Das Heft - Archiv

 

Jagderlebnis

Hirschjagd mit Tücken

Die Diagnose fällt zum Glück weniger schlimm aus als befürchtet. Zwei geprellte Rippen, eine gebrochene Nase und ein kaputtes Fernglas stehen einem uralten Berghirsch gegenüber. Für mich scheint dies ein fairer Tausch gewesen zu sein ...

Wenn der Raureif in der Morgensonne glitzert und die Luft kühler wird, übernimmt der Herbst das Ruder der Jahreszeiten. Eine gewisse Wehmut legt sich auf die Menschen und schickt einen Boten für die Winterdepression voraus. In mir jedoch weckt die herbstliche Kühle jedes Jahr aufs Neue die Lebensgeister, denn die Hirschbrunft, die spannendste Zeit des Jahres, steht vor der Tür.

Ende September packe ich Gewehr, Lodenrock und die Mader Bascht CD in meinen alten Pajero ein und fahre los. Die Freude auf eine Woche Natur und Abschalten vom Alltagsstress ist groß. Mein Weg führt mich von Waidhofen an der Ybbs über den Buchauer Sattel bis nach Aigen im Enns-tal, wo ich mit meinem besten Freund Christian Bretschner, kurz „Bretschi“, seit mittlerweile zehn Jahren eine Jagd gepachtet habe. Der Wildbestand in unserem Revier ist – nach unserem einstimmigen Beschluss, nicht am Fütterungswettrüsten teilzunehmen – zwar zurückgegangen, trotzdem bin ich zuversichtlich, dass mir der heilige Hubertus diese Woche gut gesonnen ist. Mit einem letzten Anruf bei meiner Frau verabschiede ich mich für eine Woche von Zivilisation und Handyempfang und biege auf die holprige Forststraße in Richtung Revier ein.

Das Begrüßungskomitee in Form von zehn toten Mäusen wartet bereits in der Jagdhütte auf mich. Endlich zeigt das Mäusegift Wirkung, denke ich mir. Ich verstaue die Einkäufe, beziehe mein Zimmer und öffne ein Bier, mit dem ich mich voller Vorfreude auf die anstehende Woche vor die Hütte setze und mir einen Plan für die Abendpirsch zurechtlege.

 

Tote Hose

Nach meinem Nachmittagsschläfchen mache ich mich auf den Weg in Richtung Panoramasitz. Der hochgelegene Sitz ist der perfekte Platz, um sich einen Überblick über das Treiben im Revier zu verschaffen. Nach vier Stunden gähnender Leere auf den Lichtungen trete ich ernüchtert den Heimweg an. Kein einziges Stück Wild war in dem riesigen Kar zu erkennen gewesen und auch vor der Hütte bleibt das von mir heiß ersehnte abendliche Röhr-Konzert aus. Die nächsten drei Tage, sowohl bei der Morgen- als auch bei der Abendpirsch, dasselbe Bild. Am vierten Abend melden vor der Hütte plötzlich zwei Hirsche, was mich für meinen fehlenden Anblick in den letzten Tagen wenigstens etwas entschädigt. Mit dem Röhren steigt bei mir schnell wieder die Zuversicht, in den nächsten Tagen doch noch einen Brunfthirsch erlegen zu können. Während ich gespannt dem Melden der Hirsche lausche, sehe ich in der Dunkelheit von Weitem ein Auto heranbrausen. Christian hat sich doch ein paar Tage von der Arbeit freischaufeln können. Ich freue mich riesig, die letzten Tage nicht mehr alleine, sondern mit meinem besten Freund verbringen zu können. Das Jagdliche der letzten Tage war mit den Worten „Tote Hose“ schnell besprochen und so verbrachten wir einen fröhlichen Abend unter wolkenlosem Sternenhimmel. Wir wärmten alte Geschichten auf, tranken Wein und erinnerten uns an Zeiten, wo es im Revier vor Rotwild nur so wimmelte.

 

Eiskalter Anblick

Der Wecker läutet viel zu früh und nach nur zwei Stunden Schlaf schleppe ich meinen Körper aus dem Bett, um mit Bretschi ins Herz unseres Reviers aufzubrechen. In der Früh bringt Weidkamerad Bretschner wie gewohnt nicht einmal ein „Guten Morgen“ heraus. Als ich ihm im Wohnzimmer begegne, schließe ich aus seinem Blick, dass auch ihm die kurze Nacht noch in den Knochen steckt. Wortlos verlassen wir die Hütte und stapfen eine Stunde durch die Dunkelheit in Richtung unseres besten Brunftplatzes. Die Stille der Nacht wird nur durch das Pfeifen aus Christians Nase durchbrochen, das er seinem zu klein geratenen Nasenloch zu verdanken hat.

Es war ein feuchtkalter Herbstmorgen, schlecht für den eigenen Wärmehaushalt, doch perfekt für die Brunft. Unser Ziel ist der Kaisersitz, inmitten des Lawinenkars. Er ist über 20 Meter hoch und dementsprechend nicht gerade windgeschützt. Eigentlich ist der Sitz eine wahnwitzige Konstruktion, aber für den jagdlichen Erfolg, vor allem in der Hirschbrunft, perfekt geeignet. Ich war schon seit einigen Wochen nicht mehr dort, um das Wild vor der Brunft nicht unnötig zu beunruhigen. Trotz Haube, Handschuhen und gefühlten zehn Schichten Gewand bin ich nach zwanzig Minuten in der Finsternis völlig durchgefroren. Zitternd sitzen wir auf dem Hochsitz und warten darauf, dass die Dunkelheit vom nahenden Tag verdrängt wird. Langsam, aber doch werden die ersten Umrisse von Fichtenwäldern, Latschen und Felsformationen erkennbar. Trotz der Kälte bin ich froh, dass ich hier bin, mit meinem wortkargen besten Freund, inmitten dieser atemberaubenden und geheimnisvollen Natur. Während ich zum Feldstecher greife und so gut es geht versuche, die ersten Umrisse auf den Lichtungen zu erkennen, fängt aus dem Nichts ein Hirsch lautstark zu melden an. Vor Schreck gleitet mir der Gucker aus der Hand. Nach 20 Meter freiem Fall schlägt er hörbar mit dem Glas voran auf einen Stein auf. Ich stütze meinen Kopf auf meine Hände und sehe im Augenwinkel, wie Bretschi sein typisch hämisches Grinsen aufsetzt.

„Hea auf, so deppad zum Grinsen, du Bölli“, schnauze ich ihn wütend von der Seite an, was nur zur Folge hat, dass sein Grinsen noch breiter wird. Noch bevor ich mich über den Verlust meines 2.000-Euro-Fernglases beklagen kann, betritt der für meinen Schreckmoment verantwortliche Hirsch die Bühne. Etwa 150 Meter entfernt steht er nun in seiner vollen Pracht auf einem mit Moos bewachsenen Felsen und röhrt in den anbrechenden Tag hinein. Während ich wie erstarrt – gebannt von dem Anblick dieses wundervollen Geschöpfs – auf die Lichtung blicke, hat Christian den kapitalen Berghirsch bereits angesprochen.

„Andi, der darat passen, der hod scho z’ruckg’setzt“, murmelt er, während er durch das Spektiv den Hirsch beobachtet. Langsam und bedächtig reicht er mir das Spektiv und ich betrachte den mindestens 15 Jahre alten Eissprosszehner. Nach etwa fünf Minuten Hinsehen fällt mir auf, dass der Hirsch auf dem rechten Licht erblindet ist. Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ich kenne diesen Hirsch. Nur ist es seit unserem letzten Zusammentreffen schon sechs Jahre her ...

 

Das ganze Jagderlebnis von Florian Meznik finden Sie in unserer November-Printausgabe.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Köderwahl zur Raubwildjagd

Wie bei so vielen Jagdarten muss sich ein erfolgreicher Trapper in das Raubwild hineinversetzen können, um die Lebensweise und die Eigenarten desselben nachvollziehen zu können. Raubwild ist je nach Art bei der Nahrungssuche flexibel und anpassungsfähig. Das sollte deshalb auch für die Auswahl der Fangköder gelten.

Heute lautet eine Forderung an die Fangjagd, dass der Fang selektiv zu erfolgen hat. Neben der richtigen Wahl des Fallentyps, des Fangplatzes und der Methodik zum Einbau der Falle kann der Fangjäger mitunter auch über die entsprechende Köderwahl die zu fangende Wildart beeinflussen. Greifvögel und Rabenvögel sind bei der Fangjagd aus gesetzlichen Gründen tabu. Diese Arten erkennen Beute vornehmlich mit dem Auge. Aus diesem Grund müssen heute jede gestellte Falle entsprechend umsichtig und großzügig verblendet und Fleischköder mit besonderer Sorgfalt verwendet werden. Den Fangjäger interessieren folglich nur mehr die vierläufigen Raubwildarten, die allesamt ihre Nahrung mit der Nase wahrnehmen. Er lockt das Raubwild deshalb mit Witterungen, die nach Fressbarem oder arteigenen Sekreten riechen. Nicht selten wecken sogar fremdartige Gerüche die Neugier bestimmter Arten und veranlassen sie, sich dem Fangplatz zu nähern.

 

Wirkung von Lockmitteln wird meist überschätzt

Vielfach werden Lockmittel angeboten, die das Raubwild magisch anziehen sollen. Leider ist das bei vielen Mitteln nicht der Fall. Nicht selten verwendet sie der Jäger fälschlicherweise in der Falle und trägt, da er von der Intensität des Geruchs selbst nicht überzeugt ist, meistens auch noch etwas zu dick auf. Das Raubwild hingegen ist dieser intensiven Geruchswolke gegenüber skeptisch und meidet nicht selten den Fangplatz. Nur wenige natürliche Lockmittel, wie etwa reines Anisöl (insbesondere für die Marder und den Waschbären), aufgebrühtes frisches Baldrianwurzelpulver (für alle Katzen) und reines Räucherfischöl, wecken wirklich das Interesse des Raubwildes. Sie sollen, sparsam ausgebracht in der Nähe und vor allem auch etwa einen Meter über der Falle im Gesträuch, das vorbeiziehende Raubwild nasenmäßig in den Fangbereich locken. Für alles Weitere sorgt dann der eigentliche Köder in der Falle.

 

Etwas für den leeren Magen

Der Fangerfolg hingegen führt nur über einen begehrenswerten Köder selbst. Das Raubwild muss in der Falle einen tatsächlichen Happen für den knurrenden Magen finden. Und noch eines ist essenziell: Heute gelingt eine erfolgreiche Fangsaison kaum noch ohne ein gewissenhaftes Kirren. Zum einen stellen wir durch das Auslegen von Kirrbrocken fest, ob der ausgesuchte Fangplatz auch vom Raubwild regelmäßig angelaufen wird. Zum anderen nehmen wir ihm die angewölfte Argwohn und „dressieren“ es an die Falle. In der Kirrphase können wir zwar mit verschiedenen Ködern herumexperimentieren, welcher davon beim Raubwild besonders ankommt, sollten dann aber bei dem bevorzugten bleiben. Denn was die Ködervorliebe angeht, ist das Raubwild meist sehr konservativ. Insbesondere die gewissenhafte Regelmäßigkeit ist beim Kirren am Fangplatz eine Grundvoraussetzung für den späteren programmierten Fangerfolg. Nur bei einer gleichbleibenden Vorlage von beliebten frischen Ködern stellt sich vor der beginnenden Fangsaison ein Rhythmus beim Raubwild ein.

 

Kirren, nicht füttern

Die ausgelegten Kirrbrocken dürfen zudem nicht allzu groß sein. Das Raubwild soll sich ja nicht satt fressen, sondern nur einen steten Anlaufpunkt haben, wo es immer etwas Leckeres finden kann. Die Brocken müssen entweder arttypische und damit vertraute Nahrung sein oder Bestandteile enthalten wie Fett, Eiweiß und Salz, die das Wild dringend benötigt. Zum Kirren eignen sich daher vor allem Köder, die das Raubwild auch sonst bei seinen Beutezügen im Revier finden würde: Wildbretreste, Aufbrüche und Zerwirkreste, Verkehrsfallwild, Fisch und Trockenobst ...

 

Den vollständigen Artikel von Wildmeister Matthias Meyer finden Sie in der November-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Waffe, Schuss & Optik

Leica im Doppelpack

Bei den österreichischen Jägern erfreuen sich die Ferngläser von Leica großer Beliebtheit. Seit einigen Jahren gibt es nun auch Zielfernrohre, die hierzulande jedoch noch weniger Verbreitung gefunden haben. Nun wurde es Zeit, mit beiden Produkten Reviererfahrungen zu sammeln.

Leica hat vor allem als Hersteller hochwertiger Kameratechnik hohes Ansehen erlangt, aber auch was den Einsatz von Entfernungsmessern anlangt, hat das deutsche Unternehmen Geschichte geschrieben. Aufsichtsratsvorsitzender und Miteigentümer ist übrigens der Wahlsalzburger Andreas Kaufmann.

Seit mittlerweile zweieinhalb Jahrzehnten zählt der handliche und nur faustgroße Entfernungsmesser Rangemaster mit Einhandbedienung zur Standardausrüstung vieler Behörden, und natürlich ist er auch im Outdoorbereich seit Langem zu Hause. Leica hat mit dem ersten Geovid vor rund 15 Jahren auch bereits ein Fernglas mit integrierter Entfernungsmessung herausgebracht, das sich bis heute unter der neuen Bezeichnung R 42 bzw. R 56 großer Beliebtheit erfreut. Dieses ist immer noch am Markt und dank seines verhältnismäßig günstigen Preises auch immer noch sehr verbreitet.

 

Das neue Geovid
Das Geovid ist mit der Zeit auch weiterentwickelt worden und nun in zwei zusätzlichen Modellen verfügbar. Einerseits gibt es das Geovid HD-B 3000, wobei „B“ für Ballistik steht. Dieses Fernglas verfügt über ein ausgeklügeltes Ballistik-Programm, wodurch es möglich ist, die für die eigene Laborierung passenden Haltepunkte auf die unterschiedlichsten Entfernungen gleich direkt an der Anzeige abzulesen. Daneben gibt es auch die HD-R 2700 Modelle, die den B-Modellen sehr ähnlich sind, jedoch nicht über dieses Ballistik-Programm verfügen. Direkt ablesen kann man natürlich die Entfernung, daneben aber auch den Winkel, die Temperatur und den Luftdruck. Sind diese Daten bekannt, lässt sich anhand ballistischer Tabellen die theoretische Treffpunktverlagerung ermitteln. Dass man diese in der Praxis natürlich selbst durch Kontrollschüsse überprüfen muss, liegt auf der Hand. Die Bezeichnungen 3000 bzw. 2700 entsprechen übrigens der maximalen Messentferung von 3.000 Yards (2.750 Meter) beziehungsweise 2.700 Yards (2.450 Meter). Das heißt aber natürlich nicht, dass man diese Werte im Revier auch wirklich immer ausnutzen kann. Bei großen Objekten wie Häusern oder Felsen mag das funktionieren, bei einer Messung im strukturreichen Gelände oder gar auf Wild muss man sich natürlich mit einer geringeren Einsatzweite bescheiden. Von der optischen Leistung her sind die beiden neuen Geovid-Modelle praktisch ident. Ob man das Ballistik-Programm braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden, denn es schlägt mit einem Mehrpreis von € 400,- zu Buche und setzt zudem voraus, dass man sich eingehend mit den Zusatzfunktionen auseinandersetzt.


Jagd heute

Mehr Jäger, doch weniger Strecke

Die Zahlen der aktuellen österreichischen Jagdstatistik sprechen eine deutliche Sprache. Bei den meisten relevanten Wildarten ist die Strecke im Vorjahr gesunken, der Winter hat dafür zu hohen Fallwildverlusten geführt. Unabhängig davon stieg die Menge der Jäger weiter an.


Re(h)viere

Und übrig blieb das Reh ...

Der Artenschwund hat auch vor der Weststeiermark nicht haltgemacht. Vor 50 Jahren konnte man noch Steinkauz und Blauracke beobachten, doch das ist längst vorbei. Profitiert haben wenige andere Arten, darunter das Reh.


Entscheidungshilfen bei der Hundewahl

Mein Hund – mein Traum

Vom eigenen Jagdhund träumen viele, doch den Traum vom eigenen Hund zu erfüllen gelingt nicht jedem. Es muss das gesamte Drumherum passen, bevor man diese folgenschwere Entscheidung trifft. Schließlich währt ein Hundeleben einen schönen Lebensabschnitt lang.

Die Zahl der Jagdscheininhaber steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an – aller Kritik am Jagdwesen zum Trotz. Allerdings wird die Jagdausübung heutzutage zunehmend als Hobby – wie z. B. Skifahren – gesehen und nicht mehr wie früher als Berufung oder Lebensaufgabe. Diese Entwicklung hat vielfältige Auswirkungen, auch in das Jagdhundewesen hinein. So führt nunmehr gut die Hälfte der Jäger einen Jagdhund.

Nach Umfragen von Werner Beutelmeyer schätzen z. B. zur Zeit nur noch rund 40 % der Jäger ihre Fähigkeiten um den Jagdhund als „sehr gut“ ein. Der Jagdhund als Bestandteil des jagdlichen Brauchtums wird momentan von 61 % der Befragten als sehr wichtig eingeschätzt – Tendenz in beiden Fällen fallend. Wohlgemerkt, als „Brauchtumsbestandteil“ und nicht mehr als wichtiger Begleiter und unverzichtbares Handwerkszeug einer weidgerechten Jagd! 

 

Hund als Eintrittskarte

Früher wurde gerade Jungjägern nach bestanderer Jägerprüfung geraten, sich einen Jagdhund anzuschaffen, diesen auszubilden und abzurichten. Dies sei die Garantie für den Zugang zu Jagdmöglichkeiten. Auch heute noch wird der Jagdhund – nun v. a. der Stöberhund angesichts steigender Schwarzwildbestände und zunehmender Drückjagden – als Eintrittskarte für entsprechende Jagdmöglichkeiten verstanden. Engagierte, zuverlässige Hundeführer mit guten Hunden werden immer gerne eingeladen. Nach einer Umfrage von Fiona Schönfeld kommen gerade zunehmend Frauen über die Hundeführung zum Jagdschein. Trotzdem ist die Bereitschaft, sich einen Jagdhund zuzulegen, insgesamt gesehen eher rückläufig. Neben dem Zeitaufwand und den Kosten werden vor allem die „Angebundenheit“ als Argumente gegen einen Hund angeführt. Man fühlt sich eingeschränkt, kann den Hund eben nicht überallhin mitnehmen – gerade bei Urlaubsreisen ein Argument. Die Entscheidung für einen Jagdhund will somit gut überlegt sein. 

 

Hund ja oder nein?

Ein Hund haart, stinkt, macht Dreck und kostet Zeit, Geld, Geduld und Nerven. Gleichzeitig sind Hunde sozial organisierte Lebewesen mit entsprechenden Bedürfnissen, wo wir uns bewusst machen müssen, ob wir diese auch befriedigen können. Dessen sollte man sich vor der Anschaffung bewusst sein – und zwar ein Hundeleben lang. Dieses Hundeleben dauert etwa 12 bis 16 (bis zu 18) Jahre, je nach Rasse, Gesundheit und Einsatz des Hundes. Bevor ich mir nun aus einer Laune heraus einen Hund ins Haus hole, lohnt es sich, einige grundsätzliche Vorüberlegungen anzustellen und einige Fragen zu stellen. 

 

Umfeld und Familie 

Ist mein familiäres Umfeld bereit, einen Hund im Haushalt zu akzeptieren? Auch dann, wenn sich der süße Welpe zu einem gestandenen Hund ausgewachsen hat? Kann ich den Hund zur Arbeit mitnehmen oder muss er tagsüber alleine bleiben? Wer kümmert sich um den Hund, wenn ich krank bin oder in Urlaub fahre – kann ich den Hund zu Bekannten bringen oder gibt es eine Hundepension, wo ich ihn zeitweise unterbringen kann? Wo ist der nächste vernünftige Tierarzt meines Vertrauens? Gibt es in meiner Familie jemanden mit Hundehaarallergie?

 

Den vollständigen Artikel von Alexander Kelle finden Sie in der Oktober-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

Spissen auf Finnisch

Einst galt das Haselwild als schmackhaftestes heimisches Wildtier, doch heute bejagt es kaum jemand. Nur wenige Spe-zialisten befassen sich hierzulande noch mit ihm. Ein wenig anders ist es in Nordeuropa, wie ein Lokalaugenschein zeigt.


Unser Wild im Oktober

Der Winter naht

Im Herbst müssen die letzten Vorbereitungen für den Winter erfolgen. Dieser ist entscheidend für das Überleben der Individuen und der Arten.

 

Jetzt im Herbst sei das Engadin am schönsten, heißt es. Die Lärchen färben sich gelb, dazu die noch grünen Wiesen im Tal und die sich verfärbenden alpinen Weiden. Die Berge werden das erste Mal mit einem leichten Flaum Schnee überdeckt und der strahlend blaue Himmel – dies alles trägt zu einem einmaligen Landschaftsbild bei. Alles zusammen weckt nochmals Lebensfreude, doch eigentlich sollte man jetzt an die kommende kalte Jahreszeit denken.

Den Kindern erzählte man früher die Geschichte von den Zwergen auf Macun. Dies ist eine alpine Seenplatte, die Teil des Nationalparks ist. Die Zwerge müssen sich vor den Menschen verstecken, denn werden sie einmal vom Menschenauge erblickt, verwandeln sie sich in ein Murmeltier. Im Herbst steigen sie in der Nacht mit ihren Schubkarren ins Tal und sammeln die Herbstfarben ein. Sie müssen vorsichtig sein und rechtzeitig wieder den Rückweg antreten, ohne von den Menschen gesehen zu werden. In den langen Winternächten schmieden sie aus den Farben die Sterne. Die Geschichte hat eine schöne Symbolik. Heute erleichtert das Wegegebot im Nationalpark den Zwergen das Leben. Die Symbolik lässt sich auch auf die Wildtiere in der Natur übertragen. Jetzt im Herbst müssen die letzten Vorbereitungen für den Winter erfolgen. Dieser ist entscheidend für das Überleben der Individuen und der Arten.

 

Geschützte Rückzugsorte

Die Vorbereitungen schon abgeschlossen haben die Murmeltiere. Sie haben sich an die kalten Bedingungen optimal angepasst. Ab Ende September oder Anfang Oktober bleiben sie in ihren Bauen und halten Winterschlaf. So verbringen sie rund 90 % ihrer Lebenszeit unter der Erde. Die Murmeltiere haben Sommer- und Winterbaue, die nicht weit auseinanderliegen müssen. Winterbaue haben eine enge Öffnung und einen langen Gang bis zur Hauptkammer. Die größte Tiefe beträgt oft über zwei Meter. In diesem Kessel überleben die Murmeltiere den Winter schlafend. Der Sommerbau hingegen hat mehrere Eingänge. Das Gangsystem ist kürzer und die größte Tiefe liegt nicht über 1,5 Meter. Daneben gibt es mehrere Fluchtröhren, die oft nur sehr kurz sind. Der Winterschlaf der Murmeltiere ist eine exklusive Fähigkeit, um den Winter in  diesen Lagen zu überleben. Der Stoffwechsel wird in dieser Zeit reduziert, die Körpertemperatur sinkt bis unter 5 Grad Celsius. In diesem starren Zustand verweilen die Tiere rund zwölf Tage und wachen dann für rund 36 Stunden wieder auf. Dabei wird die Körpertemperatur im Mittel auf 34,5 Grad Celsius erwärmt. Während der gesamten Winterzeit leben sie von ihren Fettreserven. Murmeltiere überwintern in Gruppen von bis zu 20 Individuen. Dabei liegen sie eng aneinander und synchronisieren die Wechsel von der Kältestarre in die Wachphasen. Die Jungtiere, die in der kurzen Sommerzeit nicht genügend Fettreserven bilden können, liegen in der Mitte und werden von verwandten Gruppenmitgliedern zusätzlich gewärmt.

 

Es wird stiller

Die Rothirsche beenden die Brunft, nur noch vereinzelt ist ein Röhren zu vernehmen. Je nach Witterungsverlauf wird der Weg in die Wintereinstände unter die Schalen genommen. Diese Wanderung erfolgt sehr individuell. Es scheint, dass jedes Tier für sich entscheidet, wann und wo es in den Wintereinstand geht. So können einzelne Tiere, die den Sommer gemeinsam verbracht haben, zu unterschiedlichen Zeitpunkten wandern. Diese Wanderung erfolgt vielfach in einer Nacht. Daten besenderter Tiere zeigen, dass gegen Mitternacht gestartet wird und am nächsten Morgen das Ziel erreicht ist. Als Erstes wird der Wintereinstand erkundet. Es sieht fast nach einer Bestandsaufnahme aus. Dieses „Wissen“ ist vermutlich im bevorstehenden Winter von großem Wert. Während dieser Zeit sind die Rothirsche auf Ruhe angewiesen. So können sie sich ungestört von der Brunft erholen und ihre Fettreserven auf Vordermann bringen. Im Herbst wird auch das Fell oder das Gefieder gewechselt. Dies kann ganz unterschiedlich geschehen. Steinböcke machen das ganz unspektakulär: Es wächst einfach ein zusätzliches dichtes, wolliges Haar zwischen dem Sommerfell nach. Beim Schneehasen ist die ganze Geschichte schon komplizierter. Da wechselt die Fellfarbe von Braun auf Grau und dann zum weißen Winterhaar. Diese Haare sind innen hohl, so wird die Wärmeisolation optimiert. Nicht alle Schneehasen wechseln zur gleichen Zeit. Die Mechanismen sind unbekannt und Gegenstand aktueller Forschung. Die Schneehühner als Bewohner der alpinen Weiden wechseln ihr Gefieder ebenfalls. Fällt aber nicht rechtzeitig Schnee, sind sie als kleine weiße Punkte für uns Menschen, aber auch für ihre Fressfeinde von Weitem sichtbar.

Flurin Filli


Unser Wild im September

Drei Wochen Hochjagd

In Graubünden ist jetzt Hauptjagdzeit. Drei Wochen lang wird die Jagdbeute offen gezeigt, die Dorfbevölkerung teilt mit den erfolgreichen Jägern die Freude. Wirtshäuser bieten Wildgerichte an, die Medien berichten über das Jagdgeschehen. Die Jagd findet in der Öffentlichkeit statt und diese nimmt daran teil.


Waffe, Schuss & Optik

Maßschaft in Frauenhänden

Gibt es sie – die perfekte Waffe für mich? Diese oder doch die andere? Diese Fragen tauchten dauernd auf. Immer wieder wurden sämtliche Kataloge mit den verschiedensten Waffen durchforstet. Und plötzlich stach mir die perfekte Waffe ins Auge. Ja, die ist es, die muss ich haben!

Ein Waffenkauf sollte gut überlegt sein, denn schließlich ist es kein alltägliches Konsumgut. Bereits im Vorfeld sollte man sich selbst im Klaren darüber werden, welche Vorstellungen man hat, für welche Art von Jagd die Waffe hauptsächlich benötigt wird, auf welche Distanzen noch eine Schussabgabe erfolgt, ob sie kurz oder doch eher länger, leicht oder schwer sein sollte, benötige ich einen gekürzten oder doch einen herkömmlichen Schaft und vieles mehr. Um all das herauszufinden, ist es unumgänglich, verschiedenste Waffen zu besichtigen, in die Hände zu nehmen und in Anschlag zu gehen. Hierzu eignet sich die jährlich stattfindende Messe „Hohe Jagd und Fischerei“ in Salzburg hervorragend. Am 21. Februar war es dann so weit. Auf ging es nach Salzburg zur „Hohen Jagd und Fischerei“. Diese Messe sollte eigentlich nur mehr dazu dienen, mir die für mich perfekte Waffe anzusehen und wenn möglich gleich zu bestellen. Denn eigentlich war mir klar, welche Waffe es sein muss. Doch wie so oft im Leben – unverhofft kommt oft.

Standardwaffen sind so geschäftet, dass sie zu einem etwa 180 cm großen und normal statuierten Mann passen. Frauenkörper sind für gewöhnlich zarter und kleiner, wodurch sich im Anschlag zwangsläufig Probleme ergeben. 

 

 

Qual der Wahl

Der erste Stand nach Betreten der Halle war Blaser. Blaser? Gut, schauen wir, was es bei Blaser Neues gibt, denn schließlich hatte mein Lebensgefährte bereits eine Büchse von Blaser getestet. Der Stand war riesig, so viele Büchsen, Flinten, Schalldämpfer und Optik, Wahnsinn. Der erste Weg führte sofort zu den R8 und ich begann, eine nach der anderen akribisch unter die Lupe zu nehmen, nahm sie in die Hände und ging in Anschlag. Plötzlich musste ich feststellen, dass mir eine Blaser R8 sehr gut liegen und auch gefallen würde. 

Ein Mitarbeiter der Firma Blaser wurde auf mich aufmerksam und erkundigte sich, ob er mir behilflich sein könne. Nachdem ich ihm meine Vorstellungen und Wünsche, wie etwa ein möglichst kurzes Gewehr trotz Schalldämpfer, Synthetikschaft und kannelierten Lauf, mitgeteilt hatte, stellte er mir sämtliche für mich infrage kommende Modelle vor. Nachdem er bei der ersten Waffe, die ich in Anschlag genommen hatte, feststellen musste, dass mir der Schaft nicht zu 100 Prozent passte, zeigte er mir sofort die R8 Intuition.

 

Weibliche Intuition

Bei der Intuition handelt es sich um eine speziell für Damen geschäftete Büchse. Der bei der R8 Intuition speziell für Damen gestaltete Hinterschaft in Monte-Carlo-Form verfügt über eine Gesamtlänge von 350 mm. In weiterer Folge wurde mir mitgeteilt, dass es keine R8 mit Synthetikschaft in der Ausführung Intuition gibt und damit auch keinen Lochschaft. Allerdings sei es möglich, einen verkürzten Hinterschaft mit einer Länge von 350 mm zu bestellen. 

Nachdem wir nun den passenden Schaft gefunden hatten, wurden mir die Vorteile eines kannelierten Laufes erläutert, ehe sich der Mitarbeiter erkundigte, welches Kaliber meinen Vorstellungen entsprechen würde bzw. auf welche Distanz in der Regel noch eine Schussabgabe erfolgt. Da es unbedingt eine kurze Waffe sein sollte, zog er einen Lauf mit einer Länge von 52 cm in Erwägung und beriet mich äußerst kompetent, welche Kaliber aus einem derartigen Lauf verschossen werden können, ohne die erforderliche Wirkung zu verlieren. In weiterer Folge erläuterte er mir, dass man bei der R8 dank völlig unkompliziertem Laufwechsel jederzeit auch nachträglich das Kaliber ändern bzw. den neuen jagdlichen Gegebenheiten anpassen kann, weshalb ich mich vorerst für das Kaliber .308 entschieden habe.

 

Den vollständigen Artikel von Ursula Bacher finden Sie in der September-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Mythen um die Jagd

Gibt es das Zwergwiesel?

Dass es Große und Kleine Wiesel gibt, sollte eigentlich jeder wissen. Schon weniger bekannt ist, wie es mit dem Farbwechsel ins Weiße im Winter bei den genannten Arten wirklich aussieht. Und vielleicht gibt es mit dem „Zwergwiesel“ ja sogar noch eine dritte Art ...

Im konkreten Fall ging es um die beiden „Echten Wiesel“ – sprich Hermelin und Mauswiesel. Ich erklärte, dass beide Arten – lokal durchaus unterschiedlich – von Braun in Weiß wechseln. Ein Teilnehmer merkte auf und verwies darauf, dass in dem von der Schule verwendeten Lehrwerk zu lesen sei, dass Mauswiesel auch im Winter stets braun seien. Ein anderer Teilnehmer pflichtete ihm bei. Er hatte sich zusätzlich ein zweites Lehrwerk angeschafft, in dem derselbe Sachverhalt behauptet wurde. 

Ein dritter Teilnehmer meldete sich mit der Botschaft, Mauswiesel blieben auch im Winter braun, wohl aber gäbe es neben Hermelin und Mauswiesel noch eine dritte Art – das Zwergwiesel. Das trage im Winter sehr wohl einen weißen Balg. Es wurde unruhig im Raum, und so zog ich die „Handypause“ zehn Minuten vor. Damit wurde die Diskussion zwar noch heftiger, störte aber nicht beim Unterrichten.

Nun kamen nicht wenige Teilnehmer aus einem jagdlichen Umfeld. Teils gab es Jäger im Familienkreis, teils unter den Arbeitskollegen. Sie alle waren – mehr oder weniger – Lehrer, Ratgeber und Präger derer, die nun den Lehrgang besuchten. Und fast alle hatten irgendwann den Unterschied zwischen Hermelin und Mauswiesel gelernt. Die Weisheit, dass Mauswiesel grundsätzlich nicht weiß färben, begleitete mich fortan durch mehr als sechs Jahrzehnte, zwar nicht ausnahmslos in der Literatur, wohl aber im Gespräch mit Jägern.

 

Den vollständigen Artikel von Bruno Hespeler finden Sie in der September-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

Mit Tarnkunst zum Bruterfolg

Bei den Aufnahmen unseres ANBLICK-Fotografen Rolf Giger aus der Schweiz handelt es sich um zwei verschiedene Schneehennen. Die eine brütete noch, die andere hatte bereits Küken. Die Fotos entstanden im Oberengadin auf etwa 2.300 m Seehöhe.

