jetzt an die kommende kalte Jahreszeit denken.

Den Kindern erzählte man früher die Geschichte von den Zwergen auf Macun. Dies ist eine alpine Seenplatte, die Teil des Nationalparks ist. Die Zwerge müssen sich vor den Menschen verstecken, denn werden sie einmal vom Menschenauge erblickt, verwandeln sie sich in ein Murmeltier. Im Herbst steigen sie in der Nacht mit ihren Schubkarren ins Tal und sammeln die Herbstfarben ein. Sie müssen vorsichtig sein und rechtzeitig wieder den Rückweg antreten, ohne von den Menschen gesehen zu werden. In den langen Winternächten schmieden sie aus den Farben die Sterne. Die Geschichte hat eine schöne Symbolik. Heute erleichtert das Wegegebot im Nationalpark den Zwergen das Leben. Die Symbolik lässt sich auch auf die Wildtiere in der Natur übertragen. Jetzt im Herbst müssen die letzten Vorbereitungen für den Winter erfolgen. Dieser ist entscheidend für das Überleben der Individuen und der Arten.

 

Geschützte Rückzugsorte

Die Vorbereitungen schon abgeschlossen haben die Murmeltiere. Sie haben sich an die kalten Bedingungen optimal angepasst. Ab Ende September oder Anfang Oktober bleiben sie in ihren Bauen und halten Winterschlaf. So verbringen sie rund 90 % ihrer Lebenszeit unter der Erde. Die Murmeltiere haben Sommer- und Winterbaue, die nicht weit auseinanderliegen müssen. Winterbaue haben eine enge Öffnung und einen langen Gang bis zur Hauptkammer. Die größte Tiefe beträgt oft über zwei Meter. In diesem Kessel überleben die Murmeltiere den Winter schlafend. Der Sommerbau hingegen hat mehrere Eingänge. Das Gangsystem ist kürzer und die größte Tiefe liegt nicht über 1,5 Meter. Daneben gibt es mehrere Fluchtröhren, die oft nur sehr kurz sind. Der Winterschlaf der Murmeltiere ist eine exklusive Fähigkeit, um den Winter in  diesen Lagen zu überleben. Der Stoffwechsel wird in dieser Zeit reduziert, die Körpertemperatur sinkt bis unter 5 Grad Celsius. In diesem starren Zustand verweilen die Tiere rund zwölf Tage und wachen dann für rund 36 Stunden wieder auf. Dabei wird die Körpertemperatur im Mittel auf 34,5 Grad Celsius erwärmt. Während der gesamten Winterzeit leben sie von ihren Fettreserven. Murmeltiere überwintern in Gruppen von bis zu 20 Individuen. Dabei liegen sie eng aneinander und synchronisieren die Wechsel von der Kältestarre in die Wachphasen. Die Jungtiere, die in der kurzen Sommerzeit nicht genügend Fettreserven bilden können, liegen in der Mitte und werden von verwandten Gruppenmitgliedern zusätzlich gewärmt.

 

Es wird stiller

Die Rothirsche beenden die Brunft, nur noch vereinzelt ist ein Röhren zu vernehmen. Je nach Witterungsverlauf wird der Weg in die Wintereinstände unter die Schalen genommen. Diese Wanderung erfolgt sehr individuell. Es scheint, dass jedes Tier für sich entscheidet, wann und wo es in den Wintereinstand geht. So können einzelne Tiere, die den Sommer gemeinsam verbracht haben, zu unterschiedlichen Zeitpunkten wandern. Diese Wanderung erfolgt vielfach in einer Nacht. Daten besenderter Tiere zeigen, dass gegen Mitternacht gestartet wird und am nächsten Morgen das Ziel erreicht ist. Als Erstes wird der Wintereinstand erkundet. Es sieht fast nach einer Bestandsaufnahme aus. Dieses „Wissen“ ist vermutlich im bevorstehenden Winter von großem Wert. Während dieser Zeit sind die Rothirsche auf Ruhe angewiesen. So können sie sich ungestört von der Brunft erholen und ihre Fettreserven auf Vordermann bringen. Im Herbst wird auch das Fell oder das Gefieder gewechselt. Dies kann ganz unterschiedlich geschehen. Steinböcke machen das ganz unspektakulär: Es wächst einfach ein zusätzliches dichtes, wolliges Haar zwischen dem Sommerfell nach. Beim Schneehasen ist die ganze Geschichte schon komplizierter. Da wechselt die Fellfarbe von Braun auf Grau und dann zum weißen Winterhaar. Diese Haare sind innen hohl, so wird die Wärmeisolation optimiert. Nicht alle Schneehasen wechseln zur gleichen Zeit. Die Mechanismen sind unbekannt und Gegenstand aktueller Forschung. Die Schneehühner als Bewohner der alpinen Weiden wechseln ihr Gefieder ebenfalls. Fällt aber nicht rechtzeitig Schnee, sind sie als kleine weiße Punkte für uns Menschen, aber auch für ihre Fressfeinde von Weitem sichtbar.

Flurin Filli


Unser Wild im September

Drei Wochen Hochjagd

In Graubünden ist jetzt Hauptjagdzeit. Drei Wochen lang wird die Jagdbeute offen gezeigt, die Dorfbevölkerung teilt mit den erfolgreichen Jägern die Freude. Wirtshäuser bieten Wildgerichte an, die Medien berichten über das Jagdgeschehen. Die Jagd findet in der Öffentlichkeit statt und diese nimmt daran teil.


Waffe, Schuss & Optik

Maßschaft in Frauenhänden

Gibt es sie – die perfekte Waffe für mich? Diese oder doch die andere? Diese Fragen tauchten dauernd auf. Immer wieder wurden sämtliche Kataloge mit den verschiedensten Waffen durchforstet. Und plötzlich stach mir die perfekte Waffe ins Auge. Ja, die ist es, die muss ich haben!

Ein Waffenkauf sollte gut überlegt sein, denn schließlich ist es kein alltägliches Konsumgut. Bereits im Vorfeld sollte man sich selbst im Klaren darüber werden, welche Vorstellungen man hat, für welche Art von Jagd die Waffe hauptsächlich benötigt wird, auf welche Distanzen noch eine Schussabgabe erfolgt, ob sie kurz oder doch eher länger, leicht oder schwer sein sollte, benötige ich einen gekürzten oder doch einen herkömmlichen Schaft und vieles mehr. Um all das herauszufinden, ist es unumgänglich, verschiedenste Waffen zu besichtigen, in die Hände zu nehmen und in Anschlag zu gehen. Hierzu eignet sich die jährlich stattfindende Messe „Hohe Jagd und Fischerei“ in Salzburg hervorragend. Am 21. Februar war es dann so weit. Auf ging es nach Salzburg zur „Hohen Jagd und Fischerei“. Diese Messe sollte eigentlich nur mehr dazu dienen, mir die für mich perfekte Waffe anzusehen und wenn möglich gleich zu bestellen. Denn eigentlich war mir klar, welche Waffe es sein muss. Doch wie so oft im Leben – unverhofft kommt oft.

Standardwaffen sind so geschäftet, dass sie zu einem etwa 180 cm großen und normal statuierten Mann passen. Frauenkörper sind für gewöhnlich zarter und kleiner, wodurch sich im Anschlag zwangsläufig Probleme ergeben. 

 

 

Qual der Wahl

Der erste Stand nach Betreten der Halle war Blaser. Blaser? Gut, schauen wir, was es bei Blaser Neues gibt, denn schließlich hatte mein Lebensgefährte bereits eine Büchse von Blaser getestet. Der Stand war riesig, so viele Büchsen, Flinten, Schalldämpfer und Optik, Wahnsinn. Der erste Weg führte sofort zu den R8 und ich begann, eine nach der anderen akribisch unter die Lupe zu nehmen, nahm sie in die Hände und ging in Anschlag. Plötzlich musste ich feststellen, dass mir eine Blaser R8 sehr gut liegen und auch gefallen würde. 

Ein Mitarbeiter der Firma Blaser wurde auf mich aufmerksam und erkundigte sich, ob er mir behilflich sein könne. Nachdem ich ihm meine Vorstellungen und Wünsche, wie etwa ein möglichst kurzes Gewehr trotz Schalldämpfer, Synthetikschaft und kannelierten Lauf, mitgeteilt hatte, stellte er mir sämtliche für mich infrage kommende Modelle vor. Nachdem er bei der ersten Waffe, die ich in Anschlag genommen hatte, feststellen musste, dass mir der Schaft nicht zu 100 Prozent passte, zeigte er mir sofort die R8 Intuition.

