Hauptausschusssitzung und Hauptversammlung am 9. Mai in Pöllauberg. Die Hauptausschusssitzung fand diesmal direkt im Vorfeld der Hauptversammlung in der Naturparkarena Pöllauberg statt. Für Begleitpersonen gab es die Möglichkeit, den Wallfahrtsort zu besuchen. Umrahmt wurde die Veranstaltung von der JHBG Pöllauer Tal.
Stefan Schweighofer vom Naturpark Pöllauer Tal und Zweigvereinsobmann Herbert Grill stellten in ihren einführenden Worten die Region und den Zweigverein mit seinen zwölf Revieren kurz vor, aus denen auch das Wildbret für das kredenzte Rehgulasch stammte. Das Reh ist hier die Hauptwildart, wenngleich auch immer öfter Schwarzwild gefährtet wird. Aktuell wird dem Droheneinsatz zum Schutz von Kitzen und Gelegen großer Stellenwert beigemessen.
Bericht des Präsidenten. Franz Meran strahlte große Zuversicht aus, als er über zurückliegende und zukünftige Projekte sprach: "Mit 1. August 2025 haben wir in der Landesgeschäftsstelle eine neue Leitung bekommen. Mag. Andrea Schrittwieser leistet unglaublich gute Arbeit, als ob sie seit zehn Jahren bei uns im Verein wäre, mit Idealismus, Freundlichkeit, Kompetenz. Für mich und für euch strahlt sie so viel Sicherheit aus." Stehende Ovationen der Anwesenden bestätigten die Einschätzung des Präsidenten.
In Angriff wurde des Weiteren die Sanierung der Büroräumlichkeiten am Tummelplatz genommen. Mit Unterstützung durch die GRAWE "wurden sie neu adaptiert und sind nun absolut eines Erzherzogs würdig". Im Oktober fand die erste Bringtreueprüfung des Jagdschutzvereins statt. 16 Gespanne haben diese mit Bravour gemeistert. Im November fand die positive Überprüfung als anerkannte Naturschutzorganisation statt, die bis 2028 gilt. "Damit ist der Jagdschutzverein die einzige jagdliche Vertretung, die NGO-Status besitzt. Wir dürfen aktuell in sechs Bundesländern mitreden. Wir dürfen Stellungnahmen abgeben und haben ein Mitspracherecht, das ist schon sehr erhaltenswert", gab Meran sich zuversichtlich. Des Weiteren gab es eine Schulung zur Haftung von Vereinsorganen. "In der Routine liegt die Gefahr, etwas zu übersehen."
Zur neuen Buchungsplattform räumte der Präsident ein: "Ich entschuldige mich für teilweise widrige und holprige Umstände, die uns auch schlaflose Nächte gebracht haben. Das eigentlich hervorragende Buchhaltungsprogramm funktioniert jetzt. Danke den Kasssieren für ihre grenzenlose Geduld!"
Notwendig wurden Statutenänderungen zur Absicherung der Gemeinnützigkeit nach dem Gemeinnützigkeitsgesetz sowie eine Aktualisierung der Ehrungsricht-linien, über die noch verhandelt wird. Der Leitbruch kommt in eine aktualisierte fünfte Auflage 2026. Die Leitbruch-App wird ebenfalls überarbeitet. Eine Testversion kommt im Juli, online wird sie ab September sein.
Auch der Außenauftritt des Gesamtvereins bekommt durch die Überarbeitung der Homepage und neue Drucksorten ein neues Gesicht. Ab Sommer werden diese allen Zweigvereinen zur Verfügung stehen. "Mir ist wichtig, dass wir nach außen hin als nur ein Verein wahrgenommen werden. Der Jagdschutzverein steht heute so da, dass man wirklich stolz sein darf. Ich kann nur repräsentieren, was ihr in den Ortsstellen draußen leistet!", freute sich Präsident Meran. Ein Training ist auch für Schießtrainer notwendig geworden. Roland Wachter hat sich bereit erklärt, das zu verantworten. "Wir brauchen das, damit die Landesjägerschaft die Kurse anerkennt."
Rechnungslegung und Budget. Hauptkassier Mag. Martin Böhmer legte die aktuellen Zahlen offen. Demnach gibt es Einnahmen von rund € 300.000,- Euro durch Mitgliedsbeiträge und Verkäufe sowie Ausgaben in derselben Höhe. Das Vereinsvermögen beläuft sich etwa auf den zweifachen Jahresumsatz. Kassaprüfer Dr. Bernhard Frizberg beantragte eine Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde. Für das laufende Budget ist eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags geplant, allerdings ein kleiner Planverlust, weil Druckkosten für die Neuauflage vom Leitbruch noch nicht feststehen.
Grußworte der Ehrengäste. Andreas Steinegger von der Landeslandwirtschaftskammer beschwor den Zusammenhalt von Jagdschutzverein und Grundeigentümern: "Mit 23.000 Mitgliedern ist das kein kleiner Verein. Wir haben die gleichen Gründungsväter und sind eine Familie. Wir sind gut beraten, Dinge untereinander auszureden. Jagd und Landwirtschaft leisten viel für die Natur. Die Siedlungsverdichtung rückt immer weiter in Richtung der Landwirtschaft und später auch Jagd. Für Klima- und Wetterextreme gilt das ebenfalls. Jagd sowie Land- und Forstwirtschaft müssen zusammenrücken und einen noch intensiveren Austausch pflegen als bisher. Dazu geeignet ist auch das, was mit der wild-ökologischen Raumplaung kommen wird. Wir sind eigentlich die grüne Sozialpartnerschaft der Steiermark. Das heißt, wir diskutieren intern, tauschen uns fachlich aus, aber nach außen halten wir zusammen wie Pech und Schwefel."
