Bedingt durch den Ausbruch der Myxomatose im Vorjahr und den damit verbundenen teilweisen Jagdverzicht, sank die Hasenstrecke auf lediglich 44.845 Stück. Die gleichzeitige periodische Zunahme beim Schwarzwild sorgte zahlen-mäßig beinahe für einen Gleichstand.
Die Jagdstatistik der Statistik Austria für das abgelaufene Jagdjahr 2025/26 wurde am 8. Oktober veröffentlicht. Tendenziell wurden dabei die Zahlen der vorangegangenen Jahre fortgeschrieben. Dennoch gab es ein paar Überraschungen.
Sauen im Zickzack
Schwarzwild ist unstet, das wissen alle Jäger, die damit betraut sind. Das spiegelt sich auch in den Abschusslisten wider. Nach einer markanten Zunahme während der vergangenen 30 Jahre war es 2024 zu einem außergewöhnlichen Rückgang um ein Drittel gekommen – trotz aller damals schon erlaubten Nachtzieltechnik. Dieser Einbruch wurde im abgelaufenen Jagdjahr weitestgehend kompensiert, wenngleich zu den Rekordstrecken noch einiges fehlt. 60 Prozent der 43.940 erlegten Sauen entfielen dabei auf Niederösterreich und weitere 23 Prozent auf das Burgenland. In Zentral- und Ostösterreich lag die Steiermark knapp vor Oberösterreich mit sechs beziehungsweise fünf Prozent des Anteils. In Vorarlberg wurde kein einziges Stück gemeldet.
Höhere Gewalt beim Hasen
Im vergangenen Jahr kam es in Österreich zu einem Ausbruch von Myxomatose oder Kaninchenpest beim Feldhasen. Betroffen waren vorwiegend Reviere aus Niederösterreich und dem Burgenland. Um den Hasen nicht noch weiter unter Druck zu bringen, wurde großflächig auf die Bejagung verzichtet, was zu einem Rückgang der Strecke um 80 Prozent führte. Alleine dadurch "fehlten" mehr als 50.000 Hasen, die zu einem weitgehend erwartbaren Ergebnis geführt hätten. Wie sich diese Situation heuer darstellt, ist noch nicht sicher. Einiges deutet allerdings darauf hin, dass sich die Besätze langfristig auf diesen Erreger einstellen könnten.
Leichtes Plus bei Rot- und Rehwild
Geringfügige Zuwächse gab es bei den beiden wichtigsten Schalenwildarten. Beim Rotwild kletterte der Wert um 3,1 Prozent auf fast 60.000 Stück, was einer der höchsten Stückzahlen überhaupt entspricht. Mit 12.088 Stück konnte sich die Steiermark als Rotwildhochburg immer noch behaupten, Kärnten (11.496) und Tirol (11.276) folgten mit geringem Abstand auf den Plätzen zwei und drei, wobei die ersten beiden Bundesländer ihre Beute steigern konnten, während diese weiter im Westen sank.
Mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent fiel die Veränderung beim Reh geringer aus. Dennoch wurde hier die höchste jemals gemeldete Abschusszahl erreicht, sieht man von der im Vorjahr von der Statistik Austria ursprünglich kolportieren, aber falschen Zahl ab. Mit 84.000 sowie 83.000 Meldungen führen Niederösterreich und Oberösterreich das Bundesländerranking an. Deutlich abgeschlagen folgen dahinter die Steiermark mit 54.000 sowie Kärnten mit 30.000 Rehen. Interessanterweise sind die Fallwildzahlen im Jahresvergleich um 7,5 Prozent gesunken, und zwar von 69.000 auf 64.000 Stück.
Bergab beim Steinwild
Von den sonstigen Schalenwildarten ist die Veränderung beim Steinwild auffallend. Die Streckenzahlen bei dieser Wildart nehmen konstant zu. Im Vorjahr wurden mit 795 Stück allerdings um zwei Prozent weniger abgeschöpft als im Vergleichszeitraum – der Löwenanteil von 476 Stück davon in Tirol. Gleichzeitig ist auch die Fallwildrate von 102 auf 71 Stück gesunken, was bei dieser Bergwildart eine markante Größe sein kann.
