Ein Leben in der Deckung

 

Unsichtbar zu sein bestimmt ihren Tagesrhythmus. Für dieses „Grundprinzip heimlich“ haben sich Schneehasen einiges einfallen lassen. Über Jahrtausende hat das gut funktioniert, doch die Zukunft ist ungewiss.

 

 

Alle mögen Schneehasen – zum Fressen gern. Für Fuchs, Uhu, Steinadler & Co ist ein Schneehase ein Leckerbissen in geeigneter Größe und nicht besonders wehrhaft. Aber wie lebt es sich mit diesen vielen Liebhabern? Wie schaffen es Schneehasen, mit der ständigen Bedrohung zu leben? Die Antwort ist einfach. Man versucht, möglichst von der Bildfläche zu verschwinden. Zeiteinteilung, Raumnutzung, Verhalten und Aussehen werden von der Strategie der maximalen Feind-Vermeidung bestimmt. Kann da der Feind Mensch überhaupt noch stören? Machen „ein paar Feinde mehr“ überhaupt noch was aus? Schneehasen haben das „Von-der-Bildfläche-Verschwinden“ so perfektioniert, dass man gar nicht merkt, wenn sie wirklich weniger werden. Für dieses Grundprinzip haben sich Schneehasen einiges einfallen lassen.

 

 

„Lebensraum Nacht“ und viele wechselnde Einstände

Kann man in der Nacht viele lebensnotwendige Aktivitäten erledigen, weicht man damit zumindest dem Steinadler zeitlich aus. Dafür wird am Vormittag eine Ruhepause eingelegt, in der aus sicherer Deckung die Umgebung beobachtet wird. Immer wieder werden die Einstände gewechselt. Ist man ungestört, kann ein kurzer „Mittagsbummel“ eingelegt werden. Am Abend beginnt die Hauptzeit der Nahrungsaufnahme. Nach weiterer Ruhephase und frühmorgendlicher Nahrungssuche sucht man sich gleich wieder den nächsten Tageseinstand.

 

Färben ist überlebenswichtig

Das äußere Erscheinungsbild der Umgebung anzupassen zu können ist etwas Besonderes. Negativ ist nur, dass mittlerweile die Umgebung nicht mehr mitspielt. Immer spätere Winter und weniger Schnee lassen den weißen Hasen in grüner Umgebung als Ziel für seine Räuber herausleuchten. Hasen mit kürzeren Weißphasen haben hier bessere Überlebenschancen. Aber kann die rechtzeitige Anpassung an den viel zu schnellen Klimawandel gelingen?

 

Den vollständigen Artikel von DDr. Veronika Grünschachner-Berger finden Sie in der März-Printausgabe.
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