Archiv 2023

Jagd heute

Klimagewinner Reh? 

Österreich ist das Land mit den dritthöchsten Rehwilddichten in Europa, nur Dänemark und Deutschland liegen weiter voran. Doch auch ganz generell nimmt das Reh stark zu. Vermutlich ist es ein Gewinner der Klimaentwicklung. Das Rehwild ist zumindest zahlenmäßig mittlerweile die Hauptwildart in ganz Österreich. Sorgen bereitet vielen Jagdausübungsberechtigten allerdings die rückläufige Sichtbarkeit des scheuen Waldbewohners. Nun stellt sich die Frage, ob dies in einem Bestandesrückgang begründet ist oder ob andere Ursachen dominieren. Unter dem Generaltitel „Rehwild – von den Alpen bis zum Weingarten“ veranstalteten der Tiroler Jagdverband mit der Steirischen Landesjägerschaft in Kooperation zwei Symposien mit international renommierten Vortragenden. Ein Teil der Vortragenden kam bei beiden Veranstaltungen zu Wort, weshalb es ein paar thematische Überschneidungen gab. Die Veranstaltung der Steirer fand im November in den Naturwelten in Mixnitz statt, über die in diesem Beitrag berichtet wird. Die Tiroler Tagung wird in der kommenden Ausgabe intensiv behandelt.

 

Den ausführlichen Beitrag finden Sie in der Jänner-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Treiberwehr und Hundemeute

Bewegungsjagden auf Schalenwild sind mittlerweile „in“. Doch noch immer stimmt bei vielen Jagden der Druck beim Treiben des Wildes nicht. Es kommt auf Zahl und Arbeitsweise der Hunde an, und auch Treiber können sinnvoll sein. Was am besten ist, hängt aber vom Revier und den zu bejagenden Wildarten ab.

 

Die richtige Hunde-Kombination

Auf dieser Jagd gilt das Augenmerk dem Schwarzwild. Folglich hat der Jagdleiter beschlossen, verteilt auf der Fläche – je nach Einstandsbereich – diverse Hundeführertrupps einzusetzen, die kleinflächig den ihnen zugewiesenen Einstand mit ihren Stöberhunden nach Sauen absuchen. Sie fahren mit ihren Fahrzeugen erst dann ins Treiben zu ihren Ausgangsorten, wenn die Jäger auf ihren Posten sind. Ziel ist es, das Wild so bald wie möglich zu finden, aus den Kesseln zu heben und zum Verlassen des sicheren Einstands zu bringen. Geschieht das zügig, sind die Sauen schnell und zeitgleich im Treiben unterwegs und laufen so planmäßig die an den ausgemachten Wechseln stehenden Jäger an. Die Zusammensetzung der je Stöberhundegruppe eingesetzten Hunde sollte mindestens einen feinnasigen Finder und dann eine Handvoll schwarzwildscharfe Sprenger beinhalten. Sobald der Finder an den Sauen Standlaut gibt, schlagen die Sprenger bei oder werden erst dann von den Hundeführern geschnallt, um in die Rotte zu fahren und sie nicht nur in Bewegung zu bringen, sondern im Moment der Überraschung für heftige Verwirrung zu sorgen. Die Rottenstruktur kann so gesprengt werden und die Sauen in alle möglichen Richtungen in Bewegung setzen. Nur so laufen den einzelnen Schützen einzelne Sauen oder kleine Trupps an, die deutlich leichter anzusprechen und gefahrlos, ohne Paketschüsse zu riskieren, zu erlegen sind.

 

 

 

Bewegungsjagd im kleinen Stil

Bewegungsjagd ist ein übergeordneter Sammelbegriff für verschiedene Formen der Gesellschaftsjagd auf Schalenwild. Nicht immer ist für eine solche Jagd ein großes Aufgebot an Mann und Hund notwendig. Es lassen sich ebenso effektive Stöberjagden im kleinen Stil ausrichten. Dazu ist es notwendig, dass der Jagdleiter eine umfassende Kenntnis davon besitzt, wo das aufgestöberte Wild bei leichtem Druck wechselt. In Schweden verfolgt dazu der Hundeführer die Arbeit seines Hundes auf dem GPS-Ortungsgerät und markiert insbesondere die Stellen, wo das Wild vor dem Hund über Freiflächen, Blößen oder breite Forstwege und Lichtleitungen wechselt und ein Schützenstand genug Sicht- und Schussfeld hätte. Bei ersten Testjagden lassen sich so sicher die je nach Windrichtung immer wieder benutzten Wechsel bestimmen. Für die Folgejagden können so die Plätze mit entsprechenden Reviereinrichtungen versehen werden. Genauso ist es möglich, mit dem spezialisierten Finder gezielt auf Sauen zu jagen und sie entweder in der Bail zu erlegen oder zum Laufen zu bringen, damit sie von den vorgestellten Schützen erlegt werden können. Diese Form der Bewegungsjagd braucht weder viel Personal noch organisatorischen Aufwand. Sind Sauen im Revier, fallen die Strecken hingegen proportional zum Aufwand sehr ordentlich aus. Für diese Art zu jagen bedarf es speziell ausgebildeter Stöberhunde. Hier sind in erster Linie die individuelle Eignung, die Welpenprägung und die gezielte Abführung entscheidend. Besonders eignen sich die Slowakische Schwarzwildbracke, Laika, Deutscher Wachtelhund, Dackel, aber auch Exemplare bei Deutsch-Drahthaar und Deutsch-Langhaar, wobei Wert darauf zu legen ist, dass der Hund ausdauernden Finderwillen besitzt und einen guten Standlaut gibt. Gerade Letzteres ist ein entscheidendes Manko bei den Vorstehhunderassen, die meist erst lange stumm vorstehen, bis sich die Sau dem Hund aktiv stellt.

Bei dieser Art zu jagen geht der Hundeführer mit gutem Wind lautlos den Standlaut an und erlegt das gestellte Wild. Sollte es ausbrechen, wird es vor dem nun sicht- oder fährtenlauten Hund die gewohnten Wechsel annehmen und den zuvor abgestellten Schützen schussgerecht kommen. Der Jäger bekommt das anwechselnde Wild vom laut jagenden Hund angekündigt oder über einen Funkspruch des durchgehenden Hundeführers. Je nachdem wie weit der eingesetzte Hund das Gelände absucht, kann auf diese skizzierte Weise in kleineren Revieren gejagt oder aber auch großräumig gesucht werden. Nur mit einer zeitlichen Vorgabe sollte man nicht rechnen. Die Hundearbeit dauert so lange, wie sie eben dauert.

 

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Im Revier

Jagdhunde bedarfsorientiert füttern

Der Hauptbestandteil der Hundeernährung ist Fleisch. Davon fällt in Jägerhaushalten rund ums Jahr einiges in bester Qualität an! Wie man seinen Hund mit geringem Aufwand über eine ausgewogene Fütterung gesund hält, damit haben sich Stefanie Handl und Armin Deutz intensiv auseinandergesetzt.

 


Waffe, Schuss & Optik

Jägers siebenter Sinn

Mit den beiden Wärmebildgeräten Helia TI 25 und TI 35 betritt der österreichische Traditionsoptikhersteller Kahles Neuland in seiner Produktpalette. Beide Wärmebildkameras sind als reine Beobachtungsgeräte für die Jagdpraxis ausgelegt.