Archiv 2024

Im Revier

Pelz ganz neu gedacht 

Gute Jagdbekleidung muss die Silhouette auflösen, leise, geruchsfrei und in einem breiten Temperaturspektrum zu tragen sein. Kürschnermeister Karl-Heinz Reinold aus Memmingen mit seiner Familie hat hierin eine neue Nische gefunden, wo er den Pelz integrieren kann.

Die Wurzeln der Kürschner-Dynastie Reinold reichen bis ins Jahr 1850 zurück. Damals gründete der Urgroßvater in Königsberg an der Eger das Unternehmen, das später vom Vater in Karlsbad weitergeführt wurde. Nach dem Krieg musste die Familie Reinold allerdings aus dem Sudetenland fliehen und siedelte sich in Ottobeuren in Schwaben an, wo der Vater 1946 einen neuen Betrieb gründete. „Seinen geliebten Drilling hat mein Vater unter Lebensgefahr mitgeschmuggelt, denn wäre er aufgeflogen, hätte man ihn standrechtlich erschossen“, erzählt mir Karl-Heinz Reinold, der die Jagdpassion seines Vaters mit in die Wiege gelegt bekommen hat.

 

Von guten und schlechten Zeiten

„Offiziell ging ich mit 15 jagen und habe heuer den 50. Jahresjagdschein gelöst“, zwinkert er mir zu. Und natürlich hat auch Sohn Axel mit 16 die Jägerprüfung absolviert. „Wir sind schon etwas jagdverrückt, bei drei Revieren dreht sich fast alles nur um die Jagd“, bestätigt auch Mutter Beatrix, die selbst aktiv mitjagt. So ist die Nähe zum Pelz nicht verwunderlich, die Karl-Heinz Reinold zum Kürschnerhandwerk führte. In den 1970er- und 80er-Jahren waren noch die „fetten“ Pelzjahre. Mit dem Aufkommen des Tierschutzes wurde aber alles anders. „Die Pelzbranche hat sich verbogen und alles schön bunt gemacht, damit es ja nicht als Pelz erkannt wird und die Frauen auf der Straße ihre Ruhe haben“, erinnert sich Reinold zurück. Gleichzeitig versuchten sich die Kürschner mit Leder- und Lammfellmode über Wasser zu halten. „Den Tierschutz haben damals alle unterschätzt“, wirft Axel Reinold ein.

 

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Jagd heute

Nächtliche Beunruhigung von Rotwild

Die Nachtjagd mit elektronischen Hilfsmitteln wirkt sich direkt auf das Verhalten des Wildes aus, wie die Jagdpraxis zeigt. Mittlerweile lässt sich auch wissenschaftlich nachweisen, dass die Nacht wirkliche Quality time für Wildtiere ist. Paul Griesberger hat das zusammen mit Kollegen aus der Wissenschaft und Praxis anhand von Rotwild im Salzburger Kaprun untersucht.

 

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

Winterliche Saujagden in kleiner Runde 

Fällt im Schwarzwildrevier über Nacht eine Neue, hält es keinen passionierten Saujäger mehr zu Hause. Denn wer jetzt nicht im Revier ist, verpasst spannende Augenblicke. Doch damit es später auch wirklich eine Jagd auf bestätigte Sauen wird, muss im Vorfeld sauber und professionell gespurt werden. 

Leise knirschend bewegt sich der Geländewagen durch den frisch gefallenen Schnee. Bis weit nach Mitternacht gab es gute zehn Zentimeter neuen, festen Schnee auf die alten Schneereste, ehe es dann gegen Morgen aufklarte. Fällt die erste Neue im Jahr, herrscht im Wald meistens Ruhe. Nur der Fuchs und einige Rehe sind beim weißen Leithund zu spuren. Das meiste Wild, allen voran die empfindsamen Sauen, hingegen ziehen es vor, sich in den dichten Einstand einzuschieben und regelrecht einschneien zu lassen. Sie liegen in den durch die dichten Fichtenzweige abgeschirmten trockenen Kesseln und laufen nicht im Revier. Wenn der Magen knurrt oder die Blase drückt, bewegen die Sauen sich ausschließlich innerhalb des schützenden Einstands. Erst nach einigen Tagen, wenn der Hunger größer wird und in unseren Breiten meist auch die Temperaturen wieder milder werden, werden die Kreise größer. Jetzt sind ihre Aktivitäten in Form von Gebräch in der Laubschicht unter den Eichen im Bestand deutlich im nassen Schnee zu erkennen. Fällt nun wieder Neuschnee, bremst das die Mobilität der Sauen nur, wenn die Nächte durch den Mondschein taghell werden. In dunklen Nächten hingegen halten sie ihre gewohnten Wechsel. Solche Tage, die in unseren Revieren leider immer spärlicher werden, müssen vom Saujäger genutzt werden. Jetzt gilt es zu versuchen, ihren Tagesaufenthalt ausfindig zu machen, damit später effektiv mit einer Handvoll Schützen Beute gemacht werden kann.

 

 

 

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Im Revier

Bewegtes Weidwerk unserer Nachbarn

Bedingt durch die politischen Umwälzungen im 20. Jahrhundert, lassen sich die damit verbundenen jagdlichen Änderungen in der Slowakei wie unter einem Brennglas festmachen. Einst bekannt für seinen Reichtum an Niederwild, trat das Schalenwild an die Spitze. Nun kommen neue Herausforderungen mit den Großräubern hinzu.