 

Die brütende Alpenschneehenne verlässt sich voll und ganz auf ihr Sommergefieder. Ihr gelbbraunes Tarnkleid lässt sie förmlich mit der Umgebung verschmelzen. Tapfer harrt sie bei Wind und Wetter regungslos auf ihrem Gelege aus. Außer für die Nahrungsaufnahme oder bei unmittelbar drohender Gefahr wird das Nest nicht verlassen. Das Gelege ist in eine ausgescharrte Mulde eingebettet, die bevorzugt im deckungsreichen Buschwerk oder zwischen Steinen angelegt wird. Darin befinden sich fünf bis neun rahmfarbene bis gelblich-braune Eier, die mit einer braunen Fleckenstruktur überzogen sind. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen nach dem Schlüpfen das Nest. Unter Aufsicht ihrer Mutter jagen sie nach Insekten. Bei Gefahr lenkt die Schneehenne den vermeintlichen Fressfeind von den Küken ab. Dabei fliegt sie nicht wie gewohnt auf, sondern entfernt sich zügig in geduckter Haltung von ihren Nachkommen, um später wieder zurückzukehren. In der Zwischenzeit ducken sich die Kleinen oder flüchten in verschiedene Richtungen unter Schutz bietende Sträucher und Gräser. Anfangs sind die Küken stark für Wetterschwankungen anfällig. Vor allem nassen Sommertagen fallen viele von ihnen zum Opfer. Bereits nach zehn Tagen sind die Schneehuhnküken flugfähig und können kurze Strecken im Flug zurücklegen.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Verschenkte Elfmeter

Fehler bei der Ansitzjagd werden vielfach unbewusst gemacht. Neben handwerklich-jagdpraktischen Fehlern kommt insbesondere das falsche Verhalten des Jägers zum Tragen. Dies lässt sich mit etwas Verständnis, Know-how und Geschick schnell beheben, damit die Erfolgsaussichten besser werden.

Die Jagd wird in vielen Revieren vom Ansitz ausgeübt. Das ist unter den vorhandenen Strukturen in den oft nur kleinen Wald- und Feldrevieren einer obendrein zersiedelten Kulturlandschaft häufig sicher und erfolgreich. Der Ansitz bietet dem Jäger die beste Möglichkeit, das Wild in aller Ruhe anzusprechen, es mit anderen Stücken zu vergleichen und einen sicheren und ruhigen Schuss abgeben zu können. Trotzdem begehen etliche Jäger meist unbewusst Fehler, die nicht nur im Einzelfall das Weidmannsheil kosten, sondern das Verhalten des aufmerksamen Wildes nachhaltig prägen. Der Ansitzplatz wird erkannt, das Wild tritt in der Folge zusehends später aus, eine schonende und nachhaltige Jagd gelingt mancherorts bald nicht mehr.

In den letzten Jahren ist verstärkt ein Trend zu beobachten – weg von der „passiven Jagd“ wie dem Ansitz, hin zur „aktiven Jagd“. Alle Varianten der Lock- und Reizjagd sowie die spannende Pirsch, unterstützt mit modernster Technik, wie etwa dem Wärmebildgerät, beherrschen derzeit den Jagdmarkt. Im Zeitalter von Hektik, Stress und Eile versucht der moderne Jäger auch den jagdlichen Erfolg in immer kleineren Zeitfenstern zu beeinflussen, zu forcieren! Zum Glück gelingt das aber nicht immer auf der Jagd. Übrig bleiben hingegen ein mit menschlichen Gerüchen verstänkerter Einstand und häufig genug über die Maße hinaus gestresstes Wild.

Die Ansitzjagd hingegen lehrt den Jäger, wieder Ruhe und Geduld zu wahren. Sie eröffnet dem Jäger intime Einblicke in die Verhaltensweisen des Wildes, seine inner-artliche Konversation, seine Bewegungsabläufe zu erkennen und zu verstehen, sofern er diese einzigartige Chance nicht gleich bei Erscheinen des Wildes mit seinem Schuss zunichtemacht. Denn passen Wind und Deckung sowie das lautlose Verhalten des Jägers, werden die Tiere die Beobachtung aushalten, ja, sich sogar über eine lange Zeit vollkommen vertraut zeigen.

Fehler bei der Ansitzjagd werden vielfach unbewusst gemacht. Neben handwerklich-jagdpraktischen Fehlern kommt insbesondere das falsche Verhalten des Jägers zum Tragen. Sicherlich ist es ärgerlich, wenn beim Ansitz der Anblick oder gar der Jagderfolg ausbleibt, weil Wild die Anwesenheit des Menschen gewahrte. Das Wild lernt sehr schnell aus diesen Begegnungen und ändert rasch sein vertrautes Verhalten bis hin zur Unsichtbarkeit. Manchmal gelingt sogar noch ein schneller Schuss, führt aber aufgrund jagdpraktischer Mängel zum Fehlen oder gar Anschweißen des Stückes. Handwerkliche Mängel aus dem jagdpraktischen Bereich lassen sich mit etwas Verständnis, Know-how und Geschick schnell beheben, wenn wir sie erkannt haben.

 

Mehr dazu verrät Wildmeister Matthias Meyer in unserer August-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Jagd heute

Natur erlebbar machen

Der Burgenländische Landesjagdverband betreibt seit mehr als 17 Jahren Österreichs erfolgreichste und kundenstärkste „Waldschule“. Die „Werkstatt Natur“ widmet sich in Zeiten der fortschreitenden Naturentfremdung von Kindern auch weitreichenden Themen wie dem Klimawandel, dem Insektensterben oder dem Verlust der Artenvielfalt. Dabei stehen der Kontakt zur und das Verständnis für die Natur und ihrer Aufgaben, z. B. als Lebensraum für die Wildtiere, an oberster Stelle.


Im Revier

Gamsstudie Heiligenblut

Am 13. Juni wurde auf Schloss Mageregg das von 2013 bis 2018 im Hegering Heiligenblut durchgeführte Gamswildprojekt der Presse präsentiert. Die Studie in diesem hochalpinen Gelände hat Interessantes zutage gefördert, die daraus resultierenden Empfehlungen für die Praxis werden gerade diskutiert.

Bereits im Jahr 2013 wurde von der Kärntner Nationalparkverwaltung unter der Federführung von Ing. Markus Lackner ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. Ziel war es, den Gamsbestand in der Nationalparkgemeinde Heiligenblut am Großglockner zu erfassen und zu analysieren.

Zwar existieren zum Gamswild viele Studien, allerdings stammt der Großteil aus weiter westlich gelegenen Gebieten, welche aufgrund klimatischer Bedingungen oder der Topografie oft nicht mit diesem Untersuchungsgebiet vergleichbar sind. Die vorliegende Studie deckt als eine der wenigen eine Hochgebirgsregion in den Ostalpen ab. Allein deshalb besitzen die gewonnenen Daten große Bedeutung als Richtwerte für die Wissenschaft und können andererseits auch eine fachliche Grundlage für die Praxis darstellen.

Im Wesentlichen bestand das Projekt aus vier großen Teilbereichen:

1. Bestandesentwicklung in den letzten sechs Jahren (laufende Wildstandserfassung),

2. Entwicklung des Bestandes, bezogen auf die jagdliche Nutzung seit 1998,

3. Raumverhalten besenderter Tiere,

4. Gesundheitsmonitoring vor allem in Bezug zum fortschreitenden Klimawandel.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Gamsbestand im Untersuchungsgebiet, bezogen auf die Populationsgröße, in den letzten sechs Jahren stabil war. Im Hegering Heiligenblut mit einer Fläche von 19.315 ha kann nach sechsjähriger intensiver Bestandeserfassung unter Mithilfe aller Jagdausübungsberechtigten von einem Frühjahresstand von 1.050 Gämsen ausgegangen werden, der auch vor Projektbeginn von den Jägern in dieser Größenordnung geschätzt wurde.
 

Auswertung der Daten

Im Zeitraum zwischen 2013 und 2018 konnten im Durchschnitt 300 Kitze jährlich gezählt werden. Die Überlebensrate der Kitze von einer zur darauffolgenden Zählung lag bei durchschnittlich 33 %, diese Zahlen schwanken allerdings von 22 bis 50,5 %. Die derzeitige Bestandesstruktur zeigt, dass viele junge Böcke einer im Verhältnis wesentlich höheren Zahl an Geißen gegenüberstehen. Ziel sollte es daher sein, den Altersklassenaufbau der Böcke zu verbessern und das Geschlechterverhältnis anzunähern. Wie die Bestandesrückrechnungen ergaben, ist das Fehlen älterer Böcke vor allem sehr starken Eingriffen in die Bockklasse II um die Jahrtausendwende geschuldet. Zwar beginnen sich mittlerweile die Strukturen leicht zu verbessern, dennoch scheinen diese früheren Eingriffe noch immer Auswirkungen auf die Populationsdynamik zu haben. Diesbezügliche Bejagungsmodelle wurden ausgearbeitet, deren Umsetzung, so sie gewollt ist, wird aber Kompromisse erfordern, da es in der Natur der Sache liegt, dass die Erkenntnisse der Wildbiologie nicht immer deckungsgleich mit den Interessen der vor Ort jagenden Personen sind. Der dadurch entstehende Diskussionsprozess kann aber eine umsetzbare Annährung von Theorie und Praxis nach sich ziehen. Eine erste Phase der Bejagung könnte in einer Verbesserung der Altersstruktur und des Geschlechterverhältnisses bestehen, die zweite Phase sollte durch die Bejagung vorrangig von Tieren der Klasse III und Tieren der Klasse I unter Rücksichtnahme auf das vorgeschlagene Zielalter (mind. 10 Jahre bei den Böcken und 14 Jahre bei den Geißen) die Bestände stabilisieren. Bei genügend alten Gämsen als wichtigem Rückgrat einer Population im Bestand ist mit langfristigen populationsdynamischen Veränderungen zu rechnen. Diese bedingen ein höheres Durchschnittsalter der Population, ein langsameres Reifen jüngerer Stücke, weniger Fallwild und weniger krankheitsanfällige Bestände. Im Projekt wurden aber auch mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Aus- und Verbreitung von Krankheiten sowie deren Erregern aufgezeigt, welche mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten sein werden. Ebenfalls in diesem Zusammenhang wurden Fragen zur wechselweisen Übertragung von Krankheiten zwischen Nutz- und Wildtieren sowie mögliche Konkurrenzsituationen – auch mit anderen Wildarten – und die Bedeutung von Ruhezonen erörtert. Im Rahmen der Besenderung konnte leider nicht die gewünschte Anzahl an Gämsen mit Sendern versehen werden, allerdings zeigen selbst die vorliegenden Daten bereits sehr deutlich, wie wichtig eine großflächige Erfassung der Bestände und eine flächendeckend abgestimmte Abschussplanung sind.


Waffe, Schuss & Optik

Die Grenzen ausloten

Seit Jahrzehnten wird über Jäger und deren „Weitschussbüchsen“ gelästert, mit denen sie ihr mangelndes jagdhandwerkliches Können zu kompensieren versuchen. Bei genauerer Betrachtung ist es aber eher umgekehrt: Es braucht einen geübten und sachkundigen Jäger, um damit umgehen zu können.

Beinahe jeder Hersteller bietet heute Jagdausrüstung an, die verspricht, jede erdenkliche Distanz zwischen Schützen und Wild überbrücken zu können. Theoretisch mag das auch stimmen, doch der Teufel steckt im Detail.

 

Warum in die Ferne schweifen ...
Bevor man sich mit der Weitschusstechnik befasst, sei die Frage erlaubt, warum diese überhaupt notwendig ist. Zahlreiche Jägerbefragungen, aber auch die Auswertung eigener Abschussprotokolle zeitigen in aller Regel ein ähnliches Ergebnis. Der Großteil des Wildes wird um die 100 Meter oder sogar darunter erlegt. Dafür ist die Standardausrüstung des Jägers auch ausgelegt. Danach folgt ein bereits deutlich geringerer Anteil auf Entfernungen von bis zu 200 Metern. Auch das ist noch lange kein Weitschuss. Bei einer auf die günstigste Einschuss-entfernung (GEE) eingeschossenen Waffe, wie das im Jagdbetrieb allgemein üblich ist, kann auch hier alles Wild ohne Korrektur des Haltepunktes erlegt werden. Gelegentlich wird Wild auf Entfernungen bis zu „gemessenen“ 300 Metern erlegt. Die Anzahl schwankt hier natürlich nach den jeweiligen Gegebenheiten, liegt im Durchschnitt jedoch auf jeden Fall im niedrigen einstelligen Prozentbereich – wenn nicht noch deutlich darunter. Auch diese Entfernung kann der geübte und erfahrene Schütze ohne große technische Hilfsmittel überwinden, wenn er sich und seine Ausrüstung kennt. Hier reicht es in der Regel, im Wildkörper etwas höher anzuhalten oder vielleicht sogar im Bereich vom Ziemer. Das alles erscheint noch machbar. Heikel wird es, wenn die Entfernung noch größer wird. Abgesehen von der technischen Herausforderung kommt hier wieder die eingangs gestellte Frage zum Tragen: „Muss ich auf diese Entfernung wirklich schießen und vor allem – kann ich das?

Schießtechnisches Einmaleins

Bevor man in die Ferne schweift, muss man einmal auf 100 Meter treffen können – und zwar unter Verhältnissen, wie sie im Revier vorherrschen. Am Schießstand mit ausreichend vielen Sandsäcken, damit bestmöglicher Auflage, unter kontrollierten Bedingungen und in entspannter Atmosphäre ist es einfach, eine halbwegs saubere Schussgruppe zu schießen. Was aber, wenn der Hochsitz wackelt, das Sitzbrett knarrt, die Brüstung zu hoch oder niedrig ist, das Hirschfieber die Knie zittern lässt und der Puls in den Halsschlagadern pocht? Wer behaupten kann, unter diesen Bedingungen jeden einzelnen Schuss auf den Durchmesser eines Kaffee-Häferls zusammenzuschießen, wird sich selbst einen jagdlichen Meisterschützen schimpfen dürfen. Die Masse der Jäger schafft das mangels Erfahrung nämlich nicht. So ein Häferl hat einen Durchmesser von etwa 80 Millimetern. Auf die Entfernung weitet sich der Streukreis linear aus. Bei 200 m sind es 16 cm, bei 300 m bereits 24 cm, bei 400 m 32 cm und so weiter. Damit hat man allein der Schützenstreuung wegen schon die gesamte tödliche Trefferfläche auf Schalenwild verbraucht und es darf kein einziger anderer Fehler mehr hinzukommen. Und da stellt sich wieder die Frage: „Schaffe ich das? Und wenn ja, wie schaffe ich das?“

 

Mehr dazu in der August-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Praxiswissen für Revierbetreuer

Nachsuchen auf Blattböcke

Den Umständen entsprechend steigt die Zahl der Nachsuchen in der Blattzeit gegenüber der normalen Jagd vom Ansitz aus an. Aber auch die Nachsuche an sich ist in dieser Zeit alles andere als einfach. Jäger als auch Hundeführer sind hier gleich mehrfach gefordert.

Wird bei der Ansitzjagd überwiegend eine saubere Kugel auf das tagaktive Reh geschossen und enden anfallende Nachsuchen oft nach weniger als 100 Metern am verendeten Bock, häufen sich Fehlschüsse und Nachsucheneinsätze in der Blattzeit. Gründe hierfür sind sicherlich im Jagdfieber des Schützen beim plötzlichen Zustehen des Bockes auf das Blatten, einer überhasteten Schussabgabe – „sonst wäre er wieder abgesprungen“ – und einer oftmals nicht optimalen Standposition des Rehbocks – oft spitz oder schräg von vorne – beim Schuss zu suchen. Aber auch das Wild ist sicherlich deutlich härter im Nehmen als außerhalb der Brunft. Der Adrenalinspiegel des Rehbocks ist jetzt höher als sonst, muss er doch neben dem Brunftbetrieb etwaige Rivalen auf Trab halten oder auch den einen oder anderen Kampf austragen. Steht er auf die verlockenden Töne des Blatters zu, ist er hochkonzentriert und aufmerksam, immer sofort reaktionsbereit.

Liefern Nachsuchen auf Hochwild in aller Regel erst einmal lange und über weite Strecken gerade verlaufende Riemenarbeiten, so ist der Normalfall beim Rehwild ganz anders. Rehwild hat einen festen Einstand, der je nach Wilddichte und Biotopgüte obendrein auch noch sehr klein sein kann. Diesen verlässt es zunächst auch dann nicht, wenn es krankgeschossen wurde. Selbst mit nicht sogleich tödlichen Schüssen wie Randtreffern an Lauf, Wildbret, Äser oder bei Krellschüssen nimmt es diesen wieder an und zieht darin umher. Sehr zum Leidwesen des Nachsuchengespanns legt es auf diese Art ein wahres Labyrinth einer sich dauernd kreuzenden Wundfährte, oftmals begleitet von ebenso vielen Verleitfährten gesunder Stücke in demselben Einstand.
In der Brunft werden kranke Böcke nicht nur von Fuchs und Sau, sondern oft genug von Rivalen, die die Schwäche des gehandicapten Hausherrn erkennen, immer wieder aufgemüdet, getrieben und sogar geforkelt. Selbst tiefe, weiche Schüsse, die zu anderen Jahreszeiten sichere kurze Totsuchen verheißen, können durch eben diese Begleitumstände zu langen, wenig Schweiß liefernden Riemenarbeiten werden, ehe das Gespann – manchmal auch mehrere Hundert Meter abseits des vermuteten Einstands – am verendeten Bock steht.

 

Mehr dazu verrät Wildmeister Matthias Meyer in unserer Juli-Printausgabe. Kostenloses Probeheft anfordern.


Im Revier

Alpine Salzjunkies

Bei Auswilderungsaktionen wurde für Steinwild stets Salz vorgelegt, um dieses in sichere Lebensräume zu lenken und dort zu halten. Nach Ende der Salzvorlage hatten manche Steinböcke regelrechte Entzugserscheinungen. Immer wieder zieht es sie auch an salznasse Straßen.

Meist im Frühsommer werden die Salzlecken beschickt. Schalenwild braucht Salz, und wer Salz ausbringt, tut etwas Gutes. So schrieb der Schweizer Steinbockexperte Erich Bächler in seinem Buch „Der Stand der Steinwildkolonien in der Schweiz“ im Jahr 1935, dass für eine erfolgreiche Aussetzung von Steinwild neben der geeigneten Auswahl des Lebensraumes drei weitere Faktoren wichtig sind: die absolute Ruhe und Ungestörtheit für die Tiere vor Wilderern, Touristen und Haustieren; eine strenge Wildhut sowie die richtige Anlage und Handhabung der Salzlecken.
Auch bei den Steinbockaussetzungen im Schweizerischen Nationalpark wurde diese Erkenntnis umgesetzt. Es sind Salzlecken so angelegt worden, dass die wertvollen Tiere nicht in lawinengefährdetes Gebiet kommen. Tatsächlich lassen sich Steinböcke sehr gut mit Salz lenken und binden. So konnten sie nach der ersten Aussetzung in der Val Tantermozza auch gut in diesem Gebiet gehalten werden. Der Bestand hat sich aber erst richtig entwickelt, als das Tal zu klein war und die ersten Tiere die benachbarte Val Trupchun als neuen Einstand gefunden haben. Hier mussten die Steinböcke aber erst recht gehalten werden. Die Grenze zum benachbarten Italien ist nah und bekanntlich sind da auch Wilderer am Werk. So wurde jahrzehntelang Salz für die Steinböcke ausgebracht, obwohl die Natur sich selbst überlassen sein sollte. Jeder, der selbst Salz ausgebracht hat, weiß, wie mühsam das Tragen ist. So lagen die meisten Salzlecken auch im Talbereich. In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre ist das Salzaustragen eingestellt worden. Die Steinböcke hielten sich immer noch im Bereich der ehemaligen Salzlecken auf. Hier fanden sie noch Salz im Boden und Holz der Baumstrünke. Einzelne alte Böcke kamen abends, nachdem die Besucher gegangen waren, zu den Wanderwegen. Sie wurden liebevoll Salzjunkies genannt. Sie suchten an Stellen, an denen Menschen uriniert hatten, nach Salz. Es hat Jahre gedauert, bis sie sich von diesen Stellen gelöst hatten und eine normale Raumnutzung einsetzte.


Flurin Filli


So schmeckt unser Wild

Schmackhaft wie zartes Gras 

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Wildbret von Rehen verströmt mitunter einen „Grasgeruch“ und hat einen ebensolchen Geschmack. Das liegt daran, dass Fettsäuren der aufgenommenen Äsung teilweise direkt in den Blutkreislauf gelangen und für ein besonderes Geschmacks­erlebnis sorgen.


Schmuck & Mode

Tracht aus dem Joglland

Von floralen Drucken bis zur Tracht als Lebenseinstellung – besondere Kleidung für besondere Anlässe aus Wenigzell.


Jagd heute

 

Allheilmittel Rotwildfütterung?

 

Gewichtiges Argument für das Betreiben von Rotwildfütterungen ist die Wildlenkung hin in wenig schadanfällige Bereiche. Doch wie gut Fütterungen hier tatsächlich sind und wie die Nebenwirkungen aussehen, wurde nun weiter erforscht.

 


Die Winterfütterung von Rotwild ist eine gängige Managementpraxis in Nordamerika und in Europa mit dem Ziel, Wildschäden zu vermeiden, aber auch um das Rotwild ans eigene Revier zu binden und den Jagderfolg zu erhöhen. Futterressourcen, natürliche wie künstliche, können das Raum-Zeit-Verhalten von Wildtieren stark beeinflussen. Obwohl flächendeckend eingesetzt, gibt es kaum Studien, die die Wirkungsweise der künstlichen Futtervorlage eindeutig belegen. Um offene Fragen ein Stück weit besser beantworten zu können, wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt der Institute für Wildbiologie und Jagdwirtschaft sowie für Waldbau der Universität für Bodenkultur Wien der Einfluss der Winterfütterung auf die Habitatwahl einer Rotwildpopulation in der Steiermark untersucht. Hier stand insbesondere die Frage nach der Effizienz der Rotwildfütterung in Bezug auf die Wildschadensvermeidung in verbiss- und schälgefährdeten Forstbeständen im Fokus. 

Mehr dazu in unserer Mai-Printausgabe
 

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Schalldämpfer: Das bringt er wirklich

 

Mit Beginn des neuen Jagdjahres dürfen Jäger Schalldämpfer führen und in den meisten Bundesländern mittlerweile auch zur Jagd verwenden. Anlass genug, für die ANBLICK-Leser gemeinsam mit Steyr Arms einen Workshop zu veranstalten und zu eruieren, was der Schalldämpfer wirklich bringt.

 

 


So schmeckt unser Wild

 

Der Autor, ao. Univ.-Prof. Dr. med. vet. Peter Paulsen, lehrt am Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen der Veterinärmedizinischen Universität Wien. In dieser neuen ANBLICK-Serie geht der jagende Lebensmitteltechnologe der Frage nach, welche geschmacklichen Besonderheiten das Wildbret der einzelnen Wildarten charakterisiert.

 

 

Ein Hauch von Terpentin ...


W
ie Auerwild schmeckt, diese Frage wird Lebensmittelwissenschaftlern nicht unbedingt oft gestellt, und so gibt es zwar zahlreiche Erfahrungsberichte und Rezepte, aber wenige Studien zu diesem Wild. Die Erhaltung der Bestände, die Erforschung der Biologie dieses Wildes und auch der Tierartennachweis von Auerhahnmuskulatur durch molekularbiologische Methoden (in den Ländern, in denen der Auerhahn ganzjährig geschützt ist) haben die Wissenschaftler mehr beschäftigt. 
Wenn aber der Auerhahn im Rahmen der Jagdausübung erlegt wird, ist die Frage, wie er wohl schmecken wird, mehr als nur legitim. Das ist nicht nur heute so: Im Kochbuch von Marx (Marcus) Rumpolt von 1581 hatte er schon seinen Platz – zumindest an Fürstentafeln. Auch in Klöstern wurde er serviert, wie z. B. Knochenfunde aus dem Kloster St. Johann in Müstair (CH) beweisen. Aber auch heute kann ein Hahn mit 3 bis 5 kg Lebendgewicht einen Jägerhaushalt oder eine Jägerrunde auf jeden Fall sättigen.
Einige Eigenschaften hat das Fleisch ja mit dem anderer Tierarten gemeinsam. Denn so imposant der „Große Hahn“ auch ist, zoologisch zählt er „nur“ zu den Hühnervögeln. Diese Vögel sind gute Läufer, die Muskulatur der Ständer ist für den Dauergebrauch ausgelegt bzw. „rote Muskulatur“, das Fleisch ist eher dunkel und an der Oberfläche etwas trocken, bei der Zubereitung aber saftig. Die Brustmuskeln haben eher den Charakter „weißer“ Muskelfasern, d. h. für schnelle, aber kurz dauernde Bewegungen optimiert – also den kurzen Flug zum Aufbaumen oder als Flucht vor Raubtieren. Diese Muskulatur ist beim Braten eher trocken, und so wundert es nicht, dass in den meisten Bratenrezepten empfohlen wird, die Brust mit Speck zu umwickeln, zu spicken oder Butter in die Leibeshöhle zu geben. Das beeinflusst nicht nur die Saftigkeit, sondern auch den Geschmack. Damit ist schon der Pferdefuß des Auerhahns angesprochen: der Geschmack des Fleisches. Im Winter ernährt sich das Auerwild unter anderem von Fichten-, Kiefern- und Tannennadeln bzw. -knospen. Die in den Nadeln enthaltenen Terpene machen den unverkennbaren Geruch von Fichtennadelbädern aus, und da die Terpene in der Muskulatur eingelagert werden, kann das dem Fleisch einen würzigen Geschmack verleihen. Eine schottische Literaturstelle schreibt respektlos: „ … kann nach Terpentin schmecken“ (was uns auch daran erinnert, dass nicht nur die Geschmacksknospen auf der Zunge, sondern auch unsere Riechnerven an der Aromaempfindung beteiligt sind). In älteren Kochbüchern wird daher empfohlen, das Wild vorher einzubeizen bzw. in (Sauer-)Milch etc. einzulegen oder das Wild mit Kartoffeln zu füllen und diese nach dem Braten wegzugeben, um so den Geschmack des Fleisches etwas zu mildern. Oft werden auch reichhaltige Saucen zum Auerhahnbraten aufgetragen. Solche Kochbücher sind heutzutage leicht zugänglich – die Universität Graz bietet hier digitalisierte Versionen und erklärenden Text online an, etwa zum „Grätzerischen durch Erfahrung geprüften Kochbuch“, das ab ca. 1790 in zahlreichen Auflagen erschienen ist. Und in diesem Buch finden sich die im Wesentlichen heute noch genannten Zubereitungsarten „Auerhahn mit Soß“, gefüllter Auerhahn und die Verarbeitung von Auerhahnfleisch in Pasteten bzw. Terrinen. Wer es moderner will, findet aber auch zahlreiche Internetrezepte und manch erfahrener Hahnenjäger wird sicher auch ein Lieblingsrezept verraten können.

 


Jagd heute

 

Die Wälder von morgen gestalten

 

Die im letzten Jahrhundert verzeichnete Erderwärmung bringt vor allem die Fichte unter Druck, was alle Betroffenen nach Waldumbau rufen lässt. Hier kommt der Jäger ins Spiel, weil überhöhte Wildbestände die waldbaulichen Ziele für einen klimafitten Wald nicht konterkarieren dürfen Was das bedeutet, erläutert der steirische Landesforstdirektor.
DER ANBLICK führte mit Michael Luidold folgendes Gespräch.

 


Herr Landesforstdirektor, wie geht es unseren Wäldern heute?

DI Michael Luidold: Wenn man den Blick auf den österreichischen Wald wirft, dann gibt es aktuell ein differenziertes Bild, weil die letzten Jahre in Teilen Österreichs durch extreme Trockenheit und durch Katastrophenereignisse geprägt waren. Wenn man sich dazu die Niederschlagsverteilung anschaut, dann wird sichtbar, dass gerade der Norden Österreichs von einer extremen Trockenheit belastet war. Das hat dazu geführt, dass im Vorjahr allein in Österreich fast 5 Millionen Festmeter Schadholz durch Borkenkäferbefall und 4,2 Millionen Festmeter Schadholz durch Sturmereignisse und Schneedruck angefallen sind. Anhand dieser Zahlen erkennt man, dass gewisse Baumarten – insbesondere die Fichte –
in vielen Teilen Österreichs aufgrund dieser Klimaextreme Schwierigkeiten bekommen.


 

Welche Tendenzen zeichnen sich in der Baumartenzusammensetzung ab?

Wenn es um die Frage der Baumarten geht, dann ist es nicht entscheidend, wie das Klima in den nächsten paar Jahren wird, sondern mit welchen Klimaszenarien wir in den nächsten 30, 50 oder 80 Jahren rechnen müssen. Genau aus diesem Umstand heraus haben wir im Vorjahr in der Steiermark ein sehr zukunftweisendes Projekt, „dynamische Waldtypisierung Steiermark“, auf die Beine gestellt. Es gilt dabei herauszufinden, welche Baumarten auf dem jeweiligen Standort mit diesen hinkünftigen Bedingungen besser zurande kommen und welche Baumarten Schwierigkeiten bekommen.

 

Das gesamte Interview lesen Sie in unserer April-Printausgabe.

 


Jagd heute

 

25. Österreichische Jägertagung: Rotwildjagd im Umbruch

 

Steigende Abschusszahlen beim Rotwild, die Diskussion um die Fütte­rung, aber auch das Eindringen von Wolfsrudeln in die Kernlebensräume bergen immenses Konfliktpotenzial. Es wird nötig werden, die Rotwildjagd und -hege in Österreich neu zu definieren – fragt sich nur: Wie?

 


Hundeausbildung einst und jetzt

 

Profis weichen Amateuren

 

Wenn ein Gelegenheitsjäger mit seinem Gelegenheitsjagdhund nur gelegentlich arbeitet, so verpasst er die Möglichkeit, seinen Hund für anstehende jagdliche Herausforderungen zu formen und zu erziehen. Profis gibt es deshalb immer weniger.

 

Die allgemeine Entwicklung der Jagd vom Handwerk hin zur Freizeitbeschäftigung wird sich auf das Jagdhundewesen auswirken. Werner Beutelmeyer prognostiziert: „Das Führen von Jagdhunden tut sich der Jäger 2030 kaum mehr an.“ Persönliche Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung oder der Urlaubsplanung sind deutliche Argumente gegen einen Hund. Hoher Zeitaufwand und entsprechende Kosten schrecken inzwischen viele Jäger von der Hundehaltung und Ausbildung ab.
So belässt es ein Teil der Jäger dabei, sich einen Jagdhund „per Geburt“ zuzulegen. Dieses Exemplar Jagdhund kann schon alles, denn es ist ja schließlich als Jagdhund zur Welt gekommen. Vielleicht wird noch eine Prüfung abgelegt, für mehr reicht es dann nicht mehr – zu viel Aufwand. Auch hört man immer häufiger, dass Jagdhundehalter mit dem Umgang und der Erziehung seitens der Ausbildungsinstruktoren, Funktionäre, Richter usw. nicht mehr einverstanden sind und deshalb nicht mehr an den Prüfungen teilnehmen. Nach qualifizierten Schätzungen hat heute nur noch jeder Dritte der in Jägerhand gehaltenen Jagdhunde eine jagdliche Eignungsprüfung. Mit welchem Gefühl stiegen wir ins Auto, wenn wir wüssten, nur jeder dritte Autofahrer hätte einen Führerschein?
Dieser Jagdhund ist dafür im Vergleich zu früher deutlich besser in die Familie integriert – allerdings: Wenn ein Gelegenheitsjäger mit seinem Gelegenheitsjagdhund nur gelegentlich arbeitet, so verpasst er die Gelegenheit, seinen Hund für anstehende jagdliche Gelegenheiten zu formen und zu erziehen. Eine Hundetrainerin, die auch eine Hundepension betreibt, fragte ich, welche Erfahrungen sie mit den unterschiedlichen Gruppen von Hundehaltern gemacht hätte. Als Antwort bekam ich zu hören, dass die Hunde der Jäger vergleichsweise wenig erzogen sind! Langsam erhärtet sich mein Eindruck, das wir Jäger als kompetente Ansprechpartner rund um den Hund abgelöst werden. Vielleicht weil wir es nicht schaffen, uns auch von überkommenem Ballast bei der Ausbildung zu lösen?

Den vollständigen Artikel finden Sie in der April-Printausgabe – kostenloses Probeheft anfordern


Jagd heute

 

Ökosozial jagen

 

Bei Josef Riegler handelt es sich um einen der visionärsten Politiker, die Österreich je hervorbrachte. Im Jahr 1989 begründete er die Ökosoziale Marktwirtschaft und war bereits damals seiner Zeit weit voraus. Aber wie ist das Verständnis von Josef Riegler der Jagd gegenüber und hält er es für möglich, das Konzept der Ökosozialen Marktwirtschaft auch auf die Jagd umzulegen?

 


Im November 1989 haben Sie die Ökosoziale Marktwirtschaft ins Leben gerufen.

 

Dr. Josef Riegler: Ja, es war in Graz. Wir hielten einen Zukunftsparteitag ab. Es war damals eine Weltneuheit, als dieses Programm beschlossen wurde. Die Stichworte waren: leistungsfähige Wirtschaft, soziale Solidarität und ökologische Nachhaltigkeit. Auch hier ging es darum, eine Balance – einen Ausgleich – zwischen diesen drei großen, oft als sehr gegensätzlich empfundenen Politikbereichen herzustellen. 

 

 

Dann ist die Ökosoziale Marktwirtschaft ja eine Win-win-Situation für uns alle?