 

Weibliche Intuition

Bei der Intuition handelt es sich um eine speziell für Damen geschäftete Büchse. Der bei der R8 Intuition speziell für Damen gestaltete Hinterschaft in Monte-Carlo-Form verfügt über eine Gesamtlänge von 350 mm. In weiterer Folge wurde mir mitgeteilt, dass es keine R8 mit Synthetikschaft in der Ausführung Intuition gibt und damit auch keinen Lochschaft. Allerdings sei es möglich, einen verkürzten Hinterschaft mit einer Länge von 350 mm zu bestellen. 

Nachdem wir nun den passenden Schaft gefunden hatten, wurden mir die Vorteile eines kannelierten Laufes erläutert, ehe sich der Mitarbeiter erkundigte, welches Kaliber meinen Vorstellungen entsprechen würde bzw. auf welche Distanz in der Regel noch eine Schussabgabe erfolgt. Da es unbedingt eine kurze Waffe sein sollte, zog er einen Lauf mit einer Länge von 52 cm in Erwägung und beriet mich äußerst kompetent, welche Kaliber aus einem derartigen Lauf verschossen werden können, ohne die erforderliche Wirkung zu verlieren. In weiterer Folge erläuterte er mir, dass man bei der R8 dank völlig unkompliziertem Laufwechsel jederzeit auch nachträglich das Kaliber ändern bzw. den neuen jagdlichen Gegebenheiten anpassen kann, weshalb ich mich vorerst für das Kaliber .308 entschieden habe.

 

Den vollständigen Artikel von Ursula Bacher finden Sie in der September-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Mythen um die Jagd

Gibt es das Zwergwiesel?

Dass es Große und Kleine Wiesel gibt, sollte eigentlich jeder wissen. Schon weniger bekannt ist, wie es mit dem Farbwechsel ins Weiße im Winter bei den genannten Arten wirklich aussieht. Und vielleicht gibt es mit dem „Zwergwiesel“ ja sogar noch eine dritte Art ...

Im konkreten Fall ging es um die beiden „Echten Wiesel“ – sprich Hermelin und Mauswiesel. Ich erklärte, dass beide Arten – lokal durchaus unterschiedlich – von Braun in Weiß wechseln. Ein Teilnehmer merkte auf und verwies darauf, dass in dem von der Schule verwendeten Lehrwerk zu lesen sei, dass Mauswiesel auch im Winter stets braun seien. Ein anderer Teilnehmer pflichtete ihm bei. Er hatte sich zusätzlich ein zweites Lehrwerk angeschafft, in dem derselbe Sachverhalt behauptet wurde. 

Ein dritter Teilnehmer meldete sich mit der Botschaft, Mauswiesel blieben auch im Winter braun, wohl aber gäbe es neben Hermelin und Mauswiesel noch eine dritte Art – das Zwergwiesel. Das trage im Winter sehr wohl einen weißen Balg. Es wurde unruhig im Raum, und so zog ich die „Handypause“ zehn Minuten vor. Damit wurde die Diskussion zwar noch heftiger, störte aber nicht beim Unterrichten.

Nun kamen nicht wenige Teilnehmer aus einem jagdlichen Umfeld. Teils gab es Jäger im Familienkreis, teils unter den Arbeitskollegen. Sie alle waren – mehr oder weniger – Lehrer, Ratgeber und Präger derer, die nun den Lehrgang besuchten. Und fast alle hatten irgendwann den Unterschied zwischen Hermelin und Mauswiesel gelernt. Die Weisheit, dass Mauswiesel grundsätzlich nicht weiß färben, begleitete mich fortan durch mehr als sechs Jahrzehnte, zwar nicht ausnahmslos in der Literatur, wohl aber im Gespräch mit Jägern.

 

Den vollständigen Artikel von Bruno Hespeler finden Sie in der September-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

Mit Tarnkunst zum Bruterfolg

Bei den Aufnahmen unseres ANBLICK-Fotografen Rolf Giger aus der Schweiz handelt es sich um zwei verschiedene Schneehennen. Die eine brütete noch, die andere hatte bereits Küken. Die Fotos entstanden im Oberengadin auf etwa 2.300 m Seehöhe.

 

Die brütende Alpenschneehenne verlässt sich voll und ganz auf ihr Sommergefieder. Ihr gelbbraunes Tarnkleid lässt sie förmlich mit der Umgebung verschmelzen. Tapfer harrt sie bei Wind und Wetter regungslos auf ihrem Gelege aus. Außer für die Nahrungsaufnahme oder bei unmittelbar drohender Gefahr wird das Nest nicht verlassen. Das Gelege ist in eine ausgescharrte Mulde eingebettet, die bevorzugt im deckungsreichen Buschwerk oder zwischen Steinen angelegt wird. Darin befinden sich fünf bis neun rahmfarbene bis gelblich-braune Eier, die mit einer braunen Fleckenstruktur überzogen sind. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen nach dem Schlüpfen das Nest. Unter Aufsicht ihrer Mutter jagen sie nach Insekten. Bei Gefahr lenkt die Schneehenne den vermeintlichen Fressfeind von den Küken ab. Dabei fliegt sie nicht wie gewohnt auf, sondern entfernt sich zügig in geduckter Haltung von ihren Nachkommen, um später wieder zurückzukehren. In der Zwischenzeit ducken sich die Kleinen oder flüchten in verschiedene Richtungen unter Schutz bietende Sträucher und Gräser. Anfangs sind die Küken stark für Wetterschwankungen anfällig. Vor allem nassen Sommertagen fallen viele von ihnen zum Opfer. Bereits nach zehn Tagen sind die Schneehuhnküken flugfähig und können kurze Strecken im Flug zurücklegen.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Verschenkte Elfmeter

Fehler bei der Ansitzjagd werden vielfach unbewusst gemacht. Neben handwerklich-jagdpraktischen Fehlern kommt insbesondere das falsche Verhalten des Jägers zum Tragen. Dies lässt sich mit etwas Verständnis, Know-how und Geschick schnell beheben, damit die Erfolgsaussichten besser werden.

Die Jagd wird in vielen Revieren vom Ansitz ausgeübt. Das ist unter den vorhandenen Strukturen in den oft nur kleinen Wald- und Feldrevieren einer obendrein zersiedelten Kulturlandschaft häufig sicher und erfolgreich. Der Ansitz bietet dem Jäger die beste Möglichkeit, das Wild in aller Ruhe anzusprechen, es mit anderen Stücken zu vergleichen und einen sicheren und ruhigen Schuss abgeben zu können. Trotzdem begehen etliche Jäger meist unbewusst Fehler, die nicht nur im Einzelfall das Weidmannsheil kosten, sondern das Verhalten des aufmerksamen Wildes nachhaltig prägen. Der Ansitzplatz wird erkannt, das Wild tritt in der Folge zusehends später aus, eine schonende und nachhaltige Jagd gelingt mancherorts bald nicht mehr.

In den letzten Jahren ist verstärkt ein Trend zu beobachten – weg von der „passiven Jagd“ wie dem Ansitz, hin zur „aktiven Jagd“. Alle Varianten der Lock- und Reizjagd sowie die spannende Pirsch, unterstützt mit modernster Technik, wie etwa dem Wärmebildgerät, beherrschen derzeit den Jagdmarkt. Im Zeitalter von Hektik, Stress und Eile versucht der moderne Jäger auch den jagdlichen Erfolg in immer kleineren Zeitfenstern zu beeinflussen, zu forcieren! Zum Glück gelingt das aber nicht immer auf der Jagd. Übrig bleiben hingegen ein mit menschlichen Gerüchen verstänkerter Einstand und häufig genug über die Maße hinaus gestresstes Wild.

Die Ansitzjagd hingegen lehrt den Jäger, wieder Ruhe und Geduld zu wahren. Sie eröffnet dem Jäger intime Einblicke in die Verhaltensweisen des Wildes, seine inner-artliche Konversation, seine Bewegungsabläufe zu erkennen und zu verstehen, sofern er diese einzigartige Chance nicht gleich bei Erscheinen des Wildes mit seinem Schuss zunichtemacht. Denn passen Wind und Deckung sowie das lautlose Verhalten des Jägers, werden die Tiere die Beobachtung aushalten, ja, sich sogar über eine lange Zeit vollkommen vertraut zeigen.