Es wurden im Vorjahr 22.179 Gämsen geschossen und damit fast genau gleich viele wie 2024. Auch die Fallwildzahl war mit 1.414 Stück praktisch ident. In der Vergangenheit gab es auch immer wieder Jahre mit mehr als 2.000 Stück Verlust. Was die Bundesländer angeht, liegt Tirol mit 7.088 Gämsen voran, dahinter folgen die Steiermark (4.076), Kärnten (3.522) und Salzburg (2.574).
Sikawild hat in Österreich nur regionale Bedeutung. Der Großteil der 343 Stück wurde in Niederösterreich erlegt, im Jahr davor waren es nur 261 gewesen. Auch Muffel kamen mit 2.692 etwas mehr zur Strecke als im Jahr davor. Selbst in der Wolfshochburg Kärnten scheint es noch stabile Wildschafbestände zu geben, der prophezeite markante Rückgang lässt sich in der Statistik nicht ablesen. Im Jagdjahr 2020 beispielsweise war die Abschusszahl um 500 Stück geringer. An sonstigem Haarwild kamen darüber hinaus zur Strecke: 1.682 Stück Damwild (minus 26,8 Prozent), 953 Kaninchen (minus 41,1 Prozent), 7.820 Murmeltiere (plus 9,5 Prozent), 10.953 Dachse (plus 10,5 Prozent), 64.369 Füchse (plus 6,3 Prozent), 22.910 Marder (plus 5,0 Prozent), 4.437 Iltisse (plus 6,1 Prozent), 100 Marderhunde (plus 92,3 Prozent), 28 Waschbären (plus 47,4 Prozent). Die Zahlen von Wölfen, Ottern, Bibern oder Goldschakalen werden in dieser Statistik bislang nicht erfasst.
Flugwild auf ähnlichem Niveau
Die Streckenzahlen bei den meisten Flugwildarten waren in der Vergangenheit rückläufig. Im abgelaufenen Vergleichszeitraum hat sich hier wenig bewegt. Die 426 erlegten Auerhahnen waren sogar eine Spur mehr, als zu erwarten. Gleichzeitig wurden 1.446 Birkhahnen entnommen – um 94 weniger als im Jahr davor. Mit 68 Haselhahnen tümpelt das kleinste Raufußhuhn auf sehr tiefem Level vor sich hin. Auch mit der Waldschnepfe ging es wieder einmal bergab. Die 1.383 Langschnäbel entsprechen einem Rückgang von fast einem Drittel. Fasane haben sich gut gehalten. 54.089 hingen am Wildgalgen, um zwei Prozent weniger als 2024. Keine nennenswerten Veränderungen gab es bei den Rebhühnern mit 2.575 Vögeln – lächerliche drei davon in der Steiermark und keiner in Salzburg. Auch die Wildtauben waren in ihrer Zahl von 8.917 Stück rückläufig. Das entspricht einem Minus von 12,5 Prozent. Beim Wasserwild führen die 28.906 Wildenten die Zahlrenreihe an – ein Plus von 5,8 Prozent. Auch Wildgänse wurden mit 1.714 etwas mehr zur Strecke gelegt als im Jahr davor. Bei den Blesshühnern nahm der Wert um fast 40 Prozent zu. Angesichts der Gesamtstrecke von nur 184 dieser Rallen ist das in absoluten Zahlen aber auch nicht viel.
Es wurden 139.600 gültige Jahresjagdkarten ausgestellt und damit gleich viele wie im Jahr davor. Dass sich dieser neue Trend angesichts der Waffengesetzgebung ändert, ist anzunehmen. Die Zahl der Jagdgastkarten ging um 5,3 Prozent sogar auf 10.900 zurück.
Stefan Maurer
Anblick plus
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