 

Ja, das ist der wesentliche Punkt. Zu oft wird noch immer argumentiert, dass wir uns Umweltschutz einfach nicht leisten können, auch Arbeitsplätze dadurch verloren gehen könnten. Das ist völlig falsch! Nichts ist teurer als die Zerstörung unseres Lebensraumes. Bereits jetzt spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels massiv. Unwetterkatastrophen – hervorgerufen durch die Überhitzung der Erdatmosphäre und auch der Weltmeere – werden rasant weiter zunehmen. Umwelt- und Klimaschutz sind demnach die sinnvollsten Investitionen in unsere gemeinsame Zukunft. Fehlentwicklungen müssen einfach gebremst werden,  indem man sie wirtschaftlich unattraktiv gestaltet. 

 

Ist die Ökosoziale Marktwirtschaft auch auf die Jagd übertragbar?

 

Ja, das versuche ich in meinen Vorträgen immer zu unterstreichen. Die Ökosoziale Marktwirtschaft ist nicht nur eine Forderung an Parlamente und Regierungen, sondern sie ist auf allen Lebensebenen umsetzbar. Wenn wir in der Jagd beim wirtschaftlichen Aspekt beginnen, ist zu sagen, dass vernünftig betriebene Jagdwirtschaft nicht nur begrüßenswert, sondern auch sinnvoll und notwendig ist. Problematisch wird es in diesem Zusammenhang jedoch dann, wenn aus rein finanziellen Überlegungen Wildschäden oder auch Aspekte des Tierwohls kaum noch Berücksichtigung finden. 

 

Das gesamte Interview lesen Sie in unserer März-Printausgabe.

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Treffpunkt Mäuseburg

 

Neben dem Luderplatz ist die Mäuseburg als ganzjährige Lockstelle eine sehr lukrative Reviereinrichtung. Sie dient aber nicht nur als Raubwildmagnet, sondern gewährt so manchem Tag- und Nachtgreif das Überleben in einem harten und schneereichen Winter auf artgerechte Weise. Dabei muss die Anlage gar nicht stationär sein ...

 

 

Mit ein paar Brettern und langen Schrauben die Paletten zu einer stabilen Plattform verbinden. Weitere acht Paletten dienen als Außenwände und Trennwand zwischen Fangabteil und Strohkern. In die Außenwand wird eine Zugangsmöglichkeit zum Kontrolldeckel integriert, um die Falle vernünftig bedienen zu können. Die große Holzkastenfalle wird mit der Unterlage fest verbunden.

 

 

 

Dank einer geschickten Aufteilung von Fangabteil und Mäuseburg lassen sich später die Strohballen exakt einfügen. Im Inneren wird noch ein Rohr angebracht, das später als Futterschacht dient. Den restlichen Innenraum nun mit losem Stroh, Laub und Holzspänen nicht zu dicht auffüllen, damit Gänge und Zwischenräume bleiben. Abschließend wetterfest abdecken und verkleiden, dann auf einer Palettengabel ab damit ins Revier.

 

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Das Gewinde für die Büchse

 

Wer zukünftig einen Schalldämpfer verwenden will, benötigt ein Mündungsgewinde auf seiner Jagdbüchse. Wie dieses angefertigt wird, zeigen wir Ihnen in dieser Bildreportage.


Im Revier

 

Aktuelle Verbreitung des Fischotters in der Steiermark 

  

 

Das Land Steiermark beauftragte das Ökoteam-Institut für Tierökologie und Naturraumplanung mit der „Fischotterkartierung in der Steiermark 2017/2018“. Auftragsinhalte waren eine Kartierung mittels Brückencheckmethode und die genetische Analyse von frischen Losungen in 18 ausgewählten Regionen der Steiermark. Letztere wurde durch das Institut für Biologie (FB Zoologie) der Karl-Franzens-Universität Graz durchgeführt.

 

Die Brückencheckmethode wurde weitestgehend an den gleichen Punkten wie im Jahr 2011 durchgeführt. 656 Brücken wurden kontrolliert, davon befinden sich 32,6 % in der kontinentalen und 67,4 % in der alpinen biogeografischen Region. Fast alle Kontrollen fanden zwischen 9.11. und 15.12.2017 statt. Die genetischen Untersuchungen erfolgten zwischen 26.11.2017 und 25.1.2018 an 17 Fließgewässerstrecken (Länge jeweils etwa 10 km) und in zwei Teichgebieten (Fläche 88 bzw. 1.074 ha). Pro Strecke wurden zumindest 20 frische Fischotterlosungen (im Regelfall allerdings wesentlich mehr) für die genetischen Untersuchungen eingesammelt und nach einer PCR sequenziert.

Eine Schätzung der Populationsgröße erfolgte in der gegenständlichen Untersuchung nach vier Methoden: die erste genau nach den Vorgaben des Auftraggebers, die zweite auf Grundlage einer robusten Dichteannahme von Kranz & Poledník (2012), die dritte und vierte jeweils auf Basis der mit den o. a. genetischen Methoden ermittelten Fischotterdichten. Die Beurteilung des Erhaltungszustands folgt Evans & Arvela (2011).

Fischotternachweise konnten an 92,2 % aller Brücken erbracht werden. Größere unbesiedelte Bereiche wurden nicht mehr dokumentiert, daher ist davon auszugehen, dass der Fischotter inzwischen in der gesamten Steiermark verbreitet ist. Die höchsten Losungsdichten waren in der südöstlichen Steiermark zu finden, die Einzugsgebiete der Enns und der oberen Mur zeigen deutlich geringere Losungsdichten. Auch in allen genetisch untersuchten Gebieten konnten Fischotterlosungen aufgesammelt werden. 239 Proben wurden erfolgreich genotypisiert (Erfolgsrate: 55,6 %); 80 Fischotter wurden identifiziert. Die errechneten Dichten reichten von 0,11 bis 0,679 Fischotter pro Flusskilometer, die mittlere Fischotterdichte aller Fließgewässerabschnitte beträgt 0,439. Basierend auf diesen Dichteschätzungen beträgt der geschätzte Gesamtbestand des Fischotters in der Steiermark etwa 1.132 bzw. 1.141 Fischotter (inkl. Jungtiere), je nachdem, ob die Extrapolation getrennt für die alpine und kontinentale Region durchgeführt wird. Das 95 %-Konfidenzintervall liegt zwischen etwa 800 und 1.500 Tieren. 

Nach der vom Land vorgegebenen Berechnungsmethode kommt man auf etwa 825 Tiere (inkl. Jungtiere), die Hochrechnung auf Basis der Dichteannahme von Kranz & Poledník (2012) ergibt etwa 500 adulte Otter.


Die Karte zeigt die Fischotter-Losungsnachweise aus dem Jahr 2017 (präsent: rote Punkte; kein Nachweis: weiße Punkte).


Der Beitrag der Steiermark für den Erhaltungszustand des Fischotters in Österreich wird für beide biogeografischen Regionen nun erstmals als „günstig“ beurteilt. Für die vier Parameter bedeutet dies: Da der Fischotter die gesamte Steiermark wiederbesiedelt, ist das Verbreitungsgebiet günstig. Auch die Populationsgröße ist, wie die Schätzungen zeigen, jedenfalls günstig. Kritischer ist die Habitatsituation zu bewerten, da die überwiegende Mehrheit der Gewässer in der Steiermark nach wie vor durch Verbauungen, Restwassersituationen, lokal auch Schwallbelastung und durch fehlende Uferrandstreifen beeinträchtigt ist. Dennoch wird sie als (für den Fischotter) gegenwärtig „günstig“ beurteilt. Hier besteht zudem die berechtigte Hoffnung auf massive Verbesserungen im nächsten Jahrzehnt, da die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (Erreichung eines guten ökologischen Zustands bzw. eines guten ökologischen Potenzials) bis in neun Jahren auch in der Steiermark umgesetzt sein müssen. Die Beurteilung der Zukunftsaussichten beruht daher auf der Annahme, dass die Mortalitätsrate des Fischotters zukünftig nicht signifikant zunimmt und dass sich der Zustand der Gewässer nicht weiter verschlechtert, sondern zukünftig eher verbessern wird. An kleineren bis mittelgroßen Gewässern wird Letzteres aktuell durch die Ausbreitung des Bibers begünstigt, da dessen Aktivitäten – unter der Voraussetzung, dass ihm ausreichend Platz eingeräumt wird – sich unter anderem auf das Fischartenspektrum, die Fischbiomasse und die Amphibienfauna positiv auswirken werden.

 

 

Die Studie „Fischotter. Verbreitung und Bestand in der Steiermark 2017/2018“ wurde im Auftrag der Abteilung 13 – Umwelt und Raumordnung – des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung vom Ökoteam und der Universität Graz erstellt.

 

 


 

Mythen um die Jagd

 

Ein "Joint" fürs Wild

 

Fast alle Wildtiere mögen Salz genauso gerne wie der Jäger, der am Abend vor dem Fernseher an Chips und Soletti knabbert. Aber ob Wild das von uns vorgelegte Salz tatsächlich braucht, ist eine andere Frage.

 


Es ist nicht mehr so lange hin, bis der Schnee wieder geschmolzen sein wird. Dann laufen wir Jäger wieder hinauf bis zum schroffen Fels und hinaus bis in die noch halb überflutete Au. Und überall hin schleifen wir in Rucksäcken und auf Kraxen schwere Salzbrocken – Steinsalz oder Lecksteine der Agroindustrie. Das Wild wartet darauf, braucht sie dringend …


Ja, das Wild mag darauf warten, aber es braucht das Salz in der Form nicht. Was es braucht, nimmt es mit der Äsung auf. Wir Jäger sind es, die das Salz brauchen! Wir brauchen es, weil das Salztragen Brauch ist, weil es die Alten und die Uralten schon so machten, weil wir uns nach inzwischen meist kurzen Winterwochen gerne bewegen, weil wir wissen, dass wir am Salzstock häufiger Wild sehen als an irgendeinem anderen – salzlosen – Wurzelstock, weil wir „Heger“ sind und sein wollen.

Fakt ist, dass nicht nur das Schalenwild, sondern fast alle Wildarten Salz mögen und meist gierig aufnehmen. Daraus ziehen wir den Schluss: „Wild braucht dringend Salz.“ Auch wir Menschen – zumindest die meisten von uns – mögen Salz. Es macht uns in gewisser Weise sogar süchtig. Wenn am Abend Salzgebäck auf dem Tisch steht, greifen wir gierig zu, und wenn es sein muss, schauen wir einen dümmlichen Krimi nach dem anderen an, so lange, bis die Salzstangen oder die gesalzenen Erdnüsse weg sind. Dabei raten uns Ärzte dringend, beim Konsum von Salz sparsam zu sein. Wir wissen das und haben meist weit mehr Ausreden und Beschönigungen als jeder Mediziner Argumente. Wir ziehen im eigenen wie in fremden Häusern zum Salzstock …

Mehr dazu finden Sie in unserer Februar-Printausgabe.

 


Re(h)vier

 

Rehjagern nach dem Windwurf

 

Paula, Emma, Kyrill, Lothar, Vivian, Wiebke – die Namensliste jener Stürme, die während der letzten Jahre über Europa gefegt sind, ließe sich beliebig erweitern. Man spricht zwar noch immer von Jahrhundertereignissen, doch längst ist klar, dass dies nur auf eng begrenzte Gebiete zutrifft. Vor elf Jahren, Ende Jänner 2008, fegte der Orkan Paula über die Steiermark. Allein in diesem Bundesland fielen dabei rund vier Millionen Festmeter Schadholz an. 

 

 

Vor allem im Bezirk Voitsberg gab es riesige Windwurfflächen. Nach den Schäden war die Sorge um die Zukunft der weststeirischen Wälder groß. Im Mittelpunkt stand dabei auch das Rehwild. Es wurde erwartet, dass die Bestände auf den Freiflächen stark zunehmen würden; Vorhersagen über schwierige Bejagung, Wildverbiss und Baum-artenentmischung ließen Konflikte zwischen Forstwirtschaft und Jagd befürchten. 

Ein Blick auf die Windwurfflächen zeigt jedoch, dass hier bereits nach zehn Jahren Pionierbaumarten wie Birke, Vogelbeere, Salweide oder Pappel und Holunder einen Vorwald bilden, der heute vom Jungwuchs bereits ins Dickungsstadium übergeht. Keine dieser Baum- oder Straucharten wurde angepflanzt, vor allem die leichten Birkensamen hat der Wind sehr weit vertragen. Dazwischen kommt viel Lärche ...

 

 

Mehr dazu in unserer Februar-Printausgabe.

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Gemischtes Drückjagdpaket 

 

Auch wenn moderne Zielfernrohre mit größtmöglichem Zoomfaktor die Einsatzmöglichkeiten der eigenen Jagdwaffe erweitern, haben Spezialoptiken immer noch ihre Berechtigung. Ein Beispiel dafür ist das Leica Tempus Rotpunktvisier, das in Kombination mit einem Magnus mehrere Drückjagdtage lang im Einsatz war.


Im Revier

 

Rissbeurteilung für jedermann 

  

Selbst für Fachleute ist es nicht immer einfach, den Verursacher eines Risses zu bestimmen. Es gibt aber einfache Grundregeln, an die sich jedermann halten kann. Dr. Armin Deutz erklärt, worauf es ankommt.

 


Mythen um die Jagd

 

Freibrief zur Wilderei?

 

Es ist noch nicht so lange her, da war eine halbwegs sachliche Diskussion über den Schalldämpfer bei uns nur schwer möglich. Dabei war er in anderen europäischen Ländern längst selbstverständlich. Bei den Ablehnern dominierte das Argument der Wilderei. Wilderer benutzten von jeher gerne kleinkalibrige und somit eher „leise“ Waffen. Damit galt der Schalldämpfer lange als Attribut typischer Wildererwaffen.

 


Was macht so ein Schalldämpfer?

Der von uns wahrgenommene Schussknall setzt sich vor allem aus Mündungs- und  Geschoßknall zusammen. Der Körperschall der Waffe, Geräusche der Waffenmechanik, die Strömungsgeräusche des Geschoßes und letztlich der Kugelschlag sind nebensächlich. Schalldämpfer reduzieren den Mündungsknall erheblich und verhindern dadurch schwere Gehörschäden. Der Schalldruck erreicht unser Innenohr auf zwei Wegen. Erstens sozusagen auf dem Luftweg über unsere Ohröffnungen (also über Trommelfell und Gehörknöchelchen) und zweitens über die Knochenleitung. Durch den Anprall der Schallwellen an den Kopf wird der Schädelknochen in Schwingung versetzt; unser Trommelfell wandelt diese für uns in einen Knall um. Das alles ist in Wirklichkeit recht kompliziert und eine Aufarbeitung im Detail würde hier den Rahmen sprengen.

Nur so viel: Schallwellen steigern den Schalldruck, und obwohl sich die Druckschwankungen in einem Bereich von weniger als einem Millionstel des normalen Luftdrucks bewegen, registriert sie unser Gehör als Knall und Schmerz. Immer wenn der Schalldruckpegel um 20 Dezibel ansteigt, verzehnfacht sich der Schalldruck. Das Ticken einer Uhr liegt im Bereich von 20 Dezibel und wird angenehm empfunden. Schüsse aus einer Jagdwaffe werden vom Ohr des Schützen im Bereich von +/- 160 Dezibel wahrgenommen. Jeder einzelne Knall in diesem Bereich schädigt das Ohr irreparabel!

 

Mehr dazu finden Sie in unserer Jänner-Printausgabe.

 


Im Revier

 

Ranz im Grünen

 

 

Füchse finden zur Ranzzeit im Jänner über Duftstoffe (Sexualpheromone) zusammen. Nun sind sie auch immer wieder tagsüber unterwegs. Nicht nur Rüden, auch Fähen ziehen jetzt oft rastlos umher. Sexualduftstoffe werden von den Fähen bereits zwei Wochen, bevor der Eisprung erfolgt, abgegeben. Hier zieht am späten Vormittag eine Fähe Richtung Bau ... 

 


Im Revier

 

Den Sauen gilt’s! 

 

Worauf man bei der Ansitzjagd an der Sauenkirrung achten sollte. Ein prägnanter Überblick über bewährte Regeln von einem erfahrenen Weidmann.


Wildtiere im Jahreskreis

 

Die Adlereule 

 

Im Englischen wird der Uhu „Eagle Owl“ (Adlereule) genannt. Doch gerade auf den Britischen Inseln kommt unsere größte heimische Eulenart heute gar nicht mehr vor. 

 


Von Hahnen und Hennen

 

Mit Schwung in die Zukunft

 

 

Ein Jahr lang hat Raufußhühnerexperte Dr. Hubert Zeiler für den ANBLICK den Status quo sämtlicher Flugwildarten erhoben. Er resümiert, dass es den meisten Flugwildarten zurzeit nicht besonders gut geht und ihre Zukunft wenig rosig aussieht. Doch damit muss man sich nicht abfinden, denn man kann dagegen etwas tun. Im Idealfall ziehen hier Bauern und Jäger gemeinsam an einem Strang, in Ausnahmefällen muss der Jäger selbst zum Bauern werden ...

 


Blick ins Revier

 

Es wird ein Wein sein ... 

 

Wie weit die Zusammenarbeit von Lebensraumpartnern gehen kann, lässt sich anhand eines burgenländischen Beispiels sehr schön zeigen. In den Weinbaugebieten rund um den Neusiedler See geht es den Jägern längst nicht nur um die Jagd allein. Auch der Schutz der Trauben vor Vogelschwärmen fällt in ihr Aufgabengebiet.

 

 

Direkt anschließend an das Stadtgebiet von Eisenstadt erstreckt sich das Genossenschaftsjagdgebiet von St. Georgen am Leithagebirge. Es handelt sich dabei um ein recht typisches burgenländisches Revier mit Wald- und Feldbereichen sowie zahlreichen ungezäunten Anlagen von Weinbaubetrieben. Zudem nimmt natürlich die unmittelbare Nähe von Eisenstadt mit seinen rund 15.000 Einwohnern Einfluss, deren Zahl durch die gute Erreichbarkeit der nur eine halbe Autostunde entfernten Bundeshauptstadt rasant zunimmt. 

Gut ein Drittel des knapp tausend Hektar großen Jagdgebietes ist Wald, wobei es sich hauptsächlich um Mittel- und Niederwald handelt, der noch dazu in meist sehr schmale, dafür aber elends lange Riemenparzellen gegliedert ist. Aus Wildschadenssicht hat das den Vorteil, dass nicht groß was passieren kann. Gleichzeitig hat dieses System den Nachteil, dass die Bewirtschaftung aufwendig und schwierig ist und damit häufig unterbleibt. In manch anderen Gebieten mit vergleichbarer Waldausstattung sind diese Parzellen zu einem „Urbarial“ zusammengefasst worden, einer Art Agrargemeinschaft, wie Jagdleiter BJM-Stv. Franz Rodenbicker erklärt. Dort wird die Fläche gemeinsam bewirtschaftet und der Erlös den Anteilen gemäß aufgeteilt. Die so entstehenden Freiflächen und Dickungen erleichtern in weiterer Folge auch die Jagd, die im eher gleichförmigen Dauerwald sonst schwierig ist. 

 

 

Mehr dazu in unserer Dezember-Printausgabe.

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Mauser M18: Solides Jagdwerkzeug 

 

Anfang des Jahres hat Mauser mit seinem „Volksrepetierer“ aufhorchen lassen. Ein Jagdwerkzeug in gewohnter Qualität für unter 1.000,- Euro soll die Jäger anlocken.

 


Im Revier

 

Die Bilchfänger von Innerkrain

 

Am Ende der Hirschbrunft geht mit dem ersten Tag im Oktober die Fangsaison für Bilche auf. Mit den Bilchen wird streng genommen eigentlich eine ganze Familie unter den Nagetieren bezeichnet. Auch die Bezeichnung Schläfer oder Schlafmäuse ist gebräuchlich. Dazu zählt die kleine Haselmaus ebenso wie der Siebenschläfer, der Gartenschläfer und der Baumschläfer. In Slowenien und auch in weiten Teilen Österreichs ist mit dem „Bilch“ aber in der Regel der Größte unter ihnen, der Siebenschläfer, gemeint. Während dieser mittlerweile in einigen Ländern Mitteleuropas unter Naturschutz steht, wird er in Slowenien nach wie vor bejagt. Die Fangzeit reicht vom 1. Oktober bis 30. November, jeder kann bei einem Jagdrevier um eine Ausgangsbewilligung ansuchen, um seine Fallen zu stellen. Der Fang von Bilchen hat vor allem in Innerkrain eine lange Tradition. Für den ärmeren Teil der ländlichen Bevölkerung waren hier Bilche früher einmal eine wichtige Eiweißquelle. Heute gibt es nur noch wenige, die den Fang ernsthaft betreiben. Einer davon ist Francl Petri?, ein ehemaliger Berufsjäger.

 

 

Schon lange bevor er die Fallen auslegt, achtet der Jäger auf alte Buchen, die besonders viele Bucheckern tragen; in der Regel sind das nicht unbedingt jene forstlich erwünschten, geradschaftigen, astreinen Bäume, sondern eigentlich diejenigen „Besen“ oder „Protzen“, die mehr Brennholz denn Wertholz liefern und die landläufig von jedem Forstmann lieber entfernt werden, weil sie mit ihren weit ausladenden Ästen zu viel Platz brauchen und keinen Wert bringen. Schon am Waldboden sieht der Bilchfänger dann, ob es sich lohnt, seine Fallen in die Baumkronen zu hängen. Die Bilche nagen die harten, verholzten Schalen, welche die Bucheckern umhüllen, auf, um an die fettreichen Buchennüsschen zu kommen. Überall, wo solche angenagten Bucheckern liegen, müssen auch Bilche sein. Am Nachmittag legen wir die Fallen aus. Besonders erfolgversprechend und gängig sind kleine Holzkästchen mit einem Stiel. Diese werden beködert. Steckt der Bilch seinen Kopf in das kleine Kastl, um an den Köder zu gelangen, wird er ähnlich wie in einer Mausefalle gefangen. 

 

Mehr darüber berichtet Dr. Hubert Zeiler in unserer November-Printausgabe.

 


Blick ins Revier

 

Seemann und Weidmann zugleich 

  

 

Österreichs Marine nimmt sich eher bescheiden aus, nichtsdestotrotz gibt es in Kärnten ein Jagdgebiet, das zum Teil nur über den Seeweg erreicht werden kann. Die Rede ist vom Jagdverein Weißensee in Kärnten, der ein landschaftlich einzigartiges Gebirgsrevier bejagt. Mancher Jäger ist dort gewissermaßen Seemann und Weidmann zugleich.

 


Im Revier

 

Migration im Tierreich 

 

 

Gebietsfremde invasive Arten gelten heute neben der Zerstörung der Lebensräume und dem Klimawandel als eine der größten Bedrohungen für die Biodiversität. In der allgemeinen gesellschaftlichen Wahrnehmung waren es bisher eher gebietsfremde Pflanzenarten (Neophyten), die diskutiert wurden. Mittlerweile fallen aber auch „fremde“ Tierarten (Neozoen) und mit ihrem Auftreten verbundene Probleme auf. Seit den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus, der 1492 Amerika entdeckte, wurden immer wieder Tier- und Pflanzenarten durch den Menschen rund um die Welt verfrachtet und angesiedelt. Die Problematik ist also schon Jahrhunderte alt, verschärfte sich aber durch die Industrialisierung und Globalisierung in den letzen gut 100 Jahren deutlich. Ein weithin wahrgenommenes ökologisches Desaster ergab beispielsweise die Einbürgerung fremder Arten in Australien, wo dann noch dazu versucht wurde, eingebürgerte Arten, die schwere Schäden verursachten, mit neu eingebürgerten Arten zu bekämpfen. Mittlerweile wird die Problematik gebietsfremder Arten beinahe weltweit wahrgenommen und es werden Gegenstrategien aufgestellt.

 

 

Das amerikanische Grauhörnchen, der Mink oder der Signalkrebs sind Beispiele für invasive Tierarten, die für das heimische Eichhörnchen, den Europäischen Nerz und den Edelkrebs Konkurrenten sind und diese sogar aus deren Lebensräumen verdrängen.

 

 

Die südamerikanische Nutria, der Marderhund oder der aus Asien stammende Muntjak sind gebietsfremde Arten, die sich in neuen Lebensräumen etabliert haben und dort dauerhafte Populationen bilden.

 


Jagd heute

 

Österreichs Jagdstatistik 2017/18 

 

Die Zahlen zum Jagdjahr 2017/18 überraschen in mehrerlei Hinsicht. Noch nie zuvor wurde in Österreich so viel Rot-, Reh- oder Steinwild erlegt und noch nie gab es so viele Jäger. Rückläufig sind die Datenreihen hingegen bei den meisten Niederwildarten.

 


Jagd heute

 

Botschaft oder Medium – was ist gefährlicher?

 

Immer mehr Jäger begeben sich in den sozialen Medien auf die Pirsch nach Likes und Followern. Zu diesem Thema wurde das Social-Media-Symposium der „Jungen Jäger Bayern“ abgehalten. 

 

Wer die Jagd in der Öffentlichkeit diskreditieren will, wird im Netz schnell fündig. Ohne viel Aufwand finden sich Videos und Posts, bei denen sich schwer verletzte Tiere durchs Bild quälen, verzweifelte Tiere von Hunden gehetzt werden, das langsame Sterben von Tieren ausführlich dokumentiert wird oder sich „Kunstschützen“ mit besonders weiten oder besonders schnellen Schüssen präsentieren – einige dieser Produkte gibt es auch im Jagdfachhandel ganz legal zu erwerben. Karlheinz Schallitzer, Kommunikationstrainer aus Österreich, Jagdgatterbetreiber und für den Tiroler Jägerverband tätig, präsentierte eine Reihe von Internet-Videos, die wohl als schlechtes Beispiel dienen sollten.

 

Bei vielen dieser ausgiebig kommentierten Streifen blieb der schale Eindruck zurück, dass es weniger darum geht, die gezeigten Taten zu verurteilen, als eher einen schönen Schein für die Allgemeinheit zu erzeugen. Aber kann das gelingen? Karlheinz Schallitzer: „Wir müssen in einem Leitfaden mehr verbieten als erlauben und den Leuten sagen, was sie nicht tun dürfen“ und „Die Jagdgegner sind so gut vernetzt und nutzen die sozialen Medien, um gegen uns zu hetzen.“ Aber die diversen Jagdblogs machen es jedem Jagdkritiker auch einfach zu leicht. 

 

  

Mehr zu diesem Thema berichtet Petra Sobinger in unserer November-Printausgabe

 


Im Revier

 

Harte Bandagen 

  

Was gehört dazu, um ein erfolgreicher Hirsch zu sein? Neben körperlicher Stärke wenden einige Hirsche auch Tricks an, um sich durchzusetzen. Wir widmen uns den verschiedenen Kampfstrategien.

 


Jagdkultur

 

Neue Hütten aus altem Holz 

 

Holz, Wohnen und Wohlfühlen gehören untrennbar zusammen. Das erklärt, warum sich dieser nachwachsende Rohstoff zunehmender Beliebtheit erfreut. Speziell auch in Jagdstuben, Jagdhäusern und -hütten, wie ein Besuch bei der Firma Oppen-eiger in Eben zeigt.

 

 


Unser Wild im Oktober

 

Auf den Zahn gefühlt 

  

Haben wir bei Hornträgern die Möglichkeit einer Altersbestimmung nach den Jahresschüben an den Schläuchen, Sicheln oder Schnecken, so ist bei Hirschartigen nur eine Altersschätzung am Zahnabrieb oder einigen anderen Kriterien wie Schädelmaßen oder Verknöcherungen durchführbar. Doch der Zahnabrieb ist von einer Reihe von Faktoren abhängig, wie Dr. Armin Deutz erörtert.

 

Bei gefüttertem Rotwild bestehen noch Unterschiede zwischen Rotwild, welches in Wintergattern gefüttert wird, und Rotwild, welches bei freien Rotwildfütterungen steht, da Rotwild bei freien Rotwildfütterungen je nach Schneehöhe nicht unwesentliche Mengen an natürlicher Beiäsung mitaufnimmt und sich Rotwild in Wintergattern fast ausschließlich vom dargebotenen Futter ernährt. Ungefüttert überwinternde Stücke Rotwild sind weitgehend vom Äsungsspektrum der zur Verfügung stehenden Winteräsung abhängig.

Von Hirschartigen, die als Farmwild in landwirtschaftlichen Gehegen gehalten werden, ist bekannt, dass sie nach dem Zahnabrieb deutlich älter wirken, als sie tatsächlich sind. Hauptursache dafür ist das Abäsen des Pflanzenaufwuchses bis knapp über dem Boden, was eine höhere Mitaufnahme von Erde und Sand und dies wiederum einen deutlich höheren Zahnabrieb beim Kauen und Wiederkäuen bewirkt. 

 

Bei Rehen ist dies nach dem Verfüttern von Abfallgetreide und Rückständen aus Trocknungs- und Wiegeanlagen bekannt, wo der Sand- und Erdeanteil ebenfalls höher ist. Solche Abfälle sind jedoch keine Futtermittel (Verunreinigungen, Pilzbelastung usw.) und eine Vorlage ist demnach dem „Lebensmittelunternehmer Jäger“ verboten, da auch negative Auswirkungen auf das Wildbret zu erwarten sind! Der Verfasser betreute zu Anfang der 1990er-Jahre eine Dissertation zum Zahnwechsel beim Rind und dabei fielen Rinder mit extremem Zahnabrieb auf, die mit Rübenblattsilage gefüttert wurden.

 

Mehr darüber finden Sie im ANBLICK 10/2018


 

Im Revier

 

Berghirsche ansprechen und wiedererkennen

 

Durch jahrelange Erfahrung, genaue Beobachtung der einzelnen Hirsche in seinem Revier und durch die fotografische Dokumentation ihrer Veränderung im Laufe der Jahre hat Andreas Hörtnagl eine Methode zur Altersansprache der Hirsche entwickelt. In seinem neuen Hirschbuch stellt er sie vor – hier ein Auszug daraus.

 

Es gibt keine allgemeinen Merkmale, an denen jeder Hirsch eindeutig erkennbar ist, vielmehr hängen die jeweiligen Erkennungsmerkmale stark von den einzelnen Individuen ab. Der eine Hirsch ist schon ab dem 1. Kopf markant, andere fallen erst ab dem 4. oder 5. Kopf auf. Gewisse Merkmale bleiben manchmal ein Leben lang gleich, andere verändern sich im Laufe der Zeit. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass die Auslage in jungen Jahren extrem weit wirkt und später zwar von der Grundstellung her ähnlich weit bleibt, aber durch die über Jahre länger werdenden Stangen im Verhältnis geringer erscheint. Ich selbst scheine für das Wiedererkennen anhand äußerer Merkmalen ein gewisses naturgegebenes Talent zu besitzen. Ich erkenne die einzelnen Hirsche oft buchstäblich innerhalb eines Augenblickes, auch aus unterschiedlichsten Perspektiven. Dieses naturgegebene Talent überrascht mich häufig selbst, da ich gar nicht dazukomme, über einzelne Merkmale nachzudenken – das Erkennen erfolgt einfach innerhalb eines Wimpernschlages. Ich erkenne mir bekannte Hirsche auch aus unterschiedlichsten Blickwinkeln heraus, bei unerwartetem Erscheinen in unüblichen Revierteilen oder auch in völlig unerwarteten Situationen. Vielleicht bin ich am ehesten mit einem Rinderbauern vergleichbar, der seine Kühe ebenfalls ganz selbstverständlich am „Gsichtl“ oder anderen prägnanten Merkmalen erkennt, während für den außenstehenden Betrachter jede Kuh wie die andere aussieht. Zusätzlich gehört erwähnt, dass meist nicht das einzelne Merkmal, sondern eher die Gesamtheit an Merkmalen das blitzschnelle Erkennen ermöglicht. Auch Menschen erkenne ich oft rasch an solchen Besonderheiten (z. B. Gang, Statur, Stimme …). Ich muss allerdings gestehen, dass es auch für mich ab und zu schwierig ist, jeden Hirsch eindeutig und rasch zu erkennen. Zu groß sind so manche Veränderungen bei einzelnen Hirschen, und vor allem ist die Zahl an Hirschen in unseren Revieren schon sehr groß. Und manche Hirsche bekommt man einfach zu selten bzw. flüchtig in Anblick oder man sieht sie nur aus großer Entfernung. Verbunden mit schlechten Sichtverhältnissen erschweren diese Faktoren das Ansprechen natürlich ungemein!

Die nachfolgende Aufstellung soll eine Hilfestellung darstellen, um anhand von unterschiedlichsten Merkmalen jeden Hirsch individuell erfassen zu können und letztlich aufgrund dieser individuellen Erfassung jeden Hirsch möglichst rasch wiedererkennen zu können. Bei mir läuft dieser Prozess der individuellen Erfassung bzw. Wiedererkennung meist völlig automatisch im Unterbewusstsein ab, ist aber bestimmt auch in großem Maße sehr langen Lernprozessen und intensiver Beschäftigung mit der Materie zu verdanken. Bei dieser raschen Erfassung bzw. Wiedererkennung spielt selten das einzelne Merkmal an sich die entscheidende Rolle, es scheint vielmehr das Zusammenwirken mehrerer Merkmale ausschlaggebend zu sein. Auf jeden Fall bin ich davon überzeugt, dass jeder Jäger diese „Gabe“ erlernen kann, wenn er sich bemüht und geduldig ist.

 

 

1 – Mittelsprossen: Als Unterscheidungsmerkmal dient hier neben der Stellung vor allem die jeweilge Form. Dieser jugendlich wirkende Hirsch vom 10. Kopf hat steil nach oben gestellte, lange Mittelsprossen.

 

2 – Eissprossen: Hier kommt es neben der Form vor allem auf die Stellung im Verhältnis zur Stange, aber auch zu den Augsprossen an. Bei diesem mindestens 12-Jährigen stehen sie fast waagrecht nach außen.

 

3 – Augsprossen: Sie können in Länge, Stellung und Form sehr stark variieren. Die Augsprossen dieses 13-jährigen Hirsches sind ungewöhnlich stark nach außen gebogen und damit markant.