Fehler bei der Ansitzjagd werden vielfach unbewusst gemacht. Neben handwerklich-jagdpraktischen Fehlern kommt insbesondere das falsche Verhalten des Jägers zum Tragen. Sicherlich ist es ärgerlich, wenn beim Ansitz der Anblick oder gar der Jagderfolg ausbleibt, weil Wild die Anwesenheit des Menschen gewahrte. Das Wild lernt sehr schnell aus diesen Begegnungen und ändert rasch sein vertrautes Verhalten bis hin zur Unsichtbarkeit. Manchmal gelingt sogar noch ein schneller Schuss, führt aber aufgrund jagdpraktischer Mängel zum Fehlen oder gar Anschweißen des Stückes. Handwerkliche Mängel aus dem jagdpraktischen Bereich lassen sich mit etwas Verständnis, Know-how und Geschick schnell beheben, wenn wir sie erkannt haben.

 

Mehr dazu verrät Wildmeister Matthias Meyer in unserer August-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Jagd heute

Natur erlebbar machen

Der Burgenländische Landesjagdverband betreibt seit mehr als 17 Jahren Österreichs erfolgreichste und kundenstärkste „Waldschule“. Die „Werkstatt Natur“ widmet sich in Zeiten der fortschreitenden Naturentfremdung von Kindern auch weitreichenden Themen wie dem Klimawandel, dem Insektensterben oder dem Verlust der Artenvielfalt. Dabei stehen der Kontakt zur und das Verständnis für die Natur und ihrer Aufgaben, z. B. als Lebensraum für die Wildtiere, an oberster Stelle.


Im Revier

Gamsstudie Heiligenblut

Am 13. Juni wurde auf Schloss Mageregg das von 2013 bis 2018 im Hegering Heiligenblut durchgeführte Gamswildprojekt der Presse präsentiert. Die Studie in diesem hochalpinen Gelände hat Interessantes zutage gefördert, die daraus resultierenden Empfehlungen für die Praxis werden gerade diskutiert.

Bereits im Jahr 2013 wurde von der Kärntner Nationalparkverwaltung unter der Federführung von Ing. Markus Lackner ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Ziel war es, den Gamsbestand in der Nationalparkgemeinde Heiligenblut am Großglockner zu erfassen und zu analysieren.

Zwar existieren zum Gamswild viele Studien, allerdings stammt der Großteil aus weiter westlich gelegenen Gebieten, welche aufgrund klimatischer Bedingungen oder der Topografie oft nicht mit diesem Untersuchungsgebiet vergleichbar sind. Die vorliegende Studie deckt als eine der wenigen eine Hochgebirgsregion in den Ostalpen ab. Allein deshalb besitzen die gewonnenen Daten große Bedeutung als Richtwerte für die Wissenschaft und können andererseits auch eine fachliche Grundlage für die Praxis darstellen.

Im Wesentlichen bestand das Projekt aus vier großen Teilbereichen:

1. Bestandesentwicklung in den letzten sechs Jahren (laufende Wildstandserfassung),

2. Entwicklung des Bestandes, bezogen auf die jagdliche Nutzung seit 1998,

3. Raumverhalten besenderter Tiere,

4. Gesundheitsmonitoring vor allem in Bezug zum fortschreitenden Klimawandel.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Gamsbestand im Untersuchungsgebiet, bezogen auf die Populationsgröße, in den letzten sechs Jahren stabil war. Im Hegering Heiligenblut mit einer Fläche von 19.315 ha kann nach sechsjähriger intensiver Bestandeserfassung unter Mithilfe aller Jagdausübungsberechtigten von einem Frühjahresstand von 1.050 Gämsen ausgegangen werden, der auch vor Projektbeginn von den Jägern in dieser Größenordnung geschätzt wurde.
 

Auswertung der Daten

Im Zeitraum zwischen 2013 und 2018 konnten im Durchschnitt 300 Kitze jährlich gezählt werden. Die Überlebensrate der Kitze von einer zur darauffolgenden Zählung lag bei durchschnittlich 33 %, diese Zahlen schwanken allerdings von 22 bis 50,5 %. Die derzeitige Bestandesstruktur zeigt, dass viele junge Böcke einer im Verhältnis wesentlich höheren Zahl an Geißen gegenüberstehen. Ziel sollte es daher sein, den Altersklassenaufbau der Böcke zu verbessern und das Geschlechterverhältnis anzunähern. Wie die Bestandesrückrechnungen ergaben, ist das Fehlen älterer Böcke vor allem sehr starken Eingriffen in die Bockklasse II um die Jahrtausendwende geschuldet. Zwar beginnen sich mittlerweile die Strukturen leicht zu verbessern, dennoch scheinen diese früheren Eingriffe noch immer Auswirkungen auf die Populationsdynamik zu haben. Diesbezügliche Bejagungsmodelle wurden ausgearbeitet, deren Umsetzung, so sie gewollt ist, wird aber Kompromisse erfordern, da es in der Natur der Sache liegt, dass die Erkenntnisse der Wildbiologie nicht immer deckungsgleich mit den Interessen der vor Ort jagenden Personen sind. Der dadurch entstehende Diskussionsprozess kann aber eine umsetzbare Annährung von Theorie und Praxis nach sich ziehen. Eine erste Phase der Bejagung könnte in einer Verbesserung der Altersstruktur und des Geschlechterverhältnisses bestehen, die zweite Phase sollte durch die Bejagung vorrangig von Tieren der Klasse III und Tieren der Klasse I unter Rücksichtnahme auf das vorgeschlagene Zielalter (mind. 10 Jahre bei den Böcken und 14 Jahre bei den Geißen) die Bestände stabilisieren. Bei genügend alten Gämsen als wichtigem Rückgrat einer Population im Bestand ist mit langfristigen populationsdynamischen Veränderungen zu rechnen. Diese bedingen ein höheres Durchschnittsalter der Population, ein langsameres Reifen jüngerer Stücke, weniger Fallwild und weniger krankheitsanfällige Bestände. Im Projekt wurden aber auch mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Aus- und Verbreitung von Krankheiten sowie deren Erregern aufgezeigt, welche mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein werden. Ebenfalls in diesem Zusammenhang wurden Fragen zur wechselweisen Übertragung von Krankheiten zwischen Nutz- und Wildtieren sowie mögliche Konkurrenzsituationen – auch mit anderen Wildarten – und die Bedeutung von Ruhezonen erörtert. Im Rahmen der Besenderung konnte leider nicht die gewünschte Anzahl an Gämsen mit Sendern versehen werden, allerdings zeigen selbst die vorliegenden Daten bereits sehr deutlich, wie wichtig eine großflächige Erfassung der Bestände und eine flächendeckend abgestimmte Abschussplanung sind.


Waffe, Schuss & Optik

Die Grenzen ausloten

Seit Jahrzehnten wird über Jäger und deren „Weitschussbüchsen“ gelästert, mit denen sie ihr mangelndes jagdhandwerkliches Können zu kompensieren versuchen. Bei genauerer Betrachtung ist es aber eher umgekehrt: Es braucht einen geübten und sachkundigen Jäger, um damit umgehen zu können.

Beinahe jeder Hersteller bietet heute Jagdausrüstung an, die verspricht, jede erdenkliche Distanz zwischen Schützen und Wild überbrücken zu können. Theoretisch mag das auch stimmen, doch der Teufel steckt im Detail.