LJM-Stv. DDr. Burkhard Thierrichter: "Der Jagdschutzverein ist meine jagdpolitische Heimat und er hat alle 15 Bezirksjägermeister als Mitglieder. Er repräsentiert wie kein Zweiter die Begriffspaare Tradition und Vision, Vergangenheit und Zukunft. Wir haben es mit einem völlig geänderten Naturverständnis zu tun. Die Mehrheit der Bevölkerung hat keine Ahnung von den Lebensräumen der Wildtiere und den Wildtieren." Thierrichter stellte auch die Eckpunkte der WÖRP vor: "Wir haben den gesetzlichen Auftrag für die Raumplanung und müssen die Wildbestände an die Tragfähigkeit der Lebensräume anpassen. Wir beobachten eine veränderte Raumnutzung sowie ein nicht mehr nachvollziehbares Naturverständnis der Bevölkerung, eine Beunruhigung der Natur durch ein falsch verstandenes Freiheitsbedürfnis."
Franz Meran stimmte ihm zu. "Die zu bewirtschaftenden Einheiten müssen größer werden. Aus meiner Sicht steht das Revierjagdsystem am Prüfstand. Wir in Österreich und Deutschland sind ziemlich die Einzigen, die das noch haben. Wenn Sie an Wolf und Bär denken, die werden die Wildbestsände nicht gefährden, aber gänzlich anders verteilen. Da sind wir mit dem Revierjagdsystem in einer Pattstellung. Wir müssen schauen, über die Jagd die Handlungsfähigkeit zu erhalten."
Ehrungen. Verdienstabzeichen in Silber: Mag. Gerd Kaltenegger, Bruck/Mur; Monika Leitgeb, Feldbach-Fehring; Peter Steiner, Gröbming; Hgm. DI Michael Pichler, Knittelfeld; Johann Waltl, Leibnitz; Stefan Petzl, Murau; BJM-Stv. Martin Spreitzhofer, Mürzzuschlag; Helmut Halmdienst, Mürzzuschlag; Anna Fank, Vorau; Franz Engelbert Unterberger, Vorau; Franz Knoll, Weiz; Andreas Obendrauf, Wildon.
Verdienstabzeichen in Gold – Stefan Weissensteiner, Admont: Als ehemaligem Berufsjäger ist es ihm wichtig, die Jägerschaft durch aktive Mitarbeit zu fördern und zu gestalten. Seit 35 Jahren ist Stefan Weissensteiner Ortsstellenleiter von Wildalpen und richtet dort zum 33. Mal das jagdliche Schießen aus. Mit seinem Engagement hat er maßgeblich dazu beigetragen, die Interessen des Steirischen Jagdschutzvereins zu stärken und dessen Aufgaben nachhaltig zu unterstützen.
Manfred Leitgeb, Feldbach-Fehring: Seit 49 Jahren treues Mitglied, seit 1979 unverzichtbarer Teil der Jagdhornbläsergruppe und seit 2018 Hornmeister dieser. Mit seinem musikalischen Wirken trägt er wesentlich zur Pflege unseres jagdlichen Brauchtums bei. Seit dem Jahr 2009 leitet er mit großem Einsatz und Umsicht die Geschicke der Ortsstelle Gossendorf.
BJM-Stv. Josef Adler, Graz-Umgebung Ost: Seit 1996 ist er Ortsstellenleiter von Nestelbach und war von 2009 bis 2025 zunächst Zweigvereinsobmann. Mit seinem unermüdlichen Einsatz als Funktionär und seiner Treue zum Steirischen Jagdschutzverein hat er den Zweigverein zu dem werden lassen, was er heute ist. Seit 1999 ist er Mitglied des Bezirksjagdausschusses. Als begeisterter Schütze und Schießreferent ist er weit über die Staatsgrenzen bekannt und war einige Jahre auch Geschäftsführer der Schießstätte Zangtal. Sepp ist auch ein außergewöhnliches Organisationstalent und zeichnet für unzählige Veranstaltungen wie Ausflüge, Wanderungen, Wildbretmärkte, Koch- und Grillkurse und jagdliche Schießbewerbe verantwortlich.
Peter Friesenbichler, Mürzzuschlag: Seit fast 33 Jahren Mitglied des Jagdschutzvereins und 32 Jahre bei der JHBG Horrido. Als Hornmeister war er über mehrere Jahrzehnte hinweg entscheidend an der Entwicklung der seit 1956 bestehenden Gruppe beteiligt. Darüber hinaus hat er sich im Zweigvereinsausschuss engagiert und in unterschiedlichen Aufgabenbereichen aktiv und erfolgreich zur Basisarbeit im Verein beigetragen.
Franz Grabenhofer, Pöllau: 1966 dem Jagdschutzverein beigetreten und im Laufe der Zeit zahlreiche Funktionen übernommen und Verantwortung getragen. Seit 1971 beeideter Aufsichtsjäger sowie langjähriger Jagdleiter seines Reviers. Für ihn war und ist die Jagd untrennbar mit der Natur verbunden. Dieses Verständnis hat er auch durch seine Tätigkeit als Obmann des Naturparks Pöllauer Tal eindrucksvoll unterstrichen.
Die nächste Hauptversammlung findet im Jagdbezirk Bruck an der Mur statt.
Stefan Maurer
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