 


 

Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Mit System und Sicherheit zur Erntezeit auf Schwarzwild 

 

 

 

Jetzt in den Sommer- und Herbstmonaten bieten Getreide- und Rapsschläge sowie zunehmend Maisfelder zur Energiegewinnung ideale Rückzugsareale und ruhige, störungsfreie Tageseinstände für viele Wildtiere, insbesondere für das Schwarzwild. Pirsch und Ansitz im Rahmen der Einzeljagd zur Wildschadensvermeidung in reinen Feldrevieren gestalten sich aber in der deckungsreichen Feldflur auf den wenigen offenen Strukturen nahezu aussichtslos. Die Monate August und September sind deshalb schon seit Jahren für viele „Feldjäger“ die Zeit der großen Ernte. Durch den Ernteeinsatz mit schnellen landwirtschaftlichen Großmaschinen müssen die Sauen zwangsläufig ihre gewohnten Sommereinstände verlassen und können so konzentriert und wirkungsvoll bejagt werden. Leider verlaufen nicht gerade wenige Erntejagden meist hektisch und chaotisch, oftmals in der Folge dilettantisch, erfolglos und mitunter lebensgefährlich für alle unmittelbar und zufällig Beteiligten. Doch das muss nicht so sein. Mit einer gewissenhaften Planung, konkreten Absprachen und „normalem Menschenverstand“ führen Erntejagden zu guten Strecken ohne faden Beigeschmack.

 

Mehr dazu in unserer aktuellen Printausgabe 

 


 

Mythen um die Jagd

 

Wenn der Hund Käse frisst ... 

 

 

Es gibt kaum einen Hund, den Käse gleichgültig lässt. Dafür sorgt der intensive Geruch aller Käsesorten, also auch jener, von denen unsere menschlichen Nasen meinen, sie würden nicht stinken. Manche Käsesorten stinken aber auch so stark, dass wir Menschen an Verwesung erinnert werden. Wie solche Gerüche von Hunden definiert werden, wissen wir nicht und werden es wohl auch nie erfahren. Jedenfalls interessiert sich wohl jeder Hund dafür und er frisst den Käse. Das trifft sogar auf jene armen, treu umsorgten Vierbeiner zu, die nie etwas anderes in ihren Napf bekommen als industrielles Fertigfutter.

Schädlich ist der Verzehr von Käse für den Hund jedenfalls nicht, weder mindert er die Nasenleistung noch schadet er – in Maßen gefressen – anderweitig dem Hundekörper. Im Gegenteil: Käse enthält viele Mineralstoffe, die der Körper des Hundes verlangt, vor allem Kalzium. 

Es gibt Hundehalter, die dem Käse sogar eine gewisse positive Wirkung zuschreiben. Manche Hunde neigen nämlich dazu, den Kot anderer Tiere zu fressen. Das Verfüttern von Käse soll hier helfen. Ob es sich bei dieser Feststellung ebenfalls um einen Schmäh handelt, vermag der Verfasser nicht zu beantworten. 

 

Mehr dazu in unserer Printausgabe

 

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Sehen, Messen, Treffen 

  

 

Seit Beginn des heurigen Jahres können Weidmänner erstmals auf einen Entfernungsmesser des österreichischen Traditions-Optikherstellers Kahles zurückgreifen. Das Helia 42 RF Fernglas gibt es wahlweise mit 8- oder 10-facher Vergrößerung.

 


 

Jagd heute

 

Bewahrung der Zwischenräume

  

 

 

Nicht nur der weltberühmte Nachtslalom lockt die Besucher nach Schladming –
rund ums Jahr ist der Tourismus allgegenwärtig. Für Willi Pilz, seit rund 50 Jahren Aufsichtsjäger im Revier Toisitzkaaralpe, ist es deshalb ein besonderes Anliegen, naturbelassene Räume in der Kulturlandschaft für künftige Generationen zu erhalten. 

 


Jagd heute

 

Plädoyer für den echten Wolf 

 

 

 

Der echte Wolf unterscheidet sich vom Hund so sehr wie der Schimpanse vom Menschen. Doch was in Mitteleuropa heute als Wolf bezeichnet wird, hat mit dem ursprünglichen Wolf wenig zu tun. Durch Bastardisierung haben sich dessen Aussehen und Genetik verändert.

 

Grauwölfe sind grau. Rote Ohren deuten auf eine Bastardisierung mit Schakalen hin. Abweichende Farbschläge oder Ähnlichkeit mit Schäferhunden und Huskys lassen auf Hundegene schließen. Auch der Schwanz des Wolfes ist markant. Niemals trägt er ihn höher als seine eigene Rückenlinie.

 

 

Mehr dazu verrät Prof. Valerius Geist  in unserer aktuellen Printausgabe 

 


Im Revier

 

Kreuzungen zwischen Tierarten 

 

 

 

 

Seitensprünge über Artgrenzen hinweg werden meist durch geografisch getrennte Populationen unterbunden. Allerdings kam es mit der Auswilderung von Sika- und Wapitihirschen in Europa zu Kreuzungen mit Rotwild und daraus entstanden durchaus fruchtbare Nachkommen. Ein bekanntes Kreuzungsprodukt ist auch das „Güssinger Waldschwein“ – immerhin zu drei Viertel ein Wildschwein ... 

 

 

 

Pferde und Esel kreuzen sich zwar (Maultier, Maulesel), aufgrund einer genetischen Barriere haben sie jedoch keine fruchtbaren Nachkommen, sie sind deshalb verschiedene Biospezies. Tiger und Löwen sind in zoologischen Gärten kreuzbar (Liger, Tigon) und haben zum Teil auch fruchtbare Nachkommen. In der Natur haben sie nur kleinere gemeinsame Verbreitungsgebiete und dürften sich dort auch nicht verpaaren. Nicht zuletzt aufgrund der ethologischen Barrieren (Verhaltensunterschiede) gelten sie als verschiedene Biospezies. Ähnlich ist es bei Rothirsch, Wapiti und Sikawild, die sich kreuzen und fruchtbare Nachkommen produzieren, aber unterschiedliche Verbreitungsgebiete haben. Erst wo Sikawild in Europa ausgewildert wurde, überschneiden sich Verbreitungsgebiete von Rot- und Sikawild mit Folgeproblemen der Bastardisierung. Ähnliches gilt für ausgewilderte Rothirsch-Wapiti-Hybriden. Bei geografisch deutlich getrennten und isolierten Populationen stößt der biologische Artbegriff auch an seine Grenzen. Nach Kreuzungs- und Rückkreuzungsversuchen zwischen verschiedenen Hirscharten (z. B. Rot- und Sikawild) wurde ihr separater Artstatus angezweifelt. In Schottland dürften Schätzungen zufolge bis zu 30 % mancher Rotwildbestände aus Rot-Sikawild-Mischlingen bestehen, was den bodenständigen Genbestand des schottischen Rotwildes gefährden könnte. 

 

Mehr dazu verrät uns ANBLICK-Tierarzt Armin Deutz in unserer Printausgabe

 


Jagd heute

 

Das Töten kindgerecht vermitteln 

 

 

 

Den Fisch aus dem eigenen Teich zu fangen oder beim Schlachten des Hausschweins dabei zu sein – für Kinder im ländlichen Raum ist dies ein ganz natürlicher Umgang mit dem Tod. Heutzutage jedoch lässt der Großteil der Gesellschaft töten, um an Fleisch zu kommen. Der Jäger hingegen trifft bewusst den Entschluss, selbst ein Stück Wild zu erlegen, und führt so den Tod eines Lebewesens herbei.

 

 

 

Die Jägerschaft tut sich schwer, das Erlegen von Wildtieren zu erklären. Wir haben eine Reihe von Persönlichkeiten befragt, wie sie aufgrund ihrer beruflichen und privaten Erfahrungen damit umgehen und ob man Kindern die Wahrheit über die Tötung eines Wildtieres heute noch zumuten kann. 
    

Das ausführliche Statements können Sie in unserer aktuellen Printausgabe nachlesen.

 

 

Jagdkultur

 

Wildgrillen im Spaceshuttle

  

Das Big Green Egg als einfachen Griller zu bezeichnen wäre viel zu kurz gegriffen. Es ist ein multifunktionales Kochgerät, das seinesgleichen sucht. Bei einem italienisch-steirischen Nachmittag auf der Jagdhütte haben wir geschaut, was alles aus dem Ei schlüpfen kann.

 


Im Revier

 

Verändert Hightech Jagderlebnisse? 

 

 

Jagd vermittelt vermutlich das intensivste Naturerlebnis überhaupt. Doch wie passt das mit all den technischen Wunderwaffen zusammen, die dem Weidmann von heute zur Verfügung stehen? Prof. Dr. Werner Beutelmeyer hat das eingehend untersucht.

 

Aus Sicht der Jäger in Deutschland und Österreich sind Weidgerechtigkeit und Jagdhandwerk die letzten Jahre schlechter geworden. Ganz besonders kritisch äußern sich die deutschen Jäger in diesem Zusammenhang. Das ist durchaus empirisch relevant. Gesellschaftlicher Wandel bzw. Veränderung läuft von urbanen in Richtung ruraler Gesellschaften. Auch beim Wertewandel zeigt sich dieser „Vorsprung“ Deutschlands gegenüber Österreich. Mit anderen Worten: Der Blick nach Deutschland – auch in Sachen Jagd – hat so etwas wie eine Indikatorfunktion für Österreich. Im Übrigen definiert sich Weidgerechtigkeit zu rund 68 Prozent aus dem handwerklichen Können. Das bestätigt die statistische Korrelation beider Begriffe.

 

Welche Anforderungen stellen die Jäger an sich selbst? Ziemlich hohe. Ganz oben im Ranking rangieren der sichere Umgang mit der Waffe, die Achtung vor der Natur und dem Wild sowie eine fundierte Ausbildung. Spannend ist, dass die Aufgeschlossenheit gegenüber den neuen technischen Möglichkeiten zunächst eher im Schlussfeld des Anforderungsrankings liegt.

 

Mehr dazu in unserer aktuellen Printausgabe 

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Tipps für eine erfolgreiche Blattzeit 

 

 

 

Nur mit einem Blatter im Wald zu musizieren bringt noch lange keinen Rehbock. Erst ein breit gefächertes jagdpraktisches Hintergrundwissen und eine akribische Vorbereitung garantieren den erhofften Anlauf und reiches Weidmannsheil – und nicht etwa als Zufallsbeute, sondern gezielt und auf Ansage!

 

 

 

Die Blattjagd ist wohl die beliebteste und daher am häufigsten ausgeübte Form der Lockjagd. Vornehmlich im typischen Rehwildrevier gilt sie als besonderer jährlicher Höhepunkt mit einem intensiven Erlebniswert. Der Jäger versucht dabei, dem roten Bock mit dem Buchenblatt ober einem Blattinstrument das Vorhandensein einer brunftigen Geiß in seinem Revier vorzutäuschen. Steht dieser auf die betörenden Laute zu, kann er dabei erlegt werden. Gerade alte, heimliche und unbekannte Rehböcke, die so gut wie nie bei gutem Licht austreten, lassen sich mit hoher Erfolgsquote so in der Brunft überlisten. Allerdings gilt es, dafür ein paar Voraussetzungen zu schaffen.

 

Mehr dazu verrät und Wildmeister Matthias Meyer in unserer Juli-Printausgabe

 


Von Hahnen und Hennen

 

Jäger, Hirten, Bauern  

 

 

In rund zwei Dritteln von Österreichs Jagdfläche geht man der Jagd auf fremdem Grund und Boden nach. Eine langfristige Erhaltung der Raufußhühner kann daher nur in enger Zusammenarbeit zwischen Bauern, Hirten und Jägern geschehen, wie ein Beispiel aus Oberkärnten zeigt.

 


Jagdkultur

 

Das Gamssteigdirndl

  

Vor 15 Jahren wurde das Hochschwabdirndl präsentiert, jetzt kam das Gams-steigdirndl dazu: Gerda Ziegler über ihr neues „Schmankerl“ für die Kundinnen.


Von Hahnen und Hennen

 

Keine Hege, keine Fasane

 

 

Nahe Sinabelkirchen treffe ich in einem kleinen oststeirischen Ort DI Josef Sommerhofer. Er war viele Jahre Niederwildreferent der Steirischen Landesjägerschaft. Als Jäger, Sachverständiger und Nebenerwerbslandwirt weiß er genau, worum es im Niederwildrevier geht – als ehemaliger Lehrer an einer landwirtschaftlichen Fachschule kann er das auch ausgezeichnet vermitteln. DI Sommerhofer hat sich jahrelang für das Niederwild in der Steiermark eingesetzt, er nimmt sich einen ganzen Tag Zeit, um mir verschiedene Reviere und damit auch verschiedene Ansätze in der Niederwildhege zu zeigen. 

 

Sepp Sommerhofer lebt in Oberrettenbach in der Oststeiermark. Er ist dort auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat den Betrieb mittlerweile an seinen Sohn weitergegeben. Schon sein Vater und Großvater waren Jäger, er selbst ist derzeit Obmann der dortigen Jagdgesellschaft ebenso Hegemeister. Inzwischen jagt auch sein Sohn, sodass hier bereits die vierte Generation als Landwirt und Jäger aktiv ist. Das ist auch eine der Besonderheiten der Jagdgesellschaft: Mehr als die Hälfte der Pächter sind Bauern oder Grundbesitzer. Das erleichtert viel, wenn es um die Niederwildhege geht. Auch der Altersschnitt der kleinen Gemeinschaft ist gut aufgeteilt, sodass die Erfahrung der Älteren mit der Tatkraft der Jungen gut im Einklang steht. Eine Besonderheit: Wenn Jungjäger hier dazukommen, so laufen die am Anfang mit, ohne einen Beitrag zu zahlen. Das Revier ist zwar nach Pirschbezirken aufgeteilt, aber die Grenzen sind fließend. Raubwild darf jeder überall bejagen, und auch im Herbst, wenn Geißen und Kitze zu erlegen sind, sind die Bezirke nicht mehr strikt abgegrenzt. Anfang Mai beginnt in Oberrettenbach nicht nur die Schusszeit, die Jäger beginnen die Saison auch gleich mit ein paar Gemeinschaftsansitzen, sodass heuer bereits nach wenigen Tagen knapp zehn einjährige Stücke Rehwild erlegt worden sind. Etwa 120 Rehe stehen in der rund 1.100 Hektar großen Gemeindejagd auf dem Abschussplan. Da in der Steiermark ein Mindestabschuss vorgegeben ist, wurde in den letzten Jahren darüber hinaus verstärkt beim weiblichen Wild eingegriffen. Sauen kommen als Wechselwild vor, als Standwild möchte man sie nicht. Sepp erklärt mir, dass sie bevorzugt die neue Trasse der 380-kV-Leitung als Korridor und Wechsel nutzen. 

Das Reh ist heute hier die Hauptwildart, daneben wird Hase und Fasan besonderes Augenmerk geschenkt. Fasane werden in Oberrettenbach nicht ausgewildert, man setzt auf Lebensraumerhaltung und intensive Raubwildbejagung. Das bringt zwar keine großen Strecken, unsere Fahrt zeigt aber, dass es hier die prächtigen Vögel in vielen Ecken des Revieres gibt. Anfang Mai haben die Hahnen noch gebalzt und auch die Hennen waren noch nicht zur Gänze auf ihren Gelegen, sodass wir reichlich Anblick hatten.

 

Mehr dazu in unserer aktuellen Printausgabe 

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Schlecht aufgelegt? 

 

 

Wer mit seiner Jagdbüchse gut treffen will, braucht dazu eine gute Auflage. Doch was genau versteht man darunter? Dieser Frage sind wir in einem Feldversuch und in Gesprächen mit Fachleuten nachgegangen. 

Jagdlich denkt man gemeinhin nicht weiter über den Einfluss der Gewehrauflage unter dem Vorderschaft nach. Anders ist das bei Präzisionsschützen, die sehr genau darauf achten, hier möglichst immer die gleiche Situation herzustellen. Was der Jäger jedoch von Beginn seiner Jagdausbildung an weiß, ist, dass man das Gewehr nicht beim Lauf auflegen soll, weil das zu Fehlschüssen führt. 

 

Um nun den Einfluss verschiedener Auflagesituationen beurteilen zu können, sind drei verschiedene Schützen mit drei verschiedene Waffen und drei verschiedenen Laborierungen gegeneinander angetreten. Außerdem sind die jeweils möglichen Umstände so weit wie möglich auf die Spitze getrieben worden, um den Einfluss von Auflagefehlern bestmöglich herauslesen zu können. Geschossen wurden Dreiergruppen am 100-Meter-Stand im Freigelände im „Radl“, womit jede Waffe unter Zuhilfenahme von Pressluft Zeit hatte, inzwischen wieder abzukühlen. Der Hinterschaft wurde jeweils bestmöglich am Sandsack stabilisiert, während unter dem Vorderschaft verschiedene mögliche Szenarien durchgespielt wurden.

 

Die Ergebnisse des Schießversuchs finden Sie in unserer Juni-Printausgabe

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Herrichten einer Rehbocktrophäe  

 

Sauber hergerichtete Trophäen an der Wand im Jagdzimmer sind immer ein Hingucker. Mit etwas Geschick und Geduld lässt sich das Krickel leicht selbst herrichten und so  mancher jagdliche Augenblick lebt beim Präparieren der Trophäe in der Erinnerung noch einmal auf ...

 


Von Hahnen und Hennen

 

Die Kleinen Hahnen vom Wildensee

  

Rund um das Wildenseegebiet im Toten Gebirge gibt es noch gute Birkwildvorkommen. Jetzt, Anfang Mai, werden die Hahnen hier gezählt: mit Anmarsch am Vortag, Übernachtung auf der Hütte – ganz so, wie es sich für diese urige Wildart gehört. 


Jagd heute

 

Frühlingsbären im grünen Karst

 

Während in Österreich der Anblick eines Bären immer noch für mediales Aufsehen sorgt, steht so etwas im direkt an uns grenzenden Slowenien praktisch an der Tagesordnung. Hier wird der Bär ganz regulär bejagt, um den laufenden Zuwachs abzuschöpfen.


Jagd heute

 

Verändern, um Wertvolles zu bewahren 

 

Elisabeth Köstinger ist als Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus auch für die Jagd verantwortlich. Ihrer Meinung nach ist die Jagd in Österreich gerade dabei, sich auf eine neue, zukunftsfähige Marschrichtung auszurichten. Gefallen findet sie am Bemühen um den Forst-&-Jagd-Dialog, aber auch am zunehmenden Einsatz bleifreier Munition. Und das sei dringend notwendig, meint Köstinger, denn nur wer vieles verändert, kann Wertvolles bewahren.

 

Welcher Stellenwert kommt der Jagd von heute zu?


Als Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus ergeben sich viele Berührungspunkte mit der Jägerschaft. Im Arbeitsprogramm der Österreichischen Waldstrategie 2020+ finden sich zahlreiche konkrete Maßnahmen, die der Jagd in Österreich einen wichtigen Stellenwert geben. Dazu zählen zum Beispiel Projekte für integriertes, nachhaltiges Wildtiermanagement und Habitatsverbesserung von Auerwild. Im Hinblick auf die Multifunktionalität des Waldes hat die Ausbildung der österreichischen Jägerinnen und Jäger höchste Bedeutung. Die Zusammenhänge zwischen Wald und Wild sind komplex und erfordern erhebliches Wissen. Mit dem Forstlichen Bildungszentrum Traunkirchen wird ein entscheidender Schritt für die Vernetzung der forst- und jagdlichen Aus- und Weiterbildung ermöglicht.

 

Welchen Anforderungen muss sich die Jagd von heute stellen?


Die Jagd ist eine wichtige Einnahmequelle für die Land- und Forstwirtschaft in Österreich und somit ein unverzichtbarer Bestandteil der Volkswirtschaft. Die Erwartungen und Ansprüche an den österreichischen Wald steigen zunehmend und sind oft auch sehr unterschiedlich. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, den Dialog auf allen Ebenen zu fördern und bestmögliche Unterstützung beim Ausgleich der unterschiedlichen Interessen anzubieten. Der Österreichische Walddialog erfüllt diese wichtige Funktion seit 2001. Vor sechs Jahren wurde der Österreichische Forst-&-Jagd-Dialog ins Leben gerufen, der insbesondere der Jägerschaft und den Forstleuten eine wichtige Plattform bietet. Dabei geht es nicht nur um Information und Kommunikation mit der Öffentlichkeit, sondern auch um Motivation für die notwendigen Verhaltensänderungen und moderne Rahmenbedingungen.

Mit der Dachmarke „Jagd Österreich“ hat die Jägerschaft entscheidende Schritte für einen modernen Außenauftritt und die nötigen Innovationen im Licht der neuen gesellschaftspolitischen Herausforderungen gesetzt. Die jagdrechtlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin auf Länder-ebene zu gestalten und durch sinnvolle Maßnahmen bestmöglich zu ergänzen.

 

Das ausführliche Interview finden Sie in unserer aktuellen Printausgabe – kostenloses Probeheft anfordern

 


Jagd heute

 

Weißwedel in Europa

  

 

Der Weißwedelhirsch ist in Amerikas Revieren so selbstverständlich wie bei uns das Rehwild. Nach Europa hat ihn erst der Mensch gebracht. Und hier fühlt er sich sichtlich wohl, was ihn dazu prädestiniert, nachhaltig bejagt zu werden, wie Redakteur Stefan Maurer in Finnland für den ANBLICK in Erfahrung bringen konnte. 


Unter Jägern

Vor und nach dem Schuss

 

Je besser der Jäger mental auf die Jagd und die häufig in einer Stress-Situation notwendige Schussabgabe vorbereitet ist, umso eher trifft er auch gut und kann Nachsuchen vermeiden. Hierzu braucht es ein wenig Übung und jede Menge Selbstdisziplin.

Angemessen bewaffnet und ausgerüstet treten wir den Gang zum Hochsitz rechtzeitig an. Aufgebaumt am Sitz, richten wir uns erstmal ein. Der Rucksack, das Glas etc. werden alles nach festen Gewohnheiten verstaut. Dann wird gerade bei unbekannter Umgebung (Jagdeinladungen – Drückjagden) das Gelände sondiert und die Umgebung eingeprägt. Erscheint Wild, so konzentrieren wir uns automatisch darauf – das Umfeld müssen wir uns also vorher einprägen. Markante Punkte werden ausgemacht und Entfernungen geschätzt – oder besser – mit dem Entfernungsmesser gemessen. An Kanzelwänden können auch markante Punkte mit den entsprechenden Entfernungen an der Wand angeschrieben sein. Sicherheitsrelevante Punkte wie Standorte der Nachbarschützen, Gebäude und auch Bereiche mit Kugelfang werden verinnerlicht. 

 


Kunstschüsse um jeden Preis vermeiden! Dass der Haltepunkt die Kammer ist und nicht der Träger oder das Hinter-den-Teller-Schießen bei der Sau, versteht sich eigentlich von selbst. Allerdings stirbt die Kaste der Kunstschützen leider nicht aus, die die so irrige wie feste Überzeugung vertreten: „entweder um oder gefehlt“. Auch die bessere Wildbretausbeute oder das leichtere Putzen wird oft als Argument für solche Schüsse herangezogen. Dazu zwei Gedanken: Die Wirbelsäule muss hierbei sicher getroffen werden. Diese hat bei einem ausgewachsenen Stück Rehwild eine Größe von ca. 2,5 cm im Durchmesser und ca. 20 cm in der Länge. Eingebettet in Muskeln, mit Schlund, Drossel und die Decke dazu, ergibt sich bei einem Rehträger eine Breite von etwa 12 bis 15 cm. Doch wer weiß um die exakte Lage der Wirbelsäule? Bei einem Treffer durch die Luftröhre nützen auch schnell expandierende Geschoße nichts. 2,5 cm Durchmesser der Wirbelsäule entsprechen der Waffenstreuung einer guten Jagdwaffe auf 100 Meter – da ist keine Schützenstreuung dabei. Wir kennen in der Regel auch nicht den exakten Abstand zum Stück, zudem bewegt sich dieses ja auch und steht nicht starr wie eine Scheibe. Bleibt die Wildbretausbeute: Wenn ich nur ein Stück durch einen Trägerschuss verliere, weil es irgendwo verludert, ist der Verlust an Wildbret deutlich größer als versulzte Wände – wir bekommen es nur nicht zu Gesicht ...

 


Unser Wild im April

 

 

Kolbenzeit 

 

Das Schieben der Bastgeweihe bei Hirschartigen ist immer wieder zu bestaunen. Wie nämlich aus einem lebenden Organ, dem Bastgeweih, später ein „toter“ Knochen mit extremen Eigenschaften und nebenbei einer jahrtausendealten Faszination auf den Menschen wird.

Geweihe werden nur von männlichen Hirschartigen (Cerviden) geschoben, mit drei Besonderheiten: Beim Rentier tragen auch Weibchen ein Geweih und asiatische Moschushirsche sowie Wasserrehe haben kein Geweih, dafür aber recht lange Kampfzähne, die beim Rotwild noch ansatzweise als Grandeln vorhanden sind. Das Schieben des Geweihes ist zwar eine besondere Stoffwechselleistung, physiologisch noch anspruchsvoller ist aber das Austragen und Säugen von Kälbern/Kitzen. Je nach Hirschart wächst das Geweih in wenigen Monaten, beim Elch beträgt die Gewichtszunahme des Geweihes bis über 400 Gramm pro Tag. Hauptbestandteil des Geweihes sind die Mineralstoffe Kalzium und Phosphor sowie Eiweißstoffe, daneben weitere Mengen- und Spurenelemente. Kalzium und Phosphor werden nicht nur aus der täglichen Nahrung in das Geweih eingebaut, sondern in Zeiten höheren Bedarfes auch aus dem Skelett mobilisiert. Außer dem Wachstum mancher Tumoren sind Geweihe die am raschesten wachsenden Gewebe im tierischen Körper. Beim ausgewachsenen Rothirsch beträgt das Gewicht des fertigen Geweihes rund 5 % des Gesamtkörpergewichtes, was rund die Hälfte des Gewichtes der restlichen Knochen ausmacht.?

 


Recht unabhängig davon, ob der Hirsch in der Kolbenzeit gefüttert wird oder ungefüttert überwintert, beeinflussen sich viele Mengen- und Spurenelemente beim Geweihaufbau gegenseitig. Der Bedarf des Einzeltieres ergibt sich hauptsächlich aus dessen Alter (wachsend oder ausgewachsen) und dessen „Leistung“ (Erhaltung, Milchproduktion für Kitze bzw. Kälber, Geweihwachstum, Körper-ansatz, aber auch Umsatz, Bedarf für Frucht, Stressbewältigung usw.). Die Zufuhr von Nährstoffen über die natürliche Äsung und Futtermittel ist immer schwankend und bisweilen auch nicht ausreichend. Da die Versorgung des Einzeltieres einerseits immer schwankend sein wird und andererseits aber auch nicht bekannt ist, wird in der Praxis oft zu einer „großzügigeren“ Lösung gegriffen. Ob das Wildtier, wenn es das angebotene „aufgewertete“ Futter aufnimmt, nun gerade einen Bedarf an einem der in Summe zugesetzten Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine hat oder nicht, ist zumeist nicht bekannt –
es wird damit versorgt, bisweilen eben auch überversorgt. Mengen- und Spurenelemente beeinflussen sich im Organismus gegenseitig, sie können sich in ihrer Wirkung verstärken (Synergie) oder sie können sich gegenseitig hemmen (Antagonismus). Aus diesem Grund können gerade auch Überversorgungen mit Mengen- oder Spurenelementen zu einseitigen Mängeln anderer führen. Mängel an Mineralstoffen und Vitaminen, aber natürlich auch Überschüsse können verschiedenste tiergesundheitliche Probleme zur Folge haben, welche jedoch in der Praxis bei Wildtieren nicht immer registriert werden (können). Auch eine Überversorgung mit Eiweiß (z. B. über Soja, Sesam) führt über das beim Eiweißabbau im Pansen verstärkt anfallende Ammoniak zu schweren Leber- und Nierenschäden, die bei Hirschen sogar am Geweih erkennbar bzw. zu vermuten sind.

Die Mengenelemente Kalzium, Phosphor, Magnesium und Natrium sind für den Geweihaufbau von großer Bedeutung. Der Bedarf an weiteren wichtigen Mengenelementen wie Kalium, Schwefel, Chlor und Magnesium ist sowohl bei freier Äsungswahl als auch bei Fütterung im Allgemeinen gedeckt. Ein 5 kg schweres Geweih enthält 900 g Kalzium und 450 g
Phosphor. Dieser Bedarf kann über die natürliche Äsung oft nicht zur Gänze zur Verfügung gestellt werden, und das beispielhaft angeführte Geweihgewicht wird selbst von Hirschen in Hochgebirgslagen oftmals überschritten. Über die Fütterung kann – sofern das ein Ziel ist – deshalb ein entsprechender Ausgleich hergestellt werden, Überdosierungen sind aber jedenfalls zu vermeiden.

Bei den Spurenelementen sind Kupfer, Zink, Mangan, Jod und Selen für das Geweihwachstum von besonderer Bedeutung. Ob bei diesen Elementen ein Ergänzungsbedarf in der Wildtierfütterung besteht, kann nicht generell gesagt werden. Tatsache ist, dass sowohl bei Reh- als auch bei Rotwild bei freier Äsungswahl kaum mit Mängeln an Spurenelementen und Vitaminen zu rechnen ist und dass es bei Überversorgungen zur Beeinflussung der Aufnahme anderer Mengen- oder Spurenelemente kommen kann. Eine Überversorgung mit Biotin (evtl. im Zusammenhang mit der Verfütterung von vitaminisierten Mineralstoffmischungen für Pferde) wurde von uns in Revieren vermutet, in denen massives Schalenwachstum bei Reh- und Muffelwild aufgetreten ist. Ein Kalzium-Überschuss erschwert die Aufnahme von Zink, zu viel an Schwefel reduziert die Kupferresorption, ein Selenmangel hat negativen Einfluss auf den Kalziumeinbau usw. 

Da die Aufnahme von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen unter pansensauren Bedingungen eingeschränkt ist, wird in diesem Zusammenhang besonders auf die Bedeutung einer wiederkäuergerechten Ration hingewiesen. Bei fütterungsbedingten chronischen Pansenübersäuerungen kommt es auch zu massiven Störungen des Mineralstoffwechsels!

Armin Deutz


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Rehe mit der Wildkamera bestätigen 

 

  

Die Verwendung von Fotofallen ist in der Wildbiologie schon lange keine Seltenheit mehr. Selbst in entlegenen Erdteilen werden sie verlässlich zur Erfassung von Wildtierpopulationen, zur Bestandesschätzung und zur Artenfeststellung, insbesondere von nachtaktiven Tierarten, verwendet. Für den Jäger fanden sie bisher vielfach als Spion an festen Kirrungen ihr Einsatzgebiet bei der Saujagd. Aufgrund einer mittlerweile durchdachten Technik zu moderaten Preisen kann ein Revier ohne Schwierigkeiten systematisch auf seinen Rehwildbestand hin erfasst werden.

Um im Rahmen einer Revierinventur den vorhandenen Rehbestand kennen zu lernen und zu erfassen, haben wir in der Vergangenheit Ansitze und Revierfahrten getätigt, mehr oder weniger Aufzeichnungen gemacht und bestätigte Rehböcke mittels Krickelskizze festgehalten. Aus diversen wissenschaftlichen Arbeiten an telemetriertem Rehwild weiß man, dass nur ein Bruchteil des im Revier lebenden Rehwildes gesehen wird. Wer sein Wild mit der Wildkamera erfasst, wird darum erstaunt sein, wie krass das Missverhältnis zwischen gesehenem und tatsächlich vorhandenem Wild wirklich ist! Aufgrund dessen können Hegebemühungen einfach nicht wirksam greifen.

Erst die Wildkamera liefert belastbares Material. Bei der Erfassung des Wildbestandes (als Grundlage jeder jagdlichen Planung) müssen sich die einzelnen Stücke natürlich voneinander individuell unterscheiden lassen. Beim Rehbock ist der Wiedererkennungswert innerhalb eines Jahres aufgrund seines individuellen Geweihaufbaues gegeben. Selbst über Jahre lassen sich ganz viele mehrjährige und vor allem territoriale Böcke wiedererkennen, obwohl sich das Aussehen der Trophäe manchmal kolossal ändern kann. Aber zum einen gibt uns die Territorialität schon einmal eine große Hilfe. Dann ergeben sich beim genauen Studium, insbesondere der Gesichtsfärbung, des Gesichtsausdrucks oder markanter Schönheitsmakel wie Schlitze oder Ausfransungen an den Lauschern, Narben von Revierkämpfen an Stirn, Kopfseite oder Windfang sowie beim Rehwild häufig einseitig blinde Lichter, weitere Möglichkeiten der Identifizierung, ohne dass die Stücke Ohrmarken tragen müssen. Aber auch einzelne Krickelmerkmale wie Sitz und Form der Rosen, Auslage und die Veranlagung zu langen, kurzen oder fehlenden Kampfenden bleiben meist im Laufe der Jahre konstant. Während der Aufnahmen regelmäßig zur Zeit des Haarwechsels lässt sich selbst bei einer Aufnahmezeit von einer Woche pro Aufnahmepunkt das weibliche Rehwild am jeweiligen Zustand des Haarkleids individuell unterscheiden, zählen und in einer Exceltabelle festhalten.

 

Böcke naturnah vor die Linse locken. In der Zeit der Territoriumsabgrenzung von Böcken kann man sich eines einfachen Tricks bedienen: Einen armlangen Douglasien- oder Lärchenast künstlich mit dem Messer befegen und provokant an einem Rehwechsel in den Boden stecken. Kein Bock geht daran unbeachtet vorüber. 