 

Warum in die Ferne schweifen ...
Bevor man sich mit der Weitschusstechnik befasst, sei die Frage erlaubt, warum diese überhaupt notwendig ist. Zahlreiche Jägerbefragungen, aber auch die Auswertung eigener Abschussprotokolle zeitigen in aller Regel ein ähnliches Ergebnis. Der Großteil des Wildes wird um die 100 Meter oder sogar darunter erlegt. Dafür ist die Standardausrüstung des Jägers auch ausgelegt. Danach folgt ein bereits deutlich geringerer Anteil auf Entfernungen von bis zu 200 Metern. Auch das ist noch lange kein Weitschuss. Bei einer auf die günstigste Einschuss-entfernung (GEE) eingeschossenen Waffe, wie das im Jagdbetrieb allgemein üblich ist, kann auch hier alles Wild ohne Korrektur des Haltepunktes erlegt werden. Gelegentlich wird Wild auf Entfernungen bis zu „gemessenen“ 300 Metern erlegt. Die Anzahl schwankt hier natürlich nach den jeweiligen Gegebenheiten, liegt im Durchschnitt jedoch auf jeden Fall im niedrigen einstelligen Prozentbereich – wenn nicht noch deutlich darunter. Auch diese Entfernung kann der geübte und erfahrene Schütze ohne große technische Hilfsmittel überwinden, wenn er sich und seine Ausrüstung kennt. Hier reicht es in der Regel, im Wildkörper etwas höher anzuhalten oder vielleicht sogar im Bereich vom Ziemer. Das alles erscheint noch machbar. Heikel wird es, wenn die Entfernung noch größer wird. Abgesehen von der technischen Herausforderung kommt hier wieder die eingangs gestellte Frage zum Tragen: „Muss ich auf diese Entfernung wirklich schießen und vor allem – kann ich das?

Schießtechnisches Einmaleins

Bevor man in die Ferne schweift, muss man einmal auf 100 Meter treffen können – und zwar unter Verhältnissen, wie sie im Revier vorherrschen. Am Schießstand mit ausreichend vielen Sandsäcken, damit bestmöglicher Auflage, unter kontrollierten Bedingungen und in entspannter Atmosphäre ist es einfach, eine halbwegs saubere Schussgruppe zu schießen. Was aber, wenn der Hochsitz wackelt, das Sitzbrett knarrt, die Brüstung zu hoch oder niedrig ist, das Hirschfieber die Knie zittern lässt und der Puls in den Halsschlagadern pocht? Wer behaupten kann, unter diesen Bedingungen jeden einzelnen Schuss auf den Durchmesser eines Kaffee-Häferls zusammenzuschießen, wird sich selbst einen jagdlichen Meisterschützen schimpfen dürfen. Die Masse der Jäger schafft das mangels Erfahrung nämlich nicht. So ein Häferl hat einen Durchmesser von etwa 80 Millimetern. Auf die Entfernung weitet sich der Streukreis linear aus. Bei 200 m sind es 16 cm, bei 300 m bereits 24 cm, bei 400 m 32 cm und so weiter. Damit hat man allein der Schützenstreuung wegen schon die gesamte tödliche Trefferfläche auf Schalenwild verbraucht und es darf kein einziger anderer Fehler mehr hinzukommen. Und da stellt sich wieder die Frage: „Schaffe ich das? Und wenn ja, wie schaffe ich das?“

 

Mehr dazu in der August-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Nachsuchen auf Blattböcke

Den Umständen entsprechend steigt die Zahl der Nachsuchen in der Blattzeit gegenüber der normalen Jagd vom Ansitz aus an. Aber auch die Nachsuche an sich ist in dieser Zeit alles andere als einfach. Jäger als auch Hundeführer sind hier gleich mehrfach gefordert.

Wird bei der Ansitzjagd überwiegend eine saubere Kugel auf das tagaktive Reh geschossen und enden anfallende Nachsuchen oft nach weniger als 100 Metern am verendeten Bock, häufen sich Fehlschüsse und Nachsucheneinsätze in der Blattzeit. Gründe hierfür sind sicherlich im Jagdfieber des Schützen beim plötzlichen Zustehen des Bockes auf das Blatten, einer überhasteten Schussabgabe – „sonst wäre er wieder abgesprungen“ – und einer oftmals nicht optimalen Standposition des Rehbocks – oft spitz oder schräg von vorne – beim Schuss zu suchen. Aber auch das Wild ist sicherlich deutlich härter im Nehmen als außerhalb der Brunft. Der Adrenalinspiegel des Rehbocks ist jetzt höher als sonst, muss er doch neben dem Brunftbetrieb etwaige Rivalen auf Trab halten oder auch den einen oder anderen Kampf austragen. Steht er auf die verlockenden Töne des Blatters zu, ist er hochkonzentriert und aufmerksam, immer sofort reaktionsbereit.

Liefern Nachsuchen auf Hochwild in aller Regel erst einmal lange und über weite Strecken gerade verlaufende Riemenarbeiten, so ist der Normalfall beim Rehwild ganz anders. Rehwild hat einen festen Einstand, der je nach Wilddichte und Biotopgüte obendrein auch noch sehr klein sein kann. Diesen verlässt es zunächst auch dann nicht, wenn es krankgeschossen wurde. Selbst mit nicht sogleich tödlichen Schüssen wie Randtreffern an Lauf, Wildbret, Äser oder bei Krellschüssen nimmt es diesen wieder an und zieht darin umher. Sehr zum Leidwesen des Nachsuchengespanns legt es auf diese Art ein wahres Labyrinth einer sich dauernd kreuzenden Wundfährte, oftmals begleitet von ebenso vielen Verleitfährten gesunder Stücke in demselben Einstand.
In der Brunft werden kranke Böcke nicht nur von Fuchs und Sau, sondern oft genug von Rivalen, die die Schwäche des gehandicapten Hausherrn erkennen, immer wieder aufgemüdet, getrieben und sogar geforkelt. Selbst tiefe, weiche Schüsse, die zu anderen Jahreszeiten sichere kurze Totsuchen verheißen, können durch eben diese Begleitumstände zu langen, wenig Schweiß liefernden Riemenarbeiten werden, ehe das Gespann – manchmal auch mehrere Hundert Meter abseits des vermuteten Einstands – am verendeten Bock steht.

 

Mehr dazu verrät Wildmeister Matthias Meyer in unserer Juli-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

Alpine Salzjunkies

Bei Auswilderungsaktionen wurde für Steinwild stets Salz vorgelegt, um dieses in sichere Lebensräume zu lenken und dort zu halten. Nach Ende der Salzvorlage hatten manche Steinböcke regelrechte Entzugserscheinungen. Immer wieder zieht es sie auch an salznasse Straßen.

Meist im Frühsommer werden die Salzlecken beschickt. Schalenwild braucht Salz, und wer Salz ausbringt, tut etwas Gutes. So schrieb der Schweizer Steinbockexperte Erich Bächler in seinem Buch „Der Stand der Steinwildkolonien in der Schweiz“ im Jahr 1935, dass für eine erfolgreiche Aussetzung von Steinwild neben der geeigneten Auswahl des Lebensraumes drei weitere Faktoren wichtig sind: die absolute Ruhe und Ungestörtheit für die Tiere vor Wilderern, Touristen und Haustieren; eine strenge Wildhut sowie die richtige Anlage und Handhabung der Salzlecken.
Auch bei den Steinbockaussetzungen im Schweizerischen Nationalpark wurde diese Erkenntnis umgesetzt. Es sind Salzlecken so angelegt worden, dass die wertvollen Tiere nicht in lawinengefährdetes Gebiet kommen. Tatsächlich lassen sich Steinböcke sehr gut mit Salz lenken und binden. So konnten sie nach der ersten Aussetzung in der Val Tantermozza auch gut in diesem Gebiet gehalten werden. Der Bestand hat sich aber erst richtig entwickelt, als das Tal zu klein war und die ersten Tiere die benachbarte Val Trupchun als neuen Einstand gefunden haben. Hier mussten die Steinböcke aber erst recht gehalten werden. Die Grenze zum benachbarten Italien ist nah und bekanntlich sind da auch Wilderer am Werk. So wurde jahrzehntelang Salz für die Steinböcke ausgebracht, obwohl die Natur sich selbst überlassen sein sollte. Jeder, der selbst Salz ausgebracht hat, weiß, wie mühsam das Tragen ist. So lagen die meisten Salzlecken auch im Talbereich. In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre ist das Salzaustragen eingestellt worden. Die Steinböcke hielten sich immer noch im Bereich der ehemaligen Salzlecken auf. Hier fanden sie noch Salz im Boden und Holz der Baumstrünke. Einzelne alte Böcke kamen abends, nachdem die Besucher gegangen waren, zu den Wanderwegen. Sie wurden liebevoll Salzjunkies genannt. Sie suchten an Stellen, an denen Menschen uriniert hatten, nach Salz. Es hat Jahre gedauert, bis sie sich von diesen Stellen gelöst hatten und eine normale Raumnutzung einsetzte.


Flurin Filli


So schmeckt unser Wild

Schmackhaft wie zartes Gras 

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Wildbret von Rehen verströmt mitunter einen „Grasgeruch“ und hat einen ebensolchen Geschmack. Das liegt daran, dass Fettsäuren der aufgenommenen Äsung teilweise direkt in den Blutkreislauf gelangen und für ein besonderes Geschmacks­erlebnis sorgen.


Schmuck & Mode

Tracht aus dem Joglland

Von floralen Drucken bis zur Tracht als Lebenseinstellung – besondere Kleidung für besondere Anlässe aus Wenigzell.


Jagd heute

 

Allheilmittel Rotwildfütterung?

 

Gewichtiges Argument für das Betreiben von Rotwildfütterungen ist die Wildlenkung hin in wenig schadanfällige Bereiche. Doch wie gut Fütterungen hier tatsächlich sind und wie die Nebenwirkungen aussehen, wurde nun weiter erforscht.

 


Die Winterfütterung von Rotwild ist eine gängige Managementpraxis in Nordamerika und in Europa mit dem Ziel, Wildschäden zu vermeiden, aber auch um das Rotwild ans eigene Revier zu binden und den Jagderfolg zu erhöhen. Futterressourcen, natürliche wie künstliche, können das Raum-Zeit-Verhalten von Wildtieren stark beeinflussen. Obwohl flächendeckend eingesetzt, gibt es kaum Studien, die die Wirkungsweise der künstlichen Futtervorlage eindeutig belegen. Um offene Fragen ein Stück weit besser beantworten zu können, wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt der Institute für Wildbiologie und Jagdwirtschaft sowie für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien der Einfluss der Winterfütterung auf die Habitatwahl einer Rotwildpopulation in der Steiermark untersucht. Hier stand insbesondere die Frage nach der Effizienz der Rotwildfütterung in Bezug auf die Wildschadensvermeidung in verbiss- und schälgefährdeten Forstbeständen im Fokus. 

Mehr dazu in unserer Mai-Printausgabe. 
 

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Schalldämpfer: Das bringt er wirklich

 

Mit Beginn des neuen Jagdjahres dürfen Jäger Schalldämpfer führen und in den meisten Bundesländern mittlerweile auch zur Jagd verwenden. Anlass genug, für die ANBLICK-Leser gemeinsam mit Steyr Arms einen Workshop zu veranstalten und zu eruieren, was der Schalldämpfer wirklich bringt.

 

 


So schmeckt unser Wild

 

Der Autor, ao. Univ.-Prof. Dr. med. vet. Peter Paulsen, lehrt am Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen der Veterinärmedizinischen Universität Wien. In dieser neuen ANBLICK-Serie geht der jagende Lebensmitteltechnologe der Frage nach, welche geschmacklichen Besonderheiten das Wildbret der einzelnen Wildarten charakterisiert.

 

 

Ein Hauch von Terpentin ...


W
ie Auerwild schmeckt, diese Frage wird Lebensmittelwissenschaftlern nicht unbedingt oft gestellt, und so gibt es zwar zahlreiche Erfahrungsberichte und Rezepte, aber wenige Studien zu diesem Wild. Die Erhaltung der Bestände, die Erforschung der Biologie dieses Wildes und auch der Tierartennachweis von Auerhahnmuskulatur durch molekularbiologische Methoden (in den Ländern, in denen der Auerhahn ganzjährig geschützt ist) haben die Wissenschaftler mehr beschäftigt. 
Wenn aber der Auerhahn im Rahmen der Jagdausübung erlegt wird, ist die Frage, wie er wohl schmecken wird, mehr als nur legitim. Das ist nicht nur heute so: Im Kochbuch von Marx (Marcus) Rumpolt von 1581 hatte er schon seinen Platz – zumindest an Fürstentafeln. Auch in Klöstern wurde er serviert, wie z. B. Knochenfunde aus dem Kloster St. Johann in Müstair (CH) beweisen. Aber auch heute kann ein Hahn mit 3 bis 5 kg Lebendgewicht einen Jägerhaushalt oder eine Jägerrunde auf jeden Fall sättigen.
Einige Eigenschaften hat das Fleisch ja mit dem anderer Tierarten gemeinsam. Denn so imposant der „Große Hahn“ auch ist, zoologisch zählt er „nur“ zu den Hühnervögeln. Diese Vögel sind gute Läufer, die Muskulatur der Ständer ist für den Dauergebrauch ausgelegt bzw. „rote Muskulatur“, das Fleisch ist eher dunkel und an der Oberfläche etwas trocken, bei der Zubereitung aber saftig. Die Brustmuskeln haben eher den Charakter „weißer“ Muskelfasern, d. h. für schnelle, aber kurz dauernde Bewegungen optimiert – also den kurzen Flug zum Aufbaumen oder als Flucht vor Raubtieren. Diese Muskulatur ist beim Braten eher trocken, und so wundert es nicht, dass in den meisten Bratenrezepten empfohlen wird, die Brust mit Speck zu umwickeln, zu spicken oder Butter in die Leibeshöhle zu geben. Das beeinflusst nicht nur die Saftigkeit, sondern auch den Geschmack. Damit ist schon der Pferdefuß des Auerhahns angesprochen: der Geschmack des Fleisches. Im Winter ernährt sich das Auerwild unter anderem von Fichten-, Kiefern- und Tannennadeln bzw. -knospen. Die in den Nadeln enthaltenen Terpene machen den unverkennbaren Geruch von Fichtennadelbädern aus, und da die Terpene in der Muskulatur eingelagert werden, kann das dem Fleisch einen würzigen Geschmack verleihen. Eine schottische Literaturstelle schreibt respektlos: „ … kann nach Terpentin schmecken“ (was uns auch daran erinnert, dass nicht nur die Geschmacksknospen auf der Zunge, sondern auch unsere Riechnerven an der Aromaempfindung beteiligt sind). In älteren Kochbüchern wird daher empfohlen, das Wild vorher einzubeizen bzw. in (Sauer-)Milch etc. einzulegen oder das Wild mit Kartoffeln zu füllen und diese nach dem Braten wegzugeben, um so den Geschmack des Fleisches etwas zu mildern. Oft werden auch reichhaltige Saucen zum Auerhahnbraten aufgetragen. Solche Kochbücher sind heutzutage leicht zugänglich – die Universität Graz bietet hier digitalisierte Versionen und erklärenden Text online an, etwa zum „Grätzerischen durch Erfahrung geprüften Kochbuch“, das ab ca. 1790 in zahlreichen Auflagen erschienen ist. Und in diesem Buch finden sich die im Wesentlichen heute noch genannten Zubereitungsarten „Auerhahn mit Soß“, gefüllter Auerhahn und die Verarbeitung von Auerhahnfleisch in Pasteten bzw. Terrinen. Wer es moderner will, findet aber auch zahlreiche Internetrezepte und manch erfahrener Hahnenjäger wird sicher auch ein Lieblingsrezept verraten können.

 


Jagd heute

 

Die Wälder von morgen gestalten

 

Die im letzten Jahrhundert verzeichnete Erderwärmung bringt vor allem die Fichte unter Druck, was alle Betroffenen nach Waldumbau rufen lässt. Hier kommt der Jäger ins Spiel, weil überhöhte Wildbestände die waldbaulichen Ziele für einen klimafitten Wald nicht konterkarieren dürfen Was das bedeutet, erläutert der steirische Landesforstdirektor.
DER ANBLICK führte mit Michael Luidold folgendes Gespräch.

 


Herr Landesforstdirektor, wie geht es unseren Wäldern heute?

DI Michael Luidold: Wenn man den Blick auf den österreichischen Wald wirft, dann gibt es aktuell ein differenziertes Bild, weil die letzten Jahre in Teilen Österreichs durch extreme Trockenheit und durch Katastrophenereignisse geprägt waren. Wenn man sich dazu die Niederschlagsverteilung anschaut, dann wird sichtbar, dass gerade der Norden Österreichs von einer extremen Trockenheit belastet war. Das hat dazu geführt, dass im Vorjahr allein in Österreich fast 5 Millionen Festmeter Schadholz durch Borkenkäferbefall und 4,2 Millionen Festmeter Schadholz durch Sturmereignisse und Schneedruck angefallen sind. Anhand dieser Zahlen erkennt man, dass gewisse Baumarten – insbesondere die Fichte –
in vielen Teilen Österreichs aufgrund dieser Klimaextreme Schwierigkeiten bekommen.


 

Welche Tendenzen zeichnen sich in der Baumartenzusammensetzung ab?

Wenn es um die Frage der Baumarten geht, dann ist es nicht entscheidend, wie das Klima in den nächsten paar Jahren wird, sondern mit welchen Klimaszenarien wir in den nächsten 30, 50 oder 80 Jahren rechnen müssen. Genau aus diesem Umstand heraus haben wir im Vorjahr in der Steiermark ein sehr zukunftweisendes Projekt, „dynamische Waldtypisierung Steiermark“, auf die Beine gestellt. Es gilt dabei herauszufinden, welche Baumarten auf dem jeweiligen Standort mit diesen hinkünftigen Bedingungen besser zurande kommen und welche Baumarten Schwierigkeiten bekommen.

 

Das gesamte Interview lesen Sie in unserer April-Printausgabe.

 


Jagd heute

 

25. Österreichische Jägertagung: Rotwildjagd im Umbruch

 

Steigende Abschusszahlen beim Rotwild, die Diskussion um die Fütte­rung, aber auch das Eindringen von Wolfsrudeln in die Kernlebensräume bergen immenses Konfliktpotenzial. Es wird nötig werden, die Rotwildjagd und -hege in Österreich neu zu definieren – fragt sich nur: Wie?

 


Hundeausbildung einst und jetzt

 

Profis weichen Amateuren

 

Wenn ein Gelegenheitsjäger mit seinem Gelegenheitsjagdhund nur gelegentlich arbeitet, so verpasst er die Möglichkeit, seinen Hund für anstehende jagdliche Herausforderungen zu formen und zu erziehen. Profis gibt es deshalb immer weniger.

 

Die allgemeine Entwicklung der Jagd vom Handwerk hin zur Freizeitbeschäftigung wird sich auf das Jagdhundewesen auswirken. Werner Beutelmeyer prognostiziert: „Das Führen von Jagdhunden tut sich der Jäger 2030 kaum mehr an.“ Persönliche Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung oder der Urlaubsplanung sind deutliche Argumente gegen einen Hund. Hoher Zeitaufwand und entsprechende Kosten schrecken inzwischen viele Jäger von der Hundehaltung und Ausbildung ab.
So belässt es ein Teil der Jäger dabei, sich einen Jagdhund „per Geburt“ zuzulegen. Dieses Exemplar Jagdhund kann schon alles, denn es ist ja schließlich als Jagdhund zur Welt gekommen. Vielleicht wird noch eine Prüfung abgelegt, für mehr reicht es dann nicht mehr – zu viel Aufwand. Auch hört man immer häufiger, dass Jagdhundehalter mit dem Umgang und der Erziehung seitens der Ausbildungsinstruktoren, Funktionäre, Richter usw. nicht mehr einverstanden sind und deshalb nicht mehr an den Prüfungen teilnehmen. Nach qualifizierten Schätzungen hat heute nur noch jeder Dritte der in Jägerhand gehaltenen Jagdhunde eine jagdliche Eignungsprüfung. Mit welchem Gefühl stiegen wir ins Auto, wenn wir wüssten, nur jeder dritte Autofahrer hätte einen Führerschein?
Dieser Jagdhund ist dafür im Vergleich zu früher deutlich besser in die Familie integriert – allerdings: Wenn ein Gelegenheitsjäger mit seinem Gelegenheitsjagdhund nur gelegentlich arbeitet, so verpasst er die Gelegenheit, seinen Hund für anstehende jagdliche Gelegenheiten zu formen und zu erziehen. Eine Hundetrainerin, die auch eine Hundepension betreibt, fragte ich, welche Erfahrungen sie mit den unterschiedlichen Gruppen von Hundehaltern gemacht hätte. Als Antwort bekam ich zu hören, dass die Hunde der Jäger vergleichsweise wenig erzogen sind! Langsam erhärtet sich mein Eindruck, das wir Jäger als kompetente Ansprechpartner rund um den Hund abgelöst werden. Vielleicht weil wir es nicht schaffen, uns auch von überkommenem Ballast bei der Ausbildung zu lösen?

Den vollständigen Artikel finden Sie in der April-Printausgabe – kostenloses Probeheft anfordern


Jagd heute

 

Ökosozial jagen

 

Bei Josef Riegler handelt es sich um einen der visionärsten Politiker, die Österreich je hervorbrachte. Im Jahr 1989 begründete er die Ökosoziale Marktwirtschaft und war bereits damals seiner Zeit weit voraus. Aber wie ist das Verständnis von Josef Riegler der Jagd gegenüber und hält er es für möglich, das Konzept der Ökosozialen Marktwirtschaft auch auf die Jagd umzulegen?

 


Im November 1989 haben Sie die Ökosoziale Marktwirtschaft ins Leben gerufen.

 

Dr. Josef Riegler: Ja, es war in Graz. Wir hielten einen Zukunftsparteitag ab. Es war damals eine Weltneuheit, als dieses Programm beschlossen wurde. Die Stichworte waren: leistungsfähige Wirtschaft, soziale Solidarität und ökologische Nachhaltigkeit. Auch hier ging es darum, eine Balance – einen Ausgleich – zwischen diesen drei großen, oft als sehr gegensätzlich empfundenen Politikbereichen herzustellen. 

 

 

Dann ist die Ökosoziale Marktwirtschaft ja eine Win-win-Situation für uns alle?

 

Ja, das ist der wesentliche Punkt. Zu oft wird noch immer argumentiert, dass wir uns Umweltschutz einfach nicht leisten können, auch Arbeitsplätze dadurch verloren gehen könnten. Das ist völlig falsch! Nichts ist teurer als die Zerstörung unseres Lebensraumes. Bereits jetzt spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels massiv. Unwetterkatastrophen – hervorgerufen durch die Überhitzung der Erdatmosphäre und auch der Weltmeere – werden rasant weiter zunehmen. Umwelt- und Klimaschutz sind demnach die sinnvollsten Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft. Fehlentwicklungen müssen einfach gebremst werden,  indem man sie wirtschaftlich unattraktiv gestaltet. 

 

Ist die Ökosoziale Marktwirtschaft auch auf die Jagd übertragbar?

 

Ja, das versuche ich in meinen Vorträgen immer zu unterstreichen. Die Ökosoziale Marktwirtschaft ist nicht nur eine Forderung an Parlamente und Regierungen, sondern sie ist auf allen Lebensebenen umsetzbar. Wenn wir in der Jagd beim wirtschaftlichen Aspekt beginnen, ist zu sagen, dass vernünftig betriebene Jagdwirtschaft nicht nur begrüßenswert, sondern auch sinnvoll und notwendig ist. Problematisch wird es in diesem Zusammenhang jedoch dann, wenn aus rein finanziellen Überlegungen Wildschäden oder auch Aspekte des Tierwohls kaum noch Berücksichtigung finden. 

 

Das gesamte Interview lesen Sie in unserer März-Printausgabe.

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Treffpunkt Mäuseburg

 

Neben dem Luderplatz ist die Mäuseburg als ganzjährige Lockstelle eine sehr lukrative Reviereinrichtung. Sie dient aber nicht nur als Raubwildmagnet, sondern gewährt so manchem Tag- und Nachtgreif das Überleben in einem harten und schneereichen Winter auf artgerechte Weise. Dabei muss die Anlage gar nicht stationär sein ...

 

 

Mit ein paar Brettern und langen Schrauben die Paletten zu einer stabilen Plattform verbinden. Weitere acht Paletten dienen als Außenwände und Trennwand zwischen Fangabteil und Strohkern. In die Außenwand wird eine Zugangsmöglichkeit zum Kontrolldeckel integriert, um die Falle vernünftig bedienen zu können. Die große Holzkastenfalle wird mit der Unterlage fest verbunden.

 

 

 

Dank einer geschickten Aufteilung von Fangabteil und Mäuseburg lassen sich später die Strohballen exakt einfügen. Im Inneren wird noch ein Rohr angebracht, das später als Futterschacht dient. Den restlichen Innenraum nun mit losem Stroh, Laub und Holzspänen nicht zu dicht auffüllen, damit Gänge und Zwischenräume bleiben. Abschließend wetterfest abdecken und verkleiden, dann auf einer Palettengabel ab damit ins Revier.

 

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Das Gewinde für die Büchse

 

Wer zukünftig einen Schalldämpfer verwenden will, benötigt ein Mündungsgewinde auf seiner Jagdbüchse. Wie dieses angefertigt wird, zeigen wir Ihnen in dieser Bildreportage.


Im Revier

 

Aktuelle Verbreitung des Fischotters in der Steiermark 

  

 

Das Land Steiermark beauftragte das Ökoteam-Institut für Tierökologie und Naturraumplanung mit der „Fischotterkartierung in der Steiermark 2017/2018“. Auftragsinhalte waren eine Kartierung mittels Brückencheckmethode und die genetische Analyse von frischen Losungen in 18 ausgewählten Regionen der Steiermark. Letztere wurde durch das Institut für Biologie (FB Zoologie) der Karl-Franzens-Universität Graz durchgeführt.

 

Die Brückencheckmethode wurde weitestgehend an den gleichen Punkten wie im Jahr 2011 durchgeführt. 656 Brücken wurden kontrolliert, davon befinden sich 32,6 % in der kontinentalen und 67,4 % in der alpinen biogeografischen Region. Fast alle Kontrollen fanden zwischen 9.11. und 15.12.2017 statt. Die genetischen Untersuchungen erfolgten zwischen 26.11.2017 und 25.1.2018 an 17 Fließgewässerstrecken (Länge jeweils etwa 10 km) und in zwei Teichgebieten (Fläche 88 bzw. 1.074 ha). Pro Strecke wurden zumindest 20 frische Fischotterlosungen (im Regelfall allerdings wesentlich mehr) für die genetischen Untersuchungen eingesammelt und nach einer PCR sequenziert.

Eine Schätzung der Populationsgröße erfolgte in der gegenständlichen Untersuchung nach vier Methoden: die erste genau nach den Vorgaben des Auftraggebers, die zweite auf Grundlage einer robusten Dichteannahme von Kranz & Poledník (2012), die dritte und vierte jeweils auf Basis der mit den o. a. genetischen Methoden ermittelten Fischotterdichten. Die Beurteilung des Erhaltungszustands folgt Evans & Arvela (2011).

Fischotternachweise konnten an 92,2 % aller Brücken erbracht werden. Größere unbesiedelte Bereiche wurden nicht mehr dokumentiert, daher ist davon auszugehen, dass der Fischotter inzwischen in der gesamten Steiermark verbreitet ist. Die höchsten Losungsdichten waren in der südöstlichen Steiermark zu finden, die Einzugsgebiete der Enns und der oberen Mur zeigen deutlich geringere Losungsdichten. Auch in allen genetisch untersuchten Gebieten konnten Fischotterlosungen aufgesammelt werden. 239 Proben wurden erfolgreich genotypisiert (Erfolgsrate: 55,6 %); 80 Fischotter wurden identifiziert. Die errechneten Dichten reichten von 0,11 bis 0,679 Fischotter pro Flusskilometer, die mittlere Fischotterdichte aller Fließgewässerabschnitte beträgt 0,439. Basierend auf diesen Dichteschätzungen beträgt der geschätzte Gesamtbestand des Fischotters in der Steiermark etwa 1.132 bzw. 1.141 Fischotter (inkl. Jungtiere), je nachdem, ob die Extrapolation getrennt für die alpine und kontinentale Region durchgeführt wird. Das 95 %-Konfidenzintervall liegt zwischen etwa 800 und 1.500 Tieren. 

Nach der vom Land vorgegebenen Berechnungsmethode kommt man auf etwa 825 Tiere (inkl. Jungtiere), die Hochrechnung auf Basis der Dichteannahme von Kranz & Poledník (2012) ergibt etwa 500 adulte Otter.


Die Karte zeigt die Fischotter-Losungsnachweise aus dem Jahr 2017 (präsent: rote Punkte; kein Nachweis: weiße Punkte).


Der Beitrag der Steiermark für den Erhaltungszustand des Fischotters in Österreich wird für beide biogeografischen Regionen nun erstmals als „günstig“ beurteilt. Für die vier Parameter bedeutet dies: Da der Fischotter die gesamte Steiermark wiederbesiedelt, ist das Verbreitungsgebiet günstig. Auch die Populationsgröße ist, wie die Schätzungen zeigen, jedenfalls günstig. Kritischer ist die Habitatsituation zu bewerten, da die überwiegende Mehrheit der Gewässer in der Steiermark nach wie vor durch Verbauungen, Restwassersituationen, lokal auch Schwallbelastung und durch fehlende Uferrandstreifen beeinträchtigt ist. Dennoch wird sie als (für den Fischotter) gegenwärtig „günstig“ beurteilt. Hier besteht zudem die berechtigte Hoffnung auf massive Verbesserungen im nächsten Jahrzehnt, da die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (Erreichung eines guten ökologischen Zustands bzw. eines guten ökologischen Potenzials) bis in neun Jahren auch in der Steiermark umgesetzt sein müssen. Die Beurteilung der Zukunftsaussichten beruht daher auf der Annahme, dass die Mortalitätsrate des Fischotters zukünftig nicht signifikant zunimmt und dass sich der Zustand der Gewässer nicht weiter verschlechtert, sondern zukünftig eher verbessern wird. An kleineren bis mittelgroßen Gewässern wird Letzteres aktuell durch die Ausbreitung des Bibers begünstigt, da dessen Aktivitäten – unter der Voraussetzung, dass ihm ausreichend Platz eingeräumt wird – sich unter anderem auf das Fischartenspektrum, die Fischbiomasse und die Amphibienfauna positiv auswirken werden.

 

 

Die Studie „Fischotter. Verbreitung und Bestand in der Steiermark 2017/2018“ wurde im Auftrag der Abteilung 13 – Umwelt und Raumordnung – des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung vom Ökoteam und der Universität Graz erstellt.

 

 


 

Mythen um die Jagd

 

Ein "Joint" fürs Wild

 

Fast alle Wildtiere mögen Salz genauso gerne wie der Jäger, der am Abend vor dem Fernseher an Chips und Soletti knabbert. Aber ob Wild das von uns vorgelegte Salz tatsächlich braucht, ist eine andere Frage.

 


Es ist nicht mehr so lange hin, bis der Schnee wieder geschmolzen sein wird. Dann laufen wir Jäger wieder hinauf bis zum schroffen Fels und hinaus bis in die noch halb überflutete Au. Und überall hin schleifen wir in Rucksäcken und auf Kraxen schwere Salzbrocken – Steinsalz oder Lecksteine der Agroindustrie. Das Wild wartet darauf, braucht sie dringend …


Ja, das Wild mag darauf warten, aber es braucht das Salz in der Form nicht. Was es braucht, nimmt es mit der Äsung auf. Wir Jäger sind es, die das Salz brauchen! Wir brauchen es, weil das Salztragen Brauch ist, weil es die Alten und die Uralten schon so machten, weil wir uns nach inzwischen meist kurzen Winterwochen gerne bewegen, weil wir wissen, dass wir am Salzstock häufiger Wild sehen als an irgendeinem anderen – salzlosen – Wurzelstock, weil wir „Heger“ sind und sein wollen.

Fakt ist, dass nicht nur das Schalenwild, sondern fast alle Wildarten Salz mögen und meist gierig aufnehmen. Daraus ziehen wir den Schluss: „Wild braucht dringend Salz.“ Auch wir Menschen – zumindest die meisten von uns – mögen Salz. Es macht uns in gewisser Weise sogar süchtig. Wenn am Abend Salzgebäck auf dem Tisch steht, greifen wir gierig zu, und wenn es sein muss, schauen wir einen dümmlichen Krimi nach dem anderen an, so lange, bis die Salzstangen oder die gesalzenen Erdnüsse weg sind. Dabei raten uns Ärzte dringend, beim Konsum von Salz sparsam zu sein. Wir wissen das und haben meist weit mehr Ausreden und Beschönigungen als jeder Mediziner Argumente. Wir ziehen im eigenen wie in fremden Häusern zum Salzstock …

Mehr dazu finden Sie in unserer Februar-Printausgabe.

 


Re(h)vier

 

Rehjagern nach dem Windwurf

 

Paula, Emma, Kyrill, Lothar, Vivian, Wiebke – die Namensliste jener Stürme, die während der letzten Jahre über Europa gefegt sind, ließe sich beliebig erweitern. Man spricht zwar noch immer von Jahrhundertereignissen, doch längst ist klar, dass dies nur auf eng begrenzte Gebiete zutrifft. Vor elf Jahren, Ende Jänner 2008, fegte der Orkan Paula über die Steiermark. Allein in diesem Bundesland fielen dabei rund vier Millionen Festmeter Schadholz an. 