Künstliche Lockstoffe. Wo es von den Jagdgesetzen her erlaubt ist, kann man Rehwild mit Anisölen und ähnlichen Mitteln vor die Wildkamera locken. Diese wird in Kniehöhe mit Blickrichtung Norden montiert. Deshalb, damit vor allem die tief stehende Morgen- und Abendsonne zu den Hauptaktivitätszeiten des Rehwildes die Fotos in der Qualität nicht negativ beeinträchtigt.


Waffe, Schuss & Optik

 

Erste Erfahrungen mit Schalldämpfern

  

 

Der Einsatz von Schalldämpfern bei der Jagd gewinnt europaweit immer mehr an Bedeutung. In Österreich dürfen aus waffenrechtlichen Gründen vorerst praktisch ausschließlich Förster und Berufsjäger damit jagen, das wiederum erlauben aber noch nicht alle Landesjagdgesetze. Doch einige Vorreiter gibt es. Wir haben sie mit den wichtigsten Fragen zu diesem Thema konfrontiert.

 

 

Heinrich Rappold (1) ist seit 1990 forstlicher und jagdlicher Revierleiter beim Forstamt Prinz Liechtenstein Waldstein im Übelbachtal. Die von ihm zu betreuende Revierfläche ist 2.700 ha groß.

 

Christoph Gottsbacher (2) kommt ursprünglich aus der Radmer. Nach Besuch der Forstschule in Bruck trat er in den Betrieb der Fürstlich Schwarzenberg’schen Familienstiftung Vaduz ein. Im Jahr 2010 wurde er mit der Funktion des Revierleiters der Forstverwaltung Paal betraut.

 

Günter Schober (3) absolvierte seine Lehre beim Forstgut Sucher. 1986 legte er die Staatsprüfung ab und arbeitet seit diesem Zeitpunkt bei der Prinz von Croy’schen Forstvererwaltung. Das von ihm betreute Revier auf der Koralm umfasst rund 3.000 ha. 

 

Hans-Peter Krammer (4) hat die Jungjägerprüfung 1986 in Kärnten abgelegt und danach die Forstwartschule Waidhofen/Ybbs besucht. Seit 1998 ist er beim Forstbetrieb FMM Saurau angestellt und seit 1.1.2000 mit der Revierleitung betraut.

 

 

 

 

 

Was sind die herausragenden Vorteile, wenn man einen Schalldämpfer im Jagdbetrieb verwenden kann?

 

Rappold: Ich konnte mit meiner schallgedämpften Waffe im November und Dezember des Vorjahres noch 20 Stück Schalenwild erlegen. Der Rückstoß entspricht einer .22 Magnum. Der gedämpfte Knall ist mit dem Schuss einer .22 Hornet vergleichbar. Da der größte Teil der Jagdstrecke ja aus Kitzen, Kälbern, weiblichem Wild und geringen Geweihträgern besteht, ist es meine Aufgabe, den Abschuss so zu erfüllen, dass der verbleibende Bestand so wenig wie möglich durch die Jagdausübung gestört wird, was auch Wildschäden verhindern helfen kann. Natürlich hat man auch die Möglichkeit, größere Strecken bei einem Pirschgang zu erzielen. Im Gegenzug kann man dem Wild an anderen Tagen mehr Ruhe gönnen. Definitiv sind Dubletten und Tripletten um ein Vielfaches leichter als bisher.

 

Gottsbacher: Vor Verwendung des Schalldämpfers war ich mehr oder weniger gezwungen, einen Gehörschutz zu verwenden, da ich durch die vielen Schüsse bereits Probleme mit meinem Gehör habe. Durch die Verwendung des Schalldämpfers habe ich „meinen“ Gehörschutz immer am Lauf mit dabei. Ein weiterer Vorteil des Schalldämpfers ist mitunter auch die geringere Lärmbelästigung für den Jagdhund, da sein Gehör auch nicht mit Gehörschutz oder Ähnlichem geschützt werden kann. Der herausragende Vorteil ist die Verbesserung der Präzision bzw. keine Verschlechterung, zudem wird der Rückstoß enorm minimiert. Eine .270 schießt sich wie eine .222.

 

Schober: Es gibt eine Vielzahl von Vorteilen beim Jagen mit einer Waffe mit Schalldämpfer. An vorderster Stelle ist wohl die Verhinderung von Gehörschäden zu nennen. Das Wild bleibt vertrauter, da der Schuss nicht so laut und somit auch nicht so weit zu hören ist. Weiters ist die Schussleistung der Waffe mit Schalldämpfer noch präziser und der Rückstoß wird deutlich reduziert. Es ist einfach angenehmer, mit Schalldämpfer zu schießen.

 

Krammer: Der Schalldämpfer hat zahlreiche Vorteile, das beginnt schon beim geringeren Rückstoß der daher besseren Zielgenauigkeit. Und dann ist da natürlich die Jagd. Ich verwende den Schalldämpfer seit Juli letzten Jahres und habe damit rund 40 Rehe und 30 Stück Rotwild erlegt. Für mich war das eine gewaltige Verbesserung. Wenn man nämlich weiter schießt, kann das Wild nicht wahrnehmen, woher der Schuss kommt. Wenn man so ab 150 Meter das Kalb schießt, kennt sich das Tier im ersten Moment gar nicht aus. Dadurch ist mir heuer auf diese Weise mehrmals eine Dublette gelungen. 

 

Folgend Fragen beantworten die vier Jäger in unserer Printausgabe:

 

- Seit der Waffengesetznovelle sollte es für Forstbetriebe relativ einfach sein, für ihr Personal Schalldämpfer für Jagdwaffen zu besorgen. Wie war es in Ihrem ganz speziellen Fall?

- Das Waffengesetz erlaubt Schalldämpfer derzeit eigentlich nur für Personal als Arbeitnehmerschutz bzw. zur Schädlingsbekämpfung, was heftig diskutiert wird. Sollte man diese Regelung Ihrer Meinung nach aufweichen?

- Sie führen jetzt seit einigen Monaten eine Waffe mit Schalldämpfer im Jagddienst. Würden Sie die wieder hergeben?

- Was ist die Kehrseite der Medaille? Was stört Sie am Schalldämpfer?

- Wie würden Sie die Bedeutung des Schalldämpfers für Ihre berufliche Tätigkeit in einem Satz zusammenfassen?

 

 

Mehr dazu in unserer aktuellen Printausgabe – kostenloses Probeheft anfordern

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

Wildwiesen im Waldrevier – Neuanlage, Förderung und Pflege 

 

Äsungsflächen erfüllen ihren Zweck im Revier nur, wenn sie den unterschiedlichen Wildarten möglichst lange im Jahr ausreichend schmackhafte und energiereiche Nahrung liefern. Vorhandene, aber vernachlässigte Wildwiesen zu reaktivieren oder gar neue anzulegen kann für den Revierverantwortlichen zu einer Herausforderung werden.

 

Der aufmerksame Jäger wird bei jedem Pirschgang stets ein Auge auf die Lebensgrundlagen seines Wildbestands im Revier haben. Das sind neben ausreichend großen Einstandsflächen, die dem Wild Rückzugsgebiet und Ruhezone bedeuten, vornehmlich potenziell gefährdete Wildschadensflächen und im Zusammenhang damit natürlich ausreichend große Äsungsflächen. Je nachdem, ob wir sie mit Schwerpunkt für Rotwild oder anderes Schalenwild benötigen, müssen sie entsprechend großflächig (mindestens 0,5 Hektar) sein oder im Rehwildrevier zwar deutlich kleiner (maximal 0,3 Hektar), dafür aber mosaikartig über das Revier verteilt liegen, um für viele Rehe erreichbar zu sein.

  

Wie man verwahrloste Wiesen wieder reaktiviert und neue anlegt, verrät uns Wildmeister Matthias Meyer in der aktuellen Printausgabe.

  


Mythen um die Jagd

 

Die warme Fährte verdirbt den Jagdhunde 

 

Am besten lernt jeder von uns durch Versuch und Irrtum – unser Jagdhund ebenso. Warum dem Hund also nicht gestatten, seine eigenen Erfahrungen mit warmen Gesundfährten zu machen und dabei zu lernen, dass die Erfolgsaussichten auf der Wundfährte ganz andere sind?

 


Jagd heute

 

Auch wir hinterlassen Trittsiegel 

 

  

Kärntens Landesjägermeister Dr. Ferdinand Gorton ist im Jahr 2018 vorsitzender Landesjägermeister der Landesjägermeisterkonferenz und somit auch des neuen Dachverbandes „Jagd Österreich“. DER ANBLICK hat mit ihm ein Gespräch geführt, in dem der routinierte Jagdfunktionär dazu mahnt, dass wir Jäger nicht nur daran gemessen werden, wie viel wir erlegen oder abschießen, sondern auch wie es um den Zustand des Lebensraumes steht. Das sei ein Trittsiegel, das Jäger hinterlassen. 

 

 

Medial ist die Gründung der Dachmarke „Jagd Österreich“ gut begleitet und auch von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen worden. Die Erwartungen von uns Jägern sind nun groß! 

Ferdinand Gorton: Die vorherige Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände ist mit Ende des Jahres stillgelegt worden, wir beginnen mit dem Dachverband von null. Wir müssen den Dachverband erst neu zwischen den Verbänden einordnen. Wir brauchen das Jahr 2018 bestimmt einmal, um die Strukturen aufzubauen. Das möchten wir schnellstmöglich umsetzen, damit nächstes Jahr mein Wiener Landesjägermeister-Kollege voll wegstarten kann. 

 

Für uns Jagdmedien sind Resolutionen der Landesjägermeisterkonferenz sehr wichtig, weil dadurch in übergeordneten Fragen eine österreichweit einheitliche Linie bekundet wird. Werden die Landesjägermeister zukünftig häufiger tagen? 

Ferdinand Gorton: Ja, das ist so angedacht. Denn es gibt Themen, die sind österreichweit wirksam, und andere sind lokal wirksam. An der föderalistischen Struktur der neun Landesjagdverbände wollen wir aber natürlich festhalten. Bundesweit einheitliche Themen sind der Forst-Jagd-Dialog, die einwandernden Wölfe oder, wie ganz aktuell, der Einsatz von Schallmodulatoren an Jagdwaffen. Für diese Schallmodulatoren haben sich bei der letzten Landesjägermeisterkonferenz am 29. Jänner alle neun Landesjägermeister positiv ausgesprochen. Somit ist das auch die Linie des Dachverbandes. Meine Rolle als Vorsitzender dabei war, dass ich ein Gespräch mit der Bundesministerin Elisabeth Köstinger gehabt habe. Dabei habe ich ihr mitgeteilt, dass bereits viele Landesjagdgesetze dahingehend adaptiert worden sind und sich die restlichen in Arbeit befinden, um die Verwendung von Schallmodulatoren im Jagdbetrieb zu regeln. Die Frau Bundesminister ist von uns ersucht worden, dahingehend einzuwirken, wenn im Parlament das Waffengesetz geändert wird. Die gleiche Information wurde auch dem Innenminister Herbert Kickl zugesandt, denn er ist der entscheidende Mann für das Gesetz. Wir haben Rückmeldungen, dass er sich dafür im Parlament einsetzen wird. Ich kann mir also vorstellen, dass bereits im Jahr 2018 das Bundeswaffengesetz adaptiert wird und dass dann in jenen Bundesländern, wo der Schallmodulator bereits im Jagdbetrieb erlaubt ist, damit gejagt werden kann.#

 

Von Berufspersonal oder jedem Jäger? 

Ferdinand Gorton: Von uns geht klar aus, dass jeder Jagdkarteninhaber in der Republik an der Wildstandsreduktion teilnimmt, und somit hat auch jeder Jäger das gleiche Ohr, das geschädigt werden kann. Wir setzen uns ein, alle Ohren gleichrangig zu schützen. 

 

Das ausführliche Interview können Sie in unserer aktuellen Printausgabe nachlesen.

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Die Arbeit mit dem Saufinder

  

Die Bejagung des Schwarzwildes erfolgt heute fast ausnahmslos auf Bewegungsjagden oder über stundenlanges Ansitzen an der Kirrung. Dabei gibt es noch eine Reihe von Jagdarten auf dieses ritterliche und hoch interessante Wild, die das eigentliche Handwerk der Jägerei ausmachen. Das Ausgehen von Einzelfährten bei Schnee, das Angehen von Sauen im Einstand oder die Bejagung vor dem stellenden Finder beherrschen leider nicht mehr viele Jäger. Dazu kommt, dass sich auch nicht mehr viele Reviere für diese Jagdarten eignen. 

 

 

Die Schwarzwildjagd mit dem gut abgeführten Saufinder ist zum einen noch sehr ursprünglich und zum anderen aufgrund der Deckungsstrukturen im Einstand aber auch häufig mit ernsten Gefahren für Hund und Jäger verbunden. Gekonnt durchgeführt, kann sie recht erfolgreich sein. Am besten eignen sich dafür nur mäßig scharfe Hunde, die aber ausdauernd Laut gebend dem Schwarzwild lästig werden. Die so „verratenen“ Sauen fürchten keine ernsthafte Gefahr durch den Hund und bleiben im Kessel liegen.

In Revieren, wo das Schwarzwild zudem regelmäßig auf Drückjagden vor Stöberhunden gejagt wird, sind die Sauen sogar so abgebrüht, dass sie sich von einem einzelnen Hund meist gar nicht sprengen lassen. Oft halten sie sogar den sich nähernden Jäger lange aus, ehe sie den Kessel widerwillig verlassen. Diesbezüglich erfahrene Sauen über 50 kg nehmen in aller Regel sogar den angehenden Hundeführer mit großer Sicherheit an, wenn er eine Distanz von 10 m zum Kessel unterschreitet! Für den Jäger ist das eine unangenehme Situation, denn er kann in der Regel nicht flüchten, die Bäumchen sind zu schwach, als dass er dort hinauf ausweicht, und bei einem Fangschuss besteht aufgrund des dichten Zeugs immer die erhöhte Gefahr von Abprallern oder Querschlägern, die den Hund verletzen können.

 

 

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Im Revier

Gelegenheit macht Diebe – und Liebe 

 

Nachdem es im Jänner 2018 zweimal Vollmond gegeben hat, soll angesichts der noch andauernden Fuchsranz auf einige Aspekte dieser faszinierenden Wildart eingegangen werden. Jetzt ist nämlich die beste Zeit, um die Fuchspopulation jagdlich regulieren zu können, auch wenn das nur kleinräumig und mit großem Aufwand möglich ist.

 

Die mittlerweile häufigste Art der Fuchsbejagung, die an gut beschickten Luderplätzen stattfindet, kann möglicherweise sogar kontraproduktiv sein, wenn sie nicht konsequent praktiziert wird. Das verbesserte, oft nahezu flächendeckend ausgebrachte zusätzliche Nahrungsangebot an Luderplätzen kann dazu beitragen, dass einerseits die Fuchsreviere kleiner werden (= mehr Füchse auf gleicher Fläche) und andererseits die Kondition der Fähen zunimmt („Zuchtkondition“), was zu größeren Würfen führen kann. Geht man davon aus, dass nur jeder Fünfte der rund 130.000 österreichischen Jäger einen oder mehrere Luderplätze betreibt und dabei pro Jagdjahr durchschnittlich 40 kg „Ludermaterial“ in Form von Hundefutter, Aufbrüchen oder Fallwild u. Ä. ausbringt, ergibt das schon eine Summe von 1.040 Tonnen an „Fuchsfutter“! Wenn Luderplätze angelegt werden, so sollten also die vorgelegten Mengen nicht zu groß sein, und diese Plätze müssen dann auch bejagt werden.

 

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Von Hahnen und Hennen

 

Auf verlorenem Posten?

 

 

 

Vor gut einem Jahrhundert war das Rebhuhn noch eine der wichtigsten Wildarten für den Jäger und selbst für den Bauern waren die Schädlinge und Unkrautsamen vertilgenden Hühner ein Segen. Doch heute ist alles anders. Das Rebhuhn gilt praktisch als ausgestorben, gäbe es nicht ein paar Unerschütterliche, die ihm auch heute noch auf die Schwingen helfen.

 


Blick ins Revier

 

Jagdliche Verflechtung

 

 

Gepflegtes Bauernland im Bereich der Gemeindejagdgebiete ist hier von dichten Einständen der herrschaftlichen Forstverwaltung weitgehend umschlossen. Die jagdliche Verflechtung liegt damit auf der Hand. Doch wie damit umgehen, wie Chancen und Risiken für beide Seiten gegeneinander aufwiegen? Am obersten Ende des steirischen Murtales versucht man zu zeigen, wie das möglicherweise geht.

 


Im Revier

 

Füchse statt Sauen

 

 

Häufig werden Füchse allenfalls als Beifang bei Drück- und Stöberjagden mitgeschossen, nicht aber in Kleinradl an der steirisch-slowenischen Grenze. Hier machen die Jäger aus der Not eine Tugend und widmen sich ganz dem Winterfuchs, wenn das Einwechseln des Schwarzwildes auf sich warten lässt. Die Jagd ist nicht minder spannend und die Beute ist bunt, wenn der herbstrote Fuchs im pulvrigen Weiß zustande kommt. 

 


Unter Jägern

Hasen gegen Mandarinen 

 

Die Jagd in Tschechien hat viele Gemeinsamkeiten mit der Jagd in Österreich, sowohl in der Geschichte als auch in der Gegenwart. Einen gravierenden Einschnitt gab es jedoch während des kommunistischen Regimes, wo die Jagd zur „Volkstätigkeit im gesellschaftlichen Auftrag“ erklärt worden ist. Im Außenhandel wurden sogar Mandarinen für Hasen eingetauscht.

 

 

Der Autor, Dr. Miroslav Vodnansky, ist seit langer Zeit auf dem Gebiet der Wildbiologie und der jagdlichen Wildbewirtschaftung tätig. Er leitet das Mitteleuropäische Institut für Wildtierökologie mit Standorten in Wien, Brünn und Nitra, ist selbst Eigentümer eines Landgutes in der Tschechischen Republik und natürlich auch praktizierender Jäger. Das prädestiniert ihn wie keinen anderen, uns ein Jahr lang die jagdlichen Besonderheiten unserer nordöstlichen Nachbarn näherzubringen.

 

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Wildtiere im Jahreskreis

 

Hühnerdieb und Mäusejäger

 

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und bleibt auch länger im Gedächtnis. Wer nur Zahlen und Zeiten auswendig lernt, der vergisst rasch wieder, wie lang die ein oder andere Tragzeit nun wirklich ist. Wer hingegen ein vollständiges Bild vom Jahreslauf hat, der kann besser einordnen und lernt so die Wildart besser verstehen. In diesem Sinne: „Es sollen die Bilder sprechen.“

 


Mythen um die Jagd

 

Wildbret von alten Stücken

 

 

Dem Wildbret alter Stücke sagt man nach, dass es zäh und damit weitestgehend ungenießbar sei. Die Erfahrung zeigt aber, dass auch manches Fleisch junger Stücke zäh wird, wenn es in der Küche in den falschen Händen landet. Was also wiegt mehr: das Alter oder die Zubereitung?

 

Noch immer hört man an Stammtischen und bei manch anderer Gelegenheit, Wildbret älteren Schalenwildes sei zäh und eigentlich nicht genießbar. Irgendwie steht das in Widerspruch zu unserem Streben, möglichst alte Böcke, Hirsche oder Keiler zu erlegen. Wäre es tatsächlich so, müssten wir als „ehrliche Kaufleute“ eigentlich vom Kauf solchen Wildbrets dringend abraten.

 

Muskelfleisch, das sehr viel Bindegewebe enthält, wird beim Braten schnell zäh, weil es Kollagen enthält. Daher ist es ratsam, Fleisch, das reich an Bindegewebe ist, etwa jenes, das wir von den Rippen oder von den Blättern lösen, nicht zu braten, sondern zu garen. Wir kennen beim Rind das Suppenfleisch oder den Tafelspitz (kann man mit Rotwild auch machen). Nicht anders verhält es sich mit Gulasch oder Ragout. Gut, Gulasch wird meist kurz und scharf angebraten, Betonung auf kurz. Doch dann schmort es in Flüssigkeit schön „stad“ vor sich hin. Aus dem zähen Kollagen wird über 80 Grad Gelatine. Das Fleisch bleibt weich. Wenn also ein Wildgulasch „zach“ ist, sollte man der Hausfrau einen Kochkurs schenken oder sie einfach mögen!

 

Auch der Umgang mit dem Fleisch nach der Zerlegung nimmt Einfluss auf Geschmack und Weichheit. Wer Wild zerlegt, verpackt und in die Gefriertruhe gibt, darf sich über einen „zachen Braten“ nicht wundern. Fleisch, egal ob von Haustieren oder vom Wild, muss kühl (7 °C), nicht gefroren abhängen. Nur so kann es reifen und nur so schmeckt es hernach auch. Daran muss der Jäger auch im Winter denken, gerade wenn er nach der Jagd noch eine oder gar zwei Nächte auf der Hütte bleibt und das erlegte Wild an der Hüttenwand auf einen Ast oder in die Holzlege hängt. Motto: „Bei der Kälte passiert dem Wildbret gar nichts.“ Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall und aus dem Schmaltier kann über Nacht ein uraltes Gelttier werden!

 

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Marder überlisten

 

Marder sind in fast allen Revieren zugegen, doch wer bei der Bejagung allein auf den Faktor Zufall setzt, geht meistens leer aus. Zum Glück kann der Jäger hier ein wenig nachhelfen.

 

 

Gut eingerichtete Niederwildreviere sind mit einem Netz von Kunstbauen für den Fuchs ausgerüstet. Errichtet der Jäger zusätzlich zu diesen großräumige und mit System angelegte, d. h. leicht für den Hund sprengbare Marderburgen, kann er diese mit wenig Aufwand mitkontrollieren. Richtig angelegt sind sie immer für eine Überraschung gut und ermöglichen es dem Jäger, unabhängig von Zeit und gesetzlichen Vorgaben wie bei der Fangjagd reizvoll Raubwild zu jagen. Mit mehreren Holzpaletten übereinandergestapelt, mit Siloplane wasserdicht abgedeckt und mit Reisig abgedeckt, erhalten wir praktisch zum Nulltarif Marderbehausungen, die leicht zu bejagen sind. Ein paar Bund Stroh zwischen den Paletten sorgen für wohlige Wärme und Mäuse. Bei Baubeginn sollten wir diese Untermieter auch noch durch ein paar Hände voll Getreide an unsere Burg binden. Frühzeitig im Jahr angelegt, werden sie sicherlich über den Sommer reichlich frequentiert und sollten dann ab Allerheiligen mit einem guten Bauhund kontrolliert werden.

 




Praxiswissen für Revierbetreuer

Zwiesprache mit dem Fuchs

 

 

Die Reizjagd auf den Fuchs ist eine derjenigen Jagdarten, für die der Jäger nicht nur die nötige Zeit mitbringen und Geduld aufbringen, sondern auch über die notwendige Passion verfügen muss, will er am Ende den reifen Winterbalg auf dem Spannbrett haben.

 

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Steyr Mannlicher CL II SX – Einfach, sicher und präzise

 

Ein heißer Nachmittag Ende Juli, es klopft an der Tür. Meine Freude ist groß, von der Firma Steyr eine Testwaffe überreicht zu bekommen. Das Warten hat sich gelohnt. Im Koffer befindet sich die Testwaffe, Steyr Mannlicher CL II SX im Kaliber .308 Win. Der Semi-Weight-Lauf ist nur 51 cm lang, ohne Kimme und Korn, dafür mit Mündungsgewinde. Da es sich um eine neue Waffe handelt, habe ich mich entschieden, den Lauf auf jene Weise einzuschießen, die nachfolgend die beste Präzision erwarten lässt. Nach dem ersten Schuss wird der Lauf chemisch gereinigt, der Vorgang wird einige Male wiederholt, anschließend wird nach jedem 3. Schuss gereinigt, dann nach jedem 5. Schuss (siehe auch „Einfahren von Läufen, Maiheft, Seite 102 f.). Das Geschoß meiner Wahl wird in Zeltweg von Ing. Mayerl hergestellt. Das Mayerl Aero ist ein gefrästes Vollkupfergeschoß, welches in exakt kalibrierte und getrimmte Lapua-Hülsen gesetzt wurde.

 


Nachdem der Lauf eingekupfert wurde, konnte ich auch schon die ersten Ergebnisse verbuchen, das 135-Grain-Geschoß stanzt 5 Löcher auf 1,5 cm Durchmesser – und das wiederholbar. Wahnsinn! Zeit, die Waffe im Revier zu führen. Der kurze Lauf macht sich bereits beim Verstauen ins Jagdauto positiv bemerkbar. Dadurch nimmt man die CL II auch gerne mit. Der ersten Schuss im Revier erfolgte dann auch sehr spontan. Ich lege auf einem Siloballen auf. Ruhig durchatmen, Entfernung schätzen und die Parallaxe des Z8i einstellen, entsichern, einstechen – das relativ hohe Gewicht der Waffe schluckt den Rückstoß fast vollständig. Das Reh in der Entfernung der GEE liegt im Feuer. Sehr zufrieden schultere ich das Gewehr und berge meine Beute. Das Z8i zeigt unglaublich scharf und die 16-fache Vergrößerung ist mehr als ausreichend für meine Revierverhältnisse.

Die Schafteinlagen greifen sich angenehm an und verhindern ungewolltes Rutschen. Der Kunststoffschaft mit weichen Gummieinlagen ist bei stärkeren Verschmutzungen allerdings nicht ganz leicht zu reinigen, da muss man schon richtig mit Wasser ran. Ein gut geölter Holzschaft ist fast leichter von Schmutz und Erde zu befreien. Außerdem finde ich schon bald einen kleinen Kratzer im Kunststoff. Auch das kantige Design des Vorderschaftes ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber mir liegt er sehr gut in der Hand.

Am Hochsitz macht sich der kurze Lauf wieder positiv bemerkbar. Das Hantieren mit der Waffe ist einfach und geräuschlos möglich, das Entriegeln des Kammerstängels geht jedoch nicht geräuschlos vonstatten. Dreht man das Rad am Kolbenhals einen Klick nach vorne, so springt der Kammerstängel etwas hinauf, und um leise zu sein, muss man den Kammerstängel mit der freien Hand auffangen.

Zur späteren Stunde konnte ich das Zielfernrohr noch ausgiebig auf Dämmerungsleistung testen. Der Leuchtpunkt ist sehr genau einzustellen und erlöscht nach bestimmter Zeit von alleine. Das Zielfernrohr zeigt erstklassig, trotzdem wird es irgendwann ganz dunkel. Ich freu mich schon auf Schnee und Füchse.

Im Herbst konnte ich mit der Testwaffe noch zwei Schmalrehe und ein Kitz erlegen. Das Mayerl-Geschoß entwertete kaum Wildbret und unter den Decken waren überraschend wenige Hämatome zu finden. Der Treffersitz ist natürlich der wichtigste Faktor und hier ist eine präzise Waffe mit optimaler Munition eine wesentliche Voraussetzung. Zusammenfassend kann ich die Testwaffe in drei Wörtern beschreiben: einfach, sicher und präzise!

Leo Bleeker


Jagd heute 

 

Jagdstatistik  2016/2017 – Mehr Füchse als Fasane

 

Während die Abschüsse bei den wichtigsten Schalen- und Haarraubwildarten eher zunehmen, nimmt die Niederwildmisere kein Ende. Abermals sind in Österreichs Revieren im Vorjahr mehr Füchse als Fasane erlegt worden.


Waffe, Schuss & Optik

 

Merkel K3 Extreme

 

 

Im letzten Jahrzehnt hat sich im Waffenbau nicht nur technisch einiges getan, auch bei der Auswahl der Werkstoffe und in der Formgebung ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Bei den klassischen Kipplaufwaffen geht man da behutsamer zu Werke, da ihre Käufer bewusst auf ein traditionelles Erscheinungsbild setzen. Merkel hat mit dem Modell K3 Extreme als erster Hersteller eine Kipplaufbüchse optisch ins nächste Jahrhundert geführt. Wieder ein Beweis dafür, dass es oft nicht viel braucht, um Großes zu bewirken.

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

Ein kleiner Stamperer

 

Längst sind die Reviere, wo der Jäger im Herbst auf den großen Niederwildjagden aus dem Vollen schöpfen kann, rar geworden. Doch wer seinen Niederwildbesatz trotz aller widrigen äußeren Einflüsse pfleglich behandelt, muss dennoch die Flinte nicht ins Korn werfen. Mit einem überschaubaren Aufwand kann der Jäger immer noch in einer kleinen, geselligen Runde eine bescheidene Ernte einfahren und die Freude an der Jagd mit Flinte und Hund genießen.

Jede Gesellschaftsjagd – ob nun eine große Bewegungsjagd auf Schalenwild oder ein eher familiäres Hasenstampern unter Freunden – muss angemessen vorbereitet sein, wenn sie von Sicherheit und Jagderfolg geprägt sein soll. Sie erfordert von allen Teilnehmern ein hohes Maß an Konzentration, Können und Disziplin. Der Jagdleiter hat dazu im Vorfeld eine Reihe von Überlegungen anzustellen, damit der Ablauf des Jagdtages den Gästen als ruhiger Selbstläufer erscheint. Je akribischer die Planung und Einweisung aller Akteure gelingt, desto eher wird dies der Fall sein. 

Besondere Bedeutung kommt der Wahl der einzelnen Arten von Treiben zu. Diese richten sich vornehmlich nach den örtlichen Gepflogenheiten, der Revierstruktur, nach den zu bejagenden Wildarten und der Anzahl der zur Verfügung stehenden Personen. Für Niederwildjagden in kleiner Runde scheiden die großen Feldtreiben schon einmal aus, denn für die großflächige Gestaltung von Kesseltreiben, Böhmischen Streifen oder großen Vorstehtreiben sind aufgrund der Dimension der Treiben mindestens 80 Teilnehmer angesagt. Für die geplanten kleinen Stamperer wählen wir meistens die kleine Streife.

Wildmeister Matthias Meyer

 

Mehr dazu in unserem November-Heft. Kostenloses Probeheft anfordern.

 

 

 


Hund & Herrl

 

Stammvater aller Dackel

Die Alpenländische Dachsbracke erfreut sich im Alpenraum gleichbleibender Beliebtheit und Wertschätzung. In Österreich fallen alljährlich um die 100 Welpen aus, welche bevorzugt an aktive Jäger mit entsprechender Jagdmöglichkeit weitergegeben werden. Dies sind langfristig die Kriterien für die erfolgreiche Zucht von Jagdhunden: eine breite Zuchtbasis über Landesgrenzen hinweg und Hunde, die sich im jagdlichen Alltag beweisen können.


Ein Hund der Kronprinzen und Bauernjäger

Wie von älteren Berufsjägern in Südkärnten zu erfahren war, hat Graf Douglas v. Thurn-Valsassina in seinen Forsten in den Karawanken vom Pohorje bis zum Hochobir die Alpenländische Dachsbracke sehr geschätzt und gefördert. Kaum ein Revierjäger war ohne diesen Hund unterwegs. Auch die kaiserlichen Jäger im Mürztal und im Ausseerland führten diese Bracke. Auf einer Orientreise des Kronprinzen Rudolf von Habsburg zum Ende des 19. Jahrhunderts leisteten die „Dachseln“, welche seine Berufsjäger mitführten, wertvolle Dienste. Als die Jagd auf eigenem Grund und Boden ab dem Jahr 1848 auch für Bauern möglich wurde, waren es die Alm- und Waldjäger, welche sich auf ihren Höfen  Dachsbracken hielten, und sie tun es auch heute noch mit Überzeugung. In den Nockbergen und im oberen Drautal, in Ost- und Südtirol gibt es die verschworenen Brackierjäger noch, für die es nichts Schöneres gibt, als die herbstliche Brackade auf den Schnee- und Waldhasen erleben zu dürfen. 


Anerkennung als Schweißhund

Die Dachsbracke wurde 1932 als Rasse anerkannt, auch als eine von drei Schweißhunderassen. Gerade die Riemenarbeit war bis dahin den Hannover’schen Schweißhunden sowie den Bayerischen Gebirgsschweißhunden vorbehalten. „Ein Hund, der eine Gesundfährte des Hasen halten kann, die 5 Minuten alt ist, der wird auch die Übernachtfährte eines Hirsches halten können!“, so habe ich es des Öfteren aus dem Munde von erfahrenen Nachsuchenführern gehört. Wie schwierig die Nachsuche in gebirgiger Landschaft ist, konnten wir am eigenen Leib oftmals erfahren. Und genau da spielt die Alpenländische Dachsbracke ihre Stärke aus, leicht und elegant überwindet sie Stock und Stein, um die Fährte zu halten und das Stück zu stellen. Ihr lockerer Hals und ihr anhaltendes, helles Geläut führen den Jäger heran an die Bail. Wie hinderlich ein Riemen am Berg ist und zu einer Gefährdung von Hund und Jäger führen kann, ist allen Praktikern bekannt. Eine ruhige, entspannte Erziehung wird auch zu einem entspannten, umgänglichen Hund führen, denn intelligent sind sie ja, die Dachseln. Vor allem aber: Der Hund wird ohne Riemen an der Seite des Jägers durch dick und dünn pirschen!


Die Zukunft?

 Wenn man sich die Zuchtbasis so mancher Jagdhunderasse ansieht, dann schaut es für die Zukunft ziemlich düster aus. Zu wenige Würfe, immer kleiner werdende Bestände, Inzucht und diverse Erkrankungen führen zu einer Ausdünnung und damit schlussendlich auch zum Erlöschen von Rassen. Die Alpenländische Dachsbracke hingegen erfreut sich im Alpenraum von Südtirol bis in die nördlichen Kalkalpen und von Polen, Tschechien bis in den slowenischen Karst einer gleichbleibenden Beliebtheit und Wertschätzung. In Österreich fallen alljährlich um die 100 Welpen aus, welche bevorzugt an aktive Jäger mit entsprechender Jagdmöglichkeit weitergegeben werden. Dies sind langfristig die Kriterien für die erfolgreiche Zucht von Jagdhunden: eine breite Zuchtbasis über Landesgrenzen hinweg und Hunde, die sich im jagdlichen Alltag beweisen können. Jagdhunde also, welche sich über die Leistung aus gelebter Jagdpraxis heraus definieren und damit über ihre inneren Werte.