 

 

Vor allem im Bezirk Voitsberg gab es riesige Windwurfflächen. Nach den Schäden war die Sorge um die Zukunft der weststeirischen Wälder groß. Im Mittelpunkt stand dabei auch das Rehwild. Es wurde erwartet, dass die Bestände auf den Freiflächen stark zunehmen würden; Vorhersagen über schwierige Bejagung, Wildverbiss und Baum-artenentmischung ließen Konflikte zwischen Forstwirtschaft und Jagd befürchten. 

Ein Blick auf die Windwurfflächen zeigt jedoch, dass hier bereits nach zehn Jahren Pionierbaumarten wie Birke, Vogelbeere, Salweide oder Pappel und Holunder einen Vorwald bilden, der heute vom Jungwuchs bereits ins Dickungsstadium übergeht. Keine dieser Baum- oder Straucharten wurde angepflanzt, vor allem die leichten Birkensamen hat der Wind sehr weit vertragen. Dazwischen kommt viel Lärche ...

 

 

Mehr dazu in unserer Februar-Printausgabe.

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Gemischtes Drückjagdpaket 

 

Auch wenn moderne Zielfernrohre mit größtmöglichem Zoomfaktor die Einsatzmöglichkeiten der eigenen Jagdwaffe erweitern, haben Spezialoptiken immer noch ihre Berechtigung. Ein Beispiel dafür ist das Leica Tempus Rotpunktvisier, das in Kombination mit einem Magnus mehrere Drückjagdtage lang im Einsatz war.


Im Revier

 

Rissbeurteilung für jedermann 

  

Selbst für Fachleute ist es nicht immer einfach, den Verursacher eines Risses zu bestimmen. Es gibt aber einfache Grundregeln, an die sich jedermann halten kann. Dr. Armin Deutz erklärt, worauf es ankommt.

 


Mythen um die Jagd

 

Freibrief zur Wilderei?

 

Es ist noch nicht so lange her, da war eine halbwegs sachliche Diskussion über den Schalldämpfer bei uns nur schwer möglich. Dabei war er in anderen europäischen Ländern längst selbstverständlich. Bei den Ablehnern dominierte das Argument der Wilderei. Wilderer benutzten von jeher gerne kleinkalibrige und somit eher „leise“ Waffen. Damit galt der Schalldämpfer lange als Attribut typischer Wildererwaffen.

 


Was macht so ein Schalldämpfer?

Der von uns wahrgenommene Schussknall setzt sich vor allem aus Mündungs- und  Geschoßknall zusammen. Der Körperschall der Waffe, Geräusche der Waffenmechanik, die Strömungsgeräusche des Geschoßes und letztlich der Kugelschlag sind nebensächlich. Schalldämpfer reduzieren den Mündungsknall erheblich und verhindern dadurch schwere Gehörschäden. Der Schalldruck erreicht unser Innenohr auf zwei Wegen. Erstens sozusagen auf dem Luftweg über unsere Ohröffnungen (also über Trommelfell und Gehörknöchelchen) und zweitens über die Knochenleitung. Durch den Anprall der Schallwellen an den Kopf wird der Schädelknochen in Schwingung versetzt; unser Trommelfell wandelt diese für uns in einen Knall um. Das alles ist in Wirklichkeit recht kompliziert und eine Aufarbeitung im Detail würde hier den Rahmen sprengen.

Nur so viel: Schallwellen steigern den Schalldruck, und obwohl sich die Druckschwankungen in einem Bereich von weniger als einem Millionstel des normalen Luftdrucks bewegen, registriert sie unser Gehör als Knall und Schmerz. Immer wenn der Schalldruckpegel um 20 Dezibel ansteigt, verzehnfacht sich der Schalldruck. Das Ticken einer Uhr liegt im Bereich von 20 Dezibel und wird angenehm empfunden. Schüsse aus einer Jagdwaffe werden vom Ohr des Schützen im Bereich von +/- 160 Dezibel wahrgenommen. Jeder einzelne Knall in diesem Bereich schädigt das Ohr irreparabel!

 

Mehr dazu finden Sie in unserer Jänner-Printausgabe.

 


Im Revier

 

Ranz im Grünen

 

 

Füchse finden zur Ranzzeit im Jänner über Duftstoffe (Sexualpheromone) zusammen. Nun sind sie auch immer wieder tagsüber unterwegs. Nicht nur Rüden, auch Fähen ziehen jetzt oft rastlos umher. Sexualduftstoffe werden von den Fähen bereits zwei Wochen, bevor der Eisprung erfolgt, abgegeben. Hier zieht am späten Vormittag eine Fähe Richtung Bau ... 

 


Im Revier

 

Den Sauen gilt’s! 

 

Worauf man bei der Ansitzjagd an der Sauenkirrung achten sollte. Ein prägnanter Überblick über bewährte Regeln von einem erfahrenen Weidmann.


Wildtiere im Jahreskreis

 

Die Adlereule 

 

Im Englischen wird der Uhu „Eagle Owl“ (Adlereule) genannt. Doch gerade auf den Britischen Inseln kommt unsere größte heimische Eulenart heute gar nicht mehr vor. 

 


Von Hahnen und Hennen

 

Mit Schwung in die Zukunft

 

 

Ein Jahr lang hat Raufußhühnerexperte Dr. Hubert Zeiler für den ANBLICK den Status quo sämtlicher Flugwildarten erhoben. Er resümiert, dass es den meisten Flugwildarten zurzeit nicht besonders gut geht und ihre Zukunft wenig rosig aussieht. Doch damit muss man sich nicht abfinden, denn man kann dagegen etwas tun. Im Idealfall ziehen hier Bauern und Jäger gemeinsam an einem Strang, in Ausnahmefällen muss der Jäger selbst zum Bauern werden ...

 


Blick ins Revier

 

Es wird ein Wein sein ... 

 

Wie weit die Zusammenarbeit von Lebensraumpartnern gehen kann, lässt sich anhand eines burgenländischen Beispiels sehr schön zeigen. In den Weinbaugebieten rund um den Neusiedler See geht es den Jägern längst nicht nur um die Jagd allein. Auch der Schutz der Trauben vor Vogelschwärmen fällt in ihr Aufgabengebiet.

 

 

Direkt anschließend an das Stadtgebiet von Eisenstadt erstreckt sich das Genossenschaftsjagdgebiet von St. Georgen am Leithagebirge. Es handelt sich dabei um ein recht typisches burgenländisches Revier mit Wald- und Feldbereichen sowie zahlreichen ungezäunten Anlagen von Weinbaubetrieben. Zudem nimmt natürlich die unmittelbare Nähe von Eisenstadt mit seinen rund 15.000 Einwohnern Einfluss, deren Zahl durch die gute Erreichbarkeit der nur eine halbe Autostunde entfernten Bundeshauptstadt rasant zunimmt. 

Gut ein Drittel des knapp tausend Hektar großen Jagdgebietes ist Wald, wobei es sich hauptsächlich um Mittel- und Niederwald handelt, der noch dazu in meist sehr schmale, dafür aber elends lange Riemenparzellen gegliedert ist. Aus Wildschadenssicht hat das den Vorteil, dass nicht groß was passieren kann. Gleichzeitig hat dieses System den Nachteil, dass die Bewirtschaftung aufwendig und schwierig ist und damit häufig unterbleibt. In manch anderen Gebieten mit vergleichbarer Waldausstattung sind diese Parzellen zu einem „Urbarial“ zusammengefasst worden, einer Art Agrargemeinschaft, wie Jagdleiter BJM-Stv. Franz Rodenbicker erklärt. Dort wird die Fläche gemeinsam bewirtschaftet und der Erlös den Anteilen gemäß aufgeteilt. Die so entstehenden Freiflächen und Dickungen erleichtern in weiterer Folge auch die Jagd, die im eher gleichförmigen Dauerwald sonst schwierig ist. 

 

 

Mehr dazu in unserer Dezember-Printausgabe.

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Mauser M18: Solides Jagdwerkzeug 

 

Anfang des Jahres hat Mauser mit seinem „Volksrepetierer“ aufhorchen lassen. Ein Jagdwerkzeug in gewohnter Qualität für unter 1.000,- Euro soll die Jäger anlocken.