 

Gerhard Kosel


Fleischjagd – Wurzel des Weidwerks 

 

Hasenkeulen geschmort

Ein Hase – am Ansitz erlegt, edles Wildbret, kostbar und rar. Auf den kurzen Moment der Jagd folgen eine Zeit der sorgfältigen Zubereitung und ein dankbares Miteinander am festlichen Tisch. 

 

4 Hasenkeulen, 5 dag Butter, Thymian, Salz, Pfeffer, ½ l Wildfond, 20 dag Wurzelwerk gemischt (Petersilie, gelbe Rüben, Karotten). 

 

 

Die Hasenkeulen parieren. Salzen und pfeffern. In schäumender Butter anbraten, mit Wildfond aufgießen und in der geschlossenen Kasserolle  zirka 40 Minuten schmoren lassen. Ein paar frische Thymianzweige mitschmoren. Garnitur: Petersilwurzeln, Karotten, gelbe Rüben, geschält und geviertelt, blanchiert und in Butter geschwenkt.

 


Im Revier

 

Rotwildjagd im Herbst und Winter:
Überlegungen zu Jagdstrategien

 

Untersuchungen lassen darauf schließen, dass sowohl die Freizeitgesellschaft als auch die Jagd direkten Einfluss auf das Verhalten und die Sichtbarkeit des Rotwildes nehmen. Um jagdlich dennoch erfolgreich zu sein, muss sich hier der Jäger anpassen.

 

Gerade in Gebieten, in denen Rotwild reduziert werden muss, werden sich die Jäger noch intensiver mit Überlegungen beschäftigen müssen, wie sie die hohen Abschussvorgaben erfüllen können. Verschiedene Jagdstrategien können zum Erfolg führen. Neben der Ansitzjagd können auch Gesellschaftsjagden, die als Sammelansitz oder Riegel- bzw. Stöberjagden mit Hunden abgehalten werden, ein probates Mittel sein. Wenn Rotwild im Zuge der notwendigen Reduktion einem erhöhten Jagddruck ausgesetzt ist, kann es sich erstaunlich gut anpassen.

 

  

 

Andreas Palatin hat versucht, in einem Gemeindejagdrevier über 12 Monate ein Monitoring der Hauptwildarten durchzuführen und dabei viele Wildkameradaten und seine eigenen Beobachtungsdaten gesammelt und aufgezeichnet. Aus diesen Daten kann man sehen, wie sich die bei uns durchgeführten Stöberjagden auf die Sichtbarkeit des Rotwildes ausgewirkt haben, und man kann anhand der Daten auch einige einfache Strategien für die Ansitzjagd im November und Dezember ableiten ...

 

 

Mehr darüber finden Sie in der Oktober-Ausgabe.

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

Erste Tage mit der Flinte

 

Im Feldrevier jagen die Jäger nun mit dem Vorstehhund auf Fasan, Hase und Ente. Das Niederwild drückt sich lange in der Zwischenfrucht Senf oder Raps. Auch Rübenschläge, Luzerne und gar noch stehende Getreidestoppel sind aussichtsreich. Mit kleiner Besetzung lassen sich im übersichtlichen Feld Zuckerrübenschläge und kleine Maisfelder sehr erfolgreich auf den Fuchs stöbern. Zuvor abgehaltene  Scheinwerferzählungen, auf den Hasen bezogen, zeigen uns zusätzlich, wo wir noch über den Sommer zugelaufene Jungfüchse im Revier haben.

Die Besatzermittlung beim Hasen gibt uns im zeitigen Herbst wichtige Daten über den Jahreszuwachs und den aktuellen Herbstbesatz. Nur wenn es dieser ohne Eingriff in den Grundbesatz zulässt, kann ich eine große Treibjagd abhalten. Schließlich sollte die Hasenstrecke schon noch deutlich über der Anzahl der teilnehmenden Schützen liegen, will man sich als Jagdherr nicht blamieren. Auch sollten wir wissen, dass unser jagdliches Tun kritisch in der Öffentlichkeit beäugt wird. Wo der Hasenbesatz keine Gesellschaftsjagd mehr zulässt, schießt sich der Jäger seinen Küchenhasen lieber mit der kleinen Kugel am Ansitz. Auch das kann stimmungsvolle Jagd im herbstlichen Wald sein!

 

Nach der Ernte in der Landwirtschaft folgt der Flächenumbruch. Der zu diesem Zeitpunkt hohe Niederwildbesatz wird, bezogen auf die Deckung im Feld, auf wenige Korridore zusammengedrängt. Wohl dem Jäger, der sein Revier mit Remisen, Hecken, Feldgehölzen, Wildäckern und Brachen gut bestückt weiß! In der von heute auf morgen abgeernteten Feldflur sinkt der Niederwildbesatz rasch. Ein Teil wandert ab – hauptsächlich beim Fasan –, ein Teil infiziert sich bei dem feuchtwarmen Herbstwetter mit Kokzidiose aufgrund der zahlenmäßigen Konzentration auf den verbliebenen Äsungsflächen und ein anderer Teil fällt dem übermächtigen Raubwilddruck innerhalb kurzer Zeit zum Opfer. Somit sind innerhalb weniger Herbsttage alle Vermehrungsanstrengungen einer Niederwildpopulation vergebens, wenn der vorausschauende Jäger nicht jährlich neue Trittsteine im Biotopverbundsystem seines Reviers schafft und pflegt sowie täglich seinen Raubwildbesatz kontrolliert und vor allem auch korrigiert.

 

Wildmeister Matthias Meyer 


Der Tierarzt im ANBLICK

 

Wildbrethygiene als Visitenkarte des Jägers

Damit Jäger ihren lebensmittelhygienischen Aufgaben gerecht werden können, sind eine gute Ausbildung, laufende Weiterbildung und eine intensive Praxis erforderlich. Nur wenn man das Normalbild eines Organes kennt, können auch Abweichungen oder Auffälligkeiten erkannt werden. Bei den vorgeschriebenen Untersuchungen (Ansprechen, Aufbrechen, Organe, Wildkörper) haben Jäger bzw. kundige Person auf Merkmale zu achten, die darauf schließen lassen, dass Organe oder Wildbret gesundheitlich bedenklich sein könnten. Werden bei der Untersuchung keine auffälligen Merkmale festgestellt, wurden vor dem Erlegen keine Verhaltensstörungen beobachtet und besteht kein Verdacht auf Umweltkontamination, so kann die kundige Person die Bescheinigung ausstellen. Werden bei der Untersuchung vom Jäger oder von der kundigen Person jedoch abweichende Merkmale festgestellt, so muss dem zuständigen amtlichen Tierarzt (= „Fleischbeschautierarzt“) mitgeteilt werden, welche auffälligen Merkmale, welche Verhaltensstörungen oder welcher Verdacht auf Umweltkontamination sie bewogen hatten, keine Bescheinigung auszustellen, sofern der Tierkörper nicht unschädlich beseitigt wird. Steht keine kundige Person zur Verfügung, muss die Untersuchung von einem amtlichen Tierarzt durchgeführt werden. Alle für Trichinose anfälligen Arten sind einer Trichinenuntersuchung zu unterziehen.

 

Mithilfe eines geistigen Ablaufschemas sollten Jäger danach trachten, vom Ansprechen bis zum Zerwirken keine Fehler zu machen, die die Wildbretqualität negativ beeinflussen könnten. Mit dem Aufstellen von 10 wesentlichen kritischen Punkten, aus denen Gebote für die Wildbrethygiene ableitbar sind, wurde eine Hilfestellung und Gedächtnisstütze für die fachgerechte Gewinnung von Wildbret gegeben. Diese vor 25 Jahren vom Autor aufgestellten 10 Gebote der Wildbrethygiene umfassen:

 

1. Ansprechen vor dem Schuss („Lebenduntersuchung“),

2. Jagdmethode,

3. Schuss,

4. äußerlich feststellbare Veränderungen,

5. Aufbrechen,

6. innerlich feststellbare Veränderungen,

7. Ausschweißen und Reinigen,

8. Auskühlen,

9. Transport sowie Lagerung,

10. Kühlung und Verarbeitung.

 

 

Wenn die Zeit kommt, in der wir jedes Stück so ansprechen, beschießen und versorgen, wie wenn wir es selbst verzehren wollen, dann wird Wildbret tatsächlich zum „besten Produkt der Jagd“, das uns auch in der nicht jagenden Bevölkerung entsprechende Sympathien entgegenbringt. Der Umgang mit dem Thema Wildbret ist eine Visitenkarte des Jägers. Bereiche wie Wildbret und Wildtiergesundheit sind auch wichtige Zukunftsfragen der Jagd und sie werden die weitere Entwicklung der Jagd wesentlich mitbestimmen. Dazu muss sich der Jäger aber seiner Rolle als „Lebensmittelunternehmer“ in der Versorgung des erlegten Wildes bewusst sein bzw. werden.

 

Dr. Armin Deutz


Waffe, Schuss & Optik 

 

Sauer 101 Artemis
An den Leib geschäftet

Die Zeit, wo sich die Weidfrau ihr jagdliches Handwerkszeug von ihrem Weidmann borgt, ist längst vorbei. Heute gibt es erstklassige Jagdausrüstung, die direkt auf die besonderen Bedürfnisse der holden Weiblichkeit zugeschnitten ist. Die Sauer 101 Artemis ist eine davon.

 

Um weidgerecht jagen zu können, braucht es zunächst einmal zwei Dinge. Erstens eine Jagdausrüstung, die eine zuverlässige schnell tötende Wirkung des beschossenen Wildes garantiert. Und zweitens braucht es die Steuerfrau im Hintergrund, der die Jagdausrüstung auf den Leib geschnitten ist. Beides trifft auf die Sauer 101 Artemis in der vorliegenden Testvariante zu. Der Schaft ist kürzer, damit auch die 160 cm große Weidfrau damit klarkommt. Weiters ist der Schaftrücken höher, damit die zarten Backenknochen der Jägerin im Anschlag eine gute Führung haben. Das Kaliber .308 Winchester ist rückstoßarm und dabei kraftvoll genug, um alles bei uns vorkommende Wild weidgerecht bejagen zu können. In skandinavischen Ländern gehen nicht wenige Grünröcke damit sogar auf Elch- oder Bärenjagd.

 

 

Die 101 an sich ist ein klassischer Repetierer ohne viel Schnickschnack. Einzig der Holzschaft wird einer Laserbehandlung unterzogen, damit die dunkle Maserung zur Geltung kommt: gutes Aussehen für wenig Geld, was abermals für das beschriebene Einsatzgebiet spricht. Die 101 hat eine klassische Zweistellungssicherung, auch wenn diese optisch einer Handspannung nachempfunden ist. Das Einsteckmagazin fasst sogar fünf Patronen, was eine für heutige Standardwaffen ungewöhnlich hohe Kapazität ist. Der Lauf kann natürlich auch mit Mündungsgewinde bestellt werden. Damit ist die Waffe schalldämpfertauglich, falls einmal der Tag kommt, an dem der Gesundheitsschutz der Berufsjäger, dem von Freizeitjägern gleichzusetzen ist. Der Ladenrichtpreis liegt bei € 2.148,-. Das verwendete Zielfernrohr ist ebenfalls ein preiswerter Allrounder, doch nicht mehr erhältlich, weil es durch das V6 abgelöst worden ist. Das Zeiss Conquest 3 – 12 x 50 hat ein Leuchtabsehen und deckt die typischen jagdlichen Einsatzgebiete vom Zoombereich her völlig ab. Auch der Einsatz bis in die tiefe Dämmerung hinein ist damit noch gut möglich.

 

Ing. Andrea Pirker 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Im Niederwildrevier beginnt die Ernte

 

Deutlich besser als beim Niederwild sieht die Besatzsituation noch bei den Stockenten aus, sie ist in vielen Revieren mit einem entsprechenden Anteil an Wasserflächen eine jagdlich lohnende Wildart. Wohl in den meisten Revieren werden die Breitschnäbel auf dem Abendstrich bejagt, wenn sie mit einsetzender Dämmerung zu ihren Äsungsplätzen streichen. 

Eine gute Stunde vor Dunkelheit muss der Jäger gut getarnt in einem Versteck – natürlich unter Berücksichtigung des notwendigen Sicht- und Schussfeldes – vor Ort sein, denn die Ente äugt ungemein gut. Gepflegte Entenreviere haben nicht selten an den Stellen, die sich Jahr für Jahr bewährt haben, feste Entenstände. Einfache Schirme aus Schilf, Brettern oder Tarnstoff mit einem Sitzbrett werden in die vorhandene Deckung nahe den Flugschneisen gebaut. Sie sind gerade so hoch, dass der Jäger im Sitzen volle Deckung hat und im Stehen bequem oben hinaus mitschwingen und schießen kann. 

Die ersten einzeln einfallenden Enten, die so genannten Spione, sollten wir nicht beschießen, denn sie dienen uns als Lockenten und ziehen nicht selten im Schlepp meist andere Schofe nach. Um ein deutlich besseres Treffen zu gewährleisten, lassen wir die Schofe einfallen, scheuchen sie auf und beschießen sie beim Auffliegen. Der Erfolg ist weit größer und die Quote angeschossener Enten ist nur gering, da sie auf eine in der Dämmerung passende Entfernung beschossen werden. Der größte Fehler bei der niederen Jagd allgemein und beim abendlichen Entenstrich im Besonderen ist das viel zu weite Schießen mit Schrot!

An übersichtlichen Wasserflächen oder Überschwemmungsgebieten kann der Jäger mit der Lockjagd überaus erfolgreich weidwerken. Neben dem Entenlocker und guten Tarnständen kommen nun Gruppen mit ausgelegten künstlichen Lockenten zum Einsatz. Vorbeistreichende Enten fallen nicht selten ohne langes Kreisen spontan bei den Lockbildern ein und werden so zur ersehnten Jagdbeute. Wie bei anderen Lockbildern auch begünstigt erst eine gewisse Anzahl an Lockattrappen die Wirkung auf die Ente.

 Für den Einzeljäger oder in kleinen Trupps kann die Suche mit dem Vorstehhund an kleinen Bächen eine herrliche Jagdart auf die Breitschnäbel sein. Wer an seinen Bächen und Gräben im Revier die von den Enten bevorzugten Aufenthaltsorte genau kennt, sucht nicht am Wasser entlang, sondern geht diese Stellen von der Landseite her im rechten Winkel an und bringt die Enten auf kurze Distanz zum Aufstehen. Manchmal streichen die Enten recht flach ab. Deshalb muss der Jäger stets das Hinterland sorgsam im Auge haben und nicht zu grobe Schrote nehmen.

 

  

 

Wenn sie gekonnt vorbereitet und straff organisiert werden, sind die tagsüber durchgeführten Ententreiben an größeren, mit breitem Schilfsaum bewachsenen Teichanlagen für alle Teilnehmer sehr erfreulich. Klappt das rasche und vor allem lautlose und gedeckte Einnehmen der Stände durch die Schützen, ist schon der halbe Erfolg gesichert. Die andere Hälfte hängt maßgeblich an der Beschaffenheit des Weihers und der Art, gekonnt zu treiben.

Wer mit viel Krach und noch mehr Hunden von allen Seiten die Enten bedrängt, riskiert, dass sie sich alle auf einmal aufmachen und nach einer großen, lauten Salve und wenig Beute das Treiben leer ist oder sich die Enten gar über der freien Wasserfläche hochschrauben und für alle Flinten unerreichbar entschwinden. Wer viel Deckung in Form von Schilf, bewachsenen Inseln oder Rohrkolben im Wasser seiner Teiche hat, wer erst mit ein wenig Klatschen und einem oder zwei Hunden arbeitet, bringt die ersten Schofe vor die Flinten, während sich die anderen Enten in die Deckung schieben. Oft kreisen die beschossenen Schofe oder kehren sogar zurück und können mehrmals beschossen werden, während die stöbernden Hunde weitere Breitschnäbel locker machen. So kann nicht nur viel erfolgreicher Strecke gemacht werden, sondern das ganze Treiben oft eine halbe Stunde oder länger andauern!

 

Legen wir so ein Treiben gar auf den späteren Nachmittag, bietet sich förmlich an, dass die Stände für den anschließenden Abendeinfall besetzt bleiben können.

 


Im Revier 

Jetzt ist Hirschmond!

 

Der September heißt im Hochwildrevier Hirschmond. Je nach Region ist ab Mitte des Monats Brunftzeit beim Rotwild. Die Jagd gilt in diesen wichtigen Tagen den Hirschen. Alte Hirsche, meist die ersten aktiven, treffen auf ihren traditionellen Brunftplätzen ein.

Das Angehen des meldenden Hirsches, egal ob mit oder ohne Hirschruf, ist für den Hochwildjäger die Krone der Jagd. Dazu sind viel Erfahrung und handwerkliches Können, aber auch Mut und Entschlusskraft vonnöten. Gerade weil es manchmal dabei sehr schnell gehen muss, schwebt stets die Gefahr des Fehlabschusses mit. Obwohl oder gerade weil der Hirsch sich vornehmlich auf das brunftige Stück konzentriert und damit abgelenkt scheint, muss der angehende Jäger höllisch auf das Kahlwild achten, sonst ist der Genuss von ungestörten Brunftszenen aus unmittelbarer Nähe bald vorbei!

Die Jagd auf den Brunfthirsch ist meist in der Kombination aus Ansitz und Pirsch zu sehen. Oft sitzt der Jäger erst an, um Hirsche zu verhören. Meldet ein Hirsch verlässlich, versucht man, ihn anzugehen, wenn Licht, Wind und Örtlichkeit es zulassen. Günstig dafür ist der frühe Morgen. Der Jäger gerät so nicht unter Zeitdruck, denn die Lichtverhältnisse werden zunehmend besser. Die örtlichen Gegebenheiten und das Verhalten des Rotwildes entscheiden, ob wir bereits im Dunkeln oder beim ersten Büchsenlicht den Hirsch verhören. Störungen des Rotwildes lassen sich bei Licht besser vermeiden.

Meldet ein Hirsch anhaltend, pirschen wir rasch, aber lautlos, immer ein Auge auf das Kahlwild gerichtet, so weit heran, dass wir ihn ansprechen können. Bei einem suchenden und dabei flott ziehenden Hirsch ist es jedoch hoffnungslos, Schritt halten zu wollen. Sein Tempo ist für den Jäger zu hoch. Zieht der schreiende Hirsch jedoch langsam mit Kahlwild dem Einstand entgegen, schneidet der erfahrene Jäger dem Wild den Weg ab und passt es an einer übersichtlichen Stelle ab. Das sind aufregende und lange Minuten, denn vertrautes Wild lässt sich oft beim Aufsuchen des Tageseinstandes viel Zeit. Verstummt der Hirsch gar, braucht der Jäger nun Geduld und ein bisschen Glück.

 

Weitaus bessere Chancen, den Hirsch zu strecken, haben Jäger, die in den verschiedenen Situationen der Brunft den Einsatz des Hirschrufes verstehen. Dazu allerdings bedarf es sehr feiner Beobachtungsgabe, reichlich Erfahrung und fleißiger Übung, um den Ruf erfolgreich handhaben zu können. Denn nur wer weiß, in welcher Stimmung sich der meldende Hirsch befindet, wird ihm richtig antworten oder eine entsprechende Stimmung und Reaktion bei ihm auslösen können. Die richtige Handhabung des Hirschrufes muss unter Anleitung eines versierten Rufjägers im Revier erlernt werden.

 

 
Im Schreiduell mit dem Hirsch

 

In der Praxis des Hirschrufens sind drei Situationen gängig:

 

1. Mit dem Ruf sollen andere bisher noch stumme Hirsche animiert werden zu antworten, um so dem Jäger ihren Standort zu verraten.

 

2. Mit dem Ruf eines beim Kahlwild stehenden Hirsches soll ein suchender Hirsch zum Zustehen gebracht werden. 

 

3. Einen Hirsch, der bereits beim Kahlwild steht, kann der Jäger nur schwer zum Zustehen „überreden“. Ihn muss man angehen und unter Zuhilfenahme des Hirschrufes ahmt man einen sich langsam dem Brunftrudel nähernden Hirsch nach. Wichtig ist dabei, einen in der Stimme geringeren Gegner zu imitieren. Auf Büchsenschussdistanz suchen wir uns jetzt einen übersichtlichen Platz, der trotzdem Deckung und Tarnung bietet. In der Kombination aus Sprengruf und Mahnen des getriebenen Alttieres wird es jetzt meist ernst. Hilft auch das noch nicht, schlagen wir in der Deckung mit einem Knüppel in Strauch und Geäst, eben wie der Hirsch selbst. Oft hält der Hirsch nun im flotten Troll mit einschüchterndem Imponiergehabe direkt auf uns zu! Manchmal schleicht er aber auch unscheinbar heran, dass wir nur das Anstreichen seiner Stangen an den tief herabhängenden Ästen hören. Spätestens jetzt muss eine Entscheidung fallen …

 


Der Tierarzt im ANBLICK

 

Den Blick fürs Normale schulen

Nur wenn der Jäger bzw. die kundige Person über ausreichende Erfahrung zum Normalbefund von Organen bei den unterschiedlichen Wildarten verfügt, können Auffälligkeiten erkannt werden. Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz beschreibt am Beispiel einer Schmalgeiß diese Normalbefunde näher.

 

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Waffe, Schuss & Optik 

 

Das Z8i im Jagdeinsatz

Lange Zeit war es für die jagdoptischen Hersteller schon eine Herausforderung, hochwertige Zielfernrohre mit drei- oder vierfachem Zoomfaktor herzustellen. Was Swarovski vor gut zehn Jahren mit dem Sechsfachzoom im Z6 gelungen ist, ist fast einer Revolution gleichgekommen. Bis dahin wäre es nicht denkbar gewesen, so etwas zu realisieren. Entsprechend gut ist dieses Zielfernrohr am Markt aufgenommen worden. Auf diese Erfahrungen aufbauend, war es zum Z8 im Verhältnis ein logischer Schritt. Ziel der Entwicklung war es, ein klassisches Jagdzielfernrohr (mit 30 mm Mittelrohr) zu bauen und dabei den maximal möglichen Zoomfaktor mit bester Optik zu bekommen. Das Ergebnis heißt: Z8, bestätigt auch Florian Kreißl, der als Produktmanager bei Swarovski maßgeblich an der Weichenstellung der letzten Jahre mitgewirkt hat und nun Vertriebsleiter für Österreich ist: „Das große Cockpit hatten wir schon und auch die anderen Komponenten sind stark an den Aufbau des Z6 angelehnt. Die Optik musste aber natürlich völlig neu berechnet werden, um das Achtfachzoom im 30er-Mittelrohr unterbringen zu können.“

 

Herausgekommen ist nun jedoch mehr als ein verbessertes Z6. Das Z8 gibt es nämlich als Drückjagdglas, mit 42er, 50er und 56er Objektiv. Die nutzbare Vergrößerung geht – modellübergreifend – von einfach bis 18-fach. Da sich der Zoom-Bereich bei den vier Modellen teilweise sehr stark überschneidet, geht es in der Praxis darum, welchen Objektivdurchmesser man bevorzugt und welches Modell sich daraus ergibt. Je größer nämlich der Objektivdurchmesser ist, umso größer ist die Austrittspupille und umso höher der Beobachtungskomfort. 

 

 

 

Vergleicht man nun ein Z6i 2 – 12 x 50 mit dem Z8i 2 – 16 x 50, fällt auf, dass das Sehfeld bei gleicher Vergrößerung ident ist. Bei zweifacher Vergrößerung ergeben sich hier 21 Meter auf 100 Meter, womit sowohl das Z6 als auch das Z8 zumindest eingeschränkt drückjagdtauglich ist. Auch bei höherer Vergrößerung bleibt das Verhältnis gleich, nur bei der 16-fachen Vergrößerung des Z8 ist diese naturgemäß geringer als bei der höchsten Vergrößerung im Z6.

Etwas anders sieht es bei der Dämmerungstauglichkeit aus, da der Lichteinfall immer mit dem wirksamen und nicht dem maximalen Objektivdurchmesser korrespondiert. Deshalb nimmt die Dämmerungsleistung beim Z8 nach oben hin relativ stärker ab als beim Z6. Swarovski kompensiert das mit anderen Neuerungen, z. B. verfügen die Z8-Gläser über eine etwas höhere Transmissionsleistung, wie auch die gesamte Optikrechnung auf eine noch bessere Abbildungsleistung hin optimiert wurde. Das macht sich neben der Bildqualität gerade im Anschlag bemerkbar, da die Austrittspupille auf einen merklich verbesserten Sehkomfort (größere Strahlenbündel am Rand) optimiert worden ist.

Auf die Frage, ob in Kürze mit einem Z10 oder Z12 zu rechnen ist, meint Florian Kreißl: „Aus heutiger Sicht ist das Z8 das absolut Mögliche, was optisch in einer klassischen Zielfernrohrsilhouette (30 mm Mittelrohr) verbaut werden kann.“

 

Was beim Jagdeinsatz klar für das Z8 mit bis zu 16-facher Vergrößerung spricht, ist, dass man sich beim Ansprechen beinahe schon das Spektiv erspart. Auf jeden Fall sieht man in der hochvergrößernden Zieloptik bedeutend mehr als beim Pirschglas, das meist im einstelligen Vergrößererungsbereich angesiedelt ist. 

 

 

Ein weiterer Vorteil für viele Jäger ist, dass man zu den Z8-Modellen jederzeit einen Ballistikturm dazukaufen kann, der mit einem Klickverschluss werkzeuglos montiert und wieder abgenommen werden kann. Außerdem passt dieser Turm sowohl für die Höhen- als auch für die Seitenverstellung. 

Die Mehrleistung des Z8 hat aber auch ihren Preis. Momentan liegt das vergleichbare Modell rund 25 % über dem Preis des Z6. Beim Z8i 2 – 16 x 50 P L sind das aktuell € 2.830,-. Für jeden Ballistikturm schlagen weitere € 253,- zu Buche.

Stefan Maurer

 


Im Revier

 

Die Gams in der Höll

 

Beim Höllgraben handelt es sich eher um ein himmlisches Refugium für Fauna und Flora als um eine finstere, furchterregende Hölle. Besonders das Gamswild schätzt die Kühle in diesem unzugänglichen Schluchtwald unweit von Stainz in der Weststeiermark.
Oberförster Helmut Fladenhofer führt uns durch das Naturjuwel am Fuße des Reinischkogels.

 

Gesamter Artikel als Download:

 


Unser Wild im August

 

Immer dem Windfang nach

 

Der Geruchssinn ist nicht nur für Reh und Hirsch, sondern für viele Wildarten der wichtigste Sinn überhaupt. Grund genug für Wildbiologe Hubert Zeiler, ein wenig auf Duftquellen und ihre Bedeutung einzugehen.


Mehr als 10.000 verschiedene Düfte kann der Mensch wahrnehmen. So schlecht riechen also auch wir nicht. Düfte wecken Erinnerungen, machen Appetit, rufen Ekel hervor, sogar unsere Partnerwahl wird von Düften beeinflusst. Die meisten Duftmoleküle, die in der Luft herumschwirren, sind allerdings gar nicht für unsere Nasen gedacht. Gerüche und Düfte sind die ursprünglichste Form der Kommunikation. Für Tiere sind sie überlebenswichtig. Sie sind notwendig, um Nahrung zu finden, Feinde zu erkennen, Rudelmitglieder zu alarmieren, um Reviere zu markieren oder Partner anzulocken – womit nur ein kleiner Ausschnitt aus dem gesamten Bedeutungsspektrum umrissen ist. Für viele Wildtiere sind Duftmarken so etwas wie für uns Visitenkarten. Das heißt, wenn ein Fuchs oder ein Rehbock sein Revier markiert, dann steht da nicht einfach „Reh“ oder „Fuchs“, sondern hier war der eine ganz bestimmte Rehbock oder Fuchs mit seinem ganz unverkennbaren individuellen Geruch! Der Jahrling muss dem alten Gabler von der Brunnenwiese also gar nicht begegnen – allein eine Plätz- oder Fegestelle, ein Zweig, wo Sekret aus den Drüsen der Stirn oder vom vorderen Augenrand abgestreift wurde, reicht, um zu wissen: „Der alte Grantscherm war da – bis hierher und besser nicht weiter.
Das Reh besitzt eine ganze Reihe von Duft- und Talgdrüsen. Sie befinden sich im Bereich der Stirn, an den vorderen Augenrändern, im Bast der Böcke oder im Bereich des Spiegels. An den Außenseiten der Hinterläufe gibt es die deutlich erkennbare Tarsaldrüse, auch Kastanie oder Laufbürste genannt, zwischen den Zehen der Hinterläufe sitzt das „Interdigitalorgan“, die Zwischenklauendrüse.
Wenn Rehböcke im Frühjahr und Sommer fegen, so geht es dabei keineswegs darum, das Krickel zu verfegen oder einzufärben – das ist in kurzer Zeit geschehen –, sondern sie setzen damit durch Reiben der Stirnlocken Duftsignale in ihrem Territorium. Bevorzugt werden dabei Bäume oder Sträucher, die im Revier des Rehbockes eher selten sind.

 

Durch Reiben der Stirnlocken setzen Rehböcke in ihren Territorien Duftsignale ab. Es geht also nicht immer nur ums Fegen und das muss auch nicht zwangsläufig an einem Strauch oder Bäumchen geschehen.

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

Dachse im Sommermond

 

 

Wer den Dachs bejagen will, kann zwischen mehreren praktikablen Varianten wählen. Die wohl landläufig gebräuchlichste Methode der Dachsjagd ist der Ansitz am Bau, Pass oder an den Flächen, wo er seinen Fraß sucht. Wenn auch zeitlich aufwendig, gelingt der Ansitz in den frühen Morgenstunden auf den heimkehrenden Dachs oder am Abendansitz auf den aus dem Bau ausfahrenden Dachs. Bis in den Spätherbst hinein verlässt der Dachs nämlich seine angestammte Burg allabendlich. Geschieht das im August noch bei ausreichenden Lichtverhältnissen, nutzen wir später das Mondlicht, um ihn mit gutem Wind leicht erlegen zu können. Die dafür eigens aufgestellten Leitern oder Sitze stehen dabei jedoch nie den Hauptröhren gegenüber, sondern immer hinter oder in Hanglagen über diesen, damit der ausschliefende Dachs den Jäger nicht bemerken kann. Rechtzeitig im Sommer können wir störende Sträucher oder Brennnesseln am Bau entfernen, um ein besseres Schussfeld zu haben. Was den Fuchs stören würde, veranlasst den unempfindlicheren Dachs noch lange nicht, seinen Bau deswegen zu verlassen. Geschossen wird grundsätzlich erst, wenn sich der Dachs mindestens 20 Schritte von der letzten Röhre entfernt hat. Den am frühen Morgen auf den Bau zulaufenden Dachs sollte der Jäger dagegen rechtzeitig beschießen und nicht zu dicht an den Bau heranlaufen lassen, da sonst für einen eventuell notwendig werdenden Nachschuss kaum Zeit und Platz bleiben. 3,5-mm- oder 4-mm-Schrote sind optimal, wenn die Garbe gut deckt und nicht weiter als 30 m geschossen wird. So bannt ihn der Schuss in der Regel an den Platz. Aber auch der Schuss mit der kleinen Kugel von .22 Hornet bis zur .243 Win. ist zielführend, wenn der Dachs dabei im Verhoffen erlegt wird. Fährt der Dachs aufgrund eines schlechten Treffers einmal ein, muss allerdings mühsam gegraben werden. In Felsenbauen, die der Dachs gerne annimmt, ist er dann jedoch leider verloren.

 


Der Tierarzt im ANBLICK

 

Afrikanische Schweinepest knapp vor Österreich

Knapp vor der österreichischen Grenze gibt es akute Fälle der Afrikanischen Schweinepest beim Schwarzwild. Diese Seuche rafft bis zu 90 % der Bestände dahin und hält sich hartnäckig über Jahrzehnte in einem Gebiet. Welche Auswirkungen sie auf Sauenbestände und die Jagdausübung haben wird, analysiert Tierarzt Univ.-Doz. Dr. Armin Deutz.


Am 27. Juni wurden die österreichischen Veterinärbehörden von den tschechischen darüber informiert, dass in Zlin (80 Kilometer von Österreich entfernt) bei zwei Wildschweinen Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt wurde, am 19. Juli waren es bereits 51 Fälle. Aufgrund dieser Meldungen ist davon auszugehen, dass die ASP in der tschechischen Wildschweinpopulation zumindest in Südböhmen verbreitet ist. 

Obwohl sich der klinische Verlauf der Klassischen (KSP) und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) stark ähneln bis gleichen, werden diese beiden hochansteckenden Schweineseuchen durch zwei völlig unterschiedliche Viren verursacht. Die ASP verläuft meist noch dramatischer und verlustreicher, mit einer bis über 90-prozentigen Letalitätsrate unter den Infizierten. Für eine Infektion reicht ein einmaliger Kontakt mit ausscheidenden (Wild-)Schweinen bzw. virushaltigem Material. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome, beträgt 3 bis 19 Tage. Beim Schwarzwild sind am lebenden Tier eine verringerte Fluchtbereitschaft, Bewegungsunlust und Orientierungslosigkeit, Mattigkeit, Durchfall (häufig blutig) oder auch Suhlen zu unerwarteten Tageszeiten (wegen Fieber von 40,5° C bis 42° C) zu beobachten.

Beim perakuten Verlauf verenden Tiere sehr rasch ohne vorherige Anzeichen, beim akuten Krankheitsverlauf tritt der Tod nach 6 bis 13 Tagen ein. Gegen die ASP gibt es keinen Impfstoff. Auf den Menschen ist Schweinepest nicht übertragbar.

Das ASP-Virus ist äußerst widerstandsfähig. So bleibt es beispielsweise in der Losung rund drei Monate, in verwesendem Blut 15 Wochen, in Knochenmark sechs Monate, in Fleisch oder Schinken rund fünf Monate (in Parmaschinken bis 400 Tage!) infektiös! Über Rohprodukte vom Schwein/Wildschwein ist die ASP innerhalb kürzester Zeit über Hunderte Kilometer übertragbar, sofern Reste dieser Speisen unachtsam entsorgt oder gar an Schweine verfüttert werden.

 

Es gilt unbedingt zu vermeiden, Aufbrüche von Schwarzwild im Wald zu belassen oder sie auf Luderplätzen zu deponieren. Auch auf das Mitbringen von erlegten Wildschweinen von Jagdreisen aus den umliegenden Nachbarländern ist vorübergehend zu verzichten. 

 

Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage der AGES und des BMGF

 

 


Vorbereitung auf die Blattjagd

 

Mein Weg zum Bock

 

Die Blattjagd stellt für viele Jäger den Höhepunkt im Jagdjahr dar. Mit Sehnsucht warten sie darauf, endlich auf den alten Recken weidwerken zu dürfen. Ganz so einfach ist das aber nicht, denn die Blattjagd bedarf persönlicher Vorbereitung und verspricht nicht nur Beute, sie ist auch ein Naturschauspiel der besonderen Art. Denn in keiner Zeit im Jahr gelingt es dem Jäger in ähnlicher Weise, mit dem Wildtier Zwiesprache zu halten. Zu fünf wesentlichen Fragen der erfolgreichen Rufjagd auf den Rehbock geben sechs Jagdpraktiker ihre Erfahrungen preis.

 

Heinrich Rappold ist Förster und Jagdverantwortlicher in einem steirischen Gebirgsrevier, testet gewissenhaft und gerne neue Jagdwaffen und verfügt berufsbedingt über viel Jagderfahrung. 
Bruno Hespeler ist einer der profundesten Rehwildkenner im deutschsprachigen Raum, den man eigentlich nicht weiter vorstellen muss: gelernter Beufsjäger, Autor, Vortragender, Fachjournalist und vor allem g’standener Jäger. 
Helmut Fladenhofer ist der Mann am Rosenkogel, der den Auerhahnen auf die Schwingen hilft und dem Rehwild auf die Sprünge. Traditionsreich ist sein Revier, traditionell die dort ausgeübte alpenländische Jagd.

 

Matthias Meyer ist Wildmeister in einem Bilderbuchrevier in Bayern, in dem das Rehwild enormen Stellenwert genießt.
Er publiziert in mehreren Zeitschriften in Wort und Bild – ein Jagdpraktiker und Mann der Tat.
Sigi Erker, der „Jagdprofessor“ aus der Weststeiermark, zählt zu den erfolgreichsten Fachbuchautoren der Gegenwart.
Sein Metier ist alles, was mit Lockjagd zu tun hat, egal ob Sau, Hirsch oder ganz speziell das Reh.
Bartel Klein, promovierter Forstakademiker, der in den alten und neuen Bundesländern Deutschlands beruflich Fuß gefasst hat. Als Forstler hat er es mit Bäumen gleichermaßen wie mit Rehen und blattet mit dem Buchenblatt.

 

Im Einstand oder am Rand blatten?

 

Heinrich Rappold: Wenn man sein Revier gut kennt, weiß man über die mit reifen Böcken besetzten Territorien einigermaßen Bescheid. Überraschungen sind das Schöne an der Blattzeit, weil am Ende der Brunft die strenge Territorialität nachlässt und suchende, oft unbekannte Böcke von weither zustehen. Außerdem sind uns in Waldrevieren bei Weitem nicht alle Geweihträger bekannt. Grundsätzlich kann man dort blatten, wo es Rehe gibt, die Annäherung störungsfrei (inkl. passenden Windes) gelingt, Deckung und genügend Schussfeld vorhanden sind!

Bruno Hespeler: Außer Steuer bezahlen und sterben müssen wir gar nichts, aber es ist naheliegend, zum Blatten die Nähe eines Bockes zu suchen. Da die Territorialität jedoch bereits am Erlöschen ist und Böcke durchaus auch aktiv suchen, haben wir gelegentlich auch „abseits“ Erfolge. 

Helmut Fladenhofer: Wir fühlen dem Bock auf den Zahn und gehen auf alle Fälle dort blatten, wo wir seinen Einstand kennen oder vermuten.

Matthias Meyer: Grundsätzlich leben Rehböcke in festen Territorien. Je höher die Wilddichte und die Deckung im Einstand, umso kleiner sind die Rehbockreviere. Wer also einen bestimmten bestätigten Bock erlegen will, muss deshalb so nah wie machbar an das Zentrum seines Einstands heran! Besonders der alte Rehbock wird sich nie über eine größere Distanz aus seinem dichten Einstand herausblatten lassen. Nur wer exakt im Vorfeld, beispielsweise über Wildkameras, das Revierzentrum des Bockes erkundet hat, wird hier Erfolg haben. Sicherlich lassen sich Rehböcke auch über große Entfernungen herbeipfeifen. Mein weitester sprang – auf Sicht angeblattet – aus über 800 Metern in rasanten Sprüngen herbei. Doch sind das keine territorialen Böcke, sondern die revierlosen, meist jungen Streuner, immer auf der Suche nach einer günstigen Gelegenheit.

Sigi Erker: Ich blatte sehr oft in großen, jagdlich unberührten Gebieten, die ich vorher nicht kenne. Damit man auch hier Erfolg hat, hält man Ausschau nach frischen Plätz- oder Fegestellen bzw. Hexenringen und sucht sich in der Nähe Deckung hinter einem dicken Baum, Wurzelkörper oder Stein. Diese Blattplatzstellen sollten jedoch im Schatten sein, mit einer Aussicht von gut 50 Metern unter Berücksichtigung der Windrichtung. 

Bartel Klein: Der Bock ist zur Brunft meist dort springbereit anzutreffen, wo er entweder abgebrunftet im nahen Umfeld der letzten Paarung sich regeneriert, oder dort, wo er darauf wartet, dass sich eine Geiß anschickt, brunftig zu werden. Auch streunt er nicht selten auf der Suche nach einem noch brunftigen Stück in der Gegend herum. Deshalb ist man nicht selten verwundert, ihn dort nicht anzutreffen, wo man ihn vor der Brunft regelmäßig gesehen hat. Dann heißt es, ihn im weiteren Umfeld zu suchen. Da kommt es schon mal vor, mehrere Plätze abblatten zu müssen, um seiner habhaft zu werden.

 

Ausserdem beantworgen die Experten in unserer aktuellen Juli-Ausgabe noch folgende Fragen: 
Wie kündigt sich der optimale Zeitpunkt an?
Tageszeit, Wetter und Mond?
Hochstand oder vom Boden aus?
Mit welchem Instrument blatten?

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Effiziente Ablenkung mit Wild- und Wühlacker

 

Schwarzwild macht vor allem im Feld Probleme. Deshalb muss es das Ziel von Landwirt und Jäger sein, dass es auch während der Vegetationszeit nach Möglichkeit im Wald bleibt. Hier kann der Jäger durch die Anlage von Wild- und Wühläckern etwas nachhelfen.

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Unser Wild im Juli 

Waldläufer und Poltergeister

 

Im Juli wenden sich die Gedanken der meisten Jäger sicher der bevorstehenden Rehbrunft zu. Das Reh ist aber nicht die einzige Wildart, deren Fortpflanzungszeit mitten in den Sommer fällt. Wer jetzt im Wald dem roten Bock nachstellt, der kann da und dort auch auf eine „wilde Jagd“ treffen: Die Ranz der Edelmarder ist oft mit recht ungestümen Verfolgungsjagden verbunden und sie ist begleitet von Lauten, die im ersten Eindruck für manchen schwer zuordenbar sind. 

Wer an Edelmarder denkt, der hat Waldbilder im Kopf – „Goldkehlchen“ ist in unseren Breiten ein typisches Waldtier. Das stimmt auch, vor allem wenn man die ausgedehnten Vorkommen in den skandinavischen und sibirischen Waldgebieten vor Augen hat. Ein Blick auf die Verbreitungskarte zeigt aber, dass Edelmarder ganz gut mit unterschiedlichsten Bedingungen zurechtkommen. Wer je die Lebensräume von Edelmardern in Irland, Sizilien oder Korsika und Sardinien gesehen hat, der erhält ein anderes Bild. Hier kommt diese Art in eher waldarmen, bestenfalls mit Sträuchern und Büschen bewachsenen Landstrichen vor. Weiter nach Südosten besiedeln Edelmarder über die Türkei und den Kaukasus hinaus ganz unterschiedliche Lebensräume bis in den Iran und den Irak. Mit ein Grund dafür dürfte die fehlende Konkurrenz durch den Steinmarder sein. 

Steinmarder und Edelmarder sind zwei Wildarten, die nahe miteinander verwandt sind und die gerade in Mitteleuropa eng nebeneinander leben. Die Verbreitungsgebiete bei uns überlagern sich. Wenn aber zwei sehr ähnliche, nahe verwandte Arten nebeneinander vorkommen, dann müssen sie unterschiedliche Nischen besetzen ...

Mehr dazu verrät Dr. Hubert Zeiler in unserer aktuellen Juli-Ausgabe. – Kostenloses Probeheft anfordern


Waffe, Schuss & Optik

 

Intuitives Schießen mit Aimpoint

Eine Bewegungsjagd auf Sauen oder Rotwild stellt immer eine Herausforderung für den Schützen dar. Klassische Zielfernrohre haben in der Stresssituation den Nachteil, dass das Anschlagen der Waffe fehlerfrei funktionieren muss, damit der Augenabstand zum Okular stimmt, und das Auge in den Bereich der Austrittspupille gebracht werden muss. Ein Vorteil von Rotpunktvisieren liegt nun darin, nicht unbedingt koaxial visieren zu müssen, weil es keine Austrittspupille gibt. Wie die Handhabung mit den Aimpoint-Visieren in der Praxis richtig erfolgt, zeigte der schwedische Schießausbilder Erik Ås bei einer Produktschulung am Schießstand Wr. Neustadt. 

 

Bei flüchtendem Wild wird der Kontakt von hinten her aufgenommen und man schwingt nach vorne. Es ist notwendig, das Ziel „zu überholen“, um es dann zur Strecke bringen zu können. Beim „Überholen“ mit dem Rotpunkt muss man je nach Entfernung und Geschwindigkeit des Wildtieres, ein Vorhaltemaß miteinkalkulieren. Beim stehenden Stück kann man im Anschlag entweder durch Muskelkraft oder durch Einatmen den Lauf nach oben bringen und an der richtigen Stelle positionieren. Das Einatmen kann man sich zunutze machen, denn der Brustkorb dehnt sich bekanntlich aus und dadurch hebt sich der Lauf sowie der Rotpunkt um ein paar Zentimeter. Man fährt also von unten nach oben nahe an den tödlichen Bereich des stehenden Stückes, atmet dann ein und lässt den Schuss ins Leben des Stückes intuitiv frei. 


Jagd heute 

 

Die Zukunft gehört dem "Hoffnungsjäger"

„Den“ Jäger gibt es nicht, das weiß man schon lange. Wir alle unterscheiden uns durch unseren persönlichen Zugang zur Jagd. Prof. Dr. Werner Beutelmeyer hat die Jäger nun auf den Prüfstand gestellt und eine Typologie der Jäger entworfen. Sein Mix ist bunt und reicht vom Fleischjäger bis zum Hoffnungsjäger der Zukunft, der selbst von Nichtjägern besondere Wertschätzung erfährt.

 

Beginnen wir mit Typ 1 dem „Jagdhandwerker“. Für den ist Jagd die primäre Lebensaufgabe und Quell eines tiefen Naturerlebnisses. Er ist tief verwurzelt in der Jagd, im Wildlebensraum und bezeichnend ist das Führen eines fermen Jagdhundes. Er versteht sein Handwerk. Er schätzt Wild sehr und freut sich über die Trophäe. Sie ist aber nicht das Wichtigste. Dieser Jägertyp nimmt zahlenmäßig ab, weil es einen massiven Verlust an handwerklichen Fertigkeiten gibt. 

Typ 2 ist der vernetzte „Effizienzjäger“. Er hat Zeit und Jagd unter einen Hut zu bringen und tut sich zunehmend schwer dabei. Alles, was Effizienz steigert, ist für diesen Jäger jagdlich erlaubt. Das ist einerseits moderne Technologie vom Nachtzielgerät bis zur Weitschussballistik, aber letztlich gehört auch die Kirrung dazu. Dieser Jäger ist darüber hinaus sehr vernetzt und die Jagd ist ihm auch ein wichtiges Netzwerk-instrument. Dieser Jägertyp wird zahlenmäßig mehr. Wild ist ihm wichtig. Trophäe ist nur mittelmäßig bedeutsam.

Typ 3 ist ziemlich neu in unserer modernen Gesellschaft – das ist der „Fleischjäger“. Der Fleischjäger bedeutet gleichzeitig auch eine Rückbesinnung auf ursprüngliche jagdliche Werte. Der moderne Fleischjäger ist misstrauischer Konsument und sehr qualitätsorientiert. Wenn ich schon Fleisch esse, möchte ich wissen, woher es stammt. Am besten esse ich nur selbst Erlegtes – so könnte das Credo dieses Jägers zusammengefasst werden. Wild ist sehr wichtig. Die Verarbeitung und Zubereitung des Wildbrets sind ebenfalls sehr wichtig, die Trophäe eher unbedeutend. 

Typ 4 ist der „Pseudojäger“. Handwerklich sehr unsicher, hat er wenig Gelegenheit zur Jagd. Er wird gerne eingeladen, weil er unterhaltsam ist. Wild ist ihm unwichtig, die Trophäe ist unwichtig. Jagliches Liedwerk und das breite Repertoire an Witzen  sind ihm sehr wichtig. Der Pseudojäger ist auch von den jagdlichen Traditionen besonders angetan.

Typ 5 schlussendlich – der „Trophäenjäger“. Es zählen das Trophäengewicht, die CIC-Punkteanzahl, das hohe Alter des erlegten Stückes, das „Abnorme“. Dabei hat dieser Jäger ein gravierendes Dilemma. Je mehr herausragende Trophäen er bereits erlegt hat, desto geringer ist die Befriedigung durch eine zusätzliche Spitzen-Trophäe. Der Grenznutzen sinkt. Die Trophäe steht im Zentrum, das Wild ist völlig unwichtig.

Je nach Jägetyp ergibt sich ein recht unterschiedlicher Zugang zum Wild und zur Wertschätzung des Wildes. Für das Image der Jagd haben der moderne Effizienz- und der Trophäenjäger die fatalste Auswirkung auf den Ruf der Jagd in der Gesellschaft.

Die Zukunft der Jagd liegt im Typ 6 – dem „Hoffnungsjäger“. Er ist der in einer (Jagd-) Gesellschaft voll Integrierte, der nach bestem Wissen am Abschussplan Mitwirkende, der Jäger, der in der Direktvermarktung aktiv ist, bei Schule und Jagd bzw. beim Gemeindeferienprogramm mitarbeitet, beim Adventmarkt am Ortsplatz Reh-ragout verkaufen hilft, selbst viel Wildbret isst und auch seine Nachbarn mitversorgt. Der Jäger, der den permanenten Schnittpunkt zwischen Jagd und Gesellschaft bildet, Jagd verstehbar werden lässt und durch seine Persönlichkeit über die mediale Imagegebung erhaben bleibt.

 


Der Tierarzt im Anblick

 

Reduziert die Aujeszky’sche Krankheit das Schwarzwild?

 

In der einschlägigen Literatur gibt es noch keine Hinweise darauf, wie sich die Aujeszky’sche Krankheit auf die heimischen Schwarzwildbestände auswirkt. Es gibt jedoch erste Ergebnisse aus dem Burgenland. Dr. Armin Deutz und Dr. Charlotte Klement berichten über den vermuteten Einfluss dieser Krankheit auf die Populationsdynamik des Schwarzwildes.

 

Die weltweit verbreitete und durch ein Herpesvirus hervorgerufene Aujeszky’sche Krankheit (Synonyme: AK, Pseudowut, Juckseuche) hat Haus- und Wildschweine als natürliche Hauptwirte und Reservoire. Die Virusübertragung erfolgt sowohl durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt (Rausche, Kontakt Frischlinge mit Bache, innerhalb der Rotte usw.) als auch durch Anschneiden von Fallwild oder Kannibalismus. Das Virus bleibt in Speichelrückständen der Schweine an verschiedenen Oberflächen 1 bis 7 Tage infektiös und kann so auf andere Stücke übertragen werden (Kirrungen!). 

Für heimische Verhältnisse ergibt sich ein Übertragungsrisiko der AK auf Hausschweine besonders dann, wenn Schweinehalter zugleich Jäger sind und Wildschweine im Bereich des landwirtschaftlichen Betriebes aufgebrochen werden. 

Österreich gilt bezüglich des Hausschweinebestandes nach einem intensiven Bekämpfungsprogramm seit 1997 als frei von AK. Bei Wildschweinen zeigen zahlreiche Untersuchungen in Europa, dass mit Durchseuchungsraten zwischen wenigen Prozenten bis regional über 50 % zu rechnen ist. So konnten beispielsweise in Italien (Grosetto) bei 51 %, in Kroatien, Spanien und der Tschechischen Republik bei 30 %, in Slowenien bei 26 % oder in Österreich bei 22 % spezifische Antikörper gegen das Virus der Aujeszky’schen Krankheit nachgewiesen werden.

 

Zwischen den Untersuchungen 2011 (17 % positiv) und 2015 (36 % positiv) war eine deutliche Steigerung der Verbreitung der Aujeszky’schen Krankheit im Burgenland festzustellen und zugleich gingen die Schwarzwildstrecken regional sowie auch großräumig zurück, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur auf die jagdlichen Entnahmen oder Witterungsfaktoren zurückzuführen ist. Ein weiterer Hinweis sind das vermehrte Auftreten von Räude und Ferkelruß (einer Staphylokokkeninfektion der Schwarte), die mit der immunsuppressiven Wirkung einer Herpesvirus-Infektion wie der AK zusammenhängen können. Damit ist naheliegend, dass im Zusammenhang mit der Zunahme von AK beim Schwarzwild diese Schweineseuche durch massive Ausfälle besonders im Frischlingsalter wesentlich am Rückgang der Schwarzwildbestände und der Halbierung der Schwarzwildstrecken beteiligt war und ist. 


Hund und Herrl

 

Auf künstlicher Schweißfährte

 

Mit der Arbeit an der künstlichen Schweißfährte wird der Hund an die Erfordernisse im Revieralltag herangeführt. Wie schon beim Einarbeiten auf der Schleppe gilt auch hier, den Hund langsam an das Thema heranzuführen und die Schwierigkeitsstufen Schritt für Schritt zu steigern. Das bezieht sich sowohl auf den Untergrund als auch auf die Stehzeit und die Länge. „Wenn man immer nur 300 m lange Fährten spritzt oder immer dieselbe Route nimmt, merkt sich das der Hund genauso wie einen Jagdsteig zum Hochsitz. Den kennt er mit der Zeit auswendig“, weiß Wolfgang Wachter aus Erfahrung.

Den Anschuss simulieren: Schweiß durch die „Flotte Lotte“ drehen, in Behälter füllen und einfrieren. So lässt er sich am besten spritzen. Am Anschuss mit dem Schuh eine Bodenverwundung simulieren. Einige Spritzer Schweiß sowie Schnitthaare oder Wildbretteile markieren den Beginn der Schweißfährte. Dann wird der Anschuss in traditioneller Weise verbrochen.

 

Die Kunstfährte legen: Die Flasche so weit kippen, dass es fortlaufend tropft. An markanten Stellen gibt es zusätzlich Schweiß für das Selbstvertrauen des Nachsuchengespanns. Zum Wiederfinden des Fährtenverlaufes sind solche Bänder empfehlenswert. Als „Stück“ am Ende der Kunstfährte eignen sich ein Haupt, eine Decke oder etwas Ähnliches.

 

 

Das Ausarbeiten: Nach dem Anlegen von Schweißhalsung und -riemen nimmt der Hund am Anschuss Witterung auf. Der Hund arbeitet mit tiefer Nase am Riemen. Der Führer bestimmt die Geschwindigkeit. Am Stück ist die Arbeit zu Ende und der Hund wird belohnt.

 


Jagareien aus Belgien

 

Verrückt  nach Rebhühnern

Dem Rebhuhn geht es auch in Belgien nicht sonderlich gut. Deshalb hat die Hubertusvereinigung Flandern im Vorjahr ein Rebhuhnprojekt initiiert. Der Titel „Verrückt nach Rebhühnern“ klingt vielversprechend. Hier ein kurzer Auszug aus dem Beitrag unseres Belgien-Korrespondenten Marc van Olmen. 

 

Elf Gruppen von Jägern, verteilt über ganz Flandern, krempeln seit dem Vorjahr die Ärmel hoch, um dem Rebhuhn wieder auf die Schwingen zu helfen. Das Project: „Zot van pAtrijs“ bedeutet etwa so viel wie „Verrückt nach dem Rebhuhn“. Es handelt sich hierbei um eine Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie, Landwirtschaft und Jagd, Natur- und dem Landschaftsschutzsektor, denen das Rebhuhn und andere Feldfauna am Herzen liegen. Und man startet hier, solange man noch etwas retten kann. Denn es gibt ja noch wilde Rebhühner, und das Auswildern ist zumindest in diesem Teil Belgiens verboten. Die Jagdstrecke hat sich in den letzten Jahren um die 20.000 Stück bewegt. Im Vergleich dazu waren es in Österreich im Vorjahr gerade einmal noch 3.500 Stück.

 

Eine gute Jagdplanung verlangt, dass Jäger wissen, wie hoch der Besatz an Rebhühnern überhaupt ist. Deshalb überprüfen ab Ende Juli die Revierverantwortlichen ihre Jagdreviere zwei- bis dreimal pro Woche. Auf diese Weise können die Besatzdichten relativ zuverlässig ermittelt werden. Und je höher die Dichte der Rebhühner ist, umso höher ist auch der Prozentsatz der Rebhühner, die bejagt werden können. 

Im Revier

 

Der Reiz des Pirschens

Zu Recht wird die Pirschjagd auch als Krone der Jagd bezeichnet. Sie fordert den Jäger auf körperlicher Ebene genauso wie auf emotionaler, da das Zusammentreffen mit dem Wildtier häufig zu einem unvergesslichen Erlebnis wird – oft für beide Seiten. Denn es ist längst nicht gewiss, dass aus einer zufälligen Begegnung von Jäger und Beute mehr wird als ein flüchtiger Augenblick. Gerade auf Rehe ist die Pirschjagd jetzt im Mai hochaktuell und auch vielversprechend. Die Sicht ist noch relativ gut und nicht zugewachsen, die Rehe stehen gerne an den Wegrändern und sind noch nicht so vorsichtig wie später im Herbst oder Winter. Man muss sich aufs Pirschen so richtig einlassen. Man muss sich in das Wild hineindenken, man muss wie das Wild denken. Was ist hinter der nächsten Kurve des Weges? Was ergibt sich oben auf der kleinen Kuppe? Ganz langsam schiebt man sich zu diesen Punkten und sucht dann die Umgebung ab. Eines der spannendsten Erlebnisse überhaupt ist es, ein Reh auf beispielsweise 300 Meter zu erspähen und dieses dann auf eine gute Schussdistanz anzupirschen. 

 

Und noch zum Schuss beim Pirschen: Man muss viel stärker auf den Kugelfang achten, denn dieser ist vom Boden aus oft nicht gegeben. Selbst im allerhöchsten Jagdfieber muss diese Warnung stets im Hinterkopf sitzen. Kühlen Kopf zu bewahren ist ja generell ein Gebot für jeden Jäger. Beim Pirschen aber geht’s meistens noch etwas schneller zu, oft eben auch intuitiver. Rasche Entscheidung und Entschlusskraft sind gefragt. Die jagdliche Verantwortung ist dabei aber nach wie vor oberste Prämisse. Dies gilt natürlich auch fürs Ansprechen. So gesehen ist Jagen natürlich auch eine Sache des jeweiligen Typs. Herbert Trummler verfasste dazu ein sehr persönlich gehaltenes Statement – ein Plädoyer für die Pirschjagd. Zu finden in unserer aktuellen Maiausgabe.

 


Praxiswissen für Revierbetreuer

 

Zum Aufgang der Rehjagd

Das Rehwild ist nach einer mehrmonatigen Jagdruhe wieder deutlich vertrauter geworden. Für den Jäger bedeutet das, anders als an den kurzen und trüben Herbst- und Wintertagen, die Tiere unter Ausnutzung bester Lichtverhältnisse genau ansprechen zu können. In der Regel ist auch zu Beginn der Jagdzeit die Vegetation noch niedrig und verdeckt keine elementaren Ansprechmerkmale. 

 

Im Hinblick auf eine erfolgreiche Blattzeit und Entzerrung des weiblichen Anteils am Abschussplan helfen wir gerade jetzt beim Geschlechterverhältnis nach. Die zum Teil verfärbten Schmalrehe kann der Jäger leicht von den größtenteils noch hoch beschlagenen Geißen unterscheiden. Um aber ganz sicher zu sein, krümmt sich der Zeigefinger erst nach dem bestätigenden Blick von hinten zwischen die Keulen, ob eine Spinne vorhanden ist.

Vorsicht bei den Schmalgeißen!


Zu dieser Jahreszeit ist es verhältnismäßig einfach, eine Schmalgeiß zweifelsfrei anzusprechen. Aber Achtung: Nicht jede schmale Geiß ist auch eine Schmalgeiß!

 

Bei starken Schmalrehen erfolgt der Frühjahrshaarwechsel in der Regel recht schnell. Der Unterschied zu beschlagenen Geißen ist nun vor der Setzzeit noch deutlich sichtbar.

 

Ein schlankes, voll verfärbtes Stück Mitte Mai. Doch wer genau zwischen die Keulen schaut, sieht die pralle Spinne der führenden jungen Geiß!
Die sicheren Ansprechmerkmale eines Schmalrehs sind nur bei frei stehenden Stücken und gutem Licht sichtbar.

 

Spinne und Ohrmarke weisen dieses Stück eindeutig als zweijährig und führend aus.
Obwohl schon weit verfärbt, deutet das kantige Haupt eher auf ein ausgewachsenes Stück hin.

 


Waffe, Schuss & Optik

 

Büchsenläufe „einfahren“ – Sinn oder Unsinn?

Von Präzisionsschützen werden neue Läufe sorgfältig „eingefahren“. Dieses „Break-in“ soll die Spuren der Herstellung im Laufinneren beseitigen und einiges an Präzision bringen. Doch zahlt sich das auch für den Jäger mit seiner Jagdbüchse aus?

Ein Fachbeitrag von Jäger uns Sportschütze Ralph Schober.

 

Das als „Break-in“ bezeichnete Verfahren hat den Sinn, feinste Splitter des Laufmaterials, welche sich beim spanabhebenden Laufziehen bilden, möglichst schon vor den ersten Schüssen aus dem Lauf zu entfernen. Geschieht dies nicht, werden diese harten Splitter von den nächs-ten Geschoßen auf die brutale Tour gegen oder in die genauso harte Laufwandung gedrückt. Im ungünstigen Fall setzt man damit irreparable Kratzer und Krater in die Felder und Züge des neuen Laufes. Genau hier setzt sich später Kupfermaterial vom Geschoß-abrieb bevorzugt fest.
Break-in bedeutet also nicht, die noch gar nicht vorhandenen Geschoßablagerungen zu entfernen, wie oft irrtümlich angenommen wird, sondern den Laufabrieb bzw. die Bearbeitungssplitter zu entfernen, damit der Lauf keinen weiteren Schaden nimmt, an dem sich später Kupfer vermehrt aufbaut. Man macht also dieses Break-in, um einen später gleichmäßig gut schießenden Lauf zu erhalten, weil er nicht so viele Schäden aufweist.
Nun haben wir in der Praxis das erste Problem: Wenn eine Waffe ausgeliefert wird, hat sie bereits zwei bis drei Hochdruck-Schüsse am Beschussamt hinter sich. Sofern die Möglichkeit besteht, sollte man danach sofort mit dem Break-in beginnen. Meist wird aber noch vom Büchsenmacher das Zielfernrohr montiert und für den Kunden eingeschossen.
Das zweite Problem: Das Break-in macht eigentlich nur bei spanabhebend gefertigten Customläufen wie von Shilen, Lilja, Border, Krieger, True Flite oder Atzl wirklich Sinn. Ein Großteil der handelsüblichen Jagdläufe wird aber im Hämmerverfahren hergestellt. Hier bringt das Break-in wenig – gehämmerte Läufe sind verdichtet und dadurch sehr hart. Dafür haben gehämmerte Läufe andere Nachteile – sie sind zwar sehr haltbar, aber es kommt öfter vor, dass gehämmerte Läufe unter Spannung stehen und erst entspannt werden müssen. Gehämmerten Läufen wird nachgesagt, beim Cold Bore Shot, dem Erstschuss aus kaltem Lauf, empfindlicher zu sein, wenn sie nicht sorgfältig entspannt wurden. Man sollte daher als Waffenkäufer eruieren, welchen Lauftyp man geliefert bekommt.
Beim Präzisionsschießen haben sich inzwischen gezogene Läufe gegenüber gedrückten oder gehämmerten Läufen wieder fast vollständig durchgesetzt. Nicht ohne Grund schießen Benchrestschützen nur mit gezogenen Läufen.


Für gezogene Läufe empfiehlt sich folgende Vorgangsweise:

– Ins Patronenlager der Waffe wird ein falsches Schloss eingeführt, um den Putzstock zu zentrieren, danach wird ein Patch (= Putzlappen) mit Shooters Choice getränkt und von hinten durch den Lauf durchgeschoben, um die feinen Metallsplitterchen und Pulverrückstände zu entfernen. Das ist zweimal zu wiederholen. 
– Anschließend wird eine Bronzebürste mit Shooters Choice getränkt und von hinten durch den Lauf durchgeschoben. Die Bürste muss den Lauf vollständig verlassen und darf niemals im Lauf die Richtung wechseln, da sich sonst die Borsten aufstellen und abbrechen. Das wird fünf- bis siebenmal wiederholt. 10 Minuten einwirken lassen und dann wieder mit Patch sauberwischen.
– Nun einen Patch mit Tombak-Löser tränken und mehrmals durch den Lauf ziehen. Es kommt dabei zur Verfärbung des Patches. Etwa 10 Minuten einwirken lassen, neuen getränkten Patch durchziehen. Wieder rund 10 Minuten einwirken lassen, neu durchwischen. Das muss so lange wiederholt werden, bis sich der Patch nicht mehr verfärbt.

 

Diese gesamte Prozedur muss

– nach dem Beschuss und vor dem ersten eigenen Schuss erfolgen,
– dann zehnmal nach nur einem Schuss,
– dann fünfmal nach je zwei Schüssen,
– dann fünfmal nach je drei Schüssen.
Danach ist auch immer das Patronenlager penibel zu säubern. Man kann sich also auf einen tagelangen Schießstandbesuch mit folgender Laufreinigungsprozedur oder besser mehrere Besuche einstellen, wenn man dieses Break-In wirklich korrekt macht.

 

Lohnt es sich oder nicht? 

Bei guten Präzisionswaffen, z. B. Jagdmatchwaffen mit gezogenen Läufen, eindeutig ja, da die Läufe ohne Schäden glattgeschossen werden. Man merkt es anschließend deutlich. In diesen Läufen setzt sich weniger Geschoßmaterial an, man kann öfter ohne Präzisionsverluste schießen, die notwendigen Putzintervalle werden länger. Bei billigen Jagdwaffen, die schon von Haus aus mit mäßig verarbeiteten Läufen ausgeliefert werden, hat das vollständige Verfahren weniger Sinn. Es kann aber nicht schaden, zumindest vor dem ersten Schießen und nach den ersten paar Schüssen mögliche Materialsplitter auszuwischen.

Hund und Herrl

 

Schleppenlegen

 

Stefan Maurer hat Meisterführer Wolfgang Wachter begleitet:

Früh übt sich ... wer ein Meister werden will – und zwar in doppelter Hinsicht. Erstens muss mit dem Junghund so früh wie möglich zu üben begonnen werden. Zweitens ist es dringend anzuraten, auch den erfahrenen Hund zu Beginn des Jagdjahres wieder einzuarbeiten. Am Anfang steht hier meist die Schleppe. 

Mit der anfänglichen Einarbeitung des Junghundes beginnt in aller Regel schon der Züchter. Die einfachste Methode ist hier die Futterschleppe, die am Anfang gar nicht lang sein muss. 20 Meter reichen zu Beginn schon aus, um beim Junghund das Interesse zu wecken. Dafür zieht man einfach etwas Fressbares ein Stück über die Wiese und deckt es ab, beispielsweise mit einer mit Löchern versehenen Dose. Auf Kommando soll der Hund dann suchen und wird nach dem Ausarbeiten der Futterschleppe durch den Führer „genossen gemacht“. Selbst darf sich der Hund nicht bedienen.

Die Schleppe legen

Die nächste Stufe in der Schwierigkeit stellt die Schleppe dar. Dafür benötigt der Hundeführer einen Hasen, Fuchs oder Marder. Es kann natürlich auch ein Haupt vom Schalenwild verwendet werden. Am Anfang sollte die Schleppe auch hier nicht zu lang sein, allerhöchstens um die 100 Meter. Und der Untergrund ist entscheidend. Am leichtesten arbeitet ein Jagdhund auf einer Wiese, schwieriger wird es im Wald. Am allerschwersten ist eine Dickung mit trockener Nadelstreu. Da die unterschiedlichen Bodenverhältnisse aber auch in der Natur vorkommen, sind diese in der Ausbildung auf jeden Fall mit zu berücksichtigen. Für das eigentliche Legen der Schleppe befestigt man das Schleppwild an einem Stock, mit dem es seitlich nachgezogen wird. Am Ende der Schleppe wird das Stück Wild für den Hund uneinsehbar abgelegt.

Den Hund „lesen“

Sowohl bei der Schleppe als auch bei der Schweißarbeit geht es nicht nur um die Nasenleistung des Hundes. Genauso wichtig ist der Gehorsam, denn der Hund muss auf Kommando das machen, was sein Führer von ihm will. Daneben geht es auch darum, die Beziehung zwischen Hund und Führer zu festigen beziehungsweise das Verhalten des Hundes „lesen“ zu lernen. Denn wenn man eine Schleppe oder künstliche Rotfährte zur Verfügung hat, kann man ganz genau beurteilen, wie sich der Hund festsaugt, wie er auf Verleitfährten reagiert, wie er sich wieder einpendelt und wie er dem Führer signalisiert, dass er fündig geworden ist.

Der „Anschuss“

Auch bei der Schleppe gibt es eine Art Anschuss, die vom Führer oder einer Begleitperson vorbereitet wird. Meist wird es reichen, das Schleppwild dort kräftig abzustreifen und – auch zur Hilfestellung für den Hundeführer – ein paar Pirschzeichen zu hinterlassen, beispielsweise etwas Wolle vom verwendeten Hasen. Wenn die Schleppe fertig gelegt ist, wird der Hundeführer eingewiesen und kann den Anschuss mit seinem Hund inspizieren. Wenn beim Hund das Interesse geweckt worden ist, kann mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden.

Ausarbeiten der Schleppe

Der Hund arbeitet vom Anschuss weg an der Leine. Im Idealfall saugt sich der Hund schon nach wenigen Metern an der Schleppspur fest und der Führer lässt das Ende der Feldleine aus der Halsung ausgleiten, damit es zu keiner Unterbrechung des Ausarbeitens kommt. Auf den nächs-ten Metern ist der Hund frei unterwegs und arbeitet sich bis zum Schleppwild durch. Der Führer versteckt sich währenddessen so, dass er vom Hund nicht wahrgenommen wird. Dieser soll nämlich vom gefundenen Stück ablassen und den Führer – wie im Jagdbetrieb nötig – auf seinen Fund aufmerksam machen. Es reicht, wenn hier der Hund zum Führer zurückkehrt und diesen an der Leine zum Schleppwild führt. Dort wird der Hund abgeliebelt und „genossen gemacht“. Das selbstständige Anschneiden des Wildes durch den Hund ist nicht zu tolerieren.

Das Schleppenlegen: Am „Anschuss“ wird das Schleppwild kräftig abgestreift, um Witterung zu hinterlassen. Hasenwolle dient als Pirschzeichen. An Stock und Leine wird mithilfe des Schleppwildes die Schleppspur gelegt. Am Ende der Schleppspur wird das Schleppwild für den Hund uneinsehbar deponiert.

 

Das Suchen: Das Gespann untersucht gemeinsam den „Anschuss“. Wenn der Hund Interesse zeigt, beginnt das Ausarbeiten der Schleppspur. Die Arbeit beginnt an der Leine. Wenn sich der Hund festsaugt, lässt man die Feldleine ausgleiten. Die Freisuche beginnt.

 

Das Finden: Das Ausarbeiten der Schleppspur und das Auffinden des Wildes macht der Hund selbstständig. Der Führer verbirgt sich vor dem Hund und wartet dessen Reaktion ab. Dann wird der Hund angeleint und führt den Führer zum Stück.

 

 

April 2017


Im Revier

 

Ein neuer Bodensitz

Ein kleiner Acker in einer Waldbucht, ein langgezogener Wiesenstreifen, ein paar Streuobstbäume und ein Feldweg. Diesen jagdlich vielversprechenden Platz haben wir bis jetzt selten genutzt, und wenn, dann nur von einem Dreibein-Jagdhocker aus, mit dem Rücken an einen alten Apfelbaum gelehnt. 

Noch vor Beginn der Schusszeit wollten wir an besagter Stelle eine ortsfeste Ansitzeinrichtung schaffen. Zum einen um wetter-unabhängig zu sein, zum anderen bietet der Sitz Deckung und nicht jede Bewegung wird vom Wild wahrgenommen. Vom höchsten Punkt der Streuobstwiese überblickt man die Ebene vom Acker bis zum Waldrand. Die Höhe eines Hochsitzes oder einer Ansitzleiter braucht es hier nicht. Ein schlichter Bodensitz mit Öffnungen nach zwei Seiten reicht vollkommen.

Welche besondere Rolle die Lage einer Reviereinrichtung einnimmt und eine detaillierte Skizze des Bodensitzes zum Nachbauen finden Sie in der Ausgabe April 2017.


Hund und Herrl

 

Hundebegegnungen

In diesem Artikel blickt der Autor Gerhard Kosel auf die Beziehung von Hund zu Hund und wie sich Kaniden verhalten, wenn sie sich begegnen. 

Ein Beispiel an der Beute: Nach intensiver Jagd und großer körperlicher Anstrengung haben wir einen Gams erlegt. Die Hündin war Teil dieses Abenteuers und auch als Erste am Wild, welches sofort beschnüffelt wurde. Das eine oder andere Stück vom Aufbruch wurde ihr zugeworfen und sie verschlang dies als selbstverständlichen, ihr zustehenden Anteil an der Beute. Auch den Transport zur Hütte begleitete die Hündin unangeleint, nie die Beute aus dem Auge lassend. Vor der Hütte legten wir das Wild zur Strecke, die Hündin bettete sich neben die Gams. Wir genossen den Vormittag in herrlicher Natur, als der Hund des Jagdherrn, ein stattlicher und in die Jahre gekommener BGS-Rüde, aus der Hütte heraus sich der Gams näherte. Als er die Beute bewinden wollte, fuhr ihm die Hündin in die Seite und knurrte ihn nachhaltig mit hochgezogen Lefzen an.

Dieses Verhalten jedenfalls ist großteils angewölft, es spielt sich weitgehend vorhersehbar nach klaren Regeln ab und wird erst dann kompliziert, wenn sich der Mensch einmischt oder seinen Stempel aufdrückt.


Jagd Heute

 

Muntjaks zum Jagdwild erheben

In England und Wales sind Muntjaks eine Plage und werden wie Schädlinge verfolgt. Sie haben sich dort etabliert und erreichen Dichten von bis zu 120 Tieren pro 100 Hektar. Umgerechnet auf das Körpergewicht entspricht das etwa 50 Stück Rehwild pro 100 Hektar – mit entsprechenden ökologischen und ökonomischen Auswirkungen. 

Während die Jagd auf Rehwild durch dessen Status als Jagdwild mit entsprechenden Regelungen als reizvolle Herausforderung gilt, ist die Jagd auf Muntjaks für viele immer noch Schädlingsvernichtung. Graham Downing – der Autor eines Buches über die Muntjak-Biologie und -Jagd – erzählt, dass zahlreiche der von ihm erlegten Tiere Schrotkugeln im Körper haben, halbverheilte Verletzungen und schlimme jagdliche Verwundungen durch zu schwache Geschoße. „Hirschratten“ und „Vampirhirsche“ wurden sie in Jagdblogs genannt, das mag witzig klingen, widerspiegelt aber den respektlosen jagdlichen Umgang mit dieser Wildart. Die Tatsache, dass sie Schäden anrichten, ist kein Grund, sie zu misshandeln. Jedes Tier jeglicher Art, das man töten will oder muss, sollte möglichst rasch und schmerzfrei getötet werden. Es ist also höchst an der Zeit, Muntjaks gewissenhaft zu bejagen, mit Respekt zu behandeln, adäquate Kaliber zu verwenden und sich um einen guten Schuss zu bemühen – und sei’s auch nur des Wildbrets wegen. 

Mehr Hintergründe über die Bejagung und zur Wildbiologie des Muntjaks lesen Sie in dieser Reportage von Dr. Karoline Schmidt.


Mythen ums Rehwild

Von Bruno Hespeler

Mensch oder Reh?

Für den Jäger ist die Sache häufig klar: Durch die vielen Naturnutzer wird das Wild unsichtbar, wodurch die Bejagung immer schwieriger wird. Ganz so ist das aber nicht, wie Bruno Hespeler beim Rehwild beweist. Rehe unterscheiden nämlich sehr genau, wer ihnen gefährlich werden kann und wer nur lästig ist und stört.

Rehe sind – im Vergleich zu anderen heimischen Wildarten – sicher nicht die Cleversten. Aber ohne Zweifel verstehen sie den Menschen, sein Verhalten und Auftreten einzuschätzen. Sie differenzieren ziemlich treffend zwischen eventuell gefährlich und wahrscheinlich harmlos, auch was ihre eigenen Reaktionen beim Auftreten von Menschen betrifft. Zwei Begriffe scheinen von Bedeutung zu sein: lästig und gefährlich. Lästig sind Menschen, von denen sie sich nicht unmittelbar bedroht sehen. Dazu gehören sicher jene Menschen, die Wege benutzen, sich ganz normal auffällig und somit gut erkennbar bewegen, sich laut unterhalten oder in Gruppen auftreten.
Nun sollen hier nicht unbedingt Menschen mit Rehen verglichen werden, trotzdem sei ein Vergleich gestattet, weil er das, was ich sagen will, etwas griffiger macht. Sommerabend: Es geht auf Mitternacht zu, und wir sitzen ohne Licht bei einem Glas Wein auf dem Balkon. Nun kommt ein „Rudel“ gut aufgeheizter, laut lachender Gasthausbesucher die Straße herunter. Haben wir vor denen Angst? Suchen wir vorsorglich unser Handy oder den Schlüssel vom Waffenschrank? Nein, ganz sicher nicht, höchstens ärgern wir uns über das laute Palaver. Nun der nächste Fall: Statt der lauten Gruppe kommt jetzt eine einzelne Gestalt langsam die Straße herunter, bleibt bei Eingängen stehen, schaut sich um, geht weiter, bleibt wieder stehen … Diese einzelne Gestalt stört nicht die Beschaulichkeit der späten Stunde, aber sie zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir sind beunruhigt, machen in der Stube das Licht aus, um nicht gesehen zu werden. Die Glock liegt unter der Matratze … So und nicht anders ergeht es Rehen, nur ohne Glock und Handy.

 

März 2017


Mythen ums Rehwild

Von Bruno Hespeler

Alt fegt zuerst – Jung färbt zuerst

Den Spruch kennen wir alle, weil wir alle einmal eine Jägerprüfung gemacht haben. Wenn man die Begriffe „alt“ und „jung“ auf mehrjährig und Jahrling reduziert und nicht versucht, bei den Mehrjährigen zu differenzieren, stimmt der Spruch sogar – von Ausnahmen abgesehen.

Was Fegen und Haarwechsel betrifft, so lieferte uns vor rund einem halben Jahrhundert bereits Ellenberg handfeste Daten. Seine Stammhamer Rehe waren durchwegs markiert; ihr Alter stand definitiv fest. Das Ergebnis seiner umfangreichen Untersuchungen lässt sich mit einem Satz auf den Punkt bringen: Gesunde mehrjährige Böcke fegen vor den Jahrlingen, und gesunde Jahrlinge wechseln das Haar früher als mehrjährige Böcke.

Eine Regel, etwa in der Art, dass fünfjährige Böcke früher fegen als dreijährige, gibt es nicht. Wenn wir also im März oder Anfang April eine Fegestelle finden, wird ein mehrjähriger Bock der Verursacher sein. Ob er uralt oder recht jung ist, wissen wir nicht; beides kann der Fall sein. Das Gros der mehrjährigen Böcke fegt im März, die meis-ten Jahrlinge hingegen im Mai. Im April passiert, was das Fegen betrifft, nicht viel.

Für die Mehrzahl der Jäger spielt heute der Fegetermin keine nennenswerte Rolle mehr. Man freut sich, wenn man im März die ersten Fegestellen findet. Sie sind Marken oder Symbole für den beginnenden Frühling oder – wichtiger – für das Ende des Winters. Es läuft ohnehin alles etwas anders als in der „guten, alten Zeit“, die zwar reich an Mythen war, aber auch an wenig gestörter Jagdfläche. Inzwischen ist die bejagbare Fläche in Österreich weiter rasant geschrumpft und ebenso stieg die Zahl der Jäger wie die der Abschussquoten. In vielen Gemeindejagden entfallen auf einen Jäger gerade noch 50 Hektar Fläche, von denen oft der größere Teil landwirtschaftlich genutzt wird. Da gibt es dann ein paar Hochsitze, von denen oft alljährlich oder im kurzen Wechsel ein „Erntebock“ geschossen wird.

Wo, bedingt durch die Zahl der Jäger, so gejagt wird, sind Deutungen und Orakel um das Alter der Böcke ziemlich entbehrlich. Der Abschussplan orientiert sich vielfach an der Zahl der Jagdberechtigten. Je nach Waldanteil soll halt jeder alljährlich oder aber jedes zweite Jahr einen „Anserbock“ erlegen dürfen. Und wo tut er das? Häufig immer wieder an denselben Ecken. Man wehrt sich gegen eine Erhöhung des Abschusses, aber man ist überzeugt, „alte Böcke“ nach Bedarf zu finden ...


Premium-Geißen

von Dr. Christine Miller

Frisch aus Revier und Labor 

Ob Gamsgeißen ein Kitz führen, hängt sowohl von deren Kondition als auch Lebensalter ab. „Premium-Geißen“ sind auch im hohen Alter noch erfolgreich.

Die Frage der Lebensgestaltung ist grundsätzlich und treibt nicht nur Menschen bei der Karriereplanung um. Auch eine Gamsgeiß muss entscheiden, wie sie ihre Lebenskraft einteilt. Persönliches Wachstum, Überlebensfähigkeit und Fortpflanzung sind wie drei Wertpapier-Fonds, zwischen denen das zur Verfügung stehende „Geld“ aufgeteilt werden kann. Die Währung der Tierwelt ist Nahrung und was der Körper daraus macht. Verschiedene Arten kennen verschiedene Wege zur maximalen Rendite und Biologen studieren diese Strategien. Singvögel, Mäuse und auch das Rehwild tendieren zum Modell „income breeder“. Sie finanzieren den Einsatz für den Nachwuchs aus dem laufenden Geschäft. Steinböcke, Rotwild oder Elefanten dagegen sind sogenannte „capital breeders“. Sie denken erst an Fortpflanzung, wenn sie sich genug Reserven in Körpergröße und Feist angelegt haben. Das heißt, man muss sich gedulden können und hoffen, dass bis zum reifen Alter der Familiengründung nichts Unvorhergesehenes geschieht. Bei Risiko wird lieber noch ein Jahr gewartet. 

Im Gebirge, wo der Sommer kurz und der nahrungsarme Winter lang ist, müssen säugende und führende Gamsgeißen immer ein riskantes Spiel eingehen. Sie haben ein niedrigeres Körpergewicht im Herbst und damit geringere Überlebenschancen als Geißen, die keine Kitze versorgen mussten. Je älter eine Geiß wird, desto mehr wägt sie Kosten und Nutzen der Fortpflanzung ab. 

Ob eine Geltgeiß ihr Kitz nur sehr früh verloren oder gar nicht erst eines gesetzt hat, untersuchten Marco Festa-Bianchet und seine Kollegen an 67 markierten Geißen aus einer unbejagten Population über sieben Jahre hinweg. Sie fragten sich, wie viel Energie eine Geiß in ihr Kitz investieren muss und ob diese Investition die „Rendite“ im nächsten Jahr beeinflusst. Ihr Studiengebiet lag im Naturpark „Alpi Marittime“ im Südwesten der italienischen Alpen.  

Der Erfolg einer Geiß, ein Kitz großzuziehen, schwankte von Jahr zu Jahr – und mit dem Alter der Geiß. Zwischen 4 und 7 Jahren waren die Geißen in Topform, auch schlechte Umweltbedingungen haben dann kaum einen Einfluss auf die Überlebensfähigkeit der Kitze. Von den jüngeren Geißen führt in einer stabilen Population mit reichlich alten Geißen gerade einmal ein Drittel ein Kitz. Die jungen und älteren Geißen riskieren in schwierigen Jahren nichts. Je älter eine Gamsgeiß wird, desto mehr geht sie auf Nummer sicher. Diese Strategie beginnt bereits im Alter von 8 Jahren. Dann „rechnen“ die Geißen Kosten und Nutzen bei der Brunft immer genauer nach. Und nach einem Pausen-Jahr setzen ältere Geißen wieder starke und vitale Kitze. Die konservative Strategie zahlt sich also aus! Andererseits zeigt sich bei den älteren Damen im Laufe der Jahre auch, wer zur Elite der Population gehört. Die „Premium-Geißen“ setzen weniger oft aus und führen auch in hohem Alter Jahr für Jahr erfolgreich Kitze. Festa-Bianchet und sein Team mahnen jedoch zur Vorsicht: Die absoluten Zahlen aus ihrer Untersuchung kann man nicht 1:1 in jedes andere Gebiet übertragen. Denn in anderen Populationen lag der Beginn des „reifen Alters“ bei Gamsgeißen durchweg höher, bei 10, 12 oder 17 Jahren. Diese Unterschiede liegen wahrscheinlich im Lebensraum begründet und was er grundsätzlich den Gams dort zu bieten hat.


Blick ins Revier

von Stefan Maurer

Gemeinsam auf den Einserhirsch

Es gibt nur wenige Gemeindejagden, in denen die Rotwildjagd im Mittelpunkt steht. Im obersteirischen Winklern bei Oberwölz ist das jedoch so, und selbst die Hirsche werden hier im Kollektiv bejagt.

Die Gemeindejagd Winklern bei Oberwölz hat Rotwild als Standwild – das ganze Jahr über. Dementsprechend dominiert diese Wildart dort auch das jagdliche Geschehen. Für die Jagdverantwortlichen bedeutet das, sowohl bei der Abschussaufteilung als auch bei der Abschusserfüllung und der Wildschadensvermeidung an einem Strick zu ziehen. Wie das genau geht, hat ein Gespräch mit Jagdobmann Friedl Ammer gezeigt.

Friedl Ammer lebt und arbeitet auf eigenem Grund und Boden inmitten des von ihm betreuten Gemeindejagdgebietes von Winklern. Er ist Land- und Forstwirt und bewirtschaftet mit seiner Frau den eigenen Betrieb. Seit dem Jahr 2002 ist er Obmann der Gemeindejagd, ein Jahr später hat ihn der Bezirksjägermeister zum Hegemeister ernannt. Daneben agiert er auch als Mitglied in der Rotwildbewertungskommission im Jagdbezirk Murau und vertritt die Interessen der örtlichen Jäger und des Wildes in der Rotwildbewirtschaftungsgemeinschaft Niedere Tauern. „Ich wage zu behaupten, dass ich kein Schießer bin“, beschreibt er sich selbst. „Mich freut aber ehrlich, wenn innerhalb der Jagdgesellschaft alles reibungslos funktioniert und unsere Revier als Positivbeispiel für den Umgang mit Rotwild herhalten kann.“

Auf den 3.220 Hektar Jagdfläche der Gemeindejagd Winklern werden zurzeit jährlich rund 30 Stück Rotwild erlegt, davon ein bis zwei Hirsche der Klasse I und meist drei IIIer-Hirsche. Besonders erstaunlich daran ist, dass es keine fixe Einteilung für die 39 Pächter gibt – weder was die Revierfläche angeht noch was den Hirschabschuss betrifft. Bis zum Erntehirsch ist im Grunde immer für jeden alles frei. Es gibt nur eine Einschränkung: Wenn man einen Hirsch schießen will, muss man auch vier Stück Kahlwild zustande bringen, ein System, das inzwischen über Jahre klaglos funktioniert. „Früher sind die Hirsche geschossen worden, und wir haben dann im Herbst dem Kahlwild nachrennen müssen. Jetzt bemüht sich jeder, den Abschuss zu erfüllen, und heuer ist uns erstmals sogar ein Dreierhirsch übrig geblieben“, begründet Ammer diesen Schritt. Und wer bereits einen Ier-Hirsch erlegt hat, darf in den darauffolgenden Jahren in der Pachtperiode keinen mehr erlegen.

Die Bejagung des Rotwildes wird mit großer Konsequenz betrieben, um auch wirklich Erfolge vorweisen zu können. Die Schmalstücke werden, so gut es geht, bereits zu Beginn der vorgezogenen Jagdzeit ab 16. April in den Vorlagen erlegt. Das kann bis zu ein Drittel der Jahresstrecke ausmachen. Den Sommer und Herbst über geht die Rotwildjagd meist schleppend, wenn es nicht ausreichend schneit und das Wild von den Hochlagen heruntergedrückt wird. Deshalb ist im Herbst und Winter die eine oder andere Treibjagd vonnöten, bei der gezielt auf bestätigtes Rotwild Druck ausgeübt wird. Auch hier geht es vor allem um die Zuwachsträger, wie Ammer betont.

Die reich strukturierten Wildlebensräume im bäuerlichen Kulturland der Gemeindejagd Winklern beherbergen natürlich auch einen nicht zu unterschätzenden Rehwildbestand. Ver-glichen mit anderen Gebieten ist die Entnahme bescheiden, aber immerhin geht es sich aus, dass auf fast jeden Mitpächter pro Jahr ein Rehbock entfällt. 


Titan 6 Carbon zur Wildstandsreduktion

von Oberförster Heinrich Rappold 

Obwohl schwere Waffen grundsätzlich die bessere Leistung bringen als leichte, gibt es auch hier einen Trend hin zum leichten Verbundwerkstoff Carbon. Wie sich so eine Waffe in der rauen Jagdpraxis führen lässt, wurde eine Saison lang ausprobiert.

Da ich selbst im Jagddienst zwei Rössler führe (Titan 6, Kal. .30-06 und Titan 3, Kal. .223 Rem.), ist mir das Handling sehr geläufig. Das ohnehin gebirgsjägerfreundliche Gewicht dieser Waffen wird durch den Carbonschaft nochmals getoppt. Die angenehme Kolbenhalssicherung in Verbindung mit dem ideal bedienbaren Rückstecher (mit dem Zeigefinger einfach nach vorne schieben) erlaubt blitzschnelles Reagieren im Jagdeinsatz, vor allem auf der Pirsch bei den dann meist folgenden Schüssen vom Bergstock aus. 

Die Waffe Titan 6 Carbon im Kaliber .30-06 wurde von mir mit GECO PLUS (11,0 g) eingeschossen. Die Fa. Rössler hatte die Waffe bereits sehr gut mit diesem Geschoß vorab eingeschossen. Der Streukreis auf 100 m war beeindruckend. Die Schüsse der Schussgruppe berührten einander fast alle. So war  für mich das Einschießen sehr einfach. Ich wählte diesmal die Schießstätte Zangtal, um auf die Waffe unter kontrollierten Bedingungen auch gleich auf 100, 200 und 300 Meter testen zu können. Die angegebenen ballistischen Daten auf der Munitionspackung entsprachen eigentlich sehr exakt meinen Erkenntnissen am Schießstand. Bei 4 bis 4,5 cm Hochschuss auf 100 Meter entsprach dies dann auf 200 Meter etwa 3 bis 4 cm Tiefschuss. Auch auf 300 Meter war es mir möglich, die Angaben auf der Munitionsverpackung zu bestätigen (rund 37 cm Tiefschuss). Zusätzlich passte die „Stange“ auf jeder Distanz. Auf 300 Meter betrugen die Abweichungen nach links und rechts maximal 2 bis 3 cm, das ist wirklich vernachlässigbar. Geschoß und Lauf scheinen mir in dieser Waffe überdurchschnittlich gut zu harmonieren.

Die .30-06 im extrem leichten Titan Carbon mit dem Schaft von Christensen Arms ist, so glaube ich, mit ihren 2,4 kg nur für gefestigte Schützen brauchbar. Der Rückstoß war schon etwas heftiger, als man es sonst von diesem Kaliber gewohnt ist. Mir machte dieser Umstand keine Probleme, für empfindlichere Schützen sollte man die Kaliberauswahl vielleicht bei einer Win. 308 nach oben hin beenden. Die mitgelieferte Mündungsbremse würde den Rückstoß zwar minimieren, doch aus meiner Sicht ist solch ein Waffenteil für die Ohren des Jägers und die seines Hundes in der rauen Revierpraxis nicht zumutbar. Dazu erlaube ich mir, eine Begebenheit aus der Jagd mit dieser Waffe kurz zu erzählen.

Bei einer Pirsch im Oktober beschoss ich einen Hirsch der Kasse III vom Bergstock aus auf rund 70 Meter. Mein treuer Begleiter, ein inzwischen sehr erfahrener fünfjähriger BGS-Rüde (ohne Papiere), konnte genau beobachten, wie der Hirsch mit einem Schuss „halbspitz“ von vorne gut zeichnete und nach unten in unwegsames Gelände abging. Beim Anlegen der Schweißleine unmittelbar nach der Schuss-abgabe war er für einen Moment nicht angeleint, und schon war es passiert. 


Februar 2017


Jägerinnen unter Jägern

Jägerinnen unter Jägern
von ...

 

Stolz bekundet man in jagdlichen Führungsriegen, dass die Zahl der Jägerinnen stetig steigt: Die Jagd würde weiblicher werden, heißt es. Aktuell beschäftigt sich eine Forschungsarbeit mit der Rolle der Frau in der Jagd und fördert Erstaunliches zutage. Demnach sind Jägerinnen noch weit davon entfernt, tatsächlich gleich bedeutende Mitglieder der Jägerrunde zu sein. Es war das Zitat des Schweizer Autors und Jägers Alexander Schwab, das die Studentin der Universität Innsbruck, Ulrike Schmid, zu ihrer ungewöhnlichen Studie führte. Laut Schwab sind „Frauen für die Jagd eine Bereicherung, die Jagd wird optimistischer, sympathischer, weltoffener, kultivierter und zukunftsfähiger“. Das klingt nach einem echten Gewinn und so etwas wie Aufbruchsstimmung. Schmid versuchte im Rahmen ihrer Arbeit jedoch zunächst zu klären, wie Frauen überhaupt zur Jagd kommen und welche Rollen sie dort tatsächlich einnehmen. Schließlich werden Frauen oftmals mit sanften Charaktereigenschaften wie Empathie, Fürsorglichkeit und Friedfertigkeit in Verbindung gebracht, die sich aus der Fähigkeit zur Mutterschaft ableiten lassen. Diese Attribute scheinen im Kontext der Jagd jedoch widersprüchlich zu sein. Denn letztlich steht am Ende der (erfolgreichen) Jagd immer der Tod des Tieres, mitunter auch der eines hochbeschlagenen Tieres. ­Schmid fragte daher nach den Beweggründen, die Frauen motivieren, aktiv zu jagen, und absolvierte hierzu zunächst selbst die Jagdausbildung. Ihr Erhebungsgebiet umfasste im Anschluss eine kleine Bergregion in Österreich, in der insgesamt 24 Personen aus unterschiedlichen beruflichen Bereichen und gesellschaftlichen Schichten bezüglich ihres Eintritts und zu ihren Erfahrungen in der Jagd befragt wurden. Im Rahmen der geführten Interviews kamen durch die Erzählungen der Jägerinnen und Jäger weitere vielfältige Herausforderungen ans Licht, denen sich die Jägerschaft auf verschiedensten Ebenen heute zu stellen hat. Weil diese Studie im Vorfeld heftig diskutiert wurde, hat DER ANBLICK sieben aktive Jägerinnen mit der Studie betraut gemacht und sie um ihre Sichtweise der Dinge befragt.

Mehr dazu im Heft ...


Weißt du, wie viel Rehlein stehen …?

Wer gewissenhaft an die Abschussplanung herangehen will, möchte auch wissen, wie viele Rehe aktuell im Revier die Fährte ziehen. Nur: So einfach ist das nicht. Sicher ist nur, dass es weit mehr Rehe geben muss, als wir Jäger gemeinhin annehmen. Tatsächlich ist es ohne Belang, ob auf einer bestimmten Fläche nur 50 oder gar 100 Rehe leben. Es gibt doch nur zwei Fragen, die es zu beantworten gilt: 1. Wie ist die durchschnittliche Kondition der Rehe; kümmern sie eher oder sind sie in guter Verfassung? Ist Letzteres der Fall, wirkt sich die Dichte auf die Rehe noch nicht signifikant negativ aus und ist sekundär. 2. Beeinflussen die Rehe ihren Lebensraum – dessen Pflanzenspektrum – negativ? Hier geht es nicht nur um Haupt- und Nebenbaumarten, sondern um eine Vielzahl beim Rehwild beliebter krautartiger und strauchartiger Pflanzen. Ist der Verbiss an ihnen so, dass sie als Art ohne Zaun oder Einzelschutz noch eine Chance haben, über die Äser hinauszuwachsen oder nicht? Muss schon die Fichte gestrichen werden, stimmt etwas nicht mehr, dann brauche ich auch keine Zahlenspiele! Die Praxis … Sie ist recht simpel. Die einen wollen – zumindest offiziell – eher wenig Rehe erlegen, denn: „Es ist eh fast nichts mehr da.“ Die anderen wollen, dass deutlich mehr geschossen wird, denn: „Es wird alles gefressen.“ Bruno Hespeler begiebt sich in diesem Beitrag auf die Suche nach einem möglichen „goldenen Mittelweg“.


Staupe weiterhin aktiv

Nach zahlreichen telefonischen Anfragen beim ANBLICK-Tierarzt Dr. Armin Deutz und einigen von ihm selbst beobachteten Fällen, wollen wir wegen der massiven Staupewelle im Vorjahr abermals auf diese „Krankheit mit mehreren Gesichtern“ hinweisen. Staupe ist eine weltweit verbreitete Viruskrankheit, die hauptsächlich bei Hunden („Hundestaupe“) auftritt. Unter Wildtieren erkranken überwiegend Dachs, Baum- und Steinmarder, Fuchs, Iltis, Wiesel und Fischotter sowie Wolf und Waschbär. Ende der 1980er Jahre gab es Massensterben bei Seehunden infolge von Staupe in der Nordsee oder vor 20 Jahren ein Löwensterben in der Serengeti. Auch am starken Rückgang der Populationen an Großen und Kleinen Wieseln im letzten Jahrzehnt könnte Staupe maßgeblich beteiligt gewesen sein. Die Übertragung der Staupe erfolgt teils durch Direktkontakt mit dem Nasen- und Augensekret erkrankter Tiere (Belecken, Tröpfcheninfektion) oder indirekt über Futter, Wasser oder Gegenstände, die mit Sekreten oder Ausscheidungen erkrankter Tiere verunreinigt sind. Gegen Staupe geimpfte Hunde sind geschützt, ungeimpfte Hunde können erkranken und die Erreger natürlich auch wieder an Wildtiere weitergeben. Die Staupe ist ein weiteres Beispiel einer wechselweise zwischen Wild- und Haustieren übertragbaren Krankheit. Dieser Themenkreis wird uns Jäger in den nächsten Jahren auch noch bei weiteren und neuen Infektionskrankheiten beschäftigen.


Praxiswissen für Revierbetreuer 

Praxiswissen für Revierbetreuer

Von Wildmeister Matthias Meyer

 

Nun im Februar ist die Jagdzeit für die meisten Wildarten vorbei. Für den Jäger wird es aber deswegen nicht ruhiger im Revier. Nun gilt es insbesondere, die Biotopflächen im Revier einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Noch bis zum Ende des Monats können wir mit der Motorsäge Pflegeschnitte an Hecken, Knicks, Feldholzinseln und Remisen vornehmen. Im Niederwildrevier hat sich die Fasanenspiere sehr bewährt. Sie wird weder von Hase und Reh verbissen, so dass sie auch ohne Zaun gepflanzt werden kann, noch bedarf sie irgendeiner sons­tigen Pflege. Sie wächst rasch bis etwa 2-3 m hoch und beschirmt sehr gründlich ihren Standort. So entstehen nicht nur Tunnel, in denen alles Wild sich sicher vor Greifen bewegen kann, sondern sie bietet insbesondere dem Rehwild ideale Einstände. Die etwa mohnkorngroßen Samenkörner ziehen nicht nur Hühnervögel magisch an, sondern bieten Nahrung für unzählige Singvögel. Wo geeignete feuchte Standorte zu finden sind, schneiden wir uns etwa 40 bis 50 cm lange Weidenstecklinge. Die Ruten von einjährigem Holz schneiden wir unten schräg an und oben gerade. So sehen wir gleich, wie sie gesteckt werden müssen. An geeigneten Stellen stecken wir den Steckling schräg in den feuchten Boden, bis er nur noch etwa 10 bis 15 cm herausschaut. So fegt sie der Rehbock in den kommenden Wochen nicht gleich wieder heraus und genügend Blattknospen können sich zu Wurzeln umbilden. Aber auch wie man alte verlandete Teiche wieder renaturiert erklärt uns Matthias Meyer. Er ist Wildmeister in der Fürstlichen Forstverwaltung Oettingen-Spielberg in Bayern. Als jagdlicher Revierleiter bewirtschaftet er seit 25 Jahren rund 5.500 ha Revierfläche und leitet ebenso lange eine Schweißhundestation. In den kommenden Ausgaben wird der bayerische Wildmeister sein jagdpraktisches Fachwissen mit uns